Das Politik-Blog

Die vergessene Linkspartei

Von 24. April 2012 um 17:32 Uhr

Von unserem Autor in NRW, Lenz Jacobsen:

„Klartext! Kein Gelaber! Ihre Fragen an die Politiker!“ rief der Sprecher, und dann kam Christian Lindner ins Bild, Spitzenkandidat der FDP für die Wahl in Nordrhein-Westfalen. Er war der Erste, der sich am gestrigen Montag im Regionalprogramm von RTL in der Reihe „10 Minuten Klartext“ den Fragen der Zuschauer stellen musste.

Oder besser gesagt: durfte. Denn genau solche Plattformen braucht Lindner im Wahlkampf, um Wähler für sich zu gewinnen. Im Laufe der Woche dürfen noch die Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Grünen und auch den Piraten auf Sendung. Fünf werktägliche Sendungen, fünf Parteien: Das RTL-Programmschema und die politische Landschaft in NRW scheinen wunderbar zueinander zu passen.

Wäre da nicht noch eine Partei: Die Linke. Denn auch sie kämpft um Sitze im Düsseldorfer Parlament, doch ihre Spitzenkandidatin Katharina Schwabedissen darf nicht zu RTL. „Ach, wir haben uns daran ja schon fast gewöhnt“, sagt Angela Bankert aus der Pressestelle der Partei. Immer wieder wird die Linke bei solchen Parteien-Runden ignoriert, vergessen, ausgeschlossen.

So hat im „Hyperland“-Blog des ZDF kürzlich der Düsseldorfer Blogger Thomas Knüwer die Onlineaktivitäten der West-Parteien verglichen. Die Linken waren nicht dabei. Warum, will der Autor nicht öffentlich erklären.

Erstaunlich oft fallen die Linken durch die intransparenten Raster, die sich Redaktionen für ihre Berichterstattung ausdenken. So vergleicht die Rheinische Post in ihrer heutigen Ausgabe die Positionen der Parteien zur Finanzpolitik. Neben SPD, CDU und Grünen kommt auch die FDP zu Wort, die Linken aber nicht – obwohl beide Parteien bisher im Landtag vertreten waren, und beide um den Wiedereinzug kämpfen müssen.

„Manchmal gehen wir dem nach und beschweren uns“, sagt Linken-Sprecherin Bankert, „aber oft lassen wir es auch gut sein, denn sonst würden wir hier zu nichts anderem mehr kommen.“

Nun, im RTL-Fall, haben sie aber doch eine Pressemitteilung herausgegeben. Der Sender verstoße gegen „journalistische Spielregeln“, heißt es darin. RTL erlaube sich hier in einem wichtigen Format eine „Vorauswahl in der politischen Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger“, die völlig inakzeptabel sei.

Warum sie gerade die Linken nicht eingeladen haben, will der Sender auch auf Nachfrage von ZEIT ONLINE nicht erklären: „Die Auswahl der in den fünf Folgen dieser Wochenserie vertretenen Parteien erfolgt durch die Redaktion“, erklärt ein Sprecher nur.

Vielleicht hat die Redaktion des Privatsenders also gar nichts gegen die Linken, vielleicht findet sie sie einfach nur langweiliger als die anderen Parteien.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Was könnte denn noch langweiliger sein, als der NRW-im-Herzen-Wahlkampf der etablierten Parteien, der nur darüber hinwegtäuschen soll, dass ihnen außer weiterer Kürzungen sehr bald wohl nichts mehr einfallen wird? Und was tut die mutmaßliche Meinung der RTL-Redaktion überhaupt zur Sache? Journalisten müssen über ALLE Möglichkeiten der Wählerinnen und Wähler am 13. Mai berichten – das ist ihre Aufgabe. Und sollte ihnen das zu langweilig sein, dann bliebe ihnen noch, die etablierten Parteien mit den Forderungen der LINKEN zu konfrontieren, z. B. warum sie trotz der desolaten Haushaltslage keine grundlegenden Verbesserungen der Einnahmeseite auf Bundesebene gefordert haben. Dann wäre doch gleich ein bisschen Leben in der Bude!

