Kandidaten und Kampagnen – wer wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten?

Verpatzt

Von 31. August 2012 um 07:21 Uhr

Es sollte die Rede aller Reden sein. Der Höhepunkt aller Höhepunkte. Der Augenblick, da der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney endlich ungefiltert von den Medien der amerikanischen Nation erzählen konnte, wer er ist, was er will und wohin er sein Land führen wird, sollte er am 6. November zum nächsten Präsidenten gewählt werden.

Diese Gelegenheit kommt selten, eigentlich nur zweimal: während der Nominierungsrede (siehe Transkript) jetzt auf dem Parteitag und dann Anfang Oktober, wenn Romney beim ersten Rededuell auf Barack Obama trifft. Mitt Romney hat die erste große Gelegenheit verpatzt. Auf der Skala von 1 bis 10, bekommt er allenfalls die Note 5: Mittelmaß.

Wie konnte das nur geschehen? Wer bloß hat diese Rede geschrieben? Dabei schien doch ziemlich alles in den vergangenen Tagen gut zu laufen. Was gesagt und getan wurde, war geradezu perfekt auf diesen Schlussakt zugeschnitten. Die bewegende Rede seiner Frau Ann, die ihren Mann sympathischer und nahbarer erscheinen ließ. Die Reden von Chris Christie, dem Gouverneur von New Jersey, und von Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan, die einen wagemutigen Mitt Romney aufleben ließen, der die Courage und Entschiedenheit besitzt, unpopuläre, aber notwendige grundstürzende Reformen anzupacken.

Romney, der Opportunist

Fehlte nur noch Mitt Romney selber, der in der letzten Stunde dieses Nominierungsparteitages Amerika und der Welt zeigen sollte, dass er wirklich all das verkörpert, was andere über ihn sagen. Mit einem furiosen Auftritt sollte er alle Zweifler mundtot machen, die sagen, er sei ein Wendehals, ein emotionsloser Buchhalter, ein Zauderer. Und er wollte jene überraschen, die ihm vorwerfen, er sei einer der verschlossensten Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Geschichte. Denn eigentlich sage er nichts: nichts über sich persönlich oder seine Zeit als Gouverneur in Massachusetts; nichts über seine Weltsicht oder über seine Steuererklärungen.

Es ist ihm nicht gelungen, diese Vorbehalte auszuräumen. Womöglich hat er sie sogar noch verstärkt. So gesehen, war Romney durch und durch authentisch. Er hat sich nicht verstellt und zeigte sich als ein Macher, ein Exekutor, als ein Politiker ohne große Visionen, der tut und sagt, was gerade opportun ist.

Clint Eastwood wird zum Problem

Fast konnte einem Mitt Romney ein wenig Leid tun, wollte die Regie doch etwas anderes als er. Zudem versagte vor seinem großen Finale auch noch die ansonsten so perfekte Choreographie. Als Überraschungsredner war Schauspieler Clint Eastwood angekündigt. Er sollte, wenige Minuten, bevor Mitt Romney auftrat, die Delegierten in der überfüllten Halle so richtig in Fahrt bringen.

Aber niemand schien mit dem betagten Hollywoodstar genau besprochen zu haben, was er sagen und wie er es sagen sollte. Sein Auftritt geriet zur Peinlichkeit und hatte etwas Seniles. Eastwood spielte einen fiktiven Dialog mit Präsident Barack Obama. Im Prinzip keine schlechte Idee. Aber meist verstand man nicht, was er sagte. Und nicht nur, weil er flüsterte und die Mikrophone zu leise geschaltet waren. Und selbst wenn man etwas verstand, war es nicht wirklich witzig.

Anreden gegen Zwischenrufe

Außerdem störte gleich zu Anfang eine Handvoll Demonstranten Romneys Rede. Er schwieg einen kurzen Augenblick und redete dann gegen die Unruhe im Saal und die „USA, USA“-Rufe der Republikaner an. Doch der Lärm verschluckte seine Worte. Sollte er da eine wichtige Botschaft verkündet haben, blieb sie ungehört.

Romney hätte sich am Vortag bei Condoleezza Rice eine Lehrstunde holen sollen. Die ehemalige Sicherheitsberaterin und Außenministerin von George W. Bush trat am Rande des Parteitags bei einer außenpolitischen Veranstaltung auf. Als Demonstranten die Stanfordprofessorin unterbrachen, lächelte sie freundlich und sagte, sie sei froh in einer Demokratie zu leben, in der jeder laut seine Meinung äußern dürfe. Die Zuhörer tobten vor Begeisterung und dem Protest war die Spitze genommen. So souverän kann man auch reagieren.

Verpasste Gelegenheit

In der Tat ist eine Parteitagsrede nicht der Ort für komplizierte Politikentwürfe. Gleichwohl bietet sie einem Präsidentschaftskandidaten die beste Gelegenheit, der Nation zu zeigen, dass er durchaus in größeren Zusammenhängen denkt und Zukunftsvorstellungen hegt.

Einen Moment lang dachte man, Mitt Romney würde diese Gelegenheit ergreifen. Etwa als er sagte, dass er sich den Misserfolg Obamas nicht gewünscht habe, weil er den Erfolg Amerikas wolle. Da schien es, als werde er jetzt endlich sagen, wohin ein Präsident Romney Amerika führen würde, wie sich die Supermacht unter seiner Leitung inmitten der globalen Verwerfungen und tektonischen Verschiebungen innerlich und äußerlich verändern und neu ausrichten würde.

