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Baikalsee: Luxusbank straft Oligarchen ab

 

Es ist ein Schritt, der in der Bankenwelt noch viel zu selten passiert: Das feine, exklusive Schweizer Bankhaus Clariden Leu hat Aktien des russischen Aluminiumkonzerns „Rusal“ aus dem Depot geschmissen, berichten Schweizer Tageszeitungen. Den Bankiers passt vor allem das Engagement des Rusal-Hauptaktionärs nicht mehr: Oleg Deripaska betreibt zusammen mit dem russisschen Staat eine umstrittene Zellulose-Fabrik am Baikalsee, die als größter Verschmutzer des Sees gilt.

Das Kombinat mit mehr als 1600 Arbeitern war vergangenes Jahr geschlossen worden. Vor einigen Tagen hat Ministerpräsident Putin allerdings ein Dekret erlassen, das ein Wiederanfahren des Betriebs ermöglicht. Für den Baikalsee – eines der größten Süßwasserreservoirs der Welt – wäre das folgenreich: Schon seit Jahrzehnten wehren sich Umweltschützer gegen die Fabrik, die Teile ihrer Abwässer im Baikalsee entsorgt – hier ein guter Überblick im Wall Street Journal.

Sympathisch finde ich an Clariden Leu, dass die Bank ihren Schachtzug nicht an die große Glocke hängt. Das mag allerdings nicht nur dem Schweizer Understatement geschuldet sein. Sondern vielmehr den Geschäftsbeziehungen zum Mutterkonzern Credit Suisse: Der nämlich organisierte vor kurzem für Oleg Deripaska den Börsengang von Rusal an der Börse.

 

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