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Chevrolet: Warum eigentlich Motorsport?

 

ar – Warum beteiligt sich eine Marke wie Chevrolet, die in Europa zu den Einsteigermarken zählt, ausgerechnet am Motorsport? Und dann auch noch gleich an der World Touring Car Championship (WTTC)?

 

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Chevrolet Lacetti imWTTC-Einsatz Foto: Chevrolet

Günther Sommerlad, Geschäftsführer von Chevrolet in Deutschland, weist jeden Verdacht von sich, es könne sich um das Hobby eines Managers der Chevrolet-Mutter General Motors handeln. Er spricht von den Kernwerten der Marke, die durch den Renneinsatz gestärkt werden. Chevrolet sei ein Auto für alle, die Freude am Fahren suchen, aber ein vernünftiges Kosten-/Wert-Verhältnis erwarteten. Und dann wird noch der Hinweis hingeworfen, der alte Louis Chevrolet sei eben ein Freak gewesen. Der Rennsport habe bei dieser größten amerikanischen Marke schließlich Tradition.

Allerdings zählt diese Tradition in Europa wenig. Hier hat GM die koreanische Marke Daewoo zu Chevrolet umetikettiert und sie zunächst mit Kleinwagen und jetzt auch mit Kompakt- und Mittelklassefahrzeugen in den Markt geschickt. Sie soll Opel in Zentraleuropa „von unten absichern“ und Osteuropa erobern. Das funktioniert auch, denn  in Deutschland ist das Wachstum zweistellig. Und mit fast 400 Händlern ist Sommerlad nur noch wenige Dutzend Händler von seinem Ziel des flächendeckenden Angebots von Chevrolet in Deutschland entfernt.

Warum also Rennsport? In Oschersleben beantwortet sich die Frage quasi von selbst. Es geht nicht nur um die Markenbekanntheit. Es geht auch darum, die Gruppe der ehemaligen Daewoo-Händler, der reinen Chevrolet-Händler und der Opel-Händler mit Zweit- und Drittmarken zusammenzubringen.

Rund 1000 Händler, Werkstattchefs und deren Familien prägten Oschersleben das Chevrolet-Blau auf. Und immer, wenn die drei Renn-Lacetti vorbeipreschten, wurden die mit Fahnen und Fanfaren aus der Dose lautstark begrüßt, wie Opel-Rennfahrer auf der Nordschleife am Nürburgring in der Fankurve mit dem Spitznamen „Captain Ahab´s Land“.

Sommerlad legt Wert auf die Feststellung, dass der Erfolg am Markt im Wesentlichen bei den Händlern entsteht. Das habe ihn seine lange Erfahrung bei Opel gelehrt. Man glaubt ihm gern, dass er das als Maxime bei Chevrolet gewählt hat. Für ihn stellt sich die Frage nach dem Sinn des Motorsports nicht. Er blickt auf die Menge der Leute in Chevrolet-Blau und ist zufrieden. Die Platzierung der vier Renn-Lacetti spielt keine Rolle.

Am Ende hat der beste Lacetti nach zwei Läufen in Oschersleben den achten Platz belegt. BMW liegt jetzt nach vier von zehn Rennen in der WTCC auf dem ersten Platz, gefolgt von Seat, Chevrolet und Alfa Romeo. 

Von Peter Schwerdtmann

gefunden bei www.auto-reporter.net