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Das Blatt wenden

 

Dass der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter die Klimabilanz drastisch verbessern kann, liegt auf der Hand. Aber auch die ökologischen Folgen von kleineren und weniger radikalen Schritten summieren sich mit der Zeit.

Beispiel Papier. Jeder Umstieg lohnt sich:  Wer nur drei Blatt Papier aus frischem Zellstoff durch Recyclingpapier ersetzt, rettet nicht nur Wald, sondern spart auch soviel Energie ein, wie nötig ist, um einen Liter warmes Wasser zum Kochen zu bringen. Noch nicht mal auf Ästhetik muss man verzichten. Modernes Recyclingpapier ist so hell wie Neupapier und ihm bei Drucker- und Kopierpapieren absolut ebenbürtig. Wer die schweren Packen nicht schleppen mag, kann sie sich bequem von einem Ökoversender wie Memo nach Hause schicken lassen.

In Berlin hat die Redaktion längst auf Ökopapier umgestellt, in Hamburg ehrlich gesagt noch nicht. Und essentiell ist es, dass wir unser Altpapier auch in einem getrennten Papierkorb neben dem Schreibtisch sammeln, denn ohne diesen Nachschub gibt es kein Recyclingpapier.

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Wer von uns eine ökologisch gute Entscheidung erwartet, findet die Redaktion, sollte auf seine vorbildliche Ware ein gut erkennbares Zeichen drucken. Zugegeben: Bei all den Spezialsiegeln, die es gibt, kann man leicht den Überblick verlieren. Bei Papier ist es einfach. Erkennungszeichen für Recyclingpapier mit besten Standards ist der „Blaue Engel“ .

Wirklich schwach auf der Brust ist die Redaktion noch beim Papiersparen. Wir drucken zu viel aus, oft liegen Stapel im Drucker, die keiner abholt und auch nicht jede – noch so erhellende – 100-Seiten-Studie muss wirklich ausgedruckt werden.

Wir experimentieren jetzt damit, die Druckfunktion an den Rechnern wenigstens fix so einzustellen, dass wir automatisch doppelseitig ausdrucken. Der Vorschlag, nur noch in minimaler Punktgröße auszudrucken, wurde abgelehnt. Solches Augenpulver will keiner.

Benutzen Sie an Ihrem Arbeitsplatz Recyclingpapier? Was ist mit anderen Büromaterialien wie Stiften?

7 Kommentare


  1. Wußten sie schon? Sogar Ölmultis (Shell) sind auf den Geschmack gekommen, Energie einzusparen und finanzieren ihre „bahnbrechenden“ Innovationen, LED in Tankstellen einzusetzen, u.a. aus Geldern des Bundesinnovationsprogramms! Entsetzlich, wie ich finde. Mehr hierzu auf meinem Blog.

  2.   Rhabarber

    Bei uns in der Uni wird grundsätzlich für alles Recyclingpapier verwendet. Ebenso wird Papier per default Duplex bedruckt und nur auf explizite Anfrage nicht.

  3.   J.S.

    „Dass der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter die Klimabilanz drastisch verbessern kann, liegt auf der Hand. “

    Stimmt das wirklich? Was ist wenn das CO2 dann einfach nur an einem anderen Ort entsteht?

    z.B. wenn wir weniger Öl verbrauchen sinkt der Öl-Preis und damit können sich Leute in armen Gegenden mehr Öl leisten? Der CO2 Ausstoß verringert sich dadurch nicht.

    Die Herstellung von Batterien, Solarmodulen usw. erfordert eine Menge Energie die in China hauptsächlich mit Kohle produziert wird. Wir verwenden diese Batterien, Solarmodule usw. dann und meinen wir täten etwas fürs Klima, dabei verlagern wir den CO2 Ausstoß nur.

    Unter Rot-Grün wurde die deutsche Aluminiumherstellung zerschlagen. Nun wird das Aluminium in Arabien usw. hergestellt. Allerdings brauchen wir das Leichtmetrall für Energiesparende Autos, Flugzeuge usw.. Also kommt jetzt noch der Transport des Aluminiums aus Arabien zu unseren Fabriken hinzu…

    Ich bin von den meisten Klimaschutzanstrengungen nicht so überzeugt.

  4.   J.S.

    „Ein weiß gestrichenes Dach von zehn mal zehn Metern gleicht insgesamt zehn Tonnen CO2 aus. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen „ökologischen Fußabdruck“ eines Deutschen.“

    http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inhalt/7/0,1872,7956519,00.html

    Oder dem „ökologischen Fußabdruck“ von fast 2 Franzosen. Nicht etwa weil wir dicker sind sondern weil die Franzosen auf Kernenergie setzen.

  5.   Tazzism

    A propos drucken: http://www.ecofont.com/de/produkte/grun/drucken/nachhaltiges-drucken-mit-dem-ecofont-software.html – die Schriftart Ecofont „locht“ die gedruckte Schrift (sieht unter dem Mikroskop etwa wie die Rückennummern des Nationaltrikots von 2008 aus) und spart somit ordentlich Tinte und Toner.

  6.   Alex J

    Noch einmal apropos drucken: (mindestens) ein Druckerhersteller hat Umweltbewusstsein gezeigt und mit der „Walk to print“ Funktion überflüssiges Drucken einfach und clever reduziert: man muss erst zum Drucker laufen und eine Taste drücken, um den Druckauftrag zu starten. Hut ab! Denn für den Hersteller bedeutet das auf lange Sicht, etwas weniger Toner zu verkaufen.

    http://18bits.de/news/Tallygenicom_Laserdrucker_mit_neuen_Funktionen-2008120832

  7.   Norian Schneider

    Was bei all der sinnvollen Diskussion um Recyclingpapier nicht vergessen werden darf ist die Tatsache, dass dieser Rohstoff nicht unendlich recyclebar ist. Papierfasern lassen sich im Durchschnitt 7 Mal aufbereiten, dann sind die Fasern zu kurz um für die Papierproduktion genutzt werden zu können. D.h. wir sind auch auf Papier aus frischen Holzfasern (oder andere Fasern) angewiesen. Genauso wichtig ist es also, bei Papier darauf zu achten, dass es FSC/PEFC zertiziert ist, damit die Neufasern aus nachhaltiger Holzwirtschaft stammen. Da noch sehr viel Papier aus Frischfasern verkauft wird, ist es also wichtig, da auf Zertifizierung zu drängen.

    Ansonsten weniger drucken, wenn schwarz-weiß, doppelseitig und Laser statt Tinte (spart auch Geld) und Toner sind ebenfalls recyclebar.

    @ Alex J
    Sorgt aber vielleicht auch dafür, dass mehr Drucker angeschafft werden, damit man nicht hinlaufen muss… Das wiederum wäre kontraproduktiv.

 

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