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Neuer Fahrradservice von Google Maps

 

Der Karten- und Navigationsdienst Google Maps  lotst jetzt auch Radfahrer durch Großstädte und über Land. Bislang hat sich das Portal vor allem um Autofahrer gekümmert, nun ist unter „Route berechnen“ auch ein Button mit einem Radfahrer zu finden. Der ADFC hat Google mehr als 250.000 Kilometer geprüfter Radstrecken zur Verfügung gestellt, zudem greift der Dienst auf eigene Kartendaten zurück. Das Kartenwerk steht noch am Anfang, jetzt sind die Radfahrer gefragt, es weiter auszubauen.

Die Strecken gibt es via Internet oder per App für Android-Handys. Laut ADFC berechnet Google den schnellsten und komfortabelsten Weg mit dem Fahrrad von A nach B, dabei sollen auch eher unbekannte Schleichwege berücksichtigt werden.

Auf den ersten Blick funktioniert es gut. Für die Strecke meiner Wahl wurden die kürzesten Routen angezeigt und in vielen Fällen schlug mir der Kartendienst auch mehrere Alternativrouten vor. Fehlende Wege oder Details können Radfahrer über Google Map Maker selbst hinzufügen, das geht hier. Gut gefällt mir die angezeigte Karte, die in der Vergrößerung weitere Straßen mit Radwegen zeigt und verkehrsarme Nebenstraßen.

In anderen Ländern gibt es die Fahrradnavigation von Google Maps bereits seit einiger Zeit – in Europa sind es mittlerweile etwa 15 Länder, die diesen Dienst anbieten. Es ist ein schöner neuer Service für Radfahrer und ein Signal an die Politiker: Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer, die neben vernünftigen Straßen auch die dazugehörigen Dienstleistungen erwarten können.

9 Kommentare

  1.   Moritz

    Routenplaner fürs Fahrrad gibt es ja schon einige im Internet. Jetzt Google? Also testen. Ich fahre in Berlin vom Frankfurter Tor zur Charité. Da will Google durch die Dircksenstrasse. Die hat Kopfsteinpflaster, ist also ein schlechter Witz. Dabei ist weiter nördlich parallel die Linienstrasse, sagenhafte 2km Fahraddstrasse mitten in Berlin. Und wenn ich Google zwinge, durch die LInienstrasse zu fahren, fährt er am Rosa-Luxemburg-Platz einen grotesken Umweg, obwohl der direkte Weg grün gestrichelt ist, was wohl Radweg oder so ähnlich heißen soll. Also: es fehlen gute Daten UND deren richtige Verarbeitung. Nachsitzen.

  2.   ChrisR

    Ich denke jeder der sich in Deutschland auf die Suche nach einem vernünftigen Fahrradrouting Möglichkeit ist, wird am Ende bei einem Openstreetmap basierten Routingsoftware landen.

    Werden dort Daten zur Verbesserung beigesteuert, landen diese nicht nur bei einer einzigen komerziellen online Router, sondern sie werden in zahlreichen weiteren Projekten genutzt. So ist es zum Beispiel möglich nicht nur Onlinerouter zu benutzen, sondern auch Routingsoftware auf Smartphones, Karten für Outdoor Garminkarten und vieles mehr.

  3.   Thorsten

    Chris hat recht, was OpenStreetMap angeht, und für Rad- und Fußwege ist die Qualität dort i.d.R schon echt gut.

    Eine Übersicht OpenStreetMap-basierter Radfahranwendungen ist hier:

    http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Bicycle/OSM-Radfahreranwendungen

  4.   Benjamin

    Ich nutze Google Maps immer als Notanker, wenn ich mein Garmin mit Velomap.org nicht dabei habe. Bisher mit den Fußgängerrouten navigiert stand ich manches Mal schon vor einer Treppe und viele Wege abseits von Straßen fehlten völlig. Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus und die komfortable Funktion, Wege hinzuzufügen, habe ich auch eben mal ausprobiert. Ein Rad/Fußgänger-Bahnübergang, den ich gelegentlich als Abkürzung nutze, war nicht verzeichnet. http://www.google.de/mapmaker?gw=39&fid=5166204378537059121:6033257749418021326 Bin mal gespannt wie lange es dauert, bis der Weg tatsächlich drin ist und man darüber geroutet wird.

