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Die katholische Weltkarte

 

Der römisch-katholischen Kirche gehören weltweit etwa 1,2 Milliarden Menschen an. Sie alle blicken derzeit nach Rom, wo 115 Kardinäle aus ihrer Mitte den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. wählen. Viele Gläubige hoffen, dass dann erstmals ein nicht-europäischer Pontifex die Kirche führen wird – offensichtlich ein längst überfälliger Schritt, wie unsere katholische Weltkarte zeigt.

Bereits 41 Prozent der Kirchenmitglieder leben in Lateinamerika. Zum Vergleich: Europas Katholiken machen lediglich 24 Prozent aus. Unsere interaktive Weltkarte stellt die tatsächlichen Dimensionen der Länder nach der Anzahl der Gläubigen dar. Sie zeigt, wo die meisten Katholiken leben. Die Farbintensität verdeutlicht, wie hoch ihr Anteil an der jeweiligen Landesbevölkerung ist.

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Die Machtverhältnisse im Konklave stehen dazu im Widerspruch. Das Machtzentrum der Kirche ist europäisch. Und so deuten die Kräfteverhältnisse bei der Wahl in der Sixtinischen Kapelle eher auf eine Fortführung der bisherigen Tradition hin. Denn aus Europa kommen 60 der 115 Papst-Wähler. Damit sind die europäischen Kardinäle knapp in der Mehrheit, vertreten jedoch mittlerweile nur eine Minderheit der katholischen Christen. Die Katholiken aus Lateinamerika sind mit lediglich 19 wahlberechtigten Kardinälen unterrepräsentiert.

Für die Wahl des 266. Papstes ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Das entspricht 77 Stimmen.

konklave-vatikan

Wie starr die Kirche trotz steigender Mitgliederzahlen in anderen Erdteilen an ihrer europäischen Machtzentrierung festhält, zeigt der Vergleich der Papstwahlen 1978 (Johannes Paul II.) mit der aktuellen Wahlrunde. Europa konnte demnach sogar noch einmal zwei Prozentpunkte zulegen. Die Regionen mit den größten Zuwächsen, Lateinamerika und Afrika, stagnieren und verloren sogar an Einfluss.

papstwahl_vergleich_1978_2013

Die Daten für die Weltkarte finden Sie in unserem GoogleDoc.

65 Kommentare


  1. 1. Der Vatikan sitzt aber in Europa.
    2. Wer sagt dass es kein Europäer wird?
    3. Wen interessiert schon wer Papst wird? Das Christentum (nicht nur) ist seit Jahrhunderten überholt, und so extrem veraltet, dass es auch nicht mehr mit dem modernsten Papst gerettet werden kann.


  2. Die Wege des Herren sind aber nicht demokratisch, sondern unergründlich. Ihren Artikel hätten sie sich deshalb sparen können. Katholizismus ist etwas, wo selbst ein Journalist kein Licht ins Dunkel zu bringen vermag.

  3.   Yuminae

    Etwas wurde vergessen:

    Das meiste Geld kommt aus Europa – und das spiegelt sich sehr wohl darin.
    Auch in der Religion geht es primär nur um Geld – und zwar möglichst viel. Daher wird es meiner Ansicht nach einen europäischen/“westlichen“ Papst geben, weil von da immer noch das Geld kommt – und weil manch einer erstaunlich konservativ ist und beispielsweise ein „schwarzer Papst“ dazu führen wird, dass noch mehr Gelder verschwinden, da noch mehr aus der Kirche austreten.

    Das ist meine Ansicht: Geld ist das Entscheidende. Demokratie und Kirche – das wird es wohl niemals geben.


  4. Ja interessant. Und wie erst wird ein ganzes Geschlecht- die Frauen- ignoriert!!

  5.   tillapril

    Das ist einer liberalen, aufgeklärten und demokratischen Institution wie der Katholischen Kirche wahrlich unangemessen, eine derart unproportionale Wahlmännerverteilung zu haben. Wir sollten uns alle gehörig echauffieren.


  6. @1 Stimme ihnen zu. Ideal wäre deshalb eine Frau aus Südamerika oder noch besser Afrika.
    Aber das wird vermutlich nie passieren uns deshalb ist es gut dass die Kirchen allgemein und dir katholische Kirche im besonderen mehr und mehr Zuhörer verliert.
    Dir RK-Kirche in ihrer jetzigen Ausprägung sollte besser heute als morgen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

  7.   Abyss

    @Universum: Ja, das ist wohl so, aber ist das das Thema in diesem Artikel? Nein. Man kann diese Geschlechterdiskussion auch überallhin verpflanzen. So langsam geht mir das, mit Verlaub, echt ziemlich auf die Nerven.

  8.   nyobion

    kann mich meinem vorredner nur anschließen. das war der erste gedanke der mir bei der überschrift eingefallen ist.

    es sollte wohl eine nichteuropäische frau neuer papst werden.


  9. Frauen werden ignoriert ?

    In den Füührungspositionen stehen die Männer und das ist nicht nur bei den Katholiken so.
    Im Islam ist es nicht anders.
    Und im Hinduismus ?

    Die Glaubenswelt ist nun mal so struktuiert und das ist gut so.

  10.   TDU

    „Wie starr die Kirche trotz steigender Mitgliederzahlen in anderen Erdteilen an ihrer europäischen Machtzentrierung festhält,“ Wem sagen Sie das?

    77 von 115 sind absolute Mehrheit. 60 Europa 55 Andere. Sie können daraus weder schliessen dass die Europäer alle für Europa oder alle Nichteuropäer für die Nichteuropäer stimmen würden. Es ist ein wenig komplizierter.

    Aber vielleicht wäre es den Nichtkatholiken ja ein nicht europäischer Papst auch deswegen lieber, weil der Deutschland nicht so im Focus hätte. Dann hätte man mehr Chancen, die katholiche Kirche zu einer Partei zu machen wie alle anderen und eine andere Religion zum dingend benötigten Mitträger der umfassenden Staatsräson zu machen.