Natürlich auch die Frauen fördern

Doch wie bei einer Powerpoint-Präsentation hakte er brav, mechanisch und mit überaus konventionellen Antworten einen Punktekatalog ab: Der russische Präsident Wladimir Putin würde ihn weniger „flexibel“ erleben als Obama. Die Demokratiebewegungen im Mittleren Osten und die von Obama vernachlässigten Amerikafreunde Israel und Polen würde er stärker unterstützen. Mit weniger Gesetzen, weniger Steuern und weniger staatlicher Einmischung brächte er die Wirtschaft wieder in Fahrt. Und natürlich würde er Frauen fördern, denn schließlich seien sie genauso fähig wie Männer. Und überdies: Alles Leben sei heilig und ebenso die Ehe zwischen Mann und Frau.

Im Großen und Ganzen beließ es Romney bei solchen Allgemeinplätzen. Die einzigen konkreten Ausnahmen: Er würde, wie versprochen, sofort Obamas Gesundheitsreform kassieren und außerdem 12 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Wie genau er das machen will und wie er auf diese Zahl kam, ließ er unbeantwortet.

Die Angst vor dem Risiko

Weil man das alles schon hundertmal gehört hat, wartete man inständig auf eine neue Idee, auf irgendeine Überraschung in dieser Rede aller Reden. Doch der Zauderer Romney blieb seinem Ruf treu und scheute das Risiko. Die Wahl seines Vizes schien ihm Wagnis genug. Eigentlich muss Paul Ryan furchtbar enttäuscht gewesen sein, dass sich so gut wie nichts von seinen grundstürzenden Plänen in Romneys Worten wiederfand.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat entschied sich, auch weiterhin wenig Preis zu geben. Weder über sich noch über seine politischen Pläne. Statt mit sprühenden Gedanken zu begeistern, euphorisierte er die Delegierten mit Angriffen auf Barack Obama. Dem Parteivolk mag das in ihrem Hass auf den demokratischen Präsidenten reichen. Aber den anderen Wählern?

So blieb Mitt Romney nach all diesen Tagen doch der, den man zu kennen glaubt: übervorsichtig, undurchsichtig, hölzern und langweilig.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich finde diese Analysen zur US-Wahl sehr interessant, aber geben wir doch zu, daß sie absolut aus europäischer/deutscher Sicht (und Mentalität) geschrieben sind (und im Spiegel online z.B. klang es auch ganz anders). Wie war die Resonanz bei den Amerikanern ?
    Ich fürchte, nicht so verheerend wie in diesem Artikel dargelegt, im Gegenteil, ich fürchte, mit solchen Plattheiten gewinnt man amerikanische Wählerstimmen, Hauptsache auf die Patriotismus-Trommel ge(phrasen)schroschen.
    Ich bin enttäuscht von Clint Eastwood. Nach seinen späten Filmen hätte ich ihn für einen nachdenklichen und kritischen Menschen gehalten. Das passt nicht zu US-Republikaner.
    So kann man (sich) irren….

  2. 2.

    Welcher Kontrast und Ausdruck für die neue Weltordnung:

    Hier ein polternder Romney, der über den Tellerrand im Bible-Belt nicht hinauszuschauen vermag, er bleibt evangelikal/mormoner-borniert in Bezug auf die Rolle der USA.

    Dabei sitzen derweil die Europäer (in der Person Merkels zum Ausdruck gebracht) im neuen Machtzentrum der Welt und tüfteln mit den neuen Machthabern der Weltwirtschaft an unserer Zukunft.

    Während eben in den USA, der Kandidat Romney die Wunden der verletzten, absteigenden Weltmacht leckt und leckt. Ich hörte Stimmen des Wahlvolkes auf der Convention: zu viel Staat, zu wenig Freiheit, zu viel „Sozialismus“ a la Europa seien Gift für die Gläubigen im Land der heute begrenzten Möglichkeiten.

    Vielleicht hat Romney die eine oder andere (verletzte) Seele gestreichelt, den Amerikanern und der Welt hat er keineswegs gezeigt, wer heute (und morgen?) die Welt regieren will.

    Ein Beispiel: Romney sagte in seiner Rede, die USA werden bis 2020 „energy independent“ sein. Was er nicht sagt, ist dass er dies beabsichtigt zu erreichen, indem er der Öl- und Gasindustrie in den USA keine Auflagen in Bezug auf Umwelt, Verschmutzung oder Steuern machen möchte. Mit anderen Worten, sie können tun und lassen was sie wollen, Hauptsache, die Autofahrer kriegen ihren Tank voll. Das schließt freilich auch wildes Bohren in der Arktis mit ein.

  3. 3.

    Über Eastwood: „…Und nicht nur, weil er flüsterte und die Mikrophone zu leise geschaltet waren. Und selbst wenn man etwas verstand, war es nicht wirklich witzig.“

    Dann ist es für die Republikaner wohl besser dass man nicht soviel verstanden hat was er sagte. :D

    • 31. August 2012 um 08:27 Uhr
    • Kelsi
  4. 4.

    Wie unlesbar kann man eigentlich einen Artikel gestalten? Hier ein Tweet, da ein Video, dort ein Bild – unübersichtlicher geht’s nicht mehr, ich hab’s nach dem dritten Twitter-Block aufgegeben…

  5. 5.

    Lieber Hans im Glück, danke für den Hinweis: Ich räume noch ein wenig auf. Beste Grüße, C. Luther

    • 31. August 2012 um 08:33 Uhr
    • Carsten Luther
  6. 6.

    Auf CNN haben die übel gelästert nach Eastwoods Auftritt, fand ihn auch bissl merkwürdig, aber gut ist auch nicht mehr der Jüngste. Romney selber war recht Substanzlos, griff immer gern zur Obamahetze, zuwenig habe Obama geliefert, ja fein das die Reps fast alles Gute im Senat geblockt haben was Obama bringen wollte. Und wer an 12 Millionen Jobs glaubt dem ist auch nicht mehr zu helfen. Die USA überschreiten die Tage die 16 Billionen Staatsschuld Grenze und zeitgleich 47mio Foodstamps-Bezieher, mit Romneys (und Ryans) grossem Plan wird das eher mehr, Reiche entlasten und als erstes wird Medicare/Foodstamps etc zurechtgekürzt. Nichts neues im Westen.

