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Mehr Transparenz beim Atomausstieg

 

Haben Sie schon einmal vom Umweltinformationsgesetz gehört? Die Idee ist simpel: Wer etwas von einer Behörde wissen will, kann die Bekanntmachung der Daten verlangen, egal, ob es um geplante CCS-Felder (Kohlendioxid-Verpressung unter Tage) in der Nachbarschaft, EU-Subventionen für Landwirte oder Genmais-Verunreinigungen geht.

Greenpeace will jetzt per Umweltinformationsgesetz die Energiewende vorantreiben. Denn weiterhin hält sich das, sagen wir mal freundlich, „Gerücht“, dass es zu Blackouts kommen wird, wenn die Bundesregierung den Atomausstieg ernst meint und auch im Winter keine Atomkraftwerke am Netz sind. Die Umweltschutzorganisation hat bei der Bundesnetzagentur beantragt, Daten der Netzbetreiber zu veröffentlichen. Bislang verweigern die Netzbetreiber die vollständige Veröffentlichung und verweisen auf Geschäftsgeheimnisse. Eine unabhängige Überprüfung der Daten, welche die Netzbetreiber zur Verfügung stellen, gibt es bislang nicht. Ein sperriges, aber wichtiges Thema. Denn es bleibt weiterhin unklar, ob die Stromnetze tatsächlich schon kurz vor dem Kollaps stehen, oder ob diese Einschätzung den Netzbetreibern nur entgegenkommt, um den Atomausstieg zu verzögern.

Ich bin gespannt, wie die Bundesnetzagentur reagieren wird. In anderen Fällen wie etwa den EU-Subventionen für die Landwirtschaft, kam es am Ende zu einer Veröffentlichung – aber  meist erst nach jahrelangem juristischem Gezänk. Dabei drängt die Zeit. Denn in diesem Sommer sollte sich entscheiden, wie es mit den Kernkraftwerken weitergeht. Und die Entscheidung sollte auf einer Datengrundlage getroffen werden, die nicht nur einseitige Interessen widerspiegelt.

15 Kommentare

  1.   J.S.

    Wie wenn Greenpeace unabhängig wäre.


  2. Dann solls ein anderer tun und nicht greenpeace….

    wie wäre es mit der deutschen Energie Watch Group… eine Unabhängige Vereinigung von Wissenschaftlern die durch spenden arbeiten…

    Es geht ums prinzip… Dass die fantstischen Vier … behauptungen aufstellen wies um den Strom steht, ohne das jemand unabhängiges einblick bekommt ist beklemmend…


  3. […] Sie würden zeigen, ob die Stromnetze tatsächlich vor dem Kollaps stehen. Hier mehr lesen: Energiewende: Mehr Transparenz beim Atomausstieg Hier […]

  4.   J.S.

    „wie wäre es mit der deutschen Energie Watch Group“

    Dann sehen wir doch mal nach:

    „Projektträger der Energy Watch Group
    Ludwig-Bölkow-Stiftung
    Daimlerstraße 15
    85521 Ottobrunn“

    „1983 wurde von ihm in Ottobrunn die Ludwig-Bölkow-Stiftung gegründet, um Technologie ökologischer zu gestalten. Dort wurden Pläne für eine Magnetschwebebahn, Solarfabriken in der Wüste und zuletzt für eine effiziente Speicherung von Wasserstoff als Energieträger gemacht.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Bölkow

  5.   TS

    Tja,

    Dann halt selber einen Vorschlag machen… Die Frage stellt sichnatürlich, wie man unabhängig definiert..

    Träger ist die Ludwig-Bölkow-Stiftung. In diesem Projekt erarbeiten Wissenschaftler unabhängig von Regierungs- und Unternehmensinteressen Studien über

    – die Verknappung der fossilen und atomaren
    Energieressourcen,
    – Ausbauszenarien für die Regenerativ-Energien
    sowie
    – daraus abzuleitende Strategien für eine
    langfristig sichere Energieversorgung zu
    bezahlbaren Preisen.

    Die Wissenschaftler erheben und analysieren also nicht nur ökologische, sondern vor allem ökonomische und technologische Zusammenhänge. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen über die Fachkreise hinaus in die politisch interessierte Öffentlichkeit transportiert werden.

    klingt doch nicht schlecht…

    Viel Ehrenamtliche Arbeit… Und die Studien werden verständlich offen gelegt..

    das kann man bei den Energieunternehmen wohl kaum behaupten

  6.   J.S.

    Mein Vorschlag wäre das man offener mit der Tatsache umgeht, das die wenigsten unabhängig sind sondern ihre jeweiligen Interessen verfolgen.

  7.   J.S.

    “ die Verknappung der fossilen und atomaren
    Energieressourcen,“

    Da sieht man es schon wieder. In Bezug auf die „atomaren“ ist das falsch und ein unabhängiger Wissenschaftler würde so etwas nie behaupten, weil es wissenschaftlich nicht haltbar ist.

  8.   J.S.

    Spiegel Online schreibt:

    „Deutschlands Energieriesen stecken in der Strategiefalle. Werden sie zu Übernahmezielen für die ausländische Konkurrenz? “

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,765678,00.html

    Wer sollte denn Interesse an deutschen Energieriesen haben? Das Gegenteil ist der Fall! Die Electricite der France hat z.B. gerade in „weiser Voraussicht“ ihre Anteile an EnBW abgestossen.
    Die deutschen Energieriesen verlagern ihr Geschäft ins Ausland.

    Vom Ausland aus kann man dann wieder Atomstrom nach Deutschland verkaufen. Und zwar zu Preisen die nur wenig unter denen der hierzulande vorgeschriebenen Luxus Öko Energien liegen. Das wird ein Geschäft!


  9. […] Energiewende: Mehr Transparenz beim Atomausstieg […]

  10.   Frieway

    @J.S.

    Richtig, der Import von Strom nach Deutschland wird ein Bombengeschäft, Frankreich kann sein Glück gar nicht fassen.

    Fakt ist, Atomstrom-Import (in der EU anerkannt als Öko-Energie) wird auch weiterhin legal sein und kann nicht durch Sondersteuern diskriminiert werden, das verdrängt die Politik und die Öko-Journalie komplett.

    Ihre Stromnetzte wollen die Energieriesen in Deutschland übrigens auch so schnell wie möglich loswerden, dort droht durch die Öko-Politik Investionsbedarf in hoher zweistelliger Milliardenhöhe ohne Chance diese Investionen jemals zurückverdienen zu können.

 

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