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Wegweiser für Minimalisten

 
© Onomo
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Radroutenplaner und Routen-Apps gibt es viele. Sie leiten den Fahrer sicher durch die Stadt, entweder akustisch oder visuell, wenn das Gerät am Lenker befestigt ist. Der Ingenieur und Designer Javier Soto Morras fand das aber häufig lästig. Er mag es schlichter. Deshalb hat er einen Fahrradkompass entwickelt, der dem Radfahrer nur noch per Lichtpunkt am Rand die Richtung anzeigt. Den konkreten Weg durch die Stadt kann sich der Radfahrer selbst aussuchen. Die App und den runden, etwa fünfmarkstückgroßen Kompass nennt Morras Haize.

Das Konzept ist einfach. In der Smartphone-App gibt der Radfahrer sein Ziel ein. Das Haize wird per Gummi am Lenker befestigt und zeigt mit einem LED-Licht die Richtung an. „Das Gehäuse ist aus Aluminium und der Deckel ein gewölbtes Uhrenglas“, sagt Hannes Jakobsen, Morras‘ Partner im neu gegründeten Startup Onomo. Der Name Haize sei baskisch und bedeute Windrose. Mitte Oktober starten die beiden für das Produkt eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter.

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© Ononmo

Mir gefällt der minimalistische Auftritt von Haize. Häufig reicht in der Stadt die Richtungsangabe, um das Ziel zu erreichen – das Anzeigen jeder kleinen Seitenstraße verwirrt eher. Und wer es einmal ganz genau wissen muss, kann bei Haize auch die übliche Navigation über die Smartphone-App wählen.

6 Kommentare

  1.   Dick Hendrix

    Ganz im Gegensatz zu den ueberlicherweise hier vorgestellten Gadgets eine klasse Sache.

  2.   AfterYou

    bin nicht so sicher ob das wirklich gut funktioniert.
    ich hab die erfahrung gemacht, dass es mir beim fahren über land reicht, grob zu wissen, in welche richtung ich muss. im stadtverkehr bin ich damit aber immer gescheitert weil es zu viele straßen gibt, die ich als radfahrer nicht benutzen darf oder will. wenn dann noch flüsse, autobahnen, bahngleise und hochstraßen dazu kommen bleiben nur wenige wege übrig, die man nehmen darf um ans ziel zu kommen.
    darüber hinaus wünsche ich mir von einer navi-app für radler, dass sie mir nicht nur den kürzestens sondern den radfahrertauglichsten weg ausspuckt. also zum beispiel eine route durch den park oder durch wenig befahrene nebenstraßen statt an der großen zweispurigen straße entlang.

  3.   HH1960

    Nur eine grobe Richtung vorgegeben zu bekommen reicht mir nicht. Oft sind es die kleinen Wege, welche auf dem Display angezeigt, mein Interesse wecken und die ich dann nutze. Darüber hinaus behalte ich auch gern auf dem Display den grössere Umkreis meines Standortes im Auge. Ich bleibe bei meinem Outdoor-GPS-Gerät mit open street map.

  4.   JensK

    Das Poblem für die nutzerspezifische Fahrradnavigation liegt nicht bei dem Gadget, sondern beim verwendeten Datensatz und den Algorithmen zur Routenplanung. Bekanntermaßen haben Fahrradfaher sehr viel spezifische Anforderungen, wie sie ans Ziel kommen wollen (kürzeste, grünste, schnellste Strecke, ruhigster Verkehr, asphaltiert, Radweg only, offroad …). Getreu dem Motto (Der Weg ist das Ziel).
    Entweder man plant seine Tour im Vorfeld, mit Komoot geht das für Wochendausflüge sicher ganz gut. Oder man kennt seine Umgebung/die Stadt einigermaßen um auch spontan eine Route nach den eigenen Bedürfnissen erstellen zu können.
    Ich denke, dass hier noch viel Aufwand in die Aufarbeitung der Daten (Beschaffenheit der Wege) hineingesteckt werden muss, bis ein Navigationsdienst zuverlässig die eigenen Bedürfnisse bei der Routenplanung berücksichtigt. Anhaltspunkt könnten hier z.B. die gesammelten Daten sein, welche Strecken Radfahrer am häufigsten nutzen, für einige Städte gab es entsprechende Projekte.
    Wie soll ein Algorithmus erkennen, wie viel Km Umweg ich in Kauf zu nehmen bereit bin um durch einen Park fahren zu können? Var1: Regen/Sonne, Var2: Gepäck/Kind dabei, ….. Bis ich das System mit diesen Information gefüttert habe, hab ich selbst die Karte/das Gedächtnis studiert und einen Weg zum Ziel gefunden.