    Das ist wie die Simpsons Folge mit Kang+Kodo bei dem beide zur Präsidentsschaftswahl antreten, gegeneinander, und egal wer an die Macht kommt, gleiche Resultat.

    • 31. August 2012 um 08:39 Uhr
    • SuR_LK
  7. 7.

    „Dabei sitzen derweil die Europäer (in der Person Merkels zum Ausdruck gebracht) im neuen Machtzentrum der Welt(sic!) und tüfteln mit den neuen Machthabern der Weltwirtschaft(sic!) an unserer Zukunft.“
    Hahahahaha, zuviel chinesisch gestern abend? ROFL

    • 31. August 2012 um 08:52 Uhr
    • A.Bundy
  8. 8.

    Es stimmt allerdings schon: der Beitrag ist aus europäischer Sicht geschrieben und Romney steht nun einemal in den USA als Präsidentschaftskandidat der dortigen Republikaner an. Und die gestrige Rede vermittelt im Wortlaut schon, worauf sich die Demokraten einstellen müssen.

    • 31. August 2012 um 09:31 Uhr
    • knevels knee
  9. 9.

    Mitt Romney erinnert sich mit Sicherheit an den Wahlkampf 1964 und an Barry Goldwater, der sich zu Unbeherrschtheiten hinreißen ließ und dann vom Amtsinhaber Lyndon B. Johnson regelrecht vorgeführt wurde. Die Niederlage von 1964 steckt vielen Konservativen noch tief in den Knochen. Damals gingen selbst sichere republikanische Hochburgen an den Demokraten Johnson.

  10. 10.

    Wow, Obama fotographiert sich selbst von hinten und twittert das dann noch.

  11. 11.

    12 Millionen neu Jobs schaffen ?? Wer`s glaubt wird selig !

    • 31. August 2012 um 09:47 Uhr
    • Becker
  12. 12.

    Unsicherheiten für die Wähler, statt klar benannter Risiken. Als politisch klug mag man gelten, wenn man sich auf nichts zu sehr festlegt. Aber dies wird halt auch zum Problem. Der Wähler wird mit dem Preis seiner Erwartung letztlich alleine gelassen. Jede konkrete politische Maßnahme bringt Kosten mit sich. Kalkulieren lassen sich die damit verbindenden Risiken erst, wenn die Politik konkret benannt wird. An dieser Stelle scheitert Romney. Die Frage, ob man dessen Politik haben will lässt sich so nicht kalkulieren, da er nicht konkret genug agiert. Hier liegt sein Schwachpunkt.
    Anders bei Obama. Jeder sieht, welche Kosten seine Gesundheitspolitik mit sich bringt. Jeder Wähler kann sich entscheiden, ob ihm diese das wert ist. Das Problem fehlender Krankenversicherungen kann auch Romney nicht aus der Welt schaffen. Die Kosten dafür schlagen sich halt anderswo im System nieder.

    Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass man konkrete Festlegungen meidet, um Verantwortung für die Ergebnisse zu vermeiden. Die Frage bleibt, wie lange diese Form des Stimmenfangs noch funktionieren wird.

  13. 13.

    Wieder einmal typisch für die extrem einseitige deutsche Berichterstattung. Romney liegt gleichauf mit Obama, scheint also doch nicht so schlecht anzukommen, da sollte man mal kritisch reflektieren warum die Hälfte der Amerikaner ihn wählen will statt billige Klischees zu wiederholen. Auch wenn die Rede außenpolitisch schwach war: die Bilanz von Obama mit der größten Schuldenlast aller Zeiten und verheerenden Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen wird Romney helfen. Das wird ein sehr enges Rennen.

    • 31. August 2012 um 09:55 Uhr
    • Leser75
  14. 14.

    Man kann sicherlich mal daneben liegen aber wenn ich mir die verlinkte Rede von Clint Eastwood anschaue dann fällt mir schon beim ersten Mal auf (und man sollte das vielleicht mehr als einmal angeschaut haben bevor man dazu einen öffentlichen Bericht schreibt) das er eben einer der besten SCHAUSPIELER!!! ist die es gibt und gab. Er spielt hier eine perfekte Rolle. Da ist nichts von „weil er flüsterte und die Mikrophone zu leise geschaltet waren“ zu spüren, denn das gehört zu seinem Schauspiel dazu oder glaubt hier wirklich jemand das solch eine Veranstaltung dem Zufall überlassen wird? Also bitte! Wer heute noch glaubt das in der „Politik“ etwas aus Zufall geschieht (den es ja sowieso nicht gibt) der muss Nachsitzen. Das fallen in seiner Rede Sätze wie: „und gehört dieses Land und die Politiker sind unsere Angestellten!“ – Hallo!?! so was kann man doch nicht überhören, das ist doch nicht so daher gesagt. Also bitte noch mal anschauen und vielleicht auch noch ein drittes oder viertes Mal. Der ganze Auftritt von Clint Eastwood ist von der ersten bis zur letzten Sekunde ein perfekt aufs amerikanische Medien (Hollywood) gesteuerte Volk zugeschnitten und wird im Unterbewusstsein genau das bewirken was es bewirken soll. Das soll’s jetzt erstmal nur zur Eastwood Vorrede gewesen sein. Schönen Tag noch.

    • 31. August 2012 um 10:08 Uhr
    • Nachdenklich
  15. 15.

    Romney ist nur Mittelmaß, wie könnte da die Rede besser sein.

    Kein Klimaschutz, keine Krankenversicherung und keine Absicherung der Sozialsysteme.

    Ziemlich erbärmlich dieser Mensch.

  16. 16.

