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Wettbewerb für junge Nachwuchsfilmer

 

Der Kinder- und Jugendfilmwettbewerb Like it – Bike it geht in die dritte Runde. Ab sofort können Nachwuchsfilmer Beiträge einreichen. Das Motto lautet „Helm über Kopf“.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) den Kurzfilmwettbewerb. In diesem Jahr hat sich das Ministerium allerdings bei der Wahl des Mottos eingemischt. Nachdem Verkehrsminister Alexander Dobrindt im Mai die Darth-Vader-Helmkampagne gestartet hatte, bat die Behörde die Veranstalter des Wettbewerbs um ein Motto zum Thema Fahrradhelm tragen.

Die Organisatoren waren zunächst skeptisch. Aber der Helm sei durchaus ein Thema, das Jugendliche beschäftigt, sagt Regine Gwinner, die für die Agentur Tippingpoints den Wettbewerb betreut. Ihre Gespräche mit den Jugendlichen zeigen: Bestehen Eltern darauf, das die Heranwachsenden einen Helm aufsetzen, lassen manche Jungen und Mädchen das Fahrrad komplett stehen. Vor diesem Hintergrund kann es spannend sein zu sehen, wie und ob die Nachwuchsfilmer den Konflikt aufgreifen, ob sie ihn lösen und welche Rolle sie dem Helm zuschreiben.

Die bisherigen Mottos des Filmwettbewerbs waren mit „Die große Freiheit“ und „Fahrradliebe“ allgemeiner gehalten. Mithilfe des Wettbewerbs sollte das Fahrrad in den sozialen Netzwerken der Kinder und Jugendlichen auftauchen, sich weiter verbreiten, zum Gesprächsstoff werden und zudem attraktiver werden.

Gwinner und das Tippingpoints-Team hoffen, dass die Teilnehmer das jetzige Motto ebenso kreativ, witzig und unerwartet umsetzen wie die Vorgaben in den Vorjahren. Technisch ist alles erlaubt: vom Smartphone-Film bis zur Animation; die Filme dürfen maximal drei Minuten lang sein. Einen Eindruck, wie einfallsreich die Teilnehmer ihre Ideen umsetzen, bekommt man in dem oben stehenden Video, das einige Beiträge aus dem Vorjahr zusammenfasst.

Bis zum 20. Januar 2016 können die Teilnehmer ihre Beiträge einreichen. Es wird wahrscheinlich vorerst der letzte Wettbewerb sein, da die Förderung durch den NRVP ausläuft.

2 Kommentare


  1. Das wirft ein ganz trübes Licht auf das Verständnis von Kunstfreiheit des Herrn Dobrindt. Auch dass das Kunstförder- und Mäzenatentum ausgerechnet von der Bundesregierung durch willkürliche Eingriffe und Themendiktate in Verruf gebracht wird, lässt einen den Kopf schütteln.

    Da sage noch einer, mit dem Thema Radverkehr ließe sich karrieremässig für Bundesverkehrsminister nichts reißen.
    Nicht ungeschickt, wie Dobrindt, mal penetrant, mal mit dem Holzhammer, alle Mittel nutzt, um die Helmpflicht peu a peu durchzusetzen und damit den Radverkehr immer weiter von der Alltagsmobilität weg in die Ecke des gefährlichen Risikosports drückt.

    Er weiß, hat er Erfolg, dann zahlt sich das für ihn durchaus aus.

    Schon sein Vorgänger Wissmann wurde mit dem hochdotierten Amt des Präsidenten der deutschen Automobilindustrie belohnt. Der hatte es mit einem Federstrich [StVO-Änderung 1997] geschafft, alle Radler kurzerhand zu Sportradlern zu erklären und „Ab auf die Straße“ zu jagen. Damit gelang es ihm, einen Großteil der von der Autoindustrie gefürchteten geschützten Radinfrastruktur obselet zu machen. Sie, die Autoindustrie, musste in Dänemark und den Niederlanden schaudernd miterleben – und sie sieht es als Menetekel noch heute – was ein Außerachtlassen des Radverkehrs und insb. Ausbau der Radinfra und eine Förderung des Radfahrens als Alltagsmobilität bewirkt.

  2.   schwarzradfahrer

    Das Helm-Thema bei den Radfahrern ist doch längst gegessen.
    Wenn man erlebt, mit welcher Selbstverständlichkeit und welcher Verachtung für Ansehen und Optik sich die Leute inzwischen den Styroporhut anziehen, wird klar, dass zum flächendeckenden Einsatz nur noch Wartezeit nötig ist – mehr nicht.
    Dobrindt verschwendet Geld. Oder er hofft, dass es nicht auffällt, dass er sich mit einem Selbstläufer zu profilieren versucht.

    Zwei Ausnahmen würde ich dennoch machen wollen:

    Evtl. wäre Zurückhaltung in den Polizeimeldungen hilfreich. Allzu viele ganz dämliche und zwangshaft belehrende Erwähnungen halte ich für kontraproduktiv, selbst wenn der Zug der Entwicklung sich schon längst in voller Geschwindigkeit befindet.

    Und die verantwortungslose niederländische Königsfamilie
    http://www.gala.de/stars/news/niederlaendisches-kronprinzenpaar-prinzessinnen-in-pink_94849.html sollte mal jemand in die Schranken weisen – selten so hartnäckig schlechte Vorbilder gesehen.

    Stattdessen wird es allmählich Zeit, längst bekannte aber unantastete Hochrisikofelder zu beackern.
    Der Fussgängerhelm, in Japan längst gang und gäbe, muss endlich her. Zunächst bei den Kindern, wie dort auch [http://www.vehicularcyclist.com/jpeds.html].
    Kinder als Fussgänger sind, verglichen mit Kindern als Radfahrer, extrem gefährdet [http://edoc.ub.uni-muenchen.de/725/1/Roosta_Azad_Mehdy.pdf — Tabelle Seite 27]. Gegen Risikominderungen für Kinder wird sich niemand wehren wollen.
    Dann bei Risikosportarten wie Wandern und Laufen, in Analogie zu der Entwicklung beim Fahrradfahren vielleicht zunächst beim Bergwandern und bei Laufveranstaltungen.

    Danach kann endlich die Reduzierung der Todeszahlen beim Treppensteigen (nach wie vor ca. 1000 Tote in .de – jährlich!! / die Handlaufpflicht in den fortschrittlichen der Arbeitsstätten scheint ja wirkungslos zu sein) und beim normalen Fussgängertum in Angriff genommen werden.

    Auch aus heutiger Sicht drastische Eingriffe in die sogenannte Eigenverantwortung sind nötig und gerechtfertigt, wenn es um die Bekämpfung von Risiken für Leib und Leben geht.
    Letztendlich wird sich niemand einer Vision Zero für alle Lebensbereiche verschliessen können.

 

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