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Neue E-Bike-Marke mit BMW-Technologie

 
Vollgefedertes Pedelec mit Riemenantrieb und BMW-Technik© Heisenberg
Vollgefedertes Pedelec mit Riemenantrieb und BMW-Technik © HNF Heisenberg

Mit ihren E-Bikes haben Michael Hecken und Karlheinz Nicolai in den vergangenen Jahren öfter für Furore gesorgt. Ihre ersten Modelle der Marke Grace nannten Experten das E-Bike aus der Zukunft. Die beiden haben mit diesen Rädern und mit dem Smart-Bike, das sie für Daimler entwickelt haben, Designpreise gewonnen. Kürzlich stellten sie die ersten sieben Modelle ihrer neuen E-Bike-Marke HNF Heisenberg vor.

Der Betriebswirt Hecken und der Diplom-Ingenieur und Rahmenbauer Nicolai sind ein kreatives Duo, das sich gut ergänzt. Die Handschrift der beiden spiegelt sich im Design der sieben HNF-Heisenberg-Räder deutlich wieder: klar, schlicht, sportlich, edel – und zwar in allen Kategorien, vom Stadtrad bis zum voll gefederten E-Mountainbike.

Dieses Design war auch typisch für die Grace-Räder und das E-Bike von Smart. Mit der neuen Marke wollen die beiden allerdings ein breiteres Publikum ansprechen. Für Hecken ist das Elektrofahrrad das Verkehrsmittel der Zukunft in der Stadt: schnell, günstig und nachhaltig.

One von Grace @ Grace
One von Grace © Grace

„Der Verkehr in Städten wie London ist ein Wahnsinn“, sagt Hecken. Dort stünden die Menschen mit ihren SUVs im Stau. Hecken hat nichts gegen Autos und schon gar nichts gegen SUVs, schließlich fährt er selbst einen. Allerdings nicht in der Stadt. Dort ergibt ein Wagen mit mehreren hundert PS für ihn keinen Sinn. Ein Elektrofahrrad, das 25 oder 45 km/h schafft, dafür umso mehr.

Ein Heisenberg-Rad ersetze Motorräder und Autos auf Distanzen bis zu 120 Kilometer, sagt er, und koste dabei weniger als ein Euro pro 100 Kilometer. „Eine Kilowattstunde Strom aus der Steckdose kostet in Deutschland ungefähr 25 Cent. Das reicht mit einem HNF Heisenberg, je nach Fahrstil und Topografie, für 200 bis 300 Kilometer. Das macht bei einer Strecke von 100 Kilometern etwa 10 Cent, plus 50 Cent Abnutzungskosten beim Aufladen der Akkus – also insgesamt weniger als einen Euro“, rechnet Hecken vor.

Tourenrad © Heisenberg
Tourenrad © HNF Heisenberg

Motorunterstützung beim Radfahren reicht allein häufig nicht aus, um Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Das Design der Räder muss ansprechen, die Technik muss Neueinsteiger überraschen. Mittlerweile sind die Motoren und Akkus ausgereift, und in ihren Heisenbergs kombinieren Hecken und Nicolai hochwertige und bewährte Komponenten.

Doch das reichte ihnen nicht, schließlich waren die beiden oft Vorreiter. In ihrem XF1 S-Pedelec-Fully bauten sie darum eine neuartige Antriebsschwinge am Hinterbau ein. Die sogenannte Triebsatzschwingen-Technik wurde von der BMW Forschung und Technik entwickelt, einer Tochter des BMW-Konzerns.

© Heisenberg
© HNF Heisenberg

Vollgefederte E-Mountainbikes gibt es natürlich bereits. Das Neue an BMW-Prinzip erklären die Macher so: Es lässt den bisher fest am Hauptrahmen fixierten Antriebsstrang mitschwingen und ermöglicht dadurch erstmals die Kombination einer Hinterradfederung mit dem langlebigen, wartungsfreien Carbon-Riemenantrieb bei vollgefederten E-Bikes. Auf der Eurobike in zwei Wochen in Friedrichshafen präsentieren Hecken und Nicolai ihre Räder.

Interessant ist auch der Service, den sie dem Kunden bieten. Sie liefern die Räder fertig montiert nach Hause. Selbst Lenker und Pedale sind bereits in der richtigen Position.  „Wir liefern innerhalb von 48 Stunden nach Bestellung aus“, sagt Hecken. Gibt es Probleme mit dem Rad, komme ein Mitarbeiter vorbei und behebe es.

In der Fahrradbranche ist das unüblich – für Hecken und Nicolai ist es selbstverständlich, weil es dem Zeitgeist entspreche: nutzerfreundlich und selbsterklärend. Mit der Smartphone-Technologie hätten Konsumenten eine neue Erwartungshaltung entwickelt, die auch die Fahrradbranche befriedigen muss, findet Hecken. Allerdings rechnet er mit wenigen Servicefällen: Die Räder mit den Komponenten wie Rohloff-Nabe und Riemenantrieb sollen Langlebigkeit und hohe Qualität sichern.