    Die Ansprüche an Radwege hängen sehr vom Fahrrad (Cityrad, Rennrad, Mountainbike, Reiserad etc.) ab, von daher ist es immer schwierig, mit einem einheitlichen Routing allen gerecht zu werden.

  5.   rt

    Ich finde, Google und der ADFC verdienen ein DICKES Lob für diese neue Navigationsoption.
    Dabei ist das Navi sogar kostenlos!
    Die Radverbindungen, die ich bisher ausprobiert bzw. simuliert habe, waren durchaus stimmig.
    Natürlich gibt es häufig auch alternative – eventuell auch bessere – Strecken(abschnitte).
    Immerhin, man kommt schon mal mit dem Rad sicher an sein Ziel.
    Und ein solches System wächst natürlich mit der Mitarbeit seiner Nutzer!
    Also: Demnächst fleißig weitere Routen einarbeiten helfen.

  6.   rt

    Ich vergaß noch zu erwähnen, dass die Mobilversion neben der Kilometerangabe auch ein zuverlässiges Höhenprofil bereitstellt, inclusive Benennung der insgesamt zu absolvierenden Steigung, sowie des höchsten auf der Strecke befindlichen Geländepunktes.
    Für Radfahrer – zumal wenn sie sich in unbekanntem Terrain, etwa auf einer mehrtägigen Tour, befinden – eine ungemein wichtige Information.
    Schließlich muss man ja ökonomisch mit seinen Kräften haushalten, um das Ziel zu erreichen!
    Darüber hinaus besteht die Möglichkeit – wie bei den anderen Navioptionen auch – die Möglichkeit, sich neben der optischen Navigation zusätzlich durch Stimmenansage führen zu lassen.
    Oder ganz spartanisch – oder wenn kein Netz zur Verfügung steht – sogar offline, allerdings mit vorher heruntergeladenem Kartenmaterial, nur per GPS!
    (Funktioniert übrigens grundsätzlich bei jeder Navi-Option).
    Ich finde, Radfahrer haben – nach der negativen Presse der letzten Tage – wieder Grund zum Jubeln!

  7.   Ulrich

    Aber für die Mobilversion muss man ein Smartphone am Fahrradlenker montieren… nichts für mich. Ich plane meine Radtouren am Rechner zuhause mit einem Online-Radroutenplaner (Übersichtskarte: http://goo.gl/LF1r ) und drucke mir die Kartenausschnitte aus.

  8.   rt

    @ Ulrich
    Dagegen ist auch nichts einzuwenden.
    Für weitere und mehrtägige Touren hingegen ist es schon komfortabel, wenn man unterwegs stets entsprechend den Umständen seinen Weg neu bestimmen kann.
    Darüber hinaus bietet die Anwendung ja auch noch die Möglichkeit, sich nach geeigneten Unterkünften, Zugverbindungen etc. etc. zu erkundigen.

    Aber – „jeder soll nach seiner Facon glücklich werden“ – sagte schon …


  9. Fahrrad-Routing ist tatsächlich eine höchst komplizierte Angelegenheit. Interessant finde ich da Ansätze á la Bike City Guide, die das Insiderwissen von erfahrenen Radlern mit einbauen und mit sehr spezifischen akustischen Navigationsweisen aufwarten, z. B. »Nach 30 m rechts abbiegen, auf Straße/auf Radweg/gegen die Einbahn.«. Da wird Google noch lange nicht mitkommen (hier in AT gibt es schon lange das Fahrrad-Routing von Google und ich muss praktisch immer mitdenken, händisch nachbessern und idealerweise die Strecke vorher schon komplett durchchecken), zumal das Google Maps Kartenmaterial wohl nie die Detaildichte von OpenStreetMap und den vielen spezialisierten Varianten – alle kostenfrei und ohne Hintergrunddatensammlerei – haben wird, bei Weitem nicht.

 

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