    • 24. April 2012 um 18:44 Uhr
    • Paul Schrader
  2. 2.

    So ist es, und auf keinen Fall überhaupt anders;

    bitte dies als Statement meiner überbordenden Langeweile
    an diesem Thema aufzufassen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Felix Baur

    • 24. April 2012 um 19:17 Uhr
    • Felix Baur
  3. 3.

    Der Sender verstoße gegen „journalistische Spielregeln“, heißt es darin. RTL erlaube sich hier in einem wichtigen Format eine „Vorauswahl in der politischen Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger“, die völlig inakzeptabel sei.

    Welche „journalistischen Spielregeln“? Seit wann nimmt die deutsche Presse unvoreingenommen an der „politischen Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger“ teil?

    Die Linke wird seit jeher von den Medien wahlweise ignoriert oder angeriffen. Das ist auch nicht erst seit der Parteigründung der Linken so, sondern geschieht so schon seit Jahrzehnten.

    Dieser Artikel benennt tatsachen, die wir schon alle kennen und hassen gelernt haben.

    Vielleicht hat die Redaktion des Privatsenders also gar nichts gegen die Linken

    Nein, eher nicht.

    Wie wärs mal mit einem Artikel über die von den Linken geforderte „Demokratisierung“ der Medien. Oder über die Eigentumsverhältnisse deutscher Medienkonzerne.

    Dann wäre der Leser wirklich schlauer.

  4. 4.

    Eine echte Opposition darf gar nicht erst beachtet werden, das ist die Grundregel einer jeden Diktatur und diese versucht sich in jedem System grundsätzlich durchzusetzen, egal wie gut es anfangs gemeint ist.

    Und wenn man es zulässt, schafft sie das auch, denn Korruption, der Anfang einer jeden Form von Diktatur, ist einfach und verführerisch.

  5. 5.

    Ganz schön link von RTL, die Linke nicht einzuladen aber RTL braucht keine pragmatischen Politiker in ihrer Show, Politik soll den RTL Zuschauer unterhalten und keine Lösungen für unsere Probleme anbieten.

    Wie sie es schon gesagt haben:
    „Vielleicht hat die Redaktion des Privatsenders also gar nichts gegen die Linken, vielleicht findet sie sie einfach nur langweiliger als die anderen Parteien.“

    Der Name der Sendung erinnert irgendwie an die Sendung mit der Maus, in gekürzter Fassung und über Komplexe politische Themen.

    „10 Minuten Klartext“

    Na dann Prost!

  6. 6.

    Ich zweifele an, dass jenes „Lokalfenster“ von RTL überhaupt so einen regen Zulauf hat, als dass es wichtig ist dort aufzutreten. Sauberer Journalismus ist von dem Sender eh nicht zu erwarten. Es ist wie die B***zeitung auf der Matschscheibe. Viele schauen sie an, aber keiner mag sie.

    Die Linke sollte es als Auszeichnung ansehen, nicht vor der Karre dieses Senders gespannt zu werden. Vielleicht sollte sie nächstes Mal von vornherein öffentlich kundt tun, dass sie für diesen Sender in Zukunft nicht zur Verfügung steht. Einfach mal etwas Courage zeigen. Zeigen, dass man Mum hat und nicht jedes Medium zur Meinungsverbreitung braucht. Dann schon eher direkte Demokratie durch mehr Bürgernähe übers Internet wagen.

  7. 7.

    Vielleicht sollten die Linken mal ein wenig resoluter auftreten und die wahrlich vorhandenen Mängel in der NRW-Politik deutlich, markanter ansprechen, um nicht zu sagen provozieren!!! Ich weiß zwar nicht wer bei den Linken für die Pressearbeit zuständig ist, nur viel bewegt hat er/sie bisher bestimmt nicht. Die relevante Presse in NRW, RP, WAZ, um nur die wichtigsten zu nennen, sind so was von Schwarz, das es schon weh tut. Da werden ganzseitige Interview mit Herrn Röttgen geschaltet. Von den anderen Parteien, wenns hoch kommt ein Zweizeiler. Hier muß angegiffen, aufgegriffen werden. Linke, rann an den Speck und keine Angst!!!

