Jochen Bittner

jochenbittnerklein.jpg
Jochen Bittner ist der Europa- und Nato-Korrespondent der ZEIT in Brüssel.

Bevor er zur Politikredaktion der ZEIT stieß, studierte er Jura und Philosophie an der Universität Kiel.
Bis 2001 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Lehrstuhl für Staatsrecht und Rechtsphilosophie und promovierte mit einer Arbeit über den Begriff des Rechtssystems. Nebenbei freie Mitarbeit für die Kieler Nachrichten, die FAZ und die Welt.

Während eines Aufenthalts in Belfast verfasste er das Buch Ein unperfekter Frieden – Die IRA auf dem Weg vom Mythos zur Mafia (mit Christian Ludwig Knoll, 2. Auflage 2001).

Bis Oktober 2007 kümmerte er sich in der Hamburger ZEIT-Redaktion vor allem um die Themengebiete Terrorismus, Geheimdienste und Sicherheitspolitik.

Im Sommer 2006 erschien sein Buch Beruf Terrorist.

Jetzt, von Brüssel aus, will er einen alten Kontinent neu entdecken. Ein Europa, das gerade deswegen so unterhaltsam erscheint, weil es seine Rolle in der Welt erst noch finden muss.

23 Kommentare

  1.   Jens Schneider

    Zu Jochen Bittners Artikel in der NYTimes über deutschen Pazifismus.
    Ja, wir Deutschen haben im letzten Jahrhundert nun wirklich sehr schlechte Erfahrungen mit Krieg gemacht. Das begann mit dem 1. Weltkrieg, in dem 17 Millionen Menschen starben – warum eigentlich brach dieser Krieg aus?
    In meinem Schulbuch stand, dass nach dem Attentat von Sarajevo „nach damaligen Ehrbegriffen ein Krieg unvermeidlich gewesen war“ und die Deutschen enorm kriegsbegeistert gewesen wären. Ich weiss noch, dass diese Erklärung mich als Kind schon nicht wirklich überzeugt hat.
    Geschichte wird ja bekanntlich von den Siegern geschrieben, zum Beispiel vom just im Jahr des Kriegseintritts der USA 1917 gegründeten Council of Forreign Relations. Hier wurde mit Geld der Banken des noch jungen FED-Kartells und Rockefellers Standard Oil eine Institution gegründet, die heute in allen wichtigen Medienkonzernen der USA – die ja im wesentlichen auch den Gründern des CFR gehören – ihre Geschichtsschreiber und Meinungsmacher plaziert hat.

    Darum vielleicht weiss heute kaum ein Mensch in Deutschland, was der geplante Bau der Berlin-Bagdad-Eisenbahn damals eventuell mit dem Ausbruch dieses furchtbaren Krieges zu tun gehabt haben könnte, ein Projekt, das dem osmanischen Reich eine Einnahmequelle und Deutschland eine Ölversorgung unabhängig von den angloamerikanischen Konzernen an Pfund und Dollar vorbei erlaubt hätte. Frankreich hatte zuvor die bei Jungtürken populären Annäherungsversuche des osmanischen Reiches brüskiert und die britische Regierung die Auslieferung von zwei bestellten Schlachtschiffen provokativ verhindert: Sie hissten auf den Schiffen kurzerhand den Union Jack. Und kaum waren die Türken, die sich nun eingekreist fühlten, zumal der Zar ihr Erzfeind war, in den Krieg an der Seite der Mittelmächte eingetreten, rückten die Briten in Basra ein, um die irakischen Ölquellen zu besetzen, schon im Oktober 1914. Honi soit qui mal y pense …

    Knapp 90 Jahre später standenn die Briten wieder an den Ölquellen von Basra – und suchten dort vergeblich nach Massenvernichtungswaffen.
    Irgendwie, Herr Bittner, kann ich mir schon gut erklären, warum der Council of Foreign Relations ihren Artikel als „must read“ auf seiner Webseite in den Fokus rückt…

