Money makes the world go round, oder: Rüttgers und der gekaufte Zugang zur Macht
„Unternehmermillionen kaufen politische Macht“ – so lautet der Titel einer 1953 vom SPD-Parteivorstand herausgegebenen Denkschrift. Schon immer hat das Thema des gekauften Zuganges die Parteienfinanzierung umgetrieben. In den 60er Jahren finanzierte sich die CDU/CSU noch zu etwa 30% aus Unternehmensspenden, ähnlich auch die FDP. Dieser Anteil ist aufgrund der umfassenden staatlichen Finanzierung, die mit dem Parteien(finanzierungs)gesetz seit 1967 gewährleistet wird, deutlich zurückgegangen – allerdings eben nicht vollständig. Somit ist auch das Gebaren der NRW-CDU nicht per se zu verurteilen, schließlich stützen sich alle im Bundestag vertretenen Parteien auf Zuwendungen von Unternehmen. Umgekehrt spenden einige Unternehmen auch an mehrere Parteien, beispielsweise kann in einer Bundestagsdrucksache nachgelesen werden, dass die Daimler AG im Jahr 2009 sowohl CDU als auch SPD 150.000 Euro zukommen ließ. Das Netz von Spendern und Empfängern ist also komplex und bildet damit einen Teil der politischen Praxis in Deutschland ab.
Halten wir also fest: Verwerflich ist nicht die Spende. Verwerflich ist die Gegenleistung, die von der CDU in NRW angeboten wurde, nämlich der Gesprächstermin in kleiner Runde. Diese Praxis hebelt demokratische Gleichheitsgrundsätze aus – auch in diesem Blog wurde bereits darauf hingewiesen, dass Spenden von juristischen Personen einen Beigeschmack haben. Gepaart mit der Möglichkeit, in einem Gespräch direkten oder indirekten Einfluss auf Regierungshandeln nehmen zu können, ist dieses System hochgradig bedenklich. Denn dass es ein Bedürfnis von Wirtschaftsvertretern gibt, mit Politikern in vertrauter Runde Gedanken auszutauschen, zeigt nicht zuletzt der boomende Zweig der Politikberatung, der sich „Public Affairs“ nennt und auf diese Art der Vermittlung, Übersetzung und Zusammenführung von wirtschaftlichen und politischen Akteuren spezialisiert ist. Die Branche selbst ist sich darüber im Klaren, welche Assoziationen Begriffe wie „Lobbying“ hervorrufen, und diskutiert immer wieder lebhaft Selbstverpflichtungen, um „aus dem Schatten“ zu treten. Wenn der Wirtschaft nun aber seitens der Politik direkte Einflussmöglichkeiten angeboten werden, die alles übertreffen, was Agenturen arrangieren könnten, führt dies die dringend nötigen Transparenzdiskussionen ad absurdum.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Unternehmermillionen kaufen politische Macht. Denkschrift, Frankfurt, 10. Mai 1953.
Lars Großkurth: Aus dem Schatten: Lobbyingregulierung als Wettbewerbstool. Zeitschrift für Politikberatung 1(1), 2008.
Rent a Rüttgers
Zur Feier meines 50. Geburtstages möchte ich den Rüttgers mieten. Der soll aus einer Torte springen und ein Ständchen singen.
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ARBEITSLOSENGRUPPEN
können zusammenlegen und
Westerwelle mieten.
Der steckt dann sein Köpfchen durch ein Löchschen
und wird mit
Torte und Wackelpudding
beschmissen.
So marktradikal …
So ganz und gar
neoliberal.
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Das Problem bei der Sache ist doch, dass ein Gespräch mit dem “Ministerpräsidenten” angeboten wurde und nicht mit “Vorsitzenden der NRW-CDU”, derzeit personell allerdings identisch. Es ist doch eher Ausdruck der intellektuellen Unzulänglichkeit der handelnden Personen in der zweiten Reihe der NRW-CDU. Gut so!!
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Wie nennt man das gemietete Kabinett in Düsseldorf?
Rüttgers-Club!
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Rüttgers- Schlimmer geht nimmer!
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“…, schließlich stützen sich alle im Bundestag vertretenen Parteien auf Zuwendungen von Unternehmen. ”
Falsch!
Die Linke hat nur Spenden von natürlichen Personen erhalten, denn die Chance, dass Die Linke für Unternehmensspenden Gegenleistungen erbringt ist gering. Kein “Investor” würde dieses Risiko eingehen.
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Ich habe diesen Kommentar zwar an anderer Stelle schon einmal eingebracht, aber hier passt er auch recht gut, denke ich:
Man ist zwar versucht, das Wort “Korruption” in den Mund zu nehmen, aber irgendwie passt es hier nicht so ganz, da das Geld ja offenbar Herrn Rüttgers nicht direkt zugute kommt.
Dennoch ist dieser Vorgang irgendwie bezeichnend für die deutsche Parteienlandschaft. An die Stelle individueller Käuflichkeit tritt die Käuflichkeit ganzer Parteien, deren Interesse nicht an persönlichem Gewinn, sondern an Machtanhäufung besteht. Mittels dieser Macht kann dann der Steuerzahler dazu gezwungen werden, den Parteifunktionären ein Auskommen zu garantieren, während für die Käufer der Partei Politik gemacht wird… Ein perfides System, das es mir zumindest nicht erlaubt, den Funktionären selbst einen Vorwurf zu machen, sondern mich zwingt, die Parteiendemokratie, in der Form, in der wir sie momentan sehen, selbst als das eigentliche Problem anzusehen.
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Nun bestätigt sich auch hier wieder einmal die Skala für die “Bewertung” der “Machthaber”:
- Schwätzer
- Blender
- Heuchler
- Lügner
- Betrüger
- Gierig
- Machtgeil
- Korrupt
Oder sollte es doch noch den EINEN Gerechten geben? Er ist leider nur schwer zu finden und dann kaum wahlbar.
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