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Dank E-Bike das Auto stehen lassen

 
© Reidl
Elektrofahrrad © Reidl

Eigentlich hatte ich das E-Bike von Bergamont bekommen, um die Nuvinci-Nabe zu testen (dazu später mehr). Rückblickend habe ich festgestellt, dass sich mit dem Elektrofahrrad mein Mobilitätsverhalten im Alltag verändert hat.

Immer wieder heißt es in Leserkommentaren, wenn es ums Thema E-Bike geht: „Ich brauche keinen Motor, ich komme noch gut ohne Motor aus.“ Stimmt. Ich auch. Aber wie im vergangenem Herbst im „Vier-Wochen-ohne Auto-Test“ hat sich gezeigt: Je widriger die Umstände, umso mehr wirken die Vorteile eines E-Bikes im alltäglichen Gebrauch.

Auch dieses E-Bike bestätigte die Erfahrung aus der Zeit im vergangenen Herbst. Wege, die ich sowieso mit dem Rad erledige, habe ich kaum durchs E-Bike ersetzt. Stattdessen waren es Wege, für die ich sonst das Auto genommen  hätte. Mein Fazit nach drei Wochen: Ich steige öfter um. Und zwar vorrangig dann, wenn es eher ungemütlich ist, aufs Rad zu steigen: wenn ich müde bin, es bereits den ganzen Tag regnet, es kalt ist und stürmt oder ich spät dran bin und nicht unbedingt verschwitzt zum Termin erscheinen sollte.

Obwohl ich das E-Bike zur Verfügung hatte, bin ich weiterhin Rennrad und Mountainbike gefahren oder auf Ausflügen mit der Familie mit meinem Reiserad. Das E-Bike wurde zum Autoersatz – nicht nur für mich, auch für meinen Mann.

Das Besondere und der eigentliche Grund für die Testfahrt ist die Schaltung. Obwohl ich ansonsten gerne Kettenschaltung fahre, fand ich die Nuvinci-Nabe an dem Rad sehr praktisch und vor allem passend für den Zweck. Denn sie ist der Inbegriff für unkompliziertes Radfahren. Wenn man nicht will, muss man überhaupt nicht mehr nachdenken, wenn man mit einer Nuvinci Harmony unterwegs ist: Sie passt die einmal gewählte Trittfrequenz automatisch an.

Man kann automatisch fahren, muss aber nicht. Über einen Knopf neben dem Drehgriff kann man zwei verschiedene Modi einstellen. Im Automatik-Modus, der durch blaue LED angezeigt wird, stellt man die bevorzugte Trittfrequenz am Drehgriff ein. Diese wird beim Fahren automatisch gehalten – bei Steigungen ebenso wie nach dem Abbremsen. Der Antrieb passt kontinuierlich die Übersetzung an, damit die vorgegebene Trittfrequenz eingehalten wird. Daneben gibt es den manuellen Bereich. Im mit roten LED markierten Übersetzungsmodus wählt man selbst wie gewohnt per Drehgriff die gewünschte Übersetzung.

In beiden Modi spürt man keine Schaltstufen. Das ist sehr benutzerfreundlich und macht das E-Bike-Fahren extrem komfortabel. Zusammen mit einem Nabendynamo und einem Riemen statt einer Kette ist so ein Rad fast wartungsfrei – ein E-Bike für die Alltagswege. Für meine Bedürfnisse wäre das eine gute Kombination, um das Auto noch öfter stehen zu lassen.

So funktioniert die Nuvinci Harmony

Die Nuvinci ist seit 2007 auf dem Markt und wird von vielen E-Bike-Herstellern verbaut. Sie ist ein stufenlos verstellbares Getriebe. Die Kraftübertragung findet über Kugeln in einem Lager statt, das sich zwischen zwei Drehscheiben befindet. Die Antriebsscheibe wird durch die Kette bewegt. Wird der Drehgriff am Lenker betätigt, verschieben sich die Kugeln und damit auch ihre Drehachsen, sie werden schräg gestellt, ihr Abrollradius verändert sich. Dadurch verändern sich die Umdrehungsgeschwindigkeit und somit auch die Übersetzung auf die Antriebsscheibe. Diese leitet die Bewegung an die Felge weiter.

Anschaulich ist der Ablauf in diesem Werbevideo zu sehen:

30 Kommentare


  1. Hallo,
    das beschriebene Nutzungsverhalten des Pedelecs als Auto- nicht Normales-Fahrrad-Ersatz kann für komplett unterschreiben.


  2. Uups!
    Es sollte eigentlich heißen:

    Hallo,
    das beschriebene Nutzungsverhalten des Pedelecs als Auto- nicht Normales-Fahrrad-Ersatz kann ich für mein Mobilitätsverhalten komplett unterschreiben.

