‹ Alle Einträge

Kleine und große Helfer für den Fahrradalltag

 
© Reidl
© Reidl 

Messen wie die Eurobike sind stets ein großes Schaulaufen. Aber neben den offensichtlichen Highlights entdeckt man auch immer wieder Kleinigkeiten, die den Alltag auf dem Fahrrad ungemein erleichtern und schöner machen. Und man erlebt natürlich Überraschungen.

Was mich in diesem Jahr auf der Eurobike wirklich überrascht hat, war das Superpedestrian – das frühere Copenhagenwheel. In der roten Scheibe im Hinterrad steckt alles drin, was ein Elektrofahrrad zum Fahren braucht.

Der erste Prototyp wurde bereits 2009 zur Klimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt, Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) hatten es entwickelt. Damals beteiligte sich das Schweizer Unternehmen MTB-Cycletech, stieg allerdings wieder aus. Dann wurde Butch Gaudy, der erste Anbieter von Mountainbikes in der Schweiz, Teilhaber. Damals hieß das Copenhagenwheel für eine Weile Greenwheel, hatte ein grüne Felge und was vorher rot war, war nun schwarz.

Mittlerweile ist es wieder rot, serienreif, heißt Superpedestrian und fährt sich extrem gut. Der Antrieb unterstützt gleichmäßig kraftvoll und ist sehr leise, fast lautlos. Eine Akkuladung soll für 50 Kilometer reichen.

© Reidl
© Reidl

1.000 Euro soll das Hinterrad mit der roten Scheibe kosten. Ich war immer skeptisch über das Superpedestrian, nicht nur wegen des recht hohen Preises. Ich finde es aus Sicherheitsaspekten problematisch, ein herkömmliches Rad in ein E-Bike umzubauen. Aber das Fahren mit den verschiedenen Rädern, die das Superpedestrian-Hinterrad eingebaut hatten, hat viel Spaß gemacht. Sie fuhren sich allesamt wie Fahrräder mit eingebautem Rückenwind.

© Reidl
© Reidl

Überrascht hat mich das Cargo Node, das Tern zusammen mit Xtracycle entwickelt hat. Ich bin ein großer Fan von Lastenrädern mit langem Heck, da ich die Last lieber ziehe als schiebe. Und dann lässt sich das Cargo Node auch noch zusammenfalten.

© Reidl
© Reidl
© Reidl
© Reidl

Ich gebe zu: Ich würde mir nie ein Lastenrad ohne Motor anschaffen – dafür finde ich die Vorteile eines Motors beim Cargobike einfach zu groß. Doch das Cargo Node fährt sich erstaunlich gut. Das hatte ich nicht erwartet. Die Möglichkeit, ein Lastenrad zu falten, brauchen wahrscheinlich nur wenige Menschen. Aber wenn man wenig Platz hat, ist das Cargo Node sehr praktisch. Das Rad verträgt eine Gesamtlast von 160 Kilogramm und kostet 1.900 Euro.

Bei vielen kleinen Dingen erkennt man erst auf den zweiten Blick, um wie viel schöner sie das Radfahren machen. Ein gutes Lenkerband gehört eindeutig dazu. Nach den Sätteln aus Naturkautschuk bietet Brooks nun auch Lenkerbänder aus dem Material an, es gibt sie in Schwarz und Braun. Auf der Eurobike zeigte der Hersteller sie an Demolenkern, die an einer Wand hingen. Da polsterten die Naturkautschuk-Bänder sehr gut. Jetzt steht der Praxistest aus.

Die meisten sportlichen Radfahrer haben in der Trikottasche ein kleines Werkzeug mit den gängigsten Bit-Größen bei sich, um unterwegs notfalls die Sattelstütze und andere Teile festzuziehen. Für Carbonrahmen und elektrische Schaltungen braucht man allerdings immer ein exaktes Anzugmoment. Das bekommt man mit einem normalen Werkzeugtool nicht hin. Jetzt gibt es bei Topeak den Drehmomentschlüssel Torqbar in Kugelschreibergröße für 29,95 Euro.

© Topeak
© Topeak
© Topeak
© Topeak

Die drei gängigsten Drehmomente (4 Nm, 5 Nm, 6 Nm) sind voreingestellt. Ein praktisches Tool, das weiterhin in die Trikot- oder Satteltasche passt.

Und noch ein cleveres Zubehör hat sich Topeak ausgedacht. Zwar braucht man unterwegs glücklicherweise selten einen Kettennieter – öffnet sich die Kette jedoch, ist man froh, wenn man ihn dabei hat.

© Topeak
© Topeak

Für dieses Werkzeug hat sich Topeak einen besonderen Platz ausgedacht: Sie sind in zwei Hülsen untergebracht, die in die Enden der Lenker von Rennrädern und Mountainbikes geschoben werden. Das Werkzeug ist gleichzeitig der Verschluss. Mit dem Ninja C hat man Kettenhaken und Innensechskantschlüssel dabei, und ein Fach für die Kettennietstifte gibt es auch noch. Das Werkzeug fällt im Lenkerende nicht auf und stört nicht. Aber man ist froh, wenn man es dabei hat. Es kostet 29,95 Euro.

3 Kommentare

  1.   Nur_mit_Muskelkraft

    „Ich finde es aus Sicherheitsaspekten problematisch, ein herkömmliches Rad in ein E-Bike umzubauen.“

    Ich denke, die Autorin spricht damit die höhere Beanspruchung zum einen durch das erhöhte Gewicht und zum durch eine höhere Geschwindigkeit an. Allerdings: auf „herkömmlichen“ Rädern fahren auch die unterschiedlichsten Menschen, von sportlich (ergo höhere Geschwindigkeit) bis massig (ergo höheres Gewicht) und das verkraftet die Technik auch. Natürlich sollte ein Fahrrad, in dass ein Antrieb eingebaut wird durch den eine Geschwindigkeit erreicht wird, die ein gesunder, halbwegs sportlicher Mensch problemlos auch ohne Motor erreichen kann so beschaffen sein, dass diese Geschwindigkeit nicht zum Sicherheitsrisiko wird. Aber es wird doch niemand so dämlich sein und ein 1000-Euro-Hinterrad in eine 50 Jahre alte Klabache mit Stempelbremse einbauen?

  2.   Icke Ducke

    Ich glaube, die menschliche Dummheit bzw. den menschlichen Leichtsinn sollte man NIE unterschätzen.

    Ich sage nur „Fixie lookalike“, ohne Bremsen, aber mit Freilauf …

  3.   figurenwerk-berlin

    @2:
    Wen meinen sie damit ?
    Die Leute, die ein (zu Anschauungszwecken abgespecktes) Messevorführmodell auf einem Bild sehen und das für ein käufliches Angebot halten ?

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren