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Schlechtes Wetter – eine schlechte Ausrede

 

Regenwetter ist eine beliebte Ausrede, um das Rad stehen zu lassen – anscheinend auch im Radfahrerland Niederlande. Jedenfalls war diese Entschuldigung der Anlass für Gerard Poels‘ Projekt „Het regent bijna nooit“, was übersetzt heißt: „Es regnet fast nie“. Seit September 2008 fährt Poels ausschließlich mit dem Rad zur Arbeit und dokumentiert das Wetter auf dem Hin- und Rückweg. Seine Ergebnisse auf der Website www.hetregentbijnanooit.nl (mit dem Untertitel „drum nimmt doch das Fahrrad“) sind überraschend.

Rund 18 Kilometer muss Poels von Grave nach Nijmegen fahren. Für die Strecke braucht er jeweils 40 Minuten. Der Niederländer arbeitet Teilzeit: eine Woche drei Tage, die andere vier Tage. So kommen die unterschiedlichen Angaben auf seiner Webseite zustande. Dort findet man einen klaren Überblick über das Wetter auf Poels‘ Hin- und Rückfahrten, sowie eine Monatsübersicht. Das Ergebnis: Das Wetter ist besser, als man annehmen würde. Selbst im November wurde er bei 24 Fahrten nur ein Mal nass.

Laut Poels‘ persönlicher Aufzeichnung hat es zwischen September 2013 und August 2014 nur auf zehn Prozent seiner Fahrten geregnet, und das selten durchgehend. Lediglich drei bis vier Mal im Jahr ist er während der kompletten Fahrt nass geworden. Aber selbst wenn es nur wenige Minuten regnete, markiert er die Strecke als Regenfahrt.

Regenkleidung trägt er nicht. Seit Kurzem hat er einen Regenmantel, den er anzieht, wenn schlechtes Wetter angesagt ist. Am liebsten ist ihm seine Kappe: Die schütze vor Sonne, Tropfen im Gesicht und blendenden Autoscheinwerfern.

Ein Blick auf die Webseite lohnt sich und zeigt deutlich: Die Wetter-Ausrede zieht nicht.

10 Kommentare

  1.   gekkox

    Auch noch eine nette Ansammlung von Fotos… http://copenhagenvikingbiking.tumblr.com/

  2.   Grünschnabel

    Ja, die Kopenhagener sind hart im Nehmen. Nur die Harten kommen in den Garten… ;-)

  3.   wischnek

    Eine Kappe? Und wie kriegt man da den Helm drüber? Oder fahren etwa alle ohne Helm, diese wahnsinnigen Holländer und Dänen??? Dürfen die das? ;-)

    Sehr schöne Bilder…

  4.   Holger

    Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und wohne im nördlichen Emsland.

    Ich habe eine Regenjacke und immer einen Sturmfesten Regenschirm dabei, den ich bei schlechtem Wetter auf den Steuer lege. So bleibt mein gesamter Körper trocken.

    Das einzige, was jeder kennt, ist der Platzregen. Da wird man immer nass.

    Was mich dann doch viel mehr stört: Während wir Radfahrer auf einer alten Huckelpiste unterwegs sind, haben die Autos Luxus Straßen.

    Das setzt eindeutig das falsche Zeichen an uns Radfahrer. Hier besteht erheblicher Nachholbedarf.

  5.   Marc

    Im Endeffekt findet man ja immer eine passende Ausrede. :-)
    Als in letzter Zeit die Züge zur Arbeit nur begrenzt fuhren, musste/durfte ich vermehrt aufs Rad zurückgreifen. Bei Wind, Regen und Schneeregen fuhr ich Strecken zwischen 10-40km und muss sagen, dass es letztendlich nur darauf ankommt was man anzieht. Ich wurde weder nass, noch wurde mir kalt. Die Bewegung sorgte schon für Wärme. Der einzige Grund mein Rennrad bei vermeintlichem Regen nicht auszuführen, ist die Tatsache, dass es nach jeder Ausfahrt geputzt werden muss um im Wohnzimmer hängen zu dürfen ^^

    Grüße
    http://www.marcsfahrradblog.wordpress.com

  6.   Schwarzradfahrer

    @4 „Was mich dann doch viel mehr stört: Während wir Radfahrer auf einer alten Huckelpiste unterwegs sind“
    Wir Radfahrer sind Fahrzeuge. Und gehören auf die Fahrbahn. Also dorthin, wo die Breite ausreichend, der Untergrund i.d.R. glatt, schneegeräumt und sauber, sowie die Unfallgefahr geringer ist.
    Wer sich freiwillig auf Huckelpisten bewegt, benötigt weder Mitleid noch sonstwas – er hat’s so verdient.

  7.   Holger

    @Schwarzradfahrer

    Sie können sich nicht vorstellen, was man hier an Psychoterror aushalten muss, wenn man auf der Straße fährt.

    Es ist unfassbar, wie dumm und feindselig manche Menschen hier sind.

  8.   Daniel

    Ich fahre auch lieber auf der Straße als auf schmalen und kaputten Radwegen. Aber es stimmt schon: Auch wenn das erlaubt ist, muss man hin und wieder aggressives Verhalten der Autofahrer erleben. Mein Ansatz: Selbstbewusst mit viel Abstand vom rechten Fahrbahnrand fahren und auch mal eine hohle Hupe aushalten. Das kann man ja als Anfeuern uminterpretieren. ;-)

    Aber zurück zum Thema: Radfahren ist bei JEDEM Wetter die geilste Art der Fortbewegung in der Stadt! Regen, Schnee, Hagel? Herausforderung angenommen. :-)

  9.   Dick Hendrix

    @7 ich versichere Ihnen, mit der Zeit werden Sie weniger empfindlich, wenn Sie geschnitten, angehubt, aus dem Seitenfenster angebruellt oder gar mit Bierdosen beworfen werden. Auf diese und andere erzieherischen Massnahmen reagieren Sie mit der Zeit deutlich entspannter.

  10.   HH1960

    Eine interessante Graphik, welche erstaunlich wenig Regenfahrten zeigt. Ich habe einen höheren Prozentsatz erwartet.

    Heute war es aber definitiv nass! Trotzdem war die Einkaufsfahrt besser als mit dem Auto.

 

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