  2.   andrew carnegie

    Hello Dr Bittner,
    As a longtime journalist living in Germany for many years and of a (vague)military background, I read your „Zeit“ analysis on Germany’s pacifist attitude(s) with interest. I agree with your conclusion and the points made in getting there. I wonder,however, whether you ignored/overlooked one point which I regard as interesting in Germany’s decision to be a Switzerland, writ large, and/or avoid responsibilities or at least uncomfortable choices when it comes to international military obligations.
    You are right to point to the simple slogan ‚Nie wieder Krieg‘ as a catch-all sentiment to broad attitudes. . But what, apart from WW1 and WW2 experiences, has allowed Germans to wrap themselves fully in this comfortable cloak? To my mind it is not just the realisation to which you referred that if ever ‚cold war‘ turned to actual conflict, (West) Germany would be a first battle ground.
    Far more it is something that arose from this realisation; that the (then) allies, the U.S and the British, were here to provide both the military shield and the military deterence to stop this from ever happening.
    It was probably this rather than (West)Germany’s own military prowress -even if more imposing than that of the Swiss- that guaranteed a cold war did not escalate beyond that.
    This realisation, perhaps rarely consciously felt or articulated, allowed West Germans to grow and mature in something a political and military climate/vacuum that, if it came to it, ’someone else‘, big military brother, will take care of things.
    This attitude is so deeply entrenched that, yes, Germans have greater difficulties than the French, the British, never mind about the Americans, in facing up to the fact that things have changed, that they must now shoulder whatever is needed/asked for by those ‚tradfitional‘ defenders of what we call our freedoms and values to ensure their survival.
    Leaving this „comfort zone“, handed down over a few generations now, might take another generation or two to master. But in addition to the points you made, that is also where the problem lies, and not just in a simple conviction that ’no more war‘ is a solution.
    Far rather there’s the deep and accurate conviction; we messed it up twice-maybe its in our geness- so we’d certainly like the benefits that come from defending shared freedoms and values, but, please, not the discomfort of the responsibility. Best wishes. a.c.


  3. Wow, awesome blog layout! How long have you been blogging for? you make blogging look easy. The overall look of your website is great, let alone the content!. Thanks For Your article about Jochen Bittner « planet in progress .

  4.   Klaus D. Seidel

    Sehr geehrter Herr Dr. Bittner,
    was Sie in Ihrem Beitrag (New York Times/10.01.14)vorschlagen, scheint mir wenig durchdacht zu sein. Selbst wenn einige Ihrer Gedanken ueber den Zustand der EU einleuchtend erscheinen, dann finde ich die Vorschlaege zu
    einer Verbesserung der Lage nicht ueberzeugend.D. Cameron wird mit hoher
    Wahrscheinlichkeit nach der naechsten Wahl keine Rolle spielen, es ist
    zweifelhaft ob er 2014 uebersteht.Wenn ich die Einschaetzungen von z. B.
    Hastings, Beevor (von Gove ganz zu schweigen),mit der von Clark vergleiche
    und weiss, die ueberwiegende Mehrheit der politisch entscheidenden Schicht
    in England vertritt die Meinung der erst genannten, besonders 1914/18 und
    die Folgen betreffend,dann sollten wir bestrebt sein,England den Abschied aus der EU leichterzu machen.
    Beste Gruesse!
    K. D. Seidel
    leicht zu machen

  5.   esgr

    Lobbyhurensohn

  6.   Daniel Bairey

    Your article onAntisemtism in Germany is admirable: piercing, comprehensive and tragic. Above all, honest and brave. Writing from Israel.

  7.   Bondar L.

    Sehr geehrter Herr Bittner,
    habe soeben Ihren Artikel in NYtimes gelesen: „Germany Without Angst? That Worries Me.“ Bevor Sie etymologische Aussagen machen, empfehle ich Ihnen sich mit dieser Wissenschaft zu beschäftigen oder zumindest Recherchen in Bezug auf einzelne Worte durchzuführen. Ansonsten kann es schnell peinlich werden..
    (Das Wort „Schulden“ hat seine Herkunft in „sollen“ (damals: syllen) und bedeutete nichts anderes als Verpflichtung zu einer Leistung. Erst später entwickelte sich daraus die moralische und strafrechtliche Schuld.) Diese Ähnlichkeit gibt es übrigens genauso bei unseren nordischen Nachbarn.
    Viele Grüße

  8.   swandue

    Hallo,

    ich stell mir die Medien anders vor als so:

    https://www.youtube.com/watch?v=vPRvoDrQZC0

    „Eingebettete“ Berichterstatter – nicht nur in Kriegsgebieten?

