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Und noch eine Mülltonne

 

Seit einigen Tagen herrscht in unserem Hinterhof ein farbiges Chaos: Neben einer grünen, einer blauen, einer grauen und einer braunen Mülltonne steht nun dort auch eine quietschorangene Mülltonne – Verzeihung: Wertstofftonne.  Altes Plastikspielzeug, Toaster und Pullover darf man in der „Orange Box“ entsorgen. Der heutige Test ergab: Ein alter CD-Spieler und ein verkalkter Duschkopf hatten es in die Tonne geschafft. Sehr löblich.

Copyright: Berliner Stadtreinigungsbetriebe

Aber macht diese Tonnenvielfalt wirklich Sinn? Nur zwei Meter neben der neuen Wertstofftonne steht nämlich auch die bekannte gelbe Tonne, in die der Verpackungsmüll mit grünem Punkt landen soll.

Was für ein ärgerliches Chaos. Ein Joghurtbecher aus Plastik muss nun in die gelbe Tonne, ein Spielzeugauto aus genau dem gleichen Material (!) in die Wertstofftonne (Wenngleich es immer noch besser ist, dass das Spielauto via Wertstofftonne recycelt wird und nicht einfach nur mit dem Restmüll verbrannt wird).

Aber wie soll man da eigentlich den Überblick behalten? Ein überflüssiger Trennungsirrsinn ist das, der mal wieder bestätigt: Je komplizierter und intransparenter ein System organisiert ist, desto mehr Profiteure gibt es. Seit Jahren bekriegen sich hinter den Kulissen Kommunen und private Entsorgungsunternehmen, wer welchen Müll eigentlich entsorgen darf. Der Verlierer beim Kampf um den Müll ist klar die Umwelt. Denn mit der jüngsten Tonnenschwemme vergrault man die Leuten  – dabei ist Recycling doch wünschenswert. Es wird Zeit für eine einheitliche Wertstofftonne.

4 Kommentare

  1.   Verena Köttker

    Man kann der Autorin nur Recht geben: Noch eine zusätzliche, orange Tonne schafft weder mehr Klarheit, noch macht diese ökologisch und ökonomisch Sinn. In Berlin gibt es bereits seit 2005 die Gelbe Tonne Plus – in die darf der Verbraucher nicht nur Verpackungen werfen, sondern auch alle anderen Kunststoff- und Metallabfälle. Leider darf ALBA, das diese gelbe Wertstofftonne „erfunden“ hat, maximal 410.000 Haushalte damit ausrüsten. Eine Ausweitung des Systems auf alle Bürger wurde verboten.
    Verena Köttker, Leiterin Unternehmenskommunikation ALBA Group


  2. Sammlung und stoffliche Verwertung von Plastikverpackungen im Gelben Sack ist eine ökologische und ökonomische Katastrophe, die geeignet ist, auch eine robuste Volkswirtschaft nachhaltig zu schädigen. Sie rechnet sich nur deshalb, weil sie vom Dualen System über Lizenzgebühren subventioniert wird, die von den lizenzpflichtigen Unternehmen wiederum über den „Grünen Punkt“ refinanziert werden. Rund 93 % allen geförderten Öls wird in Heizungen und Autos verbrannt, ausgerechnet die restlichen 7%, aus denen Produkte wie Verpackungen hergestellt werden, sollen mit höchstem Energie-, Zeit- und Kostenaufwand recycelt statt ebenfalls verbrannt zu werden. Ca. 50 % des in Gelben Säcken aufwendig gesammelten (und meist auch noch gereinigten) Verpackungsmülls wird schon an den Sortierbändern aussortiert und zu sogenanntem Gewerbemüll umdeklariert. Dieser Gewerbemüll (der allerdings nicht nur aus Verpackungen, sondern auch aus etlichen Fehlwürfen besteht) wird anschließend wieder mit dem normalen Müll vermischt und energetisch verwertet. Merke: Getrennt sammeln, gemeinsam verbrennen!Der zur Wiederverwertung aussortierte Teil der Leichtmasse wird im In- und Ausland je nach Verpackungsart mal mehr und mal weniger umweltgerecht, aber in fast jedem Fall nicht marktwirtschaftlich (also subventioniert) recycelt. Ein großer Teil des aussortierten PET-Verpackungsmülls wird z. B. in Containerschiffen in den ostasiatischen Wirtschaftsraum vor allem nach China exportiert, um dort weiterverwertet zu werden.

    Andrerseits importiert Deutschland den Müll des Auslands(zB Italien) zur Verbrennung usw.Natürlich ist das ein gutes Geschäft.Aber eben nicht für JEDEN.

    Was das duale System betrifft,wäre bessere Aufklärung und Info für den Bürger sicher fair:

    http://www.novo-magazin.de/43/novo4344.htm

  3.   Monex Deposit Company

    Der Stadtrat hat am Donnerstag die Wertstofftonne beschlossen die die gelbe Tonne ersetzen soll. Die Umstellung auf die ressourcenschonendere Wertstofftonne durfte den Mullburgern selbst noch die wenigsten Probleme bereiten.

  4.   DURABILIT

    Recycling ist gut, aber Wiederverwendung ist offer viel besser. Unternehmen verlangen nach mehr Einblick in den Kohlendioxidausstoß von Produkten, haben aber Schwierigkeiten, dies zu quantifizieren. Sie neigen dazu, die negativen Einflüsse der gesamten Lieferkette nicht in die Berechnungen einzubeziehen. Deshalb hat http://www.durabilit.de den weltweit einzigartigen DURABILIT Greener Network Calculator, einen CO2-Rechner, entwickelt. Der zeigt die Verringerung von Kohlendioxidausstoß an, die durch den Kauf und Einsatz von gebrauchten Switchen anstatt neuer erreicht wird.

    Die Auswirkungen auf den Kohlenstoff-Fußabdruck des gesamten Lebenszyklus hängen von der Art des Produkts ab. Neuste Forschungen zeigen, dass eine geschlossene Lieferkette im Vergleich zu einer traditionellen Lieferkette die Emission um bis zu 50% verringert.

    Für Switche / Netzwerk Hardware sind die gesamten Kohlendioxidemissionen fast gleichmäßig zwischen Produktion und Nutzungsphase verteilt.

    Da sich Green IT derzeit hauptsächlich auf die Verringerung des Energieverbrauchs oder auf das Nutzen alternativer Energiequellen konzentriert, werden die relativen Kohlendioxidemissionen der Lieferkette noch höher. Allerdings haben Gespräche mit Entscheidungsträgern gezeigt, dass es an Bewusstsein darüber mangelt.

    Die Wiederverwendung von Netzwerktechnik / hardware ermöglicht Unternehmen nicht nur Ihren Kohlendioxid-Ausstoß deutlich zu reduzieren, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Geräte, wodurch auch Abfall und Recyclingsaktivitäten vermieden werden. Die Initiative von DURABILIT unterstützt die Ziele des Kyoto-Protokolls und der Agenda Europa 2020.

 

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