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Pfeifen aus dem letzten Loch

 

Herr, es wird Zeit! Erbarme dich! Schicke Sonne! Es ist nicht mehr zu übersehen: Berlin pfeift aus dem allerletzten Loch. Langsam steigt die Influenza-Rate. Wer Kinder hat, wird bestätigen, dass diese seit zwei Wochen ununterbrochen sabbern und schniefen und husten. Doch auch die Erwachsenen knicken langsam ein: Gestern, im gutbesuchen, wirklich hochwertigen, amüsanten und temporeichen Konzert des Christian von der Goltz-Trio im A-Trane, sah ich beim Herumkucken sechs eingeschlafene Erwachsene. Das Verrückte: Einer davon war ich! Auch wenn nach jedem Stück frenetischer, glücklicher Applaus brandete, hielt nur 2/3 des Auditoriums bis zum Schluss durch, der Rest wankte von Gähnkrämpfen geschüttelt von dannen. Die Atmosphäre in U-Bahnen, Bussen und Trambahnen ist langsam als finnisch, wenn nicht belgisch zu bezeichnen. Gelächelt wird fast nicht mehr.

Frühling muss her. Dringend.

4 Kommentare

  1.   Fritz Bolle

    Die Atmosphäre ……. ist langsam als finnisch, wenn nicht belgisch zu bezeichnen….

    seit wann lächeln die Belgier nicht ???

    und wenn dann doch nur die Flamen ????


  2. Fritz, lesen Sie doch bitte zunächst dieses Buch:

    Berg, Wolfgang: Uneigentliches Sprechen. Zur Pragmatik und Semantik von Metapher, Metonymie, Ironie und rhetorischer Frage. Tübingen1978.

  3.   Falk

    Ich habe mich ja mehr darüber gewundert, dass Berliner überhaupt jemals lächeln sollen..? Wenn man das als Indikator nimmt, dann ist in Berlin eigentlich dauernd Grippewelle.

  4.   Fritz Bolle

    nun da ich ab und zu schwerfällig wie belgische Kaltblüter bin, habe ich die Metapher mit dem „Nichtlächeln der Belgier“ nicht verstanden.??????

 

Kommentare sind geschlossen.