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Blogstöckchen: Grumpy Merkel und der brennende Euro

 

Ein Blog-Stöckchen fliegt durch die deutschen Redaktionen. Es geht um die Bundestagswahl. Sechs Fragen, schnell zu beantworten – und dann zu Kollegen weiter werfen. Vor uns war es unter anderem bei der Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche.de und beim Deutschlandfunk. Und beworfen haben uns unsere Verlagsbrüder und Straßen-Nachbarn vom Tagesspiegel. Danke auch. Man hat in so einer Vorwahl-Woche ja sonst nix zu tun.

Wir haben uns trotzdem die Zeit genommen – hier unsere Antworten.

Bester Beitrag

Wie verhalten sich die Anhänger der AfD im Internet? Ziemlich rüde, müssen wir leider konstatieren. Selten haben wir – in dieser Häufung – so feindselige Leserbriefe bekommen wie von den Euro-Kritikern. Betrachtet man das folgende tumblr, ahnt man, welche Rhetorik gemeint ist. Zu sehen sind Screenshots der hanebüchensten Facebook-Updates bekennender AfD-Sympathisanten: „AfD-Wähler stellen sich vor.“

http://afdwaehlerstellensichvor.tumblr.com/

 

Schön ist auch das Tumblr-Blog von @miinaaa: Fragen zu Wahlkampf, die mit animierten GIFs kombiniert werden. Beispiel: Wie reagiert Steinbrück auf freche Fragen? Die Antworten von Walter White, Homer Simpson und Meryl Streep hier:

http://regierungsgifs.tumblr.com/

 

Liebstes btw13-Video

Witzig und ziemlich erfolgreich ist dieses Wahl-Video der guten, alten IG Metall.

Ähnliche Motivation, nicht ganz so lustig, aber auch gut gemeint, dieser Wahlaufruf für junge Leute:

Noch was? Unsere anglophilen Kollegen schwören auf diesen kurzen Guide der BBC zur Bundestagswahl http://t.co/2J7JZejWvH

Partei mit der besten Social-Media-Kampagne

Eine richtig begeisternde So-Me-Kampagne haben wir in diesem Wahlkampf nicht registriert. Es gibt in mehreren Parteien immer wieder einzelne gute Ideen. Unterm Strich: Vielleicht doch die SPD? Trotz aller Häme über das gescheiterte peerblog und andere Missgriffe. Immerhin hatten die Genossen Schwarz-Gelb-Blog und Monty-Python-Video. Smart auch das sozialdemokratische Hashtag #diespdwars, das Unterstützer verwenden, um Attacken gegen die Partei zu ironisieren.

Schönstes Plakat

Crumpy Cat von den Piraten

Und den gemalten Ströbele schaut man sich doch jedes Mal wieder an.

Hässlichstes Plakat

Spontan: FDP, Spitzenkandidat Rainer Brüderle. Die Geste, die Brille – so richtig vorteilhaft kommt er nicht rüber (by the way: auch beim TV-Spot mit dem Frühstücksei dachten wir kurz: ernst gemeint?)

Klar: Alles Rechtsradikale hat uns natürlich nicht gefallen. Und diesen ertrinkenden Euro fanden wir auch abstoßend.

Wem unbedingt folgen?

@grumpymerkel

Wahlprognose

Wir haben redaktionsintern abgestimmt, wie viel Prozent die AfD bekommt. Das Ergebnis: Eine knappe Mehrheit traut der Partei 4 Prozent zu, viele glauben auch an ihren Einzug in den Bundestag, zwei Kollegen sehen sie gar bei 8 Prozent.

Und sonst? Na Angela Merkel, oder? Mit wem: Meinungsbild offen.

Als nächstes dürfen sich die Kollegen von Spiegel Online etwas ausdenken. Da, fangt das Stöckchen!

Von Till Schwarze, Juliane Leopold und Michael Schlieben

6 Kommentare

  1.   Tetsu

    Ein bisschen tendenziös was?

    Das die AfD-Mitglieder am rüdesten reagieren, mag auch damit zusammenhängen dass sie meinem Eindruck nach auch mit am rüdesten angegangen werden und „Klar: Alles Rechtsradikale hat uns natürlich nicht gefallen. Und diesen ertrinkenden Euro fanden wir auch abstoßend“ klingt eher nach einem politischen Statement, als nach einer Einschätzung unter Ästhetischen Gesichtspunkten, welche durch die Kategorie „Hässlichstes Plakat“ suggeriert wird…

    Ich bin kein AfD-Wähler (die liegen nicht ohne Grund bei mir sogar noch hinter grünen und Linken, wenn auch noch vor SPD NPD und Union im Wahlomat), das ändert aber nichts daran, dass sie einiges Ansprechen wozu es zu viel Konzens und zu wenig Diskurs gab und gibt (und wofür sie am stärksten angegriffen werden – nicht wegen ihren konservativen Positionen, sondern wegen Positionen die an sich nicht „links/rechts“ sind und wo man als Linker die Entsprechung im eigenen Lager vermisst, wo jeder meint unreflektiert für Energiewende, Frauenquote und Euro sein zu müssen ohne es jemals ernsthaft in Frage stellen zu dürfen)…
    Auch die Einschätzung scheint mit seiner Einschätzung eher Ideologisch gefärbt, als sauber zu sein – aber das hatten wir ja schon bei „die drei von der Zankstelle“ wo Gysi der einzige war, der angemessen vorbereitet rednerisch Versiert für einen Spitzenkandidaten einer nicht unbedeutenden Partei war, und wo dennoch ein „Unentschieden“ ermittelt wurde, bzw. dem Kandidaten der Linken sogar zum Vorwurf gemacht wurde dort klar besser zu sein als die anderen…

  2.   mengun

    Netter, witziger Beitrag. Wobei der „Wahl Gang Spot“ wohl mit Abstand das langweiligste Video zur Wahl ist. Zum Glück bin ich politisch interessiert, sonst würde mich das Video glatt davon abhalten wählen zu gehen.

  3.   WolfHai

    Mir gefällt der ertrinkende Euro gut.

    Auch ich bin voll gegen rechtsradikal, was aber an dem Plakat „rechtsradikal“ sein soll, erschließt sich mir nicht; dazu braucht man wohl etwas, sagen wir mal, Voreingenommenheit.

    Auch ist die AfD keinesfalls rechtsradikal, auch wenn das hier suggeriert wird. Selbst dann nicht, wenn sich einige Anhänger heftig äußern mögen. Die Grünen oder die FDP sind ja auch nicht pädophil.

  4.   Agorist

    Dass man im Wahlkampf gegen jede Alternativpartei ein paar Rechtsradikale organisieren kann, die im Fressenbuch Nazisprüche abliefern, ist nun wirklich geschenkt.

    Die Piraten haben sich davon beeindrucken lassen und sind inzwischen so links, dass sie für freiheitlich denkende Menschen nicht mehr wählbar sind, die AfD hat sich da nicht so erpressen lassen, mal sehen ob sie es überlebt. Der Rest ist sowieso nicht wählbar.

    Was mir natürlich sowieso egal ist – ich wähle sowieso nicht, weil ich durch Wählen die Spielregeln anerkennen würde. Das tue ich aber nicht, denn ich finde nicht, dass die Mehrheit einfach Gesetze beschließen darf an die sich der Rest dann zu halten hätte, nach Lust und Laune.

  5.   Daniela

    Die Wahlforscher der Uni Mainz und Uni Mannheim suchen noch Teilnehmer für ihre Studie zur Bundestagswahl. Unter http://www.wahlumfrage2013.de kann jeder teilnehmen, der Lust hat. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas. Vielen Dank für Ihren Beitrag zu unserer Forschung!