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China könnte seinen Wohlstand bis 2020 verdoppeln

Die Rede von Chinas Noch-Staatschef Hu Jintao schien auf den ersten Eindruck recht langweilig. In alter Parteimanier betete er zum Auftakt des 18. Parteitags am Donnerstag in monotoner Stimme das theoretische Grundgerüst von Chinas KP herunter: das Festhalten am Marxismus-Leninismus, den Gedanken Mao Zedongs, den Deng Xiaoping-Theorien, dem Sozialismus chinesischer Prägung und so weiter. Hu hatte keine Viertelstunde gesprochen, da war der erste der 2.268 Delegierten in der Großen Halle des Volkes eingenickt. Weiter„China könnte seinen Wohlstand bis 2020 verdoppeln“

 

Peking kämpft gegen Mikroblogger und Pingpongbälle

Die Bewohner von Peking sind es gewohnt, dass die Behörden alle paar Monate die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. Während des nationalen Volkskongresses im Frühjahr gelten strenge Sicherheitsregeln, ebenso wie zum Jahrestag des Tiananmen-Massakers am 4. Juni. Oft kommt es vor, dass die Polizei ohne größeren Anlass ihre Präsenz verstärkt. Dann stehen Soldaten auf jeder Brücke, an jeder Kreuzung und vor jedem großen Gebäude.

Das ist jetzt, kurz vor dem 18. Parteitag von Chinas regierenden Kommunisten am Donnerstag, nicht anders. Und dennoch toppt der Sicherheitsapparat alles bislang Dagewesene. Weiter„Peking kämpft gegen Mikroblogger und Pingpongbälle“

 

Chinas Premier kämpft um sein politisches Vermächtnis

Erstaunliche Dinge gehen wenige Tage vor Beginn des 18. Parteikongresses in China vor sich: Die New York Times berichtet am vergangenen Freitag über das angebliche Familienvermögen von Chinas Premierminister Wen Jiabao. Es soll rund 2,7 Milliarden Dollar betragen. Wen selbst wird zwar kein nennenswertes Vermögen nachgewiesen. Dafür aber seiner Frau, seinen beiden Kindern, seiner Mutter, und anderen Verwandten.

Die Meldung ist für jeden politisch Interessierten in China keine Überraschung. Dass die Gattin von Wen, Zhang Peili, als Vizepräsidentin der chinesischen Juweliervereinigung und als langjährige Monopolistin im Gold- und Diamantenhandel steinreich wurde, ist seit Langem bekannt. Aus den durchgesickerten Botschaftsdepeschen des amerikanischen Außenministeriums geht außerdem hervor, dass Wen sich sogar „angeekelt“ gezeigt haben soll, wie sich Zhang mithilfe seines Namens Vorteile verschafft hat. Wen hat demnach ernsthaft an Scheidung gedacht. Auch das ist in Peking lange bekannt.

Interessant ist: Wen lässt die jüngsten Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. Am Samstag meldete er sich über seine Anwälte zu Wort. Weiter„Chinas Premier kämpft um sein politisches Vermächtnis“

 

Warum China den US-Wahlkampf dominiert

Sie würden ja gern. Aber irgendwie klappt es nicht so recht. Sowohl Präsident Barack Obama als auch sein Herausforderer Mitt Romney haben in diesem US-Präsidentschaftswahlkampf mehrmals versucht, China an den Pranger zu stellen. Bei der dritten und letzten Debatte vor den US-Wahlen kündigte Romney am Montagabend lautstark an, als Präsident werde er eine härtere Haltung im Handelskonflikt mit China einnehmen und die Volksrepublik ganz offiziell als „Währungsmanipulator“ brandmarken. Immerhin würden die USA Jobs verlieren, weil Peking „nicht nach den gleichen Regeln spielt“. Obama wollte ihm nacheifern. Ja, sagte er. China sei in der internationalen Gemeinschaft ein „Gegenspieler“. Zugleich aber relativierte er: China sei „ein Partner, sofern es sich an die Regeln hält“.

So angesagt China-Bashing in den Vereinigten Staaten derzeit ist – irgendwie klappt es mit der Volksrepublik als Feindbild nicht. Und das hat konkrete Gründe. Weiter„Warum China den US-Wahlkampf dominiert“

 

Romneys schiefe China-Argumentation

Die zweite Wahlkampfdebatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney gestern Abend in Hempstead stand im Zeichen der Außenpolitik. Und anders als noch vor zwei Wochen in Denver war die Volksrepublik China ein großes Thema. Aus gutem Grund: Die Vereinigten Staaten haben seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation 2001 bis 2011 mehr als 2,7 Millionen Jobs an die Chinesen verloren.

Obama nutzte die Chance, auf drei Handelsvereinbarungen aus seiner Amtszeit hinzuweisen, die dafür sorgen sollen, dass einige Tausend Jobs in den USA bleiben. Der Präsident versprach, er werde weitere solche Vereinbarungen auf den Weg bringen.

Romney holte hingegen die große Keule heraus. Er versprach, dass er an seinem ersten Tag als Präsident den Chinesen ganz offen vorhalten werde, die Währung zu manipulieren. Peking schummele seit Jahren. Romney klagte außerdem, Chinas Unternehmen klauten ihren amerikanischen Konkurrenten Produkte und geistiges Eigentum. Das dürfe sich die USA nicht länger gefallen lassen.

Noch deutlicher wurde der Herausforderer bei der Antwort auf eine Zuschauerfrage. Ein Zuschauer wollte wissen, wie denn ein amerikanisches Unternehmen wie Apple dazu gebracht werden könne, seine iPhones und iPads in den Vereinigten Staaten produzieren zu lassen. Romney antwortete, sein Land könne mit jedem anderen Land dieser Welt mithalten, sofern das andere Land sich an die gleichen Regeln halte. Er sprach von gefälschten Apple-Produkten in gefälschten Apple-Geschäften in China.

Was Romney behauptet, ist jedoch falsch. Der Yuan ist längst nicht mehr so unterbewertet, wie behauptet. Und an angeblich gefälschten Apple-Produkten hat auch kein Chinese Interesse. Verkauft wurden echte Apple-Produkte in Geschäften, die den Apple-Stores verdächtig ähnlich aussahen. Diese Läden sind aber längst geschlossen.

Obama hingegen hat Recht: Bestimmte Jobs werden nicht in die USA zurückkehren. Das gilt erst recht für die Arbeitsplätze der Fabrikarbeiter, die bei Foxconn für Apple die eleganten Smartphones und Flachrechner für Monatslöhne von 100 bis 200 Dollar zusammenlöten. Romney kann noch so sehr darauf bestehen, China habe fair zu spielen und seine Währung aufzuwerten: Diese Jobs werden nicht in die USA zurückkommen.

Obamas Antwortet lautet: nicht Billigjobs, sondern hochqualifizierte Jobs schaffen. Das geht nur, wenn in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert wird. Das ist übrigens eine Strategie, die auch die chinesische Regierung anpeilt. Auch sie will weg von diesen Billigjobs, die Romney in seinen Äußerungen so anpreist.

 

Das sagt Time über Chinas künftiges Staatsoberhaupt

Das Magazin Time läutet die Berichterstattung über Chinas bevorstehenden Führungswechsel mit einer Titelgeschichte über das künftige Staatsoberhaupt Xi Jinping ein. In China ist die aktuelle Ausgabe deswegen nur schwer zu bekommen – sei es aufgrund der Zensur oder vielleicht doch auch der hohen Nachfrage.

Im Internet kursiert jedoch folgende Videozusammenfassung des von Exil-Chinesen in den USA betriebenen Fernsehsenders New Tang Dynasty Television:

 

Apples Kartendienst: in China erstaunlich genau

Alle Welt flucht über die neue Kartenanwendung von Apple. Nur in einem Land sind die Nutzer mit der App auf dem Betriebssystem iOS 6 zufrieden: in China.

Der Grund: Apples Kartendienst ist in China weitaus genauer als die App von Google. Der Suchmaschinenbetreiber stellte etwa die Nebenstraßen außerhalb von Pekings drittem Ring oft nur unpräzise oder gar nicht dar. Sobald man eine der großen Städte verlassen hatte, versagte der Dienst regelrecht. Als verlässliche Navigationshilfe war die App völlig unbrauchbar. Apple hingegen zeigt inzwischen sogar die vielen kleinen Hutong-Gassen der chinesischen Hauptstadt an. Weiter„Apples Kartendienst: in China erstaunlich genau“

 

Apples Problem mit Foxconn

Apple hat wahrlich kein Glück mit seiner Zulieferfirma Foxconn. Nur wenige Tage nachdem das Unternehmen sein neues iPhone auf den Markt gebracht hat, macht die Meldung von einer Massenschlägerei bei dem Zulieferunternehmen die Runde. Etwa 2.000 Fabrikarbeiter sollen sich in der Nacht zu Montag in dem Werk in Taiyuan fast zehn Stunden eine Keilerei geliefert haben. Nur mit Mühe gelang es offenbar den Polizisten, die Gewalt zu beenden. Das Werk, in dem angeblich auch das neue iPhone hergestellt wird, muss für mindestens einen Tag schließen.

Auch wenn das taiwanesische Unternehmen in einer ersten Stellungnahme beteuert, der Auslöser des Streits sei privater Natur und hänge anders als bei der Selbstmordserie vor zwei Jahren nicht mit den Arbeitsbedingungen zusammen – der Blick richtet sich auf die Produktionsweise von Foxconn. Weiter„Apples Problem mit Foxconn“

 

Chinas nackte Beamte

Wenn es um Bestechung geht, liegt die Toleranzschwelle in China eigentlich hoch. Schon lange bevor der Wohlstand in die Volksrepublik kam, gehörte es zum guten Ton, sich gegenseitig Geschenke zu machen – egal ob es um Geschäfte ging oder nur um eine nette Geste. Und wenn dann manchmal in einem hübschen roten Umschlag mit goldenen Schriftzeichen etwas Bargeld steckte – warum denn nicht? Ein paar Scheine schenken Eltern ihren Kindern auch zum chinesischen Neujahrsfest.

Doch was in jüngster Zeit über „Geschenke“ an Beamte und ihren Familienangehörigen öffentlich wurde, übersteigt bei weitem das, was unter Chinesen üblich ist.

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Verlierer auf beiden Seiten

Seit der chinesisch-japanische Inselstreit eskaliert, fällt einem auf, wie viele Geschäfte in China mit dem verhassten Nachbarn im Zusammenhang stehen: Der Nobel-Japaner gegenüber? Hat zu. Das Toyota-Autohaus ein paar Straßenzüge weiter hat ebenfalls dicht gemacht. Die in Peking so beliebte Restaurant-Meile Lucky Street mit ihren zu normalen Zeiten beliebten Sushi- und Teriyaki-Bars ist fast vollständig behängt mit chinesischen Nationalfahnen und antijapanischen Bannern. Auch sie haben zu – obwohl 90 Prozent aller Sushi-Läden in China von Chinesen betrieben werden. Auch die beliebte Kleidermarke Uniqlo und die Warenkette Muji haben landesweit ihre Filialen zugemacht. Beliebte Einkaufszentren wie das Solana oder Sanlitun-Village in Peking wirken plötzlich verwaist.  Weiter„Verlierer auf beiden Seiten“