Montags tue ich immer ungehöriges. Ich »stecke meine Nase in fremder Leute Angelegenheiten«. Das war damals bei uns zu Hause absolut verpönt. Und nun, fast 60 Jahre später, tauche ich im Deutschen Tagebucharchiv ehrenamtlich und im Dienst der Wissenschaften tief ein in das Leben anderer Menschen. Mit Begeisterung, Anteilnahme und – ich gestehe es freimütig – mit großem interesse. Vor den Augen meiner Kolleginnen und Kollegen – und natürlich auch vor meinen – bleibt nichts verborgen. Wenn das meine Mutter wüsste!
Christel Olejar, Sexau, Baden
An einem »geheimen« Briefkasten inmitten eines Holunderstrauches meiner Angebeteten die letzte Seite der ZEIT zukommen zu lassen. Unter Was mein Leben reicher macht handschriftlich hinzugefügt: »Du!« und mich diebisch zu freuen, wenn dafür dann ein Blumenstrauß als Antwort auf mich wartet.
Philipp Hoffmann, Wasserburg am Inn
Am Montagmorgen in Richtung Wald unterwegs zu sein, dabei auf einer verwitterten Holzbank ein gewundenes Haarkränzchen aus Wiesenschaumkraut zu sehen. Liegen gelassen, offenbar am Wochenende entstanden, etwas angewelkt, sehr idyllisch – und wie aus einer anderen Zeit. Es macht mich glücklich, diesem romantischen Bild nicht in einem Country-Life-Style-Magazin zu begegnen, sondern doch noch im richtigen Leben. Es ist Frühling…
Susanne Knoth-Tjuka, Gründau-Breitenborn, Hessen
Das Telefon läutet. unsere Tochter Charlotte, 19, berichtet glücklich-aufgeregt, dass sie mit der Bahn-App auf ihrem Handy ihre Fahrkarte nach Bullay jetzt selbstständig bestellen kann – mit Sprachausgabe. Charlotte ist schwerbehindert und besucht eine Blindenschule in Stuttgart.
Rainer Senkbeil, Zell an der Mosel
Das schön sanierte und fantasievoll eröffnete Lessingtheater in unserer Stadt.
Brigitta Krüger, Wolfenbüttel
Das Telefon läutet. unsere Tochter Charlotte, 19, berichtet glücklich-aufgeregt, dass sie mit der Bahn-App auf ihrem Handy ihre Fahrkarte nach Bullay jetzt selbstständig bestellen kann – mit Sprachausgabe. Charlotte ist schwerbehindert und besucht eine Blindenschule in Stuttgart.
Rainer Senkbeil, Zell an der Mosel
Anfang Juni, seit Tagen Dauerregen, Hochwassermeldungen. Auf dem Uferradweg der Dreisam kommt mir eine Radlerin entgegen die singt: »It’s summertime!« Recht hat sie, wir geben die Hoffnung nicht auf!
Dagmar Schweiger, Freiburg im Breisgau
Der Anruf meines Schwiegersohnes: »Hast du Lust, heute mit uns essen zu gehen?« Ich hör darin die Fürsorge meiner Tochter und ihres Mannes, nachdem mein Gatte mir nach dreißig Ehejahren eröffnet hat, dass er nicht mit mir alt werden möchte und sich per Agentur eine neue Partnerin sucht.
Kristine Judersleben, Horb am Neckar
Mein Mann brütet im Arbeitszimmer über Excel-Tabellen. Unser siebenjähriger Sohn spielt ganz leise hinter ihm. Dann folgender Dialog: »Musst du da auch rechnen?« – »Mhmm.« – »Auch über 100?« – »Jaa!« – »Dann bringt ja Schule echt was!«
Verena Schulz, Grabau, Herzogtum Lauenburg
Morgen wird meine große Liebe 50 Jahre alt – und wir werden an diesem Tag heiraten!
Michael Seifert, Greven