‹ Alle Einträge

Streik – jetzt wird’s ungemütlich

 

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat heute Streiks im gesamten Bahnverkehr angekündigt. Beginn ist Donnerstag 2 Uhr, das geplante Ende wird Samstag 2 Uhr sein. Was bedeutet das für Berlin? Die Berliner S-Bahn kündigt an, dass man plant, zumindest jede zweite S-Bahn fahren zu lassen, die BVG wird Zuglänge und -dichte steigern, wo möglich. Auf den Bahnsteigen wird es ungemütlich, in den Zügen wegen Enge vermutlich gemütlicher, als es den meisten Leuten Recht ist. Schön, dass Erkältungs und Noro-Viren-Zeit ist. Meine persönliche Sympathie gegenüber den Streikenden war von kurzer Dauer und weicht einer Verärgerung. Wer sich für den Beruf des Lokführers entscheidet, kennt die Tarife im voraus. Auch wird die Arbeit der Lokführer meines Erachtens zu ungunsten der Fahrdienstleiter überschätzt. Die haben mindestens genau so viel Verantwortung. Und meines Erachtens ist es nicht so, dass die Bahn bisher nicht schon brauchbare Angebote gemacht hätte. Man muss sich wohl auf chaotische Tage einstellen.

7 Kommentare

  1.   Dorf

    Lokfuehrer sind faule Drecksaecke. Sitzen den ganzen Tag in ihrem Fueherhaeusschen und muessen nur ein Paar Knoepfe druecken und Hebel umlegen. Poebeleien von verkommenen Jugendlichen, vor den Zug sprindende Selbstmoerder, und die ansonsten maessigen Arbeitsbedingungen gehoeren halt zum Beruf, das wussten die ja wohl vorher. Eisenbahnromantik hat in einer modernen, effizienten Welt nichts verloren.

    Hartz IV als Gehalt sollte eigentlich reichen, dann koennte die Bahn endlich die Gewinne machen, die ihr zustehen und Mehdorn sich das Gehalt bezahlen, dass er fuer angemessen haelt. Mehr als Hauptschulabschluss und 2 Jahre Ausbildung (warum eigentlich 2 Jahre? Reichen nicht 2 Tage?) rechtfertigen einfach kein gutes Gehalt. Familien sollten Lokfuehrer auch nicht gruenden. Kostet nur Geld und sollte Akademikern, Journalisten und Politikern vorbehalten bleiben (die dafuer noch etwas mehr verdienen sollten).

    Und Mehdorn kann man ja echt keinen Vorwurf machen. Immerhin ist es sein Job, die Wuensche seiner Angestellten zu ignorieren, ihren Einfluss und ihr Gehalt kleinzuhalten, und soweit zu beschaeftigen, dass sie bloss keine Zeit haben, ueber die aktuelle Politik nachzudenken. Dass er sie nicht mehr der Peitsche zur Arbeit treiben darf, ist ein ernstzunehmender Standortnachteil fuer Deutschland!

  2.   stoffel

    Hallo Jochen Reinecke, Volltreffer bei v. Dorf. Er scheint so getroffen, dass ihm ein Argument nicht einfällt.

    Herrn Schell geht es nicht in erster Linie um das Entgelt für die Lokomotivführer. Er will für sich ein Denkmal in Form eines eigenen Tarifvertrag für seine Klientel. Dafür ist ihm jedes Mittel recht und er meint dafür neben einem Mindestmaß an zivilisatorischem Benehmen auch die Ausgewogenheit der Mittel hintan stellen zu können.
    Das wird auf Sicht den Lokführern eher zum Schaden sein, meint: stoffel


  3. Sehe ich auch so. Nun ist Mehdorn sicherlich auch kein Sympathieträger, aber wie Schell gerade abfährt, das ist mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachzuvollziehen für mich.

  4.   UC

    Info für alle Sympathisanten des Lokführestreiks:
    Herr Schell fährt selber keine Bahn.
    Er hat schon mal seinen Ferrari zu Schrott gefahren.
    Er hatte sogar 2!
    (Quelle Stern Nr.45)

  5.   Ludwig

    Hat der Streik heute überhaupt stattgefunden? Ich hatte mit der S- Bahn jedenfalls keine Probleme. Abgesehen davon halte ich die Aktion aber auch für ziemlich fragwürdig, vor allem die Repräsentanten der beiden Fraktionen (es gab letzte Woche ein sehr lustiges „Streiflicht“ dazu in der SZ). Was die Tarife angeht, kenne ich mich nicht aus, ich weiß nur, dass Bahnfahren an sich ziemlich teuer ist, und dass man mit 2500 € Monatsbrutto (oder mehr) sehr gut leben kann, zumal die meisten Lokführer schon vorher gewußt haben dürften, worauf sie sich einlassen. So manch anderer arbeitet mehr und ebenfalls im Schichtdienst, verdient aber nicht einmal die Hälfte. Man bekommt eher den Eindruck, dass die Gewerkschaft den Hals nicht voll kriegen kann, weil die Bahn momentan noch auf sie angewiesen ist. Kann allerdings auch nach hinten losgehen bzw. würde es mich nicht wundern, wenn irgendein Personalchef auf die Idee kommt, die Privilegien der Bahnmitarbeiter in Zukunft etwas einzuschränken. Nach uns die Sintflut.


  6. der Streik beginnt am Donnerstag um 02 Uhr morgens, das ist quasi in dreieinhalb stunden.

  7.   mitleser

    @dorf: Lokführer sind sicherlich keine faulen Säcke. Aber dass ausgerechnet sie auf einer tariflichen Sonderbehandlung bestehen, kann ich mir nur mit dem Phantomschmerz erklären, der dadurch entsteht, dass „Lokführer“ heutzutage kein Kinder-Traumberuf mehr ist, sondern ein ziemlich öder, ziemlich durchschnittlich bezahlter Job. Übrigens: Einen BVG-Bus durch Kreuzberg zu steuern bedeutet zigmal mehr Stress und eine ungleich höhere Verantwortung als auf der Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Köln und Frankfurt einen Hebel festzuhalten und Kaffee zu trinken. Da hätten die Berliner Busfahrer (zu deren Freundeskreis ich mich sonst eher nicht zähle) mindestens ebenso viel Grund, für eine saftige Zulage streiken.

 

Kommentare sind geschlossen.