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Neuräder für Afrika

 
© World Bicycle Relief
© World Bicycle Relief

Fahrräder sind in weiten Teilen Afrikas das Verkehrsmittel Nummer eins. Überall dort wo Straßen und öffentliche Verkehrsmittel fehlen, ermöglichen sie Kindern und Erwachsenen einen geregelten Alltag mit Schul- und Marktbesuch. Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) World Bicycle Relief vergibt seit 2005 in Afrika Räder, und zwar gezielt an Kinder und ausgesuchte Erwachsene, um sie zu unterstützen. Der Unterschied zu anderen Hilfsprojekten: Die Räder sind neu, wurden extra für Afrika entworfen und werden vor Ort gebaut.

Es gibt in Afrika mehrere Projekte, die Fahrräder liefern. Zu ihnen gehören BEN und Fahrräder für Afrika, aber auch Bamboosero, das der amerikanische Rahmenbauer Craig Calfee ins Leben gerufen hat, oder Wheels4life, das Fahrradprojekt des ehemaligen Mountainbikers Hans Rey. Sie alle schicken neue oder gebrauchte Räder nach Afrika, zeigen den Menschen, wie sie Bambusräder bauen und bilden Fahrradmechaniker aus.

Ein geeignetes Fahrrad kann dort Biographien verändern: Mädchen, die vor der Schule die Hausarbeit erledigen müssen, erreichen pünktlich die Schule; Bauern können ihre Milch verkaufen; Krankenschwestern können statt zwei Alten und Kranken an einem Tag 15 Personen besuchen. Seitdem ich einige Monate in Afrika verbracht habe, schätze ich den Nutzen, den Räder dort haben. Speziell auf den Land, wo die Mobilitätsmöglichkeiten extrem eingeschränkt sind.

© World Bicycle Relief
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„Auf nicht-asphaltierten Wegen kann ein Fahrrad fünf mal mehr transportieren als ein Fußgänger, es fährt drei bis vier mal so weit, wie ein Fußgänger läuft“, sagt Kristina Jasiunaite, Ansprechpartnerin für World Bicycle Relief in Deutschland. Das schafft mit Sicherheit nicht jedes Rad, aber World Bicycle Relief hat für Afrika Räder mit stabilen Rahmen, Speichen und Felgen entwickeln lassen. Die Gepäckträger tragen eine Last von 100 Kilogramm  und die breiten Reifen rollen gut durch Sand.

Rund 128.000 Räder wurden in den vergangenen Jahren von World Bicycle Relief nach Kenia, Sambia, Simbabwe und Südafrika geliefert. Wer die Räder erhält, entscheidet laut Jasiunaite ein lokales Komitee, das aus Verantwortlichen aus der Kommune zusammengesetzt ist. 70 Prozent gehen an Mädchen, die übrigen an Vollwaisen, die Jüngere versorgen oder auch an Lehrer. Vorrangig werden Schulprojekte unterstützt, außerdem medizinische oder soziale Projekte wie Müllsammler in Südafrikas Townships.

Der Organisation zufolge wurden zudem mehr als 800 Männer und Frauen in einem Training zum Fahrradmechaniker ausgebildet. Dabei erlernen sie neben den grundlegenden Reparaturarbeiten auch alles, was ansonsten zur Geschäftsführung notwendig ist.

5 Kommentare

  1.   Sabine

    Eine kleine sehr transparente deutsche NGO, die schon seit vielen Jahren Fahrräder in Ostafrika baut, repariert und einsetzt ist http://www.jugendhilfe-ostafrika.de/


  2. und noch ein tropfen auf den heissen stein.

  3.   Thorsten

    auch ein kleiner Verein aus Stuttgart schickt seit 10 Jahren Räder an soziale Projekte in Afrika http://www.afrikafahrrad.de

  4.   Edward

    Stück für Stück, sollte man voran gehen. Ob es nur ein Tropfe auf den heißen Stein ist oder nicht, ist nicht relevant. Hauptsache man tut etwas!

  5.   Phillip

    Einen interessanten Ansatz (Fahrräder, Mobilkommunikation und Fahrradambulanzen) verfolgt die Make A Move Kampagne:

    „Die Make A Move Kampagne entwickelte sich 2011 aus der langjährigen Projekterfahrung von EURIST e.V., dem Europäischen Institut für Nachhaltigen Transport, mit Sitz in Hamburg.“
    http://www.makeamovecampaign.com/deutsch/team/

 

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