Das Musik-Blog zwischen Disko und Diskurs

Nächste Abfahrt Potsdamer Platz

Von 8. Januar 2013 um 11:10 Uhr

Der Tonträger bricht seine Winterferien ab, denn es gibt frohe Neuigkeiten: David Bowie hat Geburtstag und schenkt seinen Fans eine neue Single.

David Bowie auf einem Archivbild von 2007 (© Lucas Jackson/Reuters)

Einer der Helden des Pop wird 66. Glaubt man einem Helden des Schlager, geht dann ja erst alles richtig los. David Bowie hat viele überrascht mit der Nachricht, dass er nach zehn Jahren Pause im März ein neues Album vorstellen will.

Zum Geburtstag gibt es heute den ersten Song daraus. In Where Are We Now? erinnert sich Bowie an seine Zeit in Westberlin, wo er zwischen 1976 und 1979 lebte. In Schöneberg wohnte er im selben Haus wie Iggy Pop, mit Brian Eno und Tony Visconti arbeitete er in den heute legendären Hansa-Studios zusammen.

Die Berliner Jahre haben Bowie stark geprägt. Das bekannteste Zeugnis aus dieser Ära ist seine so genannte Berlin-Trilogie bestehend aus den Alben Low, Heroes und Lodger.

In dem ruhigen Where Are We Now? spannt Bowie nun einen Bogen über 45 Jahre. Im dazugehörigen Video verarbeitet er historische Filmdokumente der Berliner Teilung. Flächige Synthesizer, warme Klavier- und Gitarrenakkorde, stotterndes Schlagzeug, große Hallräume und die weinerliche Stimme eines ermüdeten Helden geben Introspektive und Retrospektive eine musikalische Entsprechung.

Had to get the train
From Potsdamer Platz
You never knew
That I could do that
Just walking the dead

Sitting in the Dschungel
On Nürnberger Straße
A man lost in time
Near KaDeWe
Just walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know you know

Twenty thousand people
Cross Bösebrücke
Fingers are crossed
Just in case
Walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know you know

As long as there’s sun
As long as there’s sun
As long as there’s rain
As long as there’s rain
As long as there’s fire
As long as there’s fire
As long as there’s me
As long as there’s you

David Bowies neues Album The Next Day wird in Deutschland am 11. März erscheinen. Es umfasst 14 Songs und drei Bonus-Tracks. Bowie hat es mit Tony Visconti in New York aufgenommen.

Kategorien: Pop
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Bowie hat einfach nie zu meinen Heroes gehört und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Im Gegensatz zu Eno oder Iggy Pop. Sicher ein, zwei gute Popsongs, die auch zu Recht Welthits geworden sind. Aber in der Substanz für meinen Geschmack zu wenig Inhalt. Mit dem ich was anfangen könnte. Auch der aktuell vorgestellte Song, vor allem der Text ist in meinen Augen eher belanglos und könnte wirklich von jedem anderen Durchschnittsmusiker kommen. Deshalb finde finde ich auch heute noch, dass er gnadenlos überbewertet wird. Und die tolle androgyne Ausstrahlung, die ihn in den 80ern ausgezeichnet hat ist ja nun auch futsch.

  2. 2.

    wer ist die Lady im Video neben Bowie?

  3. 3.

    @1: popmusik muss nicht unbedingt vor substanz strotzen. wichtig ist, dass sie ins ohr, ins herz und/oder ins bein geht. und da hat bowie mehr als nur “ein, zwei” aussergewöhnliche stücke beigesteuert (changes, ashes to ashes, space oddity, life on mars, all the young dudes, absolute beginners, this is not america, heroes, china girl). bowie hat seit den späten sechzigern immer trends gesetzt und der popmusik und -kultur wichtige impulse gegeben. zu keinem zeitpunkt hat er sich selbst kopiert, so wie es z.b. die grossen rolling stones seit bereits 30 jahren tun. bei bowie darf man auch heute noch bei jeder neuerscheinung etwas unerwartetes erwarten. deshalb ist er einer der ganz grossen.

    • 8. Januar 2013 um 12:34 Uhr
    • doraemon
  4. 4.

    Alles Gute zum Geburtstag alt sexy Mann,
    mit noch sexyer Frau Iman…
    http://www.clubbingunlimited.com

    • 8. Januar 2013 um 12:44 Uhr
    • Marcus Wulffings
  5. 5.

    Ich bekomme da schon Gänsehaut, wenn ich das Video sehe. Bowie hat mir meine Zeit in und mit Berlin, und die fast wöchentlichen Fahrten, zu einem über Jahre andauernden einzigartigem Erlebnis gemacht. Den meisten Spaß hatte ich mit Black Tie White Noise, Outside und hours. Es war eine geile Zeit. Und where are we now lässt mich reflektieren, was ich persönlich gerade mache. Da bekomme ich doch prompt noch mehr Gänsehaut . . . Alles war richtig und ist gut.

    • 8. Januar 2013 um 12:50 Uhr
    • DUS_BER
  6. 6.

    “Deshalb finde finde ich auch heute noch, dass er gnadenlos überbewertet wird.”

    Tja, so ist das mit der Musik. Sie ist halt Geschmackssache. Mir ginge es so mit Iggy Pop, obwohl der auch nicht ganz uncool ist :D

    Ich persönlich bin ja nun musikalisch eher in den 80ern domestiziert worden und bin durchaus ein Fan der kommerziellen Stücke von Bowie. Und ein Fan seines Spätwerks, könnte man sagen.
    In meiner Sammlung finden sich z.B. ‘Earthling’ und ‘Outside’ – letzteres halte ich defintiv für einen Meilenstein des bowienösen Schaffens und der Popmusik allgemein. Die Scheibe ist auch völlig unkommerziell, aber geil, und braucht einen Vergleich mit ‘Dark side of the moon’ oder anderen Großwerken nicht fürchten.

    Aber Musik ist eben Geschmackssache.
    Und für das neue Album sage ich einfach “Hör’n mer ma”.
    Besten Dank an den Tonträger für die Info :)

  7. 7.

    Als ich “Heroes” von David Bowie zum ersten mal hörte, zog es mich an diesen Ort.
    Er war damals mein “Schlüssel” zu Berlin, und ist bis heute mein “Love-Song”.
    Wie kein anderer begleitet er mich noch immer durch die vielen Strassen und bunten Welten…
    dieser wunderbaren Stadt.

    Tausend Dank an David Bowie und alles Gute zum Geburtstag!

    George Müller
    Berlin

  8. 8.

    Als ich 1973 als elfjähriger Junge “Life On Mars” im Radio hörte, wusste ich, das ist es. Und so ist es bis heute geblieben.
    Alles, was er nach ‘Scary Monsters’ gemacht hat, war nicht mehr so faszinierend, mit Ausnahme von ‘Outside’, trotzdem ist er für mich der Beste von allen und ich freue mich, dass er lebt und es ihm gut geht.

  9. Kommentar zum Thema

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