    Besonders ausgeprägt ist diese Horizontverengung und fehlende Risikofreude bei US-Patrioten religiös-fundamentalistischer Verengung, die nicht nur bei Mormonen bemerkenswert tiefgläubig fest verankert ist, anzutreffen ist.
    Das scheint bei dem Mormonen-Bischof Mitt Romney, aus einer traditionellen Mormonenbischofsfamilie entstammend, besonders vorbildlich ausgeprägt.

    Schon seine goodwill – Touren in Europa waren an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

    Hoffentlich bleibt das so bis November 2012 !!!!

  17. 17.

    Wenn er es denn werden sollte, steht der Welt nichts Gutes ins Haus!
    Ideologieverbrämt und weltfremd will dieser Mann der mächtigste Mann der Welt werden?
    Richtig in dem Artikel war, das die Reps die wichtigsten Entscheidungen selbst blockiert haben. Zur weltweiten Finanzkrise habe ich von diesem Herrn Romney überhaupt nichts gehört.Die schlechte wirtschaftliche Lage der USA ist das Ergebnis einer fundamentalen Strukturkrise, die sich auch aus der Überheblichkeit dieser „Supermacht“ erklären lässt.
    Hinrich

    • 31. August 2012 um 10:34 Uhr
    • Thaden Heiko
  18. 18.

    Für die Republikaner kann das Volk in Wahlzeiten gar nicht dumm genug sein.
    Wozu also gute allgemeinbildende Schulen, das Privatfernsehen ist ja auch sehr leerreich, Hauptsache Cola kann buchstabiert werden und man weis das im kommunistischen alten Europa der Belzebub herrscht.

    Solange die Hoffnung vorhanden ist, etwa durch einen Lottogewinn, vielleicht doch irgendwann oben mitmischen zu können, wird eine geistig niedrig gehaltene Bevölkerung gewiss weiterhin freudig ihre eigenen Henker wählen.

  19. 19.

    Der Auftritt von Clint Eastwood war durchaus nicht peinlich, wenn man amerikanischen Humor und die Sprache versteht. Die Halle war am toben über seine Witze, die er über Obama und seine Leute gerissen hat. Dass er bei seiner Rede ein wenig nuschelt, ist normal für ihn; der hat noch nie anders gesprochen, als dass er eine Zigarre im Mundwinkel hält; nur hatte er diesmal keine drin, weil ja in der Öffentlichkeit rauchen verboten ist.
    Ob man solche Auftritte mag oder nicht, ist eine andere Sache; die US-Amerikaner lieben das. Manche Wahlkampfauftritte der CDU;SPD etc sind auch nicht besser

  20. 20.

    Romney´s Rede war für absolut niemanden der Brüller, heute, wenn alle Teilnehmer vor Ort ausgeschlafen haben, wird diese Einsicht nach und nach bei allen Einkehr halten, wenn bei den meisten wohl auch nur nach innen.

    Selbst wenn die Mehrheit der US-Bevölkerung quasi immer, wenn Wahlen anstehen, ihr Gehirn in den Leerlauf versetzen oder ganz ausschalten und rein emotional handeln (lassen wir mal dahin gestellt, ob es z.B. in Deutschland anders ist), wird das normale Wahlvolk zugeben müssen, dass die Rede Romney´s im Grunde ein inhaltsloses sprachliches Nichts war, eine luftleere Blase mit falschen Versprechungen und ansonsten das übliche neorepublikanische Geschwafel, welches allerdings für die Welt geradezu gefährlich ist.

    Was mich schon seit langem fasziniert, ist die Tatsache, dass eigentlich einmal die Republikaner die fortschrittlichen Macher waren und die Demokraten in ihren alten nach hinten raus morschen und brüchigen Grundfesten eingemauert saßen und sich nicht vorwärts bewegen konnten/wollten. Nur mit Hausruck zurück halt, am besten bis ins feinstere Mittelalter hinein. So waren es ja ausgerechnet die Republikaner in persona A. Lincoln, welche die Sklaverei 1863 abschafften, und die Demokraten, die an der Sklaverei festhielten.

    Romney und die heutigen Republikaner dagegen stehen wieder für die Sklaverei. Wohl nicht mehr – trotz allem Rassismus – die eigene Bevölkerung, ganz sicher aber die Länder die Welt, die über die – aus US-Sicht – wertvollsten Rohstoffe verfügen und in ihren inneren und äußeren Strukturen zu schwach sind, sich nicht ausbeuten zu lassen.

    Natürlich gehören auch Obama und die Demokraten zu diesem Weltbild der USA…US first, US second, US third. Alle anderen Nationen sind nur Laiendarsteller auf der großen Bühne. Aber Obama und die Demokraten sind dabei ein wenig sozialer eingestellt, ein wenig gerechter, eine gehörige Portion realistischer.

    Dafür gönne ich Obama eine 2. Amtszeit als Präsident der USA.

    Und Gott schütze uns (= die Welt) und die USA dann in 4 Jahren, wo ich – leider – einen Wechsel zurück zu den Republikanern befürchte, wenn Obama dieses Jahr wieder gewinnt.

    • 31. August 2012 um 10:46 Uhr
    • mugu1
  21. 21.

    Danke für die gute Berichterstattung, die sich bei diesem Thema häufig wohltuend von der anderer Medien abhebt.

    Wenn man bei Berichten zu Republikanern in jedem Satz zwei mal das Wort ‚erzkonservativ‘ liest, ist das nicht nur sehr wertend, sondern auch wenig informativ.

    Daher danke für weitgehend die neutrale Berichterstattung zu den Republikanern.

    Ich hoffe zwar, dass Obama gewinnt, mag aber trotzdem nicht die von teilweise antiamerikanischen Resentiments durchsetzte Berichterstattung zu den Republikanern in anderen Medien.

    • 31. August 2012 um 10:46 Uhr
    • Joyce
  22. 22.

