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Bewegunsdiagramme selbst gebaut

 

Sonntagsfragen 27.09.2009 bis 27.03.2011

Wenn Bewegung in schnöde Zahlenkolonnen kommt, lassen sich Zusammehänge besser zeigen und Prozesse sich verfolgen. Das Diagramm oben zeigt beispielsweise deutlich den Aufstieg der Grünen und den Fall der FDP in den vergangenen zwei Jahren.

Ein Werkzeug, um solche Animationen zu erstellen, ist Google Motion Chart. Wie es funktioniert, wird hier erläutert. Ursprünglich war das Projekt unter dem Namen Gapminder gestartet, doch wurde es von Google gekauft und in seine Text- und Tabellenanwendung integriert. Um es nutzen zu können, braucht es ein kostenloses Googlekonto.

Als Beispiel sollen die Umfrageergebnisse der Parteien im Bundestags seit der Wahl im Herbst 2009 dienen. Die Daten stammen aus der Übersichtstabelle der Sonntagsfragen auf wahlrecht.de, die per Copy & Paste in ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel, OpenOffice, Numbers oder gleich Google Docs (Text&Tabellen) übernommen werden kann.

Der Clou des Bewegungsdiagramms Motion Charts ist die Zeitachse. Dafür muss der entsprechende Datensatz in Form gebracht werden. Prinzipiell muss er dafür mindestens drei Spalten enthalten, siehe folgendes Beispiel: motion chart struktur bsp

In der ersten Spalte stehen Begriffe (string) wie Land, Person, Gegenstand, Firma et cetera, die später als Punkte im Bewegungsdiagramm abgebildet werden. In der zweiten Spalte braucht es ein Datum, etwa einen konkreten Tag (beispielsweise den 21/09/2009), eine bestimmte Woche (z.B. 2009W07), oder ein Quartal (z.B. 2009Q2). Die dritte Spalte muss numerische Werte (value) enthalten, also Anzahl, Wert, Kosten und so weiter. Alle folgenden Spalten sind optional und können sowohl Begriffe (string) oder Zahlen (Values) enthalten. Je mehr davon, desto höher werden die Kombinationsmöglichkeiten. Im besten Fall werden dadurch mehr interessante Aspekte deutlich.

Für das Diagramm zu den Umfragendaten sieht der Datensatz so aus:

Es kann ein Problem sein, dass in einem Tabellenkalkulationsprogramm pro Wert immer ein Begriff und ein Datum eingetragen werden müssen. Das lässt sich aber recht einfach mit Funktionen und Formeln lösen: Vervielfältigung mit einem Klick auf die rechte untere Ecke einer Zelle; Umwandlung von Spalten in Reihen und umgekehrt durch Funktionen wie TRANSPOSE (nur Excel und OpenOffice). Praktisch sind auch Funktionen wie „Suchen und Ersetzen“, um beispielsweise. Anführungszeichen zu entfernen.

Ist der Arbeitsschritt erledigt, kann der Datensatz im xls-Format abgespeichert und bei Google Docs hochgeladen werden. Unter „Einfügen/Gadget“ lässt sich das Bewegungsdiagramm auszuwählen. Um dies zu konfigurieren muss angegeben werden, welche Zellen der Tabelle berücksichtigt werden sollen. Im folgenden Bild wird gezeigt, welche Spalten im Datensatz welche Rolle spielen.

motion chart tutorial

Ist eine sinnvolle Kombination von Parametern im Bewegungsdiagramm gewählt, kann im Menü „Einstellungen“ des Widgets (rechts unten das Schraubenschlüssel-Symbol), wiederum der Punkt „Erweitert“ (links unten) geklickt werden. Öffnet man dann den dortigen „Erweitert“-Abschnitt findet sich unter der Überschrift „Zustandszeichenfolge“ ein Codeschnippsel. Siehe folgende Abbildung:

get code motion chart

Den Code in die Zwischenablage kopieren und in den Bereich „Default State“ der Grundeinstellungen des Widgets einfügen (links oben im grauen Bereich des Widget), wie im folgenden Bild:

Schließlich kann das Widget in eine Website eingebettet werden (rechts oben im Widget-Kasten auf Pfeil klicken, Gadget veröffentlichen wählen, Skript kopieren und im HTML-Modus in einem Blog oder CMS eingeben). Durch den Code im „default state“ wird Nutzern dann die zuvor gewählte Startansicht des Bewegungdiagramms gezeigt.veröffentlichen motion chart

Perfekt ist das Werkzeug noch nicht. Wünschenswert wäre es beispielsweise, die Farben für die jeweilige Partei definieren zu können. Für kompliziertere Darstellungen sei deswegen der Public Data Explorer empfohlen, ebenfalls von Google. Es ist eng verwandt mit dem Bewegungsdiagramm. Und auch das Original namens Gapminder lässt sich online nutzen, aber auch herunterladen.

1 Kommentar


  1. […] Wer Google Motion Charts nicht kennt: Lorenz Matzat hat schon vor fast zwei Jahren im Data Blog der "Zeit" sehr ausführlich dazu […]