Offene Daten – offene Gesellschaft

Der arbeitslose Kontinent

Von 8. Oktober 2012 um 15:36 Uhr

Rund 18 Millionen Menschen waren im August im Euro-Raum arbeitslos – eine gewaltige Zahl. Wie weit Europa in seiner Entwicklung zurückgeworfen wird, zeigt ein Blick in die Geschichte. Wir haben Langzeitdaten für die verschiedenen Wirtschaftsräume besorgt und gegenübergestellt.

Ein Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum ist so hoch wie zuletzt Mitte der neunziger Jahre – wenngleich sie noch nicht so hoch liegt wie Anfang des gleichen Jahrzehnts. Damals waren die Arbeitsmärkte in vielen Ländern – darunter Spanien oder Portugal – in schlechter Verfassung. In Spanien betrug die Arbeitslosenrate in einigen Jahren mehr als 20 Prozent. Auch in Deutschland lag die Quote nach der Wiedervereinigung zeitweise bei zehn Prozent und damit deutlich höher als heute. Anschließend reformierten viele Euro-Staaten ihre Arbeitsmärkte – die Arbeitslosigkeit sank.

Interessant auch die Entwicklung der USA: Noch in den neunziger Jahren und im ersten Jahrzehnt des neues Jahrhunderts lagen die Arbeitslosenquoten deutlich niedriger als im heutigen Euro-Raum. Erst mit der großen Krise nach der Lehman-Pleite sprang die Quote auf europäisches Niveau. Mittlerweile liegt sie wieder etwas darunter und beträgt rund acht Prozent.

Die Entwicklung im Euro-Raum ist durchaus unterschiedlich. Während in Deutschland die Arbeitslosigkeit in der Krise sogar gesunken ist und derzeit 5,5 Prozent beträgt, steigt sie in anderen Ländern an. Außergewöhnlich ist dabei die Situation in Spanien, wo mittlerweile fast jeder Vierte ohne Arbeit ist. Das zieht auch den Schnitt im Euro-Raum nach oben.

Datenauswertung und Visualisierung: Martina Schories
Daten als Google Spreadsheet

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Es sind 86 millionen Menschen in Amerika,ikl.alle die nicht mehr nach 4 wochen Arbeitlosigkeit suchend melden,oder länger wie 1Jahr,und und!

    • 9. Oktober 2012 um 14:00 Uhr
    • Duelker Guenter
  2. 10.

    Blöd nur, dass dieses Wachstum in Spanien nur mit Schulden im Ausland finanziert wurde. Dazu noch wurde nicht etwa produktiv investiert, sondern konsumiert oder fehlinvestiert. Nun müssen diese Schulden zurückgezahlt werden, und da niemand mehr Spanien Geld leihen will, kann dieses “Wachstum” nicht fortgesetzt werden, ganz im Gegenteil.

    Die Spanier sind also nicht wirklich reicher geworden, wenn man mal die Leistungsbilanz miteinbezieht, sieht man das auch,

    • 9. Oktober 2012 um 14:38 Uhr
    • fsiggi
  3. 11.

    An den Plots fehlt die Achsenbeschriftung. Jahreszahlen kann man ja von mir aus weglassen, aber die y-Achse sollte man doch bitte beschriften. Hier ist zum Beispiel nicht klar, ob das Millionen oder Prozent sind. Das darüber “Quote” steht, impliziert noch nicht dass es sich um Prozent handelt.

  4. 12.

    Was soll so ein Vergleich von Arbeitslosenzahlen bringen, wenn in den letzten 20 Jahren ungefähr die Hälfte aller Arbeitslosen aus den offiziellen Statistiken herausgetrickst wurden?

    • 9. Oktober 2012 um 14:49 Uhr
    • Andreas
  5. 13.

    Soso, welche Überraschung ! Es ist doch schon lange bekannt, dass mit etwa der Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung alle Produkte hergestellt und Dienstleistungen angeboten werden können, die benötigt werden. Wer sagt das wann den Leuten? Deutschland hat sich, durch rigorose Strukturmassnahmen zu Lasten der abhängig Beschäftigten, zeitweise davon abgekoppelt, und überschwemmt jetzt Europa mit ‘billigen’ Produkten. Dafür leiden jetzt die meisten Länder unter noch höherer Arbeitslosigkeit. Aber das hat jetzt ein Ende, die können einfach nicht mehr, z.B. ‘Daimler arbeitet kurz’. Bosch als Kfz.- Zulieferer schon länger. Parallel geht die Rationalisierung weiter. Siehe ‘Die Zeit’ vom 4.Oktober –> ‘Brrt, ssst, fertig’. Die Grossen brauchen dann auch wenigerZulieferer. Werden noch mehr Leute viel Freizeit haben oder zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, weltweit.

    • 9. Oktober 2012 um 15:34 Uhr
    • G.S.
  6. 14.

    “Hohe Steuern, viel Sozialstaat, viel Regulierung und Kündigungsschutz kostet nunmal viel Arbeitsplätze”

    Haiti: wenig Steuern; KEIN Sozialstaat, Keine Regulierung und KEIN Kündigungschutz -> Vollbeschäftigung, oder was?

    Also mal etwas mehr Nachdenken als irgendwas nachplappern….

    • 9. Oktober 2012 um 15:42 Uhr
    • OT61
  7. 15.

    @ Philipp: Das geht doch eindeutig aus der Ueberschrift der Grafik hervor!

    • 9. Oktober 2012 um 16:26 Uhr
    • Dakra
  8. 16.

    Moin,

    wenn die Hälfte der Verbraucher wegfallen, wird die von Ihnen angeführte Hälfte der produktiven Bevölkerung auch zu einem guten Teil überflüssig.
    Iteriert man dies eine Weile sind Alle überflüssig, oder?

    CU

    • 9. Oktober 2012 um 18:05 Uhr
    • Vorticon
  9. Kommentar zum Thema

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