    »Clint Eastwood wird zum Problem« Wirklich? Standing Ovations sieht nicht nach Problem aus. Wie immer tendenziös Hr. Klingst!
    »Und selbst wenn man etwas verstand, war es nicht wirklich witzig.« Humor kann man halt nicht lernen…;)

    • 31. August 2012 um 10:49 Uhr
    • LA Rose
  23. 23.

    Kann die Zeit, die doch als eine der seriösesten Wochenzeitungen Deutschlands gilt, nun auch schon nicht mehr ohne Twitter und Facebook auskommen? Der „Genuss den Artikel zu lesen“ wird mehrfach beeinträchtigt, der Lesefluss ist gestört und das Niveau das Artikels nimmt man gemindert war.

    • 31. August 2012 um 10:56 Uhr
    • elisabeth W
  24. 24.

    VfR Neumünster

    • 31. August 2012 um 11:21 Uhr
    • Peter Maier
  25. 25.

    diese auftritte und rufe und musik und prunk und die ganze inszenierung finde ich abschreckend, ja ekelhaft. mit so nem romney, wird in vier jahren auf diesen tagungen eine art horst-wessel-lied gesungen. wenn in DE ein mob irrsinniger waehler gerufen haette, „Deutschland, Deutschland..“ was waere da los?

  26. 26.

    Ich kann gut nachvollziehen dass man schwerlich versucht objektiv zu berichten…angesichts solcher..zustände. für mich klingen diese wahlversprechen verdammt fischig.

    • 31. August 2012 um 11:35 Uhr
    • ssin
  27. 27.

    Wahlveranstaltungen in den USA ähneln zumeist politischem Karneval.
    Man beobachte nur die Reaktion der Zuschauer während der Reden. Eine Nation von der fast die Hälfte ihrer Einwohner glaubt, Gott habe den heutigen Menschen, so wie er jetzt ist, vor 6000 Jahren geschaffen,
    verdient es nicht besser.

    Selbst jahrelang in den USA gelebt und viel symphatische Amerikaner
    kennen gelernt, musste ich doch feststellen; es gibt kaum ein anderes
    westliches Land in dem die Unterschiede in der Allgemeinbildung so riesig sind, wie in den USA.

    • 31. August 2012 um 11:40 Uhr
    • Hoka
  28. 28.

    Und wenn auch ? gelungenes,witziges Photo ! Wenigstens Zeugniss von mehr Geist als die Rede gestern. Vorteil Obama.

    • 31. August 2012 um 11:49 Uhr
    • ivANKA SIRISKI
  29. 29.

    Das beste an dem Ganzen ist der Twitter-Kommentar aus dem Weißen Haus:
    „Dieser Platz ist besetzt.“ Obama ist das kleinere Übel, ohne Frage. Clint Eastwood ist schlechter als Helmut Schmidt. Und Romney wäre wohl noch schlimmer als George W. Bush.
    Aber wir müssen erst einmal unsere eigenen Probleme in Europa lösen. Es wird wohl zwangsläufig zu einer weiteren Entfremdung mit den USA kommen. Vielleicht sollte man deshalb schon mal überlegen, in deutschen Grundschulen Chinesisch zu lehren. Bei dem üblichen Tempo der deutschen Bildungsre-former kann man solche Vorsichtsmaßnahmen nicht früh genug anregen.

  30. 30.

    Clint Eastwood… »Sein Auftritt geriet zur Peinlichkeit und hatte etwas Seniles.«
    Weil es dem Autor nicht gefiel und er nicht lachen konnte – das Video zeigt es anders!

  31. 31.

    Es ist den Amerikanern zu verdanken, was sie für uns, nach dem von uns verursachten 2. Weltkrieg, alles getan haben. Wo wären wir heute ohne den Marshall Plan?

    Trotzdem sei Kritik erlaubt, denn es kann nur das amerikan. Bildungssystem sein, dass heutzutage in den USA der Fall ist, das fast 50% aller Einwohner glauben, Gott hätte den Menschen vor 6000 Jahren erschaffen, so wie er heute ist. Allein daran kann man erkennen, warum Wahlveranstaltungen in den USA Aschermitwoch- veranstaltungen bei uns ähneln.

    Die Rede von Clint Eastwood erinnert mich an meine Zeit in LA 1967,
    als dort John Wayne versuchte die Studenten zu beruhigen. Man rief ihm zu: „John, you are not on stage“ und so wird Clint E. auch nicht
    mehr bewirken als Wahlhelfer von Mr. Romney. Amerika ist ein grossartiges Land und hätte mehr verdient als Georg W. Bush jun. oder
    mancher seiner Vorgänger.

    • 31. August 2012 um 12:33 Uhr
    • Hoka
  32. 32.

    Diesmal sieht man noch besser als in vergangenen Wahlperioden, wie unbewußt gefiltert wir die Debatte aus den USA in Europa rezipieren. Würde man die Reden und Auftritte der Republikaner nur durch die deutsche Pressebrille wahrnehmen wäre Obama der Sieg mit 85 Prozent gewiß. Doch, oh Wunder, die Chancen stehen in Amerika gleich für beide Lager. Wie kommt es? Legt doch bitte die demokratische Brille ab und berichtet in Zukunft objektiver. Es gibt für beide Seiten Argumente, und beide Seiten haben ihre Anhänger genauso wie ihre überzeugten Gegner.

  33. 33.

    […] Romneys verpatzter Auftritt. Wer hat bloß diese Rede geschrieben? Auf dem Nominierungsparteitag in Florida erreichte Präsidentschaftskandidat Romney allenfalls Mittelmaß Die Zeit […]

  34. 34.

    He didn’t build that. ;-)

    Catching a glimpse of hope

  35. 35.

    Die Peinlichkeit des republikanischen Wahlkampfs scheint auch an anderer Stelle durch.

