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Wenn die Temperatur sinkt, steigt der (Porno)-Traffic

 

Pornografie ist im Internet der „elefant in the room“, wie man im Englischen sagt: riesig und unübersehbar, trotzdem redet kaum jemand über ihn. Auch, weil es kaum Daten gibt, die etwas darüber aussagen, wie riesig der Elefant wirklich ist.

Dabei sind solche Daten nicht uninteressant, wenn es sie denn mal gibt. Schließlich galt die Pornobranche lange Zeit als wichtiger technischer Vorreiter im Netz, auch wenn sie in dieser Rolle inzwischen von Sozialen Netzwerken abgelöst wurde. Der Anbieter Pornhub bietet solche Zahlen. Seit Sommer 2013 betreibt er ein Blog namens Insights, auf dem unter anderem Statistiken veröffentlicht werden.

Eine davon zeigt, wie die Amerikaner auf die jüngste Kältewelle reagiert haben: Sie haben mehr Pornos geguckt. In Maine, Michigan und Florida zum Beispiel waren es rund 40 Prozent mehr als sonst im Januar.

Nicht immer und überall bringt der Winter einen erhöhten Pornokonsum mit sich: Japan ist die einzige Region, in der das Weihnachtsfest keine Auswirkung hat (Siehe unter Holidays, Christmas Eve). Und Silvester muss einer der schlechtesten Tage für die Branche sein, da interessiert sich offensichtlich kaum jemand für sie.

Eine andere Statistik zeigt, wie verbreitet die mobile Internetnutzung in welchen Ländern ist: Deutschland ist demnach noch immer Desktop-Land. Nur sieben Prozent nutzen Tablets, nur 21 Prozent Smartphones (bei ihrem Pornokonsum). International ist das wenig, in den USA oder Großbritannien ist die mobile Nutzung bereits sehr viel verbreiteter.

Mobile Nutzung der Pornoseite Pornhub in verschiedenen Ländern 2012 und 2013. Quelle: http://www.pornhub.com/insights
Mobile Nutzung der Pornoseite Pornhub in verschiedenen Ländern 2012 und 2013. Quelle: http://www.pornhub.com/insights

Noch also haben deutsche Unternehmen etwas Zeit, sich auf mobile Geräte einzustellen. Allerdings nicht sehr viel. Die Desktop-Nutzung ist in Deutschland von 2012 auf 2013 um zehn Prozentpunkte gefallen.

Weltweit gilt: Montag ist Pornotag, dann hat Pornhub die höchsten Zugriffe, an Sonntagen die geringsten. Offenbar wird genau das dann am Montag nachgeholt.

Dauer der Pornonutzung in den USA sortiert nach der Höhe des Einkommens. Quelle: http://www.pornhub.com/insights/high-vs-low-income-cities/
Dauer der Pornonutzung in den USA sortiert nach der Höhe des Einkommens. Quelle: http://www.pornhub.com/insights/high-vs-low-income-cities/

Auch die Frage, ob in ärmeren oder in reicheren Gegenden länger Pornos konsumiert werden, kann das Portal beantworten. Es sind vor allem die Bewohner ärmerer Städte, die länger schauen.

PornHub gehört wie Youporn und viele andere Netzangebote zu dem Firmengeflecht von Mindgeek, einem Unternehmen mit Sitz in Luxemburg, das bis 2013 Manwin hieß. Und selbstverständlich ist das Veröffentlichen solcher Trafficdaten auch eine Form von Marketing, wie das amerikanische Magazin Slate anmerkt.

 

18 Kommentare

  1.   lukas wiese

    Das es in Deutschland weniger „mobile“ Nutzer gibt ist doch klar. Am Desktop sind die Videos bei youporn und Kollegen unbegrenzt kostenfrei, mit einem mobilen Gerät sind nur die ersten 10 Videos kostenfrei…


  2. Montag ist Pornotag
    ok, so kann man sich dem Thema auch annähern
    mobile Nutzung schreitet voran und die Bewohner ärmerer Städte schauen länger auf ihre Laptops……….Hmmm sehr interessant


  3. […] Kurzer Beitrag der Zeit über die Nutzungs-Daten einer einschlägigen Pornoseite! […]


  4. Pornokonsum als Indikator für Weltpolitik. Amis und Briten sind überall bereit, wir Deutschen bleiben lieber Zuhause im schnuckeligen Heim :-)


  5. „… Es sind vor allem die Bewohner ärmerer Städte, die länger schauen…“

    Offenbar haben die Bewohner reicherer Städte Zugang zu spannenderen Porno-Seiten und kommen schnelle zum Orgasmus – oder wie ist diese Statistik zu verstehen?


  6. Je kälter desto Porno? Na dann freuen wir uns doch auf den Klimawandel; das Problem erledigt sich dann von selbst.

  7.   Skyblue

    Interessant, weil das Thema sonst ja wirklich nicht differenzierter behandelt wird.
    War es früher noch so, dass man sich im klassischen Sex-Shop zumindest der freundlichen Verkäuferin gegenüber ein wenig outen musste, so scheint mir das Thema heute eher noch privater geworden zu sein, weil es komplett im stillen Kämmerlein verschwindet. Und gefühlt macht der Pornokonsum durch die Vielzahl der meist in Englisch kategorisierten Praktiken und Spezialitäten auch stummer. Wie im Privatleben mit dem Partner drüber reden, wenn man das deutsche Wort nicht mehr kennt?
    Insofern finde ich es gut, dass auch mal drüber geredet wird und Porno nicht einfach nur da ist.

  8.   Brett Sterling

    Pine Bluff und Fort Smith liegen nicht in Alaska (AK), sondern in Arkansas (AR).


  9. Heißt es nun „Porno Sells“????
    Was für ein überflüssiger Artikel. Vielleicht könnten Sie den auch noch an die Bild verkaufen…

  10.   Fe

    Und an Abenden und Nächten mit Stromausfällen ist die Zeugungsraten von Kindern deutlich erhöht…
    Hat das jemanden überrascht?