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Das neue ABC der Energie

 

Ende 2011 ändern sich die EU-Energielabel für Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühlgeräte. Erstmals fallen auch Fernsehgeräte unter die Kennzeichnungspflicht.

Für den Verbraucher wird aber es keineswegs einfacher: Das Prädikat besonders sparsam, so ist in den Köpfen der Kunden verankert, verdienen Geräte mit dem Buchstaben A und der Farbe Grün. Nur bei Kühl- und Gefrierschränken gab es seit 2004 bereits A++.

Weil das Zeichen die Branche dazu animiert hat, sparsamere Modell zu produzieren, erreichen jetzt praktisch alle zumindest die Klasse A. Kurz, das über zehn Jahre alte Zeichen hat sich überlebt.

Statt aber die sieben Kategorien von A bis G beizubehalten und nur die wirklich Besten mit A auszuzeichnen, werden die effizientesten Geräte seit neuestem sogar mit bis zu drei Pluszeichen belohnt.

Das Ergebnis ist kurios: Geräte mit einem  A+ spielen faktisch nur noch in der dritten Liga und Geräte mit einem einfachen A sind alles, aber nicht energieeffizient. „Solche Geräte sollten die Verbraucher gar nicht mehr kaufen“, rät Frauke Rogalla vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin. Sie seien die schlechtesten Geräte auf dem Markt. A ist sozusagen das neue D.

Ab Juli 2012 werden Waschmaschinen und Geschirrspüler mit der Effizienzklasse A von der EU komplett verboten. Es ist zu erwarten, dass die Hersteller die A-Modelle deshalb in diesem Jahr im großen Stil verramschen werden, prognostiziert Rogalla. Wer ein solches Gerät kauft, dem muss aber klar sein, dass es eine ganz kleine Nummer in puncto Klimaschutz ist.

Gerade in Haushalten, in denen viele Personen leben und häufig gewaschen, gespült und viel gekühlt wird, sollte es schon ein Gerät aus der Kategorie A+++ sein. Zwar sind die neuen Energielabel erst Ende dieses Jahres Pflicht,Verbraucherschützer rechnen aber damit, das die Hersteller sie jedoch ab sofort freiwillig nutzen. „Sie brennen darauf, mehr zu zeigen“, sagt Rogalla.

Einzige Ausnahme: Bei Fernsehern kann man weiterhin bedenkenlos A kaufen, denn hier besteht beim Energieverbrauch noch extremer Nachholbedarf. Bis dato fällt das Gros der Fernsehgeräte in die Kategorien C und D.

Neu sind obendrein die Piktogramme am unteren Rand der Label. Dort verbergen sich weitere wichtige Informationen. Ein Lautsprecher-Symbol kennzeichnet den Lärmpegel der Geräte, was bei Waschmaschinen durchaus eine Rolle spielt. Eine Milchtüte steht für das Kühlvolumen, eine Schneeflocke symbolisiert das Gefriervolumen, ein tropfendes T-Shirt zeigt die Schleuderwirkung.

12 Kommentare


  1. […] mit Pluszeichen versehen. Das macht die Verwirrung komplett, bloggt K. Original gibt´s hier: Energielabel: Das neue ABC der Energie Hier […]

  2.   Thongor

    A oder A+++ – es kommt immer noch darauf an, wie sauber die Wäsche wird. Mir graut vor einseitigen Kennzahlen. Wer nur auf den Energieverbrauch schielt, aber die Waschwirkung vergisst (oder man mit noch mehr Chemie bei Waschmitteln nachhelfen muss), der setzt aufs falsche Pferd.

    Behandelt Eure Waschmaschinen pfleglich, wer weiß, wie lange es noch gute zu kaufen gibt.


  3. Die „Gerätelobby“ hat sich massiv für das jetzige System eingesetzt – und gegen ein transparenteres A-D, das den Konsumenten zwingt sich zu informieren, welche Zahl bei welchem Produkt welche Bedeutung hat…

  4.   runivaldi

    Ich empfehle nicht nur auf A++ zu schauen sondern auch auf die kWh/Jahr.
    Ein kleiner Kühlschrank mit Gefrierfach ist „klimafreundlicher“ 135 kwh
    als eine „große“ Kühlkombi 214 kWh
    als ein Kühlschrank ohne Gefrierfach 88 kWh und zusätzlich ein Gefrierschrank 135 kWh: Summe 223 kWh
    135 kwh/Jahr < 214 kWh < 223 kWh

    Also häufiger einkaufen und in der Stadt wohnen lohnt sich.
    Deswegen wohne ich lieber in einer kleinen Wohnung und nicht in einem großen, supergedämmten "klimafreundlichen" Millionen-Mega-Haus. Beachte ein Haus stopft man noch mit vielen produzierten Gegenständen. Verwende nicht das gesparte Geld für die Flugreise.
    Richtiges klimabewußtes Denken da bin ich, 95 % der Deutschen/Welt, die Politik und auch die Presse weit entfernt.
    Ich hoffe ich habe der Zeit ein paar weitere Dikussionspunkte gegeben ;)

  5.   AW

    Was ein Wahnsinn! Anstelle des korrekten Nutzen des alten Systems (D als durchschnittlich, G als energieverschwendend, etc), wird es „erweitert“. Doch wann stoppt man die Erweiterung? Oder wird es in Zukunft auch A+++++ geben?

    Die dahinterliegende Idee scheint bekannt aus der Schule: Keiner will Durchschnitt (oder, Gott bewahre, unterdurchschnittlich) sein. Stattdessen sind alle ausgezeichnet, manche halt ausgezeichneter. Nur: Am Ende blickt keiner mehr durch obwohl doch gerade die leichtere Vergleichbarkeit Sinn der Kennzeichnung gewesen ist.


  6. Was soll jetzt daran verwirrend sein? Dass die Hersteller sich nicht auf eine optische Abstufung einlassen würden, ist doch klar. Wetten, dass in ein paar Monaten jeder nur noch über die „A-Kategorie“ eines Gerätes spricht? Und dass die Frage dann lautet: „Ist es A++ oder nur A?“

    Freut mich, dass sich endlich was bewegt, das war ja wirklich überfällig.

  7.   vorzeit

    1A lobbyarbeit, vielleicht sogar 1A ++ lobyarbeit. in bösen ländern heißt das schlicht korruption…

  8.   Gerhard Herres

    Die schlauen Kennzeichner haben es von Anfang an falsch gemacht.
    Es war doch abzusehen und auch gefordert, dass sich die Industrie darum bemüht sparsamere Geräte zu entwickeln. Hätte man das schlechteste Gerät mit A, und die um jeweils 20% besseren mit dem nächsten Buchstaben des Alphabeths bezeichnet, dann hätte man reichlich Platz nach unten ohne die verwirrende Kennzeichung mit immer mehr Pluszeichen. Bis Z wäre dann die Effizient um den Faktor 264 gestiegen, weil der Verbrauch nur noch 0,00377 des Wertes von „A“ beträgt.
    Wann wird auf ein vernünftiges System umgestellt, das die Kunden nicht jedes Jahr neu verwirrt?

  9.   rhoenhilde

    Ich frage mich, wie sinnvoll es ist, ein altes, nicht so „klimafreundliches“ Gerät zu verschrotten, um ein neues mit A+++ zu kaufen. Wenn man bedenkt, wie sich die Müllberge vergrößern und wie viel Energie zur Herstellung eines neuen Gerätes verbraucht wird, da behalte ich doch lieber meinen 20 Jahre alten Kühlschrank, der immer noch funktioniert.

 

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