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Ökos feiern im Luxushotel

 

Dass die Windenergie-Branche extrem erfolgreich Grüne Geschäfte betreibt, hat sie gestern abend in Berlin bewiesen: Sie ließ es im teuersten Hotel der Hauptstadt krachen, im feinen 5-Sterne Hotel de Rome am Bebelplatz. Dort feierte sie bei einem Galadinner ihre inzwischen in Deutschland installierten  25.000 Megawatt  Leistung. Sogar eine eigene Homepage und eine spektakuläre Bühnenshow mit Tänzerinnen und Jongleuren war das dem Bundesverband Windenergie wert. Keine Spur von Jeans und Birkenstocks, die Herren kamen gesittet in dunklen Sakkos, die (wenigen) Damen im Hosenanzug. Nur der Anteil von Männern mit Zopf war vielleicht auffällig hoch…

Der Meilenstein 25.000 Megawatt war  recht offensichtlich nur ein Feigenblatt: In erster Linie ging es den Windlobbyisten darum, in Kontakt mit der Politik abseits von drögen Fachgesprächen und Arbeitskreisen zu kommen. Denn unter Schwarz-Gelb sind plötzlich jede Menge neue Gesichter in den Bundestag eingezogen, die sich vorher nicht unbedingt als Energiepolitiker profiliert haben, etwa die vielen Abgeordneten der FDP wie der frisch gekürte, energiepolitische Sprecher Christian Lindner (gerade einmal 30 Jahre jung). Aber natürlich ließen sich auch die „alten Hasen“ die Party nicht entgehen, darunter Maria Flachsbarth (erneuerbare-Energien-Fachfrau der Union), Ulrich Kelber, Rolf Hempelmann und Dirk Becker von der SPD oder Hans-Josef Fell von den Grünen.

Recht versöhnliche Töne  schlug übrigens die neue parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium in ihrer Rede an, Ursula Heinen-Esser (CDU). Sie ließ sich angesichts der Diskussion rund um die Atomkraft als Brückentechnologie zu dem wunderbaren Satz hinreißen:

„Wir werden es absolut nicht zulassen, dass durch den Bau der Brücke die Zufahrt zu den Erneuerbaren Energien blockiert wird.“

Ob die Union Wort halten wird, kann sie gleich kommendes Jahr beweisen. Denn dann wird sicherlich das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit seinen Vergütungssätzen für Ökostrom erneut auf den Tisch kommen. Dann wird sich zeigen, ob sich die „Ökos“ weiterhin Luxushotels leisten können.

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