Unisex Stadtrad © Heisenberg
Unisex Stadtrad © HNF Heisenberg

Das erste Schaulaufen der Räder auf der Eurobike wird zeigen, wie sie bei den Kunden ankommen.

8 Kommentare


  1. „Das macht […] 50 Cent Abnutzungskosten beim Aufladen der Akkus […]“, rechnet Hecken vor.

    Schon die bei Panasonic-Zellen immer wieder genannten 500 Ladezyklen sind eine Zahl, die in der Wirklichkeit selten erreicht wird. Und selbst wenn man die 500 unterstellt, wuerde ein Akku hier mit 250 Euro Kosten veranschlagt.

    Duerfen wir Sie beim Wort nehmen und Ersatzakkus fuer 250 Euro bestellen, Herr Hecken? ;)

  2.   Gerhard Hippmann

    Glaubt Herr Hecken tatsächlich, ein SUV mit mehreren hundert PS mache außerhalb der Stadt Sinn?!


  3. Ich stoere mich immer noch an der Kostenrechnung oben und moechte mal meine eigene Pendlererfahrung dagegensetzen:

    Wenn ich einen Pedelec-Preis von 3000 Euro und 6 Jahre Nutzung ansetze, sowie eine Pendlerstrecke von 10 km zur Arbeit, dann komme ich auf einen Kilometerpreis von ungefaehr 20 Cent. Die Stromkosten sind da der kleinste Teil.

    Mit dem S-Pedelec fuer 4000 Euro wieder bei 6 Jahren Nutzung, dazu kommen Versicherung und erhoehte Wartung, wieder eine Strecke von 10 km zur Arbeit, werden es ca. 25 Cent / km.

    Wenn man als Fernpendler in der einfachen Strecke 20 km macht, kommt man im Jahr auf fast 10000 km; damit sinkt der Km-Preis auf 10 Cent.

    Fazit: ein Pedelec amortisiert sich erst, wenn Autostrecken ersetzt werden. Auf sehr weiten Strecken ist es sogar kostenguenstig. Schoenwetter-Pedelecer werden diesen Punkt allerdings nicht erreichen koennen.

    Solche Hi-Tec-Geraete wie das Fully oben fuer 8000 Euro++ bleiben allerdings Liebhabereien jenseits dieser Kalkulationen.


  4. @Teil-Zeit

    „Solche Hi-Tec-Geraete wie das Fully oben fuer 8000 Euro++ bleiben allerdings Liebhabereien jenseits dieser Kalkulationen.“

    Stimmt völlig, aber dafür erreicht man die Leute, die sich bewusst gegen ein Auto entschieden haben. Die sagen dann „Andere gönnen sich den BMW, ich gönn mir stattdessen ein Fully“. Denen ist die Kostenkalkulation je km dann aber wohl ziemlich egal.

  5.   Nur_mit_Muskelkraft

    Was völlig ausser acht gelassen wird: wo soll man ein solches High-End-Gerät (Diebstahl-)sicher parken? Und schon wird die Alltagstauglichkeit deutlich eingeschränkt. Denn wenn der Edelhobel bereits nach 1500 km und etwas mehr als einem halben Jahr ungewollt jemandem anderem als Untersatz dient sind die geplanten 6 Jahre Nutzungsdauer obsolet.

  6.   Me_too

    ..natürlich rechnet Hr. Hecken das schön. Er will die schönen Teile verkaufen! Mir jedenfalls gefallen sie sehr. Haben

  7.   St--Pedali

    Das Smart E-Bike mag gut aussehen, ein Verkaufserfolg ist es eher nicht. Den Hecken/Nicolai-Ansatz finde ich trotzdem richtig: Nur Design-attraktive und technisch innovative Pedelecs und E-Bikes erzeugen genug Fazsination, um mit dem Auto in Konkurrenz treten zu können. Ersetzt ein solches Statussymbol, auch abseits sinnvoller Kostenkalkulation, den Zweitwagen, wäre das ein entscheidender Schritt.
    http://st-pedali.blogspot.de/

  8.   Julian Weimart

    Gebe meinem Vorredner recht. Eine Kostenkalkulation ist sehr wichtig! Die Triebsatzschwingen-Technik ist sehr weit voraus, nur ist ein E-Bike mit dieser ausgestattet, schon sehr teuer. Ich habe auf http://www.e-bike-test.net ein deutlich günstigeres Modell ohne diese Technologie gefunden und muss sagen ich bin sehr zufrieden. Man muss halt abwegen was einem wichtig ist und welchen Akku man gerne verbaut haben möchte. Desweiteren ist es ja auch bekannt, dass die Akkus nach etwa 1000Ladezyklen versagen.. Das gute ist aber, dass mit der entwicklung neuer Battarien, die alten auch deutlich günstiger werden. EIn Akku der heute 300€ kostet, wird in 3 Jahren nur noch 100€ kosten, daher kann man nicht damit rechnen, alle 3 Jahre einen neuen Akku fürs E-Bike kaufen zu müssen

 

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