    Romney hielt eine Wahlveranstaltung vor Kohlekumpels ab, es ging um Jobs in der Kohleindustrie.

    Die Veranstaltung war für die Mitarbeiter des Bergbauunternehmens Pflicht und vom Management angeordnet.

    Als ob das nicht peinlich genug wäre wurde den Mitarbeitern, weil sie in dieser Zeit nicht arbeiten konnten, das Gehalt gekürzt:

    http://www.cleveland.com/open/index.ssf/2012/08/coal_miners_lost_pay_when_mitt.html

    • 31. August 2012 um 12:48 Uhr
    • CM
  36. 36.

    Mein Verdacht ist eher, dass Romney und die Republikaner die Wahl überhaupt nicht gewinnen wollen.

    Schon bei Gore 2000 und Kerry 2004 war auffällig, dass die beiden sich erstaunlich dumm angestellt haben, als es in die heisse Phase des Wahlkampfes ging.

    Beide, Gore und Kerry, standen nach den One-on-one TV-Duellen als Verlierer da, was gegen den linkischen und unbedarften George W. schon eine eindrucksvolle Leistung war und von den Anhängern der beiden mit Fassungslosigkeit aufgenommen wurde.

    Analysten sagen USA eine schwere Rezension ab Frühjahr 2013 voraus. Besser, wenn ein Demokrat dem amerikanischen Volk die daraus sich ergebenden „notwendigen Schritte“ verkündet.

  37. 37.

    Das wird nichts mit den Republikanern, Paul Ryan ein junger unerfahrener Scharfmacher der sparen will und das Land wie seine republikanischen Vorgänger weiter in den Ruin führen wird. Romney denke ich weiß nicht was er will und hat keinen blassen Schimmer was in der Welt vor sich geht. Dieses Team würde ein Horrorszenario für die USA sein und es noch weiter ins Desaster führen.

    • 31. August 2012 um 12:57 Uhr
    • Robert
    • 31. August 2012 um 13:08 Uhr
    • alterego
  38. 39.

    Die 12 Mio neue Jobs werden die Amis brauchen, denn bei den Reps braucht man 2 Jobs um zu überleben.

    • 31. August 2012 um 13:12 Uhr
    • Erz815
  39. 40.

    Um ganz ehrlich zu sein: Mitt Romney darf meiner Meinung nach auf gar keinen Fall Präsident werden. Schon gar nicht mit einem wie Paul Ryan an seiner Seite.
    Je mehr er also patzt, desto besser finde ich das.

  40. 41.

    Ich glaube, die können fast reden was sie wollen. Republikaner wählen weiter Republikaner und Demokraten wählen weiter Demokraten. Ob da nun Dünnes geredet wird oder nicht, macht daran wohl auch nix. Meiner Einschätzung nach gilt es jedoch, die „Unschlüssigen“ zu überzeugen. Minderheiten für sich zu gewinnen. Ich hoffe sehr, dass Romney und Ryan dabei versagen werden. Ich will mir gar nicht ausmalen, was es global bedeuten könnte, wenn diese beiden „Sparfüchse“ im weißen Haus säßen und sich an der kollabierenden Wirtschaft nährten.

  41. 42.

    Also ich hab Mr. Eastwood sehr gut verstanden und weder lebe ich in den USA noch ist Englisch meine Muttersprache. Evtl. jemand mit grundlegenden Englisch Kenntnissen den Beitrag beurteilen lassen als zu schreiben es ist nicht zu versehen. Grüsse aus Argentinien, Michael

    • 31. August 2012 um 13:38 Uhr
    • madesign
  42. 43.

    Man muss bedenken (wie es von einigen schon geschrieben wurde), dass die Rede von Eastwood die U.S. Republikaner direkt angesprochen hat. Sein altmodischer Humor und Ankläge gegen die Demokraten und Mr. Obama selbst haben die Gefühle und Sichten der Republikanischen Partei zum sehr großen Teil direkt getroffen. Obwohl sein imanginäres Gespräch mit Obama zu einem nicht-Amerikaner ziemlich blöd rüberkommt, hat es an dem Tag unter den Leuten funktioniert und seinem Zweck gedient.

    • 31. August 2012 um 13:43 Uhr
    • Katlyn Rae
  43. 44.

    „Und selbst wenn man etwas verstand, war es nicht wirklich witzig.“

    Leserbriefe wegen unsachlichen Inhalts zu kürzen oder löschen wie es sich „Die Zeit“ vorbehält ist schlicht überheblich, spottet aber angesichts solcher Beiträge jeder Beschreibung.

    • 31. August 2012 um 13:45 Uhr
    • Spa.Zmo
  44. 45.

    12 Millionen neue Jobs?
    Neue Jobs entstehen nur dort, wo (ohne zu viel Rationalisierung) mehr produziert und mehr gekauft wird als vorher. Bei hoher privater und öffentlicher Verschuldung, vielerorts verrottender Infrastruktur, sinkenden Realeinkommen und weiteren Maßnahmen zulasten der Massenkaufkraft (Kürzungen am Sozialstaat, Steuergeschenke für die Reichen) wird die US-Binnennachfrage jedoch eher sinken – und Exportweltmeister ist die USA nun auch nicht gerade, zumal die Außenmärkte weltweit schwächeln und obendrein heiß umkämpft sind.

    Wie also, bitte schön, gedenkt Mitt Romney seine Versprechen einzulösen? Von einem „New Deal“ keine Spur, an Konzepten nichts als heiße Luft – sein Weg führt vorhersehbar in tiefere Rezession und höhere Staatsverschuldung.

    Man kann den Amerikanern nur wünschen, dass dieser Kelch an ihnen vorbei geht.

  45. 46.

    Romneys peinlicher Auftritt im Ausland

    Der Auftritt war wohl in dieser Form wohlgeplant.