  8. 8.

    Das Problem bei Pressearbeit dürfte sein, dass sie in der Regel zutiefst unehrlich verläuft. Wenn man auf Klartext und Aufklärung setzt, muss man einen Großteil der Medienlandschaft fast schon allein deswegen meiden, weil selbst Fakten einfach aus dem Kontext gerissen oder umgedeutet werden.

    Bei Phönix darf irgend ein dahergelaufener Journalist mal eben so 10 Minuten lang erklären, dass Hollande das Ende Europas einläutet, ohne dafür einen einzigen Grund abseits der Bezeichnung Hollands als Sozialist zu nennen.

    Und das auf Phoenix, nicht auf RTL. Eine Gegendarstellung oder auch nur Kommentierung dieser Hetz-Propaganda gegen den womöglich zukünftigen Präsidenten von Frankreich gab es nicht.

    Das sind unsere Medien.

  9. 9.

    Fünf Tage, fünf Parteien. Finde ich aber auch nicht ok, dass die Linke nicht eingeladen wird. Auch wenn ich die Positionen dieser Partei nicht für fünf Cent sympathisch finde. Die Linke ist weder eine rihcitge Regierungspartei noch eine richtige Oppositionspartei. Sogar die Nazis von der NPD machen mehr Basisarbeit.

    • 24. April 2012 um 19:37 Uhr
    • Thomas
  10. 10.

    Welche Lösungen denn? Wenn ich mich an die Regentschaft der Linken in Berlin erinnere, kann man nicht davon sprechen, dass sie „unsere Probleme gelöst“ haben. Zweitgrößte Pro-Kopf-Verschuldung aller Länder in Deutschland.In Zeiten europäischer Überverschuldung ist ein bedingungsloses Grundgehalt beispielsweise auch keine Lösung…

    Zum Thema: Das Problem der Linken ist, dass mit der Piratenpartei eine neue linke Partei (mit Internetliberalität getarnt) entstanden ist, die mächtig Protestwähler abschöpft.

    • 24. April 2012 um 19:40 Uhr
    • Smonti
  11. 11.

    Was sie als Basisarbeit bei den Nazis bezeichnen, ist Meinungsmanipulation an Jugendlichen, um sie davon zu überzeugen, dass Ausländer und Andersgläubige Schuld an der Lage des Landes sind.

    Ansonsten frage ich mich, ob Sie bei der Linken sind. Ich kenne ein paar Politiker aus der Basis durch Zufall und die finden die Basisarbeit okay und wundern sich hauptsächlich nur, wie die Medien immer auf solche Meldungen der Zerstrittenheit kommen bei jeder Diskussion.

  12. 12.

    @3
    Volle Zustimmung aber zeigt uns ja die Zeit, dass eben dieses Problem erkannt zu haben :-)
    Die Linke sieht das viel zu gelassen, ist wohl die Gewohnheit eingetreten, wie am Schreibstil dieses Artikels zu urteilen.
    Wird mal Zeit die Linke zu stärken, immerhin sind sie unsere einzige Opposition und auch die einzigen die wirklich pragmatische Vorschläge gegen den Finanzsektor bieten.
    Also liebe Zeit Redaktion, ein bisschen mehr Empörung ist angesagt, gleiche Chancen für alle oder wo es so schön irgendwo mal stand:

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar“

  13. 13.

    Zu Smonti

    Die Berlinpolitik ist hauptsächlich der SPD anzurechnen verständlicherweise, da ein kleiner Koalitionspartner einen entsprechend kleineren Einfluss hat. Die Hauptproblematik Berlins stammt zudem aus CDU Zeiten.

    Wenn Sie aus diesen gründen die Linke nicht mögen, müssen Sie der Logik halber CDU und SPD geradezu hasse.

  14. 14.

