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Drei Links, zwei Rechts: Der Wahl-o-mat in Baden-Württemberg

Von 28. Februar 2011 um 16:50 Uhr

Nachdem der Wahl-o-mat kürzlich für Hamburg mit Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Parteien noch ein recht buntes (bis übersichtliches) Bild produziert hat, ist in Baden-Württemberg die politische Welt noch in Ordnung – fein und säuberlich. “Drei links, zwei rechts”, so könnte man das Ergebnis zusammenfassen.

Will heißen: 38 Thesen wurden den Parteien in Baden-Württemberg vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten. Untersucht man die Antworten der Parteien auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin (*), ergibt sich ein übersichtliches, an politischen Lagern orientiertes Bild: Die Übereinstimmung zwischen Grünen und SPD ist mit 82 Prozent am höchsten, gefolgt von SPD und Linkspartei (75%), Grünen und Linken (72%) sowie CDU und FDP/DVP (70%). Die guten, alten Lager – sortiert auf einer einfachen Links-Rechts-Skala – zeigen sich. Danach dagegen tut sich eine deutlich sichtbare Lücke auf – im Mittelfeld tummeln sich die Paarungen SPD/FDP, CDU/SPD sowie Grüne/FDP. Dann folgt wieder eine Lücke und es beginnt der Bereich, in dem die Unterschiede gegenüber den Gemeinsamkeiten dominieren. Das gilt also auch für CDU und Grüne, denen ja immer wieder wechselseitige Avancen unterstellt werden.

Bemerkenswert ist dabei, dass sich dieses Muster über viele Politikbereiche hinweg zeigt – Wirtschaft, Soziales, Bildung, überall ähnliche Muster. Auch dies stützt die Interpretation im Lichte einer einzigen Links-Rechts-Skala. Zumindest aus dieser (Koalitions-)Warte betrachtet sind also nach dem 27. März kaum Überraschungen zu erwarten.

(*) Der Index berechnet sich wie folgt: Für jedes Paar von Parteien wird über alle 38 Thesen hinweg gezählt, wie oft die Parteien übereinstimmen. Jede Übereinstimmung gibt einen Punkt, jede Kombination von “stimme zu” oder “stimme nicht zu” mit “neutral” einen halben Punkt. Addiert man diese Punkte zusammen und teilt die Summe durch 38 (die Zahl der Thesen), erhält man den Index. Die Annahme ist dabei natürlich, dass alle Thesen gleich wichtig sind.

Kategorien: Baden-Württemberg
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Als alter CDU Wähler,werde ich diesmal die FDP wählen. Das CDU Volksvertrertter weiterhin hinter einem Politiker wie Guttenberg stehen,obwohl etliche auch mit einem Doktortitel glänzen,muss man sich fragen sind Die auch nicht glaubwürdig ? Solange diese Herren kundtun sich weiterhin hinter Guttenberg zu stellen werde ich als Stuttgart 21 Befürworter obig genannte Partei wählen. E:B:

    • 28. Februar 2011 um 18:42 Uhr
    • Edgar Brenzke
  2. 2.

    “Als alter CDU-Wähler” würde ich erstmal in mich gehen und darüber meditieren, wie ich jahrelang eine Partei wählen konnte, die von ihrer Gründung bis heute ein auffällig hohes Maß an Missachtung der Demokratie, der christlich geprägten Moral und des Rechtsstaates aufweist ;-)

    Sodann, innerlich geläutert, würde ich sehr intensiv darüber nachdenken, ob ausgerechnet die Partei, die seit einem gewissen Zeitpunkt den Begriff “Liberal” auf den die Wirtschaft betreffenden Aspekt(hier insb. ab gehobener Mittelstand und sehr gut verdienende Freiberufle, etwa Ärzte, aber vor allem Juristen) beschränkt hat UND seit etwa dieser Phase die CDU eifrig in Schlechtem wie in Schlechterem begleitet hat..
    ob diese Partei tatsächlich ein guter Ersatz ist.

    Die Antwort ist leider sehr bedrückend..sagt ein zutiefst entäuschter konservativ/liberaler Mensch, der konservativ so auffasst: Ehre, Moral und Anstand, das Gute bewahren und dem besseren aufgeschlossen sein.

    • 28. Februar 2011 um 20:34 Uhr
    • dave
  3. Kommentar zum Thema

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