    Was im Ausland nicht so prickelnd ankommt ölt und labt die
    konservative Wählerseele in den USA aufs beste.

    Das zusammen mit der „Untergang ( der USA ) bevor wir
    Obama etwas sinnvolles machen lassen“ Haltung der GOP
    kann das durchaus zu einem Sieg Romneys führen.

    Der Fehler in Europa ist anzunehmen das die US Wähler
    sinnvoll und klug im Sinne der proklamierten Rolle der USA agieren.

    Das ist falsch. „Aussenpolitik“ ist dort die Interaktion zwischen
    den Bundestaaten.

    • 31. August 2012 um 16:26 Uhr
    • makk
  46. 47.

    LA Rose: »Clint Eastwood wird zum Problem« Wirklich? Standing Ovations sieht nicht nach Problem aus. Wie immer tendenziös Hr. Klingst!
    »Und selbst wenn man etwas verstand, war es nicht wirklich witzig.« Humor kann man halt nicht lernen…;)“

    Nach allem, was ich bisher in den Nachrichten erfahren habe, wird Eastwoods Auftritt als – ich beschreibe es mal so – nicht hilfreich für Romney wahrgenommen, hat in den USA viel Befremden ausgelöst und selbst Wahlkampf-Berater von Romney sollen alles andere als glücklich darüber sein und sich möglichst von jeder persönlichen Verantwortung für den Auftritt zu distanzieren zu versuchen (s. z.B. http://www.nytimes.com/2012/09/01/us/politics/romney-aides-scratch-their-heads-over-eastwoods-speech.html?_r=1&ref=politics).

    Vielleicht ist Herr Klingst doch nicht tendenziös, so wie Sie es ihm vorwerfen, sondern berichtet (hier) objektiv?

  47. 48.

    Folgende, scharfe Polemik ist meiner Feder vor einigen Wochen entsprungen und ich muss gestehen, dass sie erschreckender Weise durchaus treffend zu schildern scheint, wie es um die „Politik“ des Herrn Romney steht. Der Text stammt vom 31. Juli dieses Jahres.
    ____________________

    Und peinlich ist er auch noch

    Wir dürfen jetzt seit vielen Monaten etliches zum „Walkampf“ in den USA lesen, zu einem Wahlkampf bei dem der „Republikaner“ Mitt Romney gegen den „Demokraten“ und amtierenden Präsidenten Barack Obama antreten wird. Größtenteils und den Möglichkeiten entsprechend liberale und konstruktive Politik wird von konservativem Nationalismus voller Betrugabsicht abzulösen erstrebt; der „Republikaner“ greift den „Demokraten“ an, dabei geht er vor wie eine Schlange: Geschickt windet er sich bei seinem Thema aller Themen, der „Wirtschaftpolitik“, windet hin zum inhaltsfreien Gerede, dass lediglich auf eine Vergrößerung der Lobby von Banken und Unternehmen (welcher er selbst entstammt) abzielt und täuschen soll. Zur Finanzierung der Staaten fällt ihm ein die Leistungen für Arme zu kürzen – unter anderem, damit der Spitzensteuersatz für Wohlhabende sinken könne. Bei einem anderen Themenbereich, den „Werten“ und der „Nationalität“ der Amerikaner parliert er in den üblichen Phrasen der seinigen Partei über ein „amerikanisches Zeitalter der Vorherrschaft und Führung“ sowie einen Schutz vor dem Identitätsverlust, wie er Europa geschehe, das „[…]vor einem demografischen Desaster, [als] unvermeidliche[s] Produkt eines geschwächten Glaubens an den Schöpfer, gescheiterten Familien, einer Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und einer erodierten Moral“ steht. Dieser „Schutz“ sieht eher der Taktik ‚Angriff ist die beste Verteidigung’ ähnlich und besagt beispielsweise, dass illegale Einwanderer keinesfalls eine nachträgliche Aufenthaltsgehnemigung bekommen dürfen und noch mehr Soldaten in den Irak entsendet werden könnten. Im Kern des Landes will Romney Werte wie „Christlichkeit“ und „Patriotismus“ vorantreiben[; zu Deutsch: Er hat einige Schlüsselbegriffe zu seinem Wahlkampfprogramm gefunden.] – was das heißt lässt er nur oberflächlich durchblicken; zu groß ist die Leere unter der schützenden Hand des Opportunismus.
    Wie Romney versucht sich profilieren und dabei immer wieder scheitert hat etwas von bemitleidenswerter Dümmlichkeit wie sie sonst eher in Slapstick-Werken ihren Platz gefunden hat. Kaum hat der „Republikaner“ seine Reise begonnen ist jeder Glanz schon im Pein des Fettnapfes zerronnen. In Israel bezeichnete er Jerusalem als Hauptstadt; ohne weiteren Kommentar. Damit brüskierte er nicht nur die Palestinänser, nein auch die westlichen Staaten dürften sich reichlich gewundert haben, erkennen sie das geraubte Jerusalem nicht als Hauptstadt an. Sein zweiter Fauxpas unterlief ihm, als er sich gerade als erfahrener „Krisenmanager“ profilieren wollte: Am Tage der Eröffnung der olympischen Spiele in London sagte Mitt Romney, dass er einen in letzter Minute abgewendeten Streik der Grenzbeamten als „beunruhigend“ finde. Des Weiteren stellte Romney die Begeisterungsfähigkeit der Briten für die Spiele in Frage. Mit solchen mehr als nur „ungeschickten“ Aussagen erregt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts zwar eine Aufmerksamkeit (und das sogar auf der ganzen Welt), doch helfen werden sie ihm nicht; zumindest bei der Wahl, welche er gewinnen möchte.
    Sollte dieser Mann tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden, so stünde den Amerikanern eine Zeit des kulturellen wie moralischen Niedergangs bevor. Verursacht würde dieser durch eine immer weiter voranschreitende Verarmung des Staates und darausfolgend auch der Bevölkerung. Profitieren würden die Banken und Unternehmen der Oberklasse sowie die besitzreiche Oberschicht. In der Außenpolitik begänne der Multimillionär wohl sofort damit das gerade erst abgelegte Image von ewig scheiternden Weltenretter USA sofort wieder aufzubauen. Alles in Allem würde er das Land um Jahre zurückwerfen und für sich zu seinem persönlichen Ölfeld umwandeln. Wie er versucht die Macht dazu zu bekommen ist subtil wie peinlich.