    Journalisten, die Gründe liefern, dass kritisch über sie berichtet wird und die dagegen gerichtlich vorgehen.

    Dieses Verhalten ist keinen Deut besser als jenes von Regierungschefs oder Ministern, über die Sie berichten, die, wenn es unangenehm wird, schweigen oder abstreiten.

    Wenn man den Eindruck hat, dass Sie bei einem Thema im Sinne der Regierenden schreiben, warum sollte man dann daran zweifeln, dass Sie es auch bei anderen Themen so halten werden? Wenn es ein Journalist macht, warum dann nicht auch seine Kollegen in der Redaktion?

    Was sind Sie ohne Glaubwürdigkeit?

    Ich laufe NICHT pegidamäßig durch die Gegend und schreie Lügenpresse. Ich will glauben an unabhängige freie Medien – und bin umso mehr erschüttert, wenn Zweifel daran aufkommen.

    Ich bin abgestoßen von Putins Verhalten und Propaganda für Putin. Aber ich will auch, dass informiert wird über Fehler, die „der Westen“ in den letzten 20, 25 Jahren gemacht hat. Wie intensiv kann man mit „transatlantischen Swinger-Clubs“ zu tun haben, ohne dass die Behandlung solcher Themen leidet?

  9.   Mißbach

    Journalist Bittner,
    ich freue mich immer wieder, wenn ich Ihresgleiche sehe und höre, mir aber dann vorstelle, von wessen Geld sie leben? Aber nicht nur Sie, es sind auch in D viel zu Viele, die as bekommen und nehmen, aber nicht verdienen! So war es in Griechenland auch und ich würde mich freuen, wenn Sie über Ihren Schatten springen und alles einmal von deren Seite sehen. Lindner, Fahami und Sie, befürworten die Troika, wissen aber genau, wie im Display von Plasberg gesehen, was die da gemacht haben! Streng auf Merkels Sparkurs gedrängt!
    Für uns ostdeutschen Rentner, außer Gauck, interessiert sich von Ihrer Gilde auch keiner! Wir haben im Osten mehr unter den Nachkriegsdedingungen gelitten und gearbeitet, als Sie und Ihresgleichen je erahnen könnten! Höchste Zeit ist es, Art.146 zu ratifizieren. Übrigens jährt sich am 13.02. zum 70 Mal die Bombardierung Dresdens durch die Engländer! Aber auch am 08.05. ( in Russland am 09.05.) die Befreiung vom Faschismus!
    Alle, aber auch alle Ungereimtheiten und gegenwärtigen Probleme in Deutschland und Osteuropa sind die Folgen des 2. kapitalistischen Weltkrieges! Menschenleben, wie z.B. das meines Vaters, Industrie und Weltkulturen waren es nicht wert, erhalten zu werden! Wie ist es heute?

  10.   Mißbach

    Journalist Bittner,
    ich freue mich immer wieder, wenn ich Ihresgleiche sehe und höre, mir aber dann vorstelle, von wessen Geld sie leben? Aber nicht nur Sie, es sind auch in D viel zu Viele, die es bekommen und nehmen, aber nicht verdienen! So war es in Griechenland auch und ich würde mich freuen, wenn Sie über Ihren Schatten springen und alles einmal von deren Seite sehen. Lindner, Fahami und Sie, befürworten die Troika, wissen aber genau, wie im Display von Plasberg gesehen, was die da gemacht haben! Streng auf Merkels Sparkurs gedrängt!
    Für uns ostdeutschen Rentner, außer Gauck, interessiert sich von Ihrer Gilde auch keiner! Wir haben im Osten mehr unter den Nachkriegsdedingungen gelitten und gearbeitet, als Sie und Ihresgleichen je erahnen könnten! Höchste Zeit ist es, Art.146 zu ratifizieren. Übrigens jährt sich am 13.02. zum 70 Mal die Bombardierung Dresdens durch die Engländer! Aber auch am 08.05. ( in Russland am 09.05.) die Befreiung vom Faschismus!
    Alle, aber auch alle Ungereimtheiten und gegenwärtigen Probleme in Deutschland und Osteuropa sind die Folgen des 2. kapitalistischen Weltkrieges! Menschenleben, wie z.B. das meines Vaters, Industrie und Weltkulturen waren es nicht wert, erhalten zu werden! Wie ist es heute?

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren