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Weck den Portugiesen in dir!

 

Hier stelle ich in loser Folge Restaurants vor, die mir gefallen. Ich betone ausdrücklich, dass die genannten Restaurants für diese Rezensionen kein Geld bezahlen und ich auch ansonsten weder privat noch dienstlich mit den Besitzern jener Restaurant verbandelt bin. Ich geh einfach gerne da hin. Punkt.

Sind Sie auf der Suche nach einem Fischrestaurant, wo Sie frischestmöglichen Fisch aromaschonend zubereitet bekommen? Und das auch noch ohne professorales Heititei und befrackte Angestrengtheit? Dann fahren Sie mit dem 148-er Bus ins beschauliche Friedenau und steigen Sie an der Haltestelle „Dickhardstr.“ aus – von hier aus noch ca. 25 Schritte, und Sie fallen direkt in das „Carlos“.

Bestellen Sie sich zunächst ein paar Tapas und als Hauptgang nach einem kurzen Kontrollblick in die Fischvitrine entweder die Dorade Royal oder das Thunfischsteak. Lassen Sie sich den Weißwein des Hauses kredenzen, man befestigt freundlicherweise einen riesigen Flaschenkühler mit gefühlten fünf Litern Inhalt direkt an Ihrem Tisch. Sodann wird frisch gebackenes Weißbrot gereicht, mit einer aufs phantastischste handgeprügelten Aioli. Genießen Sie die Tapas. Schwelgen Sie. Werden Sie langsam betrunken. Und seufzen Sie dann wollüstig, wenn der Fisch aufgetragen wird. Dieser Fisch wird nämlich nur etwas mit Meersalz, Olivenöl und Zitrone eingerieben und dann gegrillt. Dazu gibt es handgeschnitzte Kartoffelspalten und zart-bissfestes Gemüse, z.B. Broccoli oder Karotten, die sacht mit Olivenöl bester Provenienz betropft wurden.

Geben Sie sich zum Nachtisch den Flan caramel und begleiten Sie ihn mit einem Schwenker Gran Duque d’Álba.

Sie werden danach schlafen wie ein Säugling und so glücklich sein, wie lange nicht mehr in Ihrem Leben.

Restaurant Carlos
Dickhardtstr. 27
12161 Berlin
(030) 8522660
tg. 17-1 Uhr

www.carlos-tapas.de

11 Kommentare

  1.   Martin Schulz

    Ach, lieber Herr Reinecke, keine leichte Sache, ihre wunderbar köstlichen Restaurantempfehlungen so um die späte Mittagszeit zu verdauen.
    Wie schade nur, dass Sie so gern (und wie mir scheint) fast ausschliesslich in Schöneberg verkehren. So irrt den der mit einem Arbeitsplatz in Mitte Gestrafte gelegentlich orientierungslos von Reinfall zu Reinfall.
    Also kulinarisch gesehen.


  2. Oh, in Mitte gibt’s auch noch einiges. Ich schreibe am Wochenende über das herrliche badische Restaurant „Maultäschle“!

  3.   Martin Schulz

    Na dann besteht ja doch noch Hoffnung für den gelangweilten Gaumen.
    Der bislang einzige (mir bekannte) Lichtblick rund um den Rosenthaler Platz ist bislang – Und auch das bitte nicht als bezahlte Schleichwerbung verstehen! – das italienische Familien-Restaurant »Papà Pane di Sorrento« in der Ackerstraße, das zur Mittagszeit ganz hervorragende Pasta und sehr ordentliche Pizzen anbietet.
    http://www.papapane.de
    Natürlich längst kein Geheimtipp mehr – aber immer eine gute Empfehlung.

  4.   Herbert

    Weiter so mit den Tests im Friedenauer Kiez! Über einen Bericht/ Testessen im „Rings“ – in Neu-Friedenau/Beckerstraße 12 würde ich mich freuen.

  5.   MJK

    Wo wir gerade über Friedenau sprechen: hätte gern mal Ihre Meinung zum „Mario’s“, Südwestkorso Ecke Offenbacher Straße, gewußt…


  6. Ups, da war ich noch nicht. Herrje, das riecht nach schwerer Arbeit!

  7.   MJK

    Aber ich habe den begründeten Verdacht, daß sich das zu einer lohnenswerten kulinarischen Unternehmung entwickeln könnte.

  8.   Natascha

    Also, wir fanden den Portugiesen eher schlecht bis mäßig. Die tapas mista bestanden aus 4 ziemlich großen Tontöpfen mit — jeweils — langweiligen Hackfleischbällchen, undefinierbaren tintenfischstücken, einem annehmbaren Eintopf und einem weiteren, dessen Inhalt ich (offensichtlich unbeeindruckt) vergessen habe.

    Der Thunfisch war völlig overdone, man hätte auch gleich aus der Dose bestellen können, wenn einem das liegt; mein Fischspieß war in Ordnung, schwamm aber geradezu in Öl…

    Das alles zum Freundschaftspreis von 45 Euro — mein lieber Scholli, da habe ich aber schon 1000x besser und preiswerter gegessen.

    (Abgesehen davon durfte sich mein Mann dann noch den Rest des Abends mit dem Thunfisch, ähm, beschäftigen.

    NIE WIEDER!!!!


  9. Oha.
    Das klingt aber nicht gut. Danke für die Rückmeldung, ich glaube, da ist ein Update-Besuch von mir notwendig!

 

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