    Ich hab es mir angetan, ja mir wurden 10 Minuten meines Lebens gestohlen! 10 Minuten, 20 Fragen. Was war passiert? Die letzten beiden Fragen haben die Moderatoren gestellt, „Warum haben sie einen 3-Tage-Bart?“ und „Hat die FDP Politik einen Bambi verdient?“

    Dann waren 10 Minuten Klartext auch vorbei. Warum wird so eine Show nie in Frage gestellt?

  15. 15.

    RTL hat nur Geld im Kopf und der ganze Journalismus ist der Maßen wer-
    begesteuert,das sie gar kein objektives politisches Bild abliefern
    können.RTL lebt von der Werbung der grossen Konzerne,die mit der Lin-
    ken nichts am Hut haben.
    Nebenbei bemerkt,“RTL macht Jagd auf Versicherungsbetrüger und warum
    keine Jagd auf undurchsichtige,betrügerische Versicherungen“?
    Die Allianz könnte dann ja keine Werbung mehr machen.RTL ist ein
    Ar…kriecher-Sender für alle die dort Werbegelder zahlen.
    N-tv gehört auch dazu und dieser Börsenzockersender,kann auch
    nicht kritisch über Banken und dessen riskanten Geschäftsmodelle
    berichten wegen der Banken,Fond,Hedgefond,Hebelzertifikate und
    noch mehr Bla-Bla Werbung.Marktradikale Sender lehnen linke oder soziale Politik ab.

  16. 16.

    Ihr Beitrag zeigt, das sie wenig Kenntnisse über die Verhältnisse von Berlin besitzen! Diese Zweitgrößte ProKopf-Verschuldung ist nicht das Ergebnis Linker Politik! Diese hohe verschuldung ist das Ergebnis verfehlter Finanzpolitik der CDU, ich wiederhole der C D U!!! Die Linke hat mit der SPD diese Verschuldung gestoppt!
    Und die Vorgänge in RTL / NRW ist typisch! Die Linke zeigt eindeutig Lösungsmöglichkeiten aus der Misere auf! Aber ihre Vorschläge werden immer defamiert, um sie später als Ziele der anderen Parteien wiederzufinden!Beispiele: Mindestlohn,Zeitarbeit, Renten! Steuern für Großverdiener, Börsenumsatzsteuer usw. Alles ErtsForderungen der Linken! Dann von den anderen Parteien übernommen.

    • 24. April 2012 um 20:47 Uhr
    • Kicker1
  17. 17.

    kritische Sendungen im TV gab es mal, die wurden dann immer nach spaet geschoben und heute sind sie weg. Ist mit der Press auch so, alle sind bald Muttis Pressesprecher. ARTE gucken da ist noch was, die muessen weder Quote noch Auflage machen oder der Werbung genuegen, Noch !!

  18. 18.

    Was ist denn an deren Positionen so unnsympatisch?

    • 24. April 2012 um 21:20 Uhr
    • THCIL
  19. 19.

    Die Linkspartei ist die umbenannte PDS, die wiederum die umbenannte SED war. Und seit 1956 ist eine Kommunistische Partei in Deutschland halt verboten!

    • 24. April 2012 um 21:39 Uhr
    • Bundesverfassungsgerichtwatcher
  20. 20.

    RTL ist ein Privatsender, der sich durch Werbeeinnahmen finanziert. In diesem Fall kann die Redaktion einladen wen sie will und weglassen, wen sie nicht will. Sie hat das Hausrecht. Genauso, wie ein Discobetreiber auch nicht alle reinlassen muss.

    Ganz anders sieht es da bei den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten aus, denn an die Rundfunkgebühren ist ein verfassungsmäßiger Auftrag geknüpft, den Bürger möglichst objektiv und umfassend zu informieren und bei der freien politischen Meinungsbildung mitzuwirken.

    MfG
    AoM

  21. 21.

    Bezeichnend ist auch, dass es für die Darstellung dieses Thema eines Leserartikels bedarf…
    Ansonsten berichtet man ja uch auf dieser Seite lieber über Herrn Lindner, den neuen und alten Heilsbringer der FDP.

  22. 22.

