Offene Daten – offene Gesellschaft

Schwimmende Drohnen sammeln Daten im Ozean

Von 16. März 2012 um 10:13 Uhr

"Wave Glider", ein autonomer Roboter zum Datensammeln, dessen im Wasser hängende Paddel die Wellenbewegung in Vortrieb umwandeln Quelle: http://liquidr.com/

Das folgende Projekt ist nur zum Teil offen, es steht also nicht vollständig der Allgemeinheit zur Verfügung. Doch es beschäftigt sich mit Daten – und zeigt dabei, wohin sich das Thema Datensammeln bewegt.

Es geht um den sogenannten Wave Glider, einen autonomen Roboter, der allein durch Wellenbewegungen angetrieben wird und sich dadurch lange Zeit auf dem Meer herumtreiben kann. Die Technik hat schon Preise gewonnen und befindet sich derzeit in einem Langzeittest.

Golem hat ein Videointerview mit Suneil Thomas veröffentlicht, dem Vizepräsidenten des Herstellers Liquid Robotics. Denn darin sagt er, worum es den Entwicklern geht: Der Wave Glider revolutioniere die Kosten des Datensammelns auf See, so Thomas, da er keine Besatzung brauche und keinen Treibstoff. “Und diese Daten werden unser Verständnis über die Ozeane verbessern.”

 

Autonome Systeme sind beim Sammeln beispielsweise von Wetterdaten längst selbstverständlich. Und auch in den Meeren wird seit langer Zeit beobachtet, ohne dass Menschen dabei sind. Bislang vor allem mit verankerten Bojen, an Tieren befestigten Messgeräten oder durch Zufälle, wie Tausende herumtreibende Plastikenten.

Roboter wie der Wave Glider sind ein neuer Weg. In der Luft wird dieser schon beschritten. Sogenannte Drohnen können Stunden bis Tage am Himmel kreisen, um ganze Regionen zu beobachten. Berichtet wird über sie derzeit vor allem im Zusammenhang mit Kriegen, da Armeen weltweit mehr und mehr dieser Flugroboter einsetzen und damit ein heftiges Für und Wider auslösen. Doch gibt es auch verschiedene zivile Projekte, die sie nutzen.

Nun ist das Meer dran. Der Wave Glider wird angetrieben vom Hub der Wellen. Der bewirkt, dass sich Paddel heben und senken, die sieben Meter unter der an der Wasseroberfläche schwimmenden Plattform hängen. Diese Paddel sorgen für Vortrieb. Solarpaneele auf dem Deck liefern Strom für die Messgeräte und die Kommunikation.

Die Schwimmdrohne hat mehrere Langstreckentests absolviert und gezeigt, dass sie funktioniert. Garantiert wird sich daher bald auch das Militär für die Technik interessieren. Bislang aber waren ihre Einsätze friedlich. Entwickelt wurde sie ursprünglich, um die Kommunikation von Walen aufzuzeichnen.

Beim aktuellen Test, der Überquerung des Pazifiks, sammeln die vier eingesetzten Wave Glider verschiedene Daten wie Wetterbedingungen, Wassertemperatur, Salz- und Sauerstoffgehalt und Wellenhöhe. Das Unternehmen stellt diese Informationen, schätzungsweise 2,25 Millionen Datenpunkte, jedem Interessierten zur Verfügung. Heruntergeladen werden können sie nach einer Registrierung hier.

Kategorien: Datenmessung
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Autonome Drohnen im Ozean sind nicht neu, siehe
    http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=glider
    Neu daran ist aber, daß die Energieversorgung für die Fortbewegung den Wellen entnommen wird. Der Nachteil, den das mit sich bringt, ist auch klar: Dieses System kann nur an der Oberfläche operieren, was es zur wissenschaftlichen Datenerhebung auf eine kleine Anwendungsnische beschränkt. Dazu kommt das Problem der Interaktion mit schwimmenden Objekten, vom Fischernetz bis zum Supertanker. Trotzdem eine schöne Idee..

  2. 2.

    Mein Ferienhaus/Altersruhesitz wird demnächst auch von einem autonomen System betrieben… Heizung, Gebäudeentfeuchtung, Energiegewinnung mit Solar und Windkraft, Energiemanagement, Gebäudesicherung, das ganze über Web abfragbar, selbsttätige Alarmierung bei Störungszuständen…

    Als ob das jetzt irgendwie ein Problem wäre, ein paar Solarpanels, einen Windgenerator, Laderegler und Batterien zusammen zu schalten und damit ein paar Arduinos zu betreiben, die sich um Heizung, Klima, Lüftung, Webcams etc kümmern. Und statt Satellitentelefon braucht man da halt nur ein UMTS-Dongle…

    • 16. März 2012 um 13:03 Uhr
    • Roana
  3. 3.

    Nett dass so eine kräftige Aussage mit einer läppischen Meinung des Authors in einem kurzen Nebensatz hingefetzt wird

    • 16. März 2012 um 14:16 Uhr
    • evsen1337
  4. 4.

    wie meinen? Bezeihungsweise: welche Aussage ist gemeint? Und wie sollte ich sie besser fomulieren? Ich kann das gerne ändern, weiß nur grad nicht, was…

    lg
    k

    • 16. März 2012 um 14:20 Uhr
    • Kai Biermann
  5. 5.

    [...] the original: Drohne: Autonome Roboter sammeln Daten im Meer Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digital und verschlagwortet mit aber, bald-auch, drohnen, [...]

  6. 6.

    Den Müll sollten sie verdammt nochmal einsammeln. Damit würden sie dem Geschöpfen der Meere und somit der Erde einen tausendmal größeren Dienst erweisen.

    • 16. März 2012 um 15:07 Uhr
    • kühn-gedacht
  7. 7.

    “Garantiert wird sich daher bald auch das Militär für die Technik interessieren. Bislang aber waren ihre Einsätze friedlich.”

    In meinen Augen ist das eine sehr kräftige Aussage ohne erläuterung o.Ä.

    • 16. März 2012 um 15:27 Uhr
    • evsen1337
  8. 8.

    Ah, verstehe. Nun, ich finde das angesichts der Möglichkeiten des Gerätes offensichtlich, dass bald das Militär einsteigt. Immerhin lassen sich damit problemlos auf billige Art größere Seegebiete überwachen, um beispielsweise U-Boote etc. aufzuspüren. Denn wenn das Ding Walgesänge finden und sammeln kann, kann es auch Bootsgeräusche sammeln und melden.

    Und jede Technik bietet nun einmal die Möglichkeit zu Dual-use, also zum Guten und zum Bösen.

    lg
    k

    • 16. März 2012 um 15:31 Uhr
    • Kai Biermann
  9. Kommentar zum Thema

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