    Hat man das erstmal ist das Haize sicher ein nettes minimalistisches Gadet, welches die einfachen Richtungsangaben gut visualisieren kann. Also eine neue Verpackung für bereits lange verfügbare Funktionen. Auch die Anzeige „Das ziel liegt in dieser Richtung“ ist keine neue Entwicklung. Das fahren in diesem Modus erfordert aber auch einen hohen Grad an Verkehrswegkennntnissen, wenn man nicht plötzlich auf einer Kopfsteinflaster- oder Bundesstr. unterwegs sein will, vor einem Kanal/bahngleisen steht und die nächste Überführung weit weg ist.

  5.   JensK

    Das Haize ist sicher ein nettes minimalistisches Gadet, welches die einfachen Richtungsangaben gut visualisieren kann. Also eine neue Verpackung für bereits lange verfügbare Funktionen.
    Auch die Anzeige „Das Ziel liegt in dieser Richtung“ ist keine neue Entwicklung. Das Fahren in diesem Modus erfordert aber auch einen hohen Grad an Verkehrswegkennntnissen, wenn man nicht plötzlich auf einer Kopfsteinpflaster- oder Bundesstr. unterwegs sein will, vor einem Kanal/Bahngleisen steht und die nächste Überführung weit weg ist.
    Das Problem für die nutzerspezifische Fahrradnavigation liegt jedoch nicht bei dem Gadget, sondern beim verwendeten Datensatz und den Algorithmen zur Routenplanung. Bekanntermaßen haben Fahrradfahrer im Gegensatz zu Autofahrern sehr viel spezifischere Anforderungen, wie sie ans Ziel kommen wollen (kürzeste, grünste, schnellste Strecke, ruhigster Verkehr, asphaltiert, Radweg only, offroad …). Getreu dem Motto: Der Weg ist das Ziel.
    Entweder man plant seine Tour im Vorfeld, mit Komoot geht das für Wochendausflüge sicher ganz gut. Oder man kennt seine Umgebung/die Stadt einigermaßen um auch spontan eine Route nach den eigenen Bedürfnissen erstellen zu können.
    Ich denke, dass hier noch viel Aufwand in die Aufarbeitung der Daten (Beschaffenheit der Wege) hineingesteckt werden muss, bis ein Navigationsdienst zuverlässig die eigenen Bedürfnisse bei der Routenplanung berücksichtigen kann. Anhaltspunkt könnten hier z.B. die gesammelten Daten sein, welche Strecken Radfahrer am häufigsten nutzen, für einige Städte gab es entsprechende Projekte.
    Wie soll ein Algorithmus erkennen, wie viel Km Umweg ich in Kauf zu nehmen bereit bin um durch einen Park fahren zu können? Var1: Regen/Sonne, Var2: Gepäck/Kind dabei, ….. Bis dem Navigationsdienst die nötigen Parameter eingetrichtert hat, hat man selbst die Karte/das Gedächtnis studiert und einen Weg zum Ziel gefunden.

  6.   Andreas

    Das ist jetzt aber nicht doll neu. Exakt so navigiere ich mit meinem Einfachst-GPS Garmin Geko 301 seit vielen Jahren. Klappt in der Stadt genauso wie auf dem Land und auf dem Rad und mit dem Auto gleichermaßen. Wobei in beiden Fällen ein richtiges Navi komfortabler ist, das Geko aber den Weg genauso sicher weist. Nur weil das neue Teil rund ist und ’ne LED hat, muss ich es nicht kaufen.

 

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