    Ich bin sonst kein Actionfilmfan aber dieser Film“Running Man“ mit
    Arnie erinnert mich an das private TV was jetzt noch in der Blüte
    ist.Aussage aus dem Film,“Wir sind das Fernsehen und bestimmen was
    die Menschen essen und trinken sollen und vor allen Dingen wollen sie
    Gewalt und sollen nicht streiken sondern vorm TV sitzen“!
    Mit was für ein Dreck versuchen die privaten heutzutage neben den
    Sendeunterbrechung(manche meinen Werbeunterbrechung) Geld zu verdie-
    nen.Das neuste was ich so mitbekomme es soll sogar Geister geben.Je-
    denfalls bei den Privaten.Geister gibt es nicht und mit dieser Aussage
    kann man kein Geld verdienen.Mag sein das ich etwas ausgeholt habe
    aber solche Sender sollten sich aus der Politik raushalten die von
    Werbegelder, Gewalt und Spinnerei leben leben.
    Vielleicht gibt es eine linke Politikerin die ein grosse Oberweite
    hat,dann darf sie eventuell über ihre Oberweite intervievt werden.

  23. 23.

    Oh nein, ein Blogger erwähnt die Linke nicht. Eventuell ist in dem einen oder anderen Tagebuch der HSV untererwähnt. Ich hoffe, die ZEIT bietet auch dieser Frage eine Plattform.

  24. 24.

    Endlich eine neue Einsicht in die Medienmaschine Deutschlands. Parteien/ politische Interessenvertreter kommen also nur dann zu Wort, wenn sie INTERESSANT wirken. Eine steile These.

    Ich frage mich nach dieser intellektuellen Sternstunde, was an der INSM, an der Bertelsmann-Stiftung, am Bund der Steuerzahler o.Ä. so interessant sein soll. Scheinbar sind in Bezug auf das „Interesse“-Kriterium einige eben doch gleicher als Andere.

    Nun gut, so kurz vor der Wahl noch ein paar Krokodilstränen vergießen, dann kann man dieses Intermezzo abhaken. Man wiegt sich in elitären Kreisen in Sicherheit, wenn es keine sozialdemokratische Partei mehr gäbe, wären die Probleme dieser Gesellschaft gelöst. Und natürlich fehlt dann endlich der Störfaktor, der HartzIV ehrlich benennt oder auch schon mal Demokratisierung der Gesellschaftsverhältnisse fordert, seien es die „Wirtschaft“, der ESM oder komische, europäische Selbstermächtigungspakte.

    Eigentlich hat der Autor schon recht: die Linke ist nicht von Interesse. Vielmehr steht sie den Interessen, die auch von RTL vertreten werden, zuwider. Dann lieber FDP-Lindner.

  25. 25.

    Irrtum, AoM (#20), es gibt einen Rundfunkstaatsvertrag und es gibt Landesmediengesetze, nach denen auch im privaten Rundfunk „die bedeutsamen politischen [..] Kräfte und Gruppen angemessen zu Wort kommen“ müssen. Aufgrund solcher Bestimmungen vergeben die Länder Lizenzen. Und hier geht es darum, dass sich auch RTL daran halten muss.

    • 24. April 2012 um 23:41 Uhr
    • Paul Schrader
  26. 26.

    Bei aller Sympathie für die Piraten, aber sie sind derzeit noch nicht im Landtag von NRW vertreten, vor ihnen müsste die im Landtag vertretene Linke den Vorzug bekommen, genauso wie die FDP,
    Diese Form privater Wahlmanipulation ist leider zlässig, RTL ist nicht öffentlich-rechtlich.
    Immerhin bekommt die Linke nun endlich einmal die Aufmerksamkeit, die die in vergleichbarer Situation befindliche FDP schon hat. Auch die Zeit ist da ja nicht ganz neutral in den Berichtsanteilen.

    Als „parlamentarischer Anwalt“ der Geringverdiener und sonstigen Prekären erfüllt die Linke eine wichtige Aufgabe, letztlich ist es ihr zu verdanken, dass keine Front Nacional, keine Lega Nord, keine Liste Pim Fortyun, kein Flamse Belang und keine Schwedendemokraten im Bundestag sitzen. Daher wäre ihr Wiedereinzug in den Landtag des bevölkerungsreichsten Bundeslandes wünschenswert. Die Piraten sähe ich dort freilich ebenfalls gerne.

  27. 27.

    …und gewählt wird sie trotzdem. Weil die Linke trotz aller Mißachtung bzw. Häme in der Presse die einzige Alternative zu unserem Kapital(extrem)ismus ist.

  28. 28.

    Zu ihrer Information: Die enorme Verschuldung Berlins ist weitestgehend unter der Vorgängerregierung entstanden. Einfach mal ein wenig zum Berliner Bankenskandal und den damit verbundenen Verlustgarantien lesen… Ich kenne Berliner die spucken Eberhard Diepgen (CDU) dafür immer noch vor die Füße.

    Die Berliner Linkspartei stand übrigens für ihren rigiden, soliden Sparkurs in der Hauptstadt jahzehntelang im eigenen und linken Lager ständig unter Feuer. Aber es behauptet sich ja gerne, dass die Linke bloß Schulden verursacht…

    • 25. April 2012 um 02:26 Uhr
    • Ratio
  29. 29.

    Bravo RTL! Würde mir das von allen Medien wünschen, dass man extremistischen und verfassungsfeindlichen Parteien keine Plattform liefert. Der Linkspartei-Hype, der imho nur von den Medien entfacht worden ist, der ist zum Glück vorbei.
    Dass irgendwelche Linksblogger natürlich darüber meckern ist doch klar.

    • 25. April 2012 um 03:41 Uhr
    • Dagobert Drücker
  30. 30.

    @Dagobert Drücker:
    Soso, den Extremisten keine Plattform. Schön und gut, aber die verfassungsfeindlichen Marktfundamentalisten von der FDP bekommen doch auch eine?

    • 25. April 2012 um 09:24 Uhr
    • Kaboom
  31. 31.

    Das ist doch ein Skandal, bei dem einem der Kamm schwillt! Kann das denn Zufall sein, wenn eine in einem Parlament vertretene Partei von den Medien in einem Land anscheinend einhellig boykottiert wird? Wer steckt dahinter?

    Da könnte man ja einen spannenden Hollywood-Thriller draus machen.

    Insofern wundert mich der laue Schlusssatz des Autors dieses Artikels; auf solche eine verdächtige Geschichte müsste man sich doch als investigativer Journalist geradezu draufstürzen und sie nicht lauwarm abtun; steckt der Autor etwa am Ende ebenso mit den Verschwörern unter einer Decke? möxhte man da als Leser nur halb im Scherze fragen.

    Mikael Blomkvist, übernehmen Sie!

    • 25. April 2012 um 10:12 Uhr
    • Christian Jäger
  32. 32.

    #5 – wenn das dann Klartext seinh soll, würde ich meinen, dass dies Sendungen für die Katz‘ sind. Dem Anspruch des Senders eben angemessen.

  33. 33.

    Warum diese Aufregeung?
    Jede Gesellschaft hat die Medien die sie verdient.
    Also, weiter so Deutschland.

    • 25. April 2012 um 18:01 Uhr
    • Artemis
  34. 34.

    Warum diese Aufregung?
    Jede Gesellschaft hat die Medien, die sie verdient.

    Also, weiter so Deutschland.

    • 25. April 2012 um 18:03 Uhr
    • Artemis
  35. 35.

    @25

    Wer entscheidet, was „angemessen“ ist?
    Die Landesmediengesetze sind in ihrer Wortwahl relativ, dass private Rundfunkanstalten schalten und walten können, wie sie wollen. Selbst offenkundigen Verstößen gegen das Grundgesetz folgen meist nur folgenlose Rügen.

    MfG
    AoM

  36. 36.

    Demokratisches Selbstvertändniss, wichtige Plattform in Sachen politische Meinungsbildung, 4. unabhängige Gewalt im Staate? Für die deutsche Medienlandschaft Fremdworte. Höchst problematisch, wenn sich der politische Gegner und der Berichterstatter nicht mehr unterscheiden. Gab es alles schon mal.

