Obamas bester Wahlkampfhelfer

Unverhofft kommt selten. Oder: Wie ein Hurrikan aus Gegnern Verbündete macht. Die Rede ist von Chris Christie und Barack Obama. Vor zwei Monaten noch, auf dem Parteitag der Republikaner, ließ Chris Christie kein gutes Haar an Präsident Barack Obama.

Zur Erinnerung: Christie ist ein sehr populärer Gouverneur von New Jersey. Kurz hatte er selber überlegt, in den Ring gegen Obama zu steigen. Viele in seiner Partei hätten es durchaus gerne gesehen, dass er und nicht Mitt Romney der Herausforder des Präsidenten geworden wäre. Auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa bildete Christie die Angriffsspitze gegen Obama.

Doch nun hat der Hurrikan Sandy seinen Bundesstaat heimgesucht und schwer verwüstet. Obama griff um Mitternacht zum Telefon und bot ihm jede erdenkliche Hilfe an. Sofort und unbürokratisch. Seitdem preist Christie den um seine Wiederwahl bangenden Obama ohne Unterlass, nennt dessen Einsatz „bewundernswert“ und „einzigartig“. Ein besseres Lob kann man vom politischen Gegner kaum erwarten.

Gefragt, ob er Obama im Angesicht der Wahlschlacht nicht zu sehr rühmen würde, keilte Christie zurück: Das schere ihn einen Dreck. Er wolle die Wahrheit sagen – und der Präsident sei in diesem Moment nationaler Not nun einmal großartig. Und er freue sich sehr auf Obamas Besuch im Katastrophengebiet an diesem Mittwoch.

Im Romney-Lager wird man sich  nicht sonderlich über diese Schützenhilfe für Obama gefreut haben. Auch wenn sie das Kopf-an-Kopf-Rennen kaum beeinflussen wird.

 

Attacke: Außenpolitik!

Man traute seinen Ohren kaum. Mit Blick auf die Unruhen im Mittleren Osten schimpfte die gescheiterte republikanische Präsidentschaftskandidatin Michelle Bachmann auf dem konservativen Wertegipfel, dem Value Voters Summit zu Washington: „Barack Obama ist der gefährlichste Präsident, den wir je hatten.“

Der Kongressabgeordnete Eric Cantor forderte ein Ende von Obamas Entschuldigungstouren und ein klares Bekenntnis zu Jerusalem als „ewiger ungeteilter Hauptstadt Israels“. Und selbst der republikanische Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan nahm sich den Außenpolitiker Obama vor und bezichtigte ihn, inmitten der Unruhen im Mittleren Osten nicht zu führen und Amerikas Interessen zu verraten.

Dabei hatten die Republikaner das Thema Außenpolitik bislang tunlichst gemieden. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan sind auf diesem Gebiet wenig beschlagen. Romneys Welttour im Sommer glich eher einem Fettnäpfchenlauf. Und überdies schien Präsident Barack Obama, der schließlich Osama bin Ladens zur Strecke brachte, in Sachen Außenpolitik und Nationaler Sicherheit wenig angreifbar.

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