    Das Auto bein mir wird nur noch relativ selten bewegt, während die Nutzung des normalen Fahrrades unverändert geblieben ist. Dafür wird das Pedelec sehr intensiv genutzt …

  3.   Strick Praxis

    Hallo, ein interessanter Bericht, zumal ich ein fast identisches Rad von Pegasus besitze, sehr ähnliche Erfahrungen damit gemacht habe, von der Nuvinci-Schaltung auch begeistert bin und auch in meinem blog einen ähnlichen Artikel veröffentlicht habe:
    http://strickpraxis.wordpress.com/2013/10/02/pedelec-pendeln-fur-anfanger/
    Unerwarteterweise kamen da aber sehr kontroverse Reaktionen auf ebikes im allgemeinen.
    Mein Fazit ist jedenfalls, dass die Autofahrten für mittellange Strecken dank ebike drastisch reduziert wurden.

  4.   Karlos111

    Ich hoffe inständig, wir begegnen uns nicht bei Matsch, Eisglätte und Schnee.

  5.   Andybsc57

    Hi,
    unzählige Male habe ich gehört: bin noch nicht alt und treten will ich auch!
    Die Meisten ahnen gar nicht, wie sehr Sie sich des Spaßes berauben!
    Einzig der hohe Anschaffungspreis ist ein dagegen Argument, vielleicht noch das Gewicht.
    Leute, erfahrt doch ersteinmal ein Pedelec ,im besten Wortsinn!
    Ich denke, in 10 – 15 Jahren werden mehr Pedelecs als normale Fahrräder unterwegs sein, wetten!?

  6.   Ceph

    Was soll das Problem bei Matsch, Eisglätte und Schnee sein?

    Ich fahre mit (elektrisch- mecshlichen) Allradhybrid und Spikereifen und bin damit deutlich wintertauglicher als die meisten PKW.

    Krank wird man vom Radfahren im Winter auch nicht, ganz im Gegenteil.

    Gutes Licht hab ich auch, logisch.

    Zur Nuvinci: Das Ding hat angeblich einen ziemlich schlechten Wirkungsgrad, vor allem an den Rändenr der Schaltungsbandbreite. In Kombination mit einem Motor fällt das aber vermutlich nicht auf.

  7.   dick hendrix

    „… muss man überhaupt nicht mehr nachdenken, wenn man mit einer Nuvinci Harmony…“ wie schoen fuer Sie Frau Reidl. Uebrigens nette Werbung, die sich auch keinen anderen Mantel ueberhaengen will. Ansonsten bleibt’s dabei; ein zusaetzlicher Motor ist an einem einfachen und genialen Geraet wie einem Fahrrad ( fuer mich ) nicht vonnoeten.

  8.   Karlos222

    Ich hoffe inständig, wir begegnen uns nicht beim Transport einer Windkraftanlage.

  9.   rap

    hm, das klassische Rad ist auch noch lange nicht ausgereizt.
    Aus vielen Gründen.

    Wenn man zB mittels ein bißchen geschickt angeordnetem transparentem Plastik oder/und einem „Aerorucksack“ den cw-Wert des eher Cityaufrechtradlers halbieren könnte (sollte klappen) kann man mit 25kmh mit halber Kraft dahinrollen. Oder 5-6kmh schneller fahren.

    Das wäre ein Fortschritt im Bereich Lowtech (ok, Aerodynamik ist alles andere als das ;))

    Mit einem allerersten Testmodell eines Aerorucksacks aus Pappe konnte ich 1/2 bis einen Gang schneller fahren (MTB-Kasette).
    Prinzip Verlängerung der aerodynamisch ungünstigen „querstehenden Ellipse“ (Oberkörper) nach hinten (Länge läuft ;)) und incl. abschließendes „Boattailing“ plus Wirbelfalle hinten.

    Und ein alltagsasphalttaugliches Schaltsystem gibt es bis heute nicht (außer der NUVinci, > 90% der Radler fahren auf Asphalt und es gibt auch noch die Nichtprimärspaßradler die die übliche modische verschleißende Schönwettertechnik etc etc kaum akzeptieren könnten, offenliegende Primärantriebsstränge, es regnet zB auch mal, wie bei den meisten Motorrädern auch etc).

    Hieße feine Gangstufen (á la Rennrad, Ergonomie) im Bereich der normalen und eher hohen Asphaltgeschwindigkeit mit stark progressiver Steigerung „nach unten“ hin.
    Die heute üblichen und als feature beworbenen =%-Schaltungen sind gangsprungtechnisch praktisch verkehrt herum aufgebaut.

    Dilemma: http://www.fallbrooktech.com/sites/default/files/videos/N360_POSGEAR_AfterMarketKit_081511_PRESS.pdf
    Erstmal besser (außer NuVinci): http://bernd.sluka.de/Fahrrad/Elan/01.gif


  10. In der Werbung sieht das mit dem Getriebe natürlich schön aus, kann mir aber nicht vorstellen, dass das mit der Flüssigkeit etc. ohne Reibungsverlust und Wartungsaufwand zu machen ist…

 

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