    • 26. April 2012 um 10:00 Uhr
    • Ernst Goldbeck
  37. 37.

    Was hättet Ihr Anderes von RTL erwartet – RTL g e h ö r t den Rechten, nur bei der Werbung wollen sie was vom Volk – aber nur von denen, die so dumm sind, und drauf reinfallen

    • 26. April 2012 um 12:41 Uhr
    • Madlung
  38. 38.

    was hättet Ihr denn von RTL erwartet: dass sie den Gegenern ihrer Struktur zu Wort kommen lässt?
    RTL gehört dem Grosskapital und so soll es wohl auch bleiben. Die brauchen das Volk nur für die Werbung – aber das zuvor durch das Dschungelcamp verdummte Volk

    • 26. April 2012 um 12:44 Uhr
    • Madlung
  39. 39.

    Pressefreiheit in Deutschland ist die Freiheit der Familie Mohn (Bertelsmann) ihre Meinung zu verbreiten,

    • 26. April 2012 um 14:58 Uhr
    • Karsten Bellin
  40. 40.

    Der Hinweis auf die Ausgrenzung der LINKEN ist überfällig – allerdings sitzt die ZEIT im Glashaus. Da lese ich zu meinem Erstaunen einen Hinweis auf das Thema „Keine Angst vor den Piraten“ – nachzulesen in der Mailingaktion der ZEIT. Ja dankeschön – und WO bleibt mal ein WIRKLICH FUNDIERTER Beitrag über die Ziele der LINKEN? Außer dem üblichen Schmus von der „SED-Nachfolgepartei“ – was im übrigen total falsch ist, denn ohne die WASG gäbe es die LINKE gar nicht – gibts doch gar nichts zu lesen …

    • 26. April 2012 um 18:17 Uhr
    • Almuth Wessel
  41. 41.

    @Sagittarius

    Puh, danke dass es Menschen gibt, die so denken wie Sie.

    Ernsthaft ! Die Linke ist eine demokratisch gewählte Partei, also was soll der Blödsinn ?

    Naja RTL halt… Bei den öffentlich rechtlichen fände ich es schlimmer…
    So untermauert es nur meine Meinung… Hoffe der deutsche Michel merkts..

    • 26. April 2012 um 21:10 Uhr
    • Dave
  42. 42.

    In einem demokratischen Staat müssen grundsätzlich alle Parteien in solchen Sendeformaten Berücksichtigung finden, die einen nicht ganz unerheblichen Teil der Wählerstimmen auf sich vereinen können.
    Hier geht es nicht nur um eine Partei, sondern vor allem darum, dass diese Partei von nicht wenigen Menschen in Deutschland gewählt wird. Diese Partei auszugrenzen bedeutet die dahinterstehende Bevölkerungsgruppe auszuschließen und sie nicht ernst zu nehmen. Ein solches Vorgehen von RTL ist inakzeptabel und müsste seitens der Landesmedienanstalt NRW gerügt werden.

    Mit dem Ausschluss der Partei Die Linke lässt RTL West jegliche parteipolitische Neutralität vermissen. Aber was will man von diesem Sender auch anderes erwarten. 😉

    • 27. April 2012 um 00:26 Uhr
    • Anonymus
  43. 43.

    Die Eigentümer der Meinung in diesem Land, also Burda, Bauer,Bertelsmann, Springer,Neven-Dumont-Schauberg haben alle ein eher
    konservatives und Unternehmer-Freundliches Weltbild. Auf sozialem und
    ökologischem Gebiet geht ihnen die Sensibilität eher ab. Warum also sollte die „Linke“ für sie berichtenswert sein? Die FDP dagegen teilt
    ihr Weltbild und setzt es um; Reform des Umsatzsteuergesetzes zu Gunsten von Hoteliers. Wie kann man von diesen Meinungsherrschern eine faire Berichterstattung verlangen? Ein gewisser Dr. Karl Marx schrieb einmal vor 150 Jahren in der „Deutschen Ideologie“ „Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden“. Daran hat sich nichts geändert.

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