  48. 49.

    Friedrich Gropengießer: „Der Auftritt von Clint Eastwood war durchaus nicht peinlich, wenn man amerikanischen Humor und die Sprache versteht.(…)“

    Hm, seltsam, dass so viele USA-Amerikaner, Republikaner, Wahlkampfberater Romneys etc. just bei Eastwoods Auftriit den Sinn für ihren eigenen „Mutterhumor“ verloren hatten und/oder ihrer eigenen Muttersprache nicht mehr mächtig waren (s. z.B. http://www.nytimes.com/2012/09/01/us/politics/romney-aides-scratch-their-heads-over-eastwoods-speech.html?_r=1&ref=politics)

  49. 50.

    Romney – nur Mittelmaß.
    Das ist bei den Republikanern doch nicht neu. Republikanische Präsidenten, z.B. Bush sen. (dump), Bush jun. (dumper)) sind nur Marionetten der Wirtschaft. Da ist Mittelmaß mehr als ausreichend.
    Sollte Romney Präsident werden – aber für so dumm halte ich das amerikanische Wahlvolk nun doch nicht – wäre dies nur eine Fortestzung reublikanischer Gepflogenheiten.

    • 31. August 2012 um 22:17 Uhr
    • Emwe
  50. 51.

    Nicht gerade fair ist, wenn die Republikaner, Paul Ryan, Mitt Romney Obama den historischen Schuldenhöchststand der USA anlasten.

    Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass die USA während der Präsidentschaft von George W. Bush mehr Schulden aufgenommen hätten als in der gesamten vorherigen Zeit ihres Bestehens, also mehr als alle vorangegangenen US-Regierungen zusammen.

    Und wenn ich mich recht erinnere, waren es doch die Republikaner, die es im vergangenen Jahr unter Ausnutzung ihrer Mehrheit im Abgeordetenhaus auf eine Zahlungsunfähigkeit der USA ankommen ließen, um die Obama-Regierung dazu zu nötigen, die gesetzliche Staatsschuldengrenze anzuheben und den Staatsbankrott durch eine weitere Neuverschuldung abzuwenden.

  51. 52.

    […] to the past.” The weekly Die Zeit was less polite, wondering in its online election blog: “who the hell has written that speech for Romney?” It gave him only 5 out of 10 possible points for his […]

  52. 53.

    Interessant ist vor allem, welche Richtungen in der Oligarchie USA hier gegeneinander kämpfen: In Deutschland kann man die Demokraten am besten mit dem politisch linken Flügel der CDU vergleichen, während die Republikaner eine absonderliche Mischung aus der heutigen FDP und CSU darstellen.

    Das Kapital getriebene Wahlsystem der USA machen es kleineren Parteien unmöglich, ihre Ansichten der breiten Bevölkerung zu erklären.

    Außerdem sorgen Wahlgesetze dafür, dass meist nicht mehr als 50 Prozent der US-Bürger wählen gehen.

    Die USA kommen uns eigentlich nur deshalb so freiheitlich vor, weil dieser Staatenbund über eine große Fläche verteilt verläuft, sehr förderalistisch organisiert ist und für die Bürger in den Staaten der Peripherie Washington weit weg liegt. Ein US-Bürger hat in der Regel beim Gedanken an die Hauptstadt das gleichen Gedanken im Kopf wie wir, wenn über Brüssel gesprochen wird.

    • 1. September 2012 um 09:20 Uhr
    • meander
  53. 54.

    Obama hat Eastwoods Auftritt bereits hinreichend kommentiert:
    „Der Stuhl ist besetzt!“

  54. 55.

    […] Doch das Persönliche rückte zulasten des Politischen in den Vordergrund. Jobs, Wachstum, Schulden – genau auf jenen Feldern, die der republikanische Kandidat immer wieder mit Nachdruck ins Zentrum des Wahlkampfs zerrt, waren die Versprechen groß, die Details blieben aus. […]

  55. 56.

    @Hoka #31
    „Es ist den Amerikanern zu verdanken, was sie für uns, nach dem von uns verursachten 2. Weltkrieg, alles getan haben. Wo wären wir heute ohne den Marshall Plan?“

    Wir müssen den USAnern _nicht_ dankbar sein, denn
    die Wallstreet hat kräftig mitgeholfen,
    Hitler an die Macht zu bringen und
    der Marshall-Plan half den USAnern selber, siehe
    http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall-Plan
    Genaueres auf
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Politik/MLangD.html#EU-USA
    Europa hat das Recht, eine eigenständige Politik zu machen,
    auch wenn diese möglicherweise den Interessen der USAner zuwiderläuft.

    • 4. September 2012 um 11:21 Uhr
    • Heinz Göd
  56. 57.

    […] zollte den Soldaten und ihren Familien Tribut, was Romney auf seinem Parteitag in der vergangenen Woche in Tampa fahrlässiger Weise versäumt hatte. Sie porträtierte ihren Mann […]

  57. 58.

    […] der Präsident sei schwach, sagte er, sondern sein Herausforderer Mitt Romney. Nicht Obama ruiniere das Land, sondern seine Gegner. Die Anschuldigung gegen Obama, so Clintons […]

  58. Kommentar zum Thema

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