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Energieeffizient plantschen in Lünen

 
Copyright: Bädergesellschaft Lünen
Copyright: Bädergesellschaft Lünen

Pünktlich zum Wochenende eine So-geht-es-auch-Meldung aus der Provinz. Im westfälischen Lünen (Insidern von Ihnen sicherlich bekannt als Standort für die weltgrößte Kupferrecycling-Anlage) eröffnet heute das erste Hallenbad mit Passivhaus-Standard Europas. Dank verbesserter Wärmedämmung und einer Dreifach-Verglasung soll das neue Lippe Bad rund 50 Prozent Energiekosten einsparen. Versorgt wird das Hallenbad über ein Blockheizkraftwerk, das mit Biogas läuft. Die anfallende Wärme wird gleich dafür genutzt, das Badewasser zu erwärmen. Passenderweise wurde an dem Standort gleich ein ehemaliges Fernheizkraftwerk aus dem Jahr 1968 topsaniert und in den Bau intergriert. Es beherbergt nun eine 25 Meter-Schwimmbahn.

193.000 Euro will Lünen jährlich an Energiekosten einsparen. Für die dauerhaft klammen Kommunen und Städte ist das schon mal eine Ansage. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die den Umbau gefördert hat, spricht daher von einem „ökologischen Leuchtturmprojekt“. Bei rund 3500 Hallenbädern in Deutschland gebe es noch erhebliches Einsparpotenzial.

6 Kommentare

  1.   Infamia

    Da sieht man mal, es geht. Wenn man nur will.

    Wenn man sich überlegt, dass die meisten öffentlichen Bäder (wenn nicht sogar alle), dauerhaft defizitär arbeiten, ist das ein Signal, dass es auch anders geht.

  2.   Felefon

    193.000 Euro will Lünen jährlich an Energiekosten einsparen.

    Klar. Die Wärme wird durch die Abwärme des Biogas BHKW kostenlos genutzt.

    Betrieb und EE-Stromerzeugung trägt der Stromkunde über eine höhere EE-Umlage.

    Die 193.000 EUR zahlt der Stromverbraucher in Form höherer Strompreise für EE-Strom.

    Es ist also eher mal wieder ein “ökologisches Verschleierungsprojekt”.

  3.   imiBH

    Bei bisherigen Schwimmbädern lag die eigentliche Energieverbrauch nicht unbedingt in der Beheizung des Wassers bzw. des Gebäudes selbst, sondern im Betreib der Entfeuchtungsmaschinen. Das machte bis zu 75 % des Gesamtenergiebedarfes aus. Das neue Bad mit einem Blockheizkarftwerk anzutreiben ist schon sinnvoll, weil Stom durch den Generator en passant anfällt. Das Bad im Passinhausstandard erscheinen zulassen, ist vordergründig sinnvoll- auf den hochgedämmten Aussenfläche kommt es zu keinen Kondensatbildungen mehr.
    Ein solches Schwimmbad wird wie eine Sauna wirken, die schwüle Luft wird nicht mehr abgekühlt. Und: Der kleinste Baufehler führt zu katastrophalen Folgen. Man darf auch nicht auf die Iddee kommen, im Schwimmbad ein Bild aufzuhängen, denn jeder Nagel in der Aussenwand führt nach einigen Jahren zu schwersten Bauschäden.
    Bleibt noch das Problem, der extrem hohen Luftfeuchtigkeitigkeit, die kombiniert mit Wärme ideale Bedingungen für Leben aller Arterschafft: Bakterien, Pilze, Algen und höheres Lebensformen wie Insekten.
    Ich befürchte unangenehme Begleiterscheinungen für die Badegäste und der Versuch, alles regelmäßig zu desinfizieren erzeugt Resistenzen, womit die Sache in einigen Jahren wirklich heftig wird. Wahrscheinlich wird alles in 10 Jahre abgerissen- aber bis dahin kann man alles genau beobachten und dokumentiern.
    Ein Energiesparbad halte ich für so realistisch wie geräuschlosen Sprengstoff.

  4.   huhi

    Frau Uken
    ähnlich wie der Kommentator vor mir, würde auch ich mich freuen, wenn Ihre blog-Beiträge nicht nur rudimentär informieren. Wie ist die volkswirtschaftliche Gesamtbilanz? Rechnet sich die Sache nur aufgrund der Subventionen? Wie hoch sind diese?
    Ansonsten klingt das alles ein wenig noch Wolkenkuckucksheim, wenn nicht gar nach Infomercial.

  5.   Bambergerin

    Bamberg (Bayern) rühmt sich übrigens auch damit, Europas erstes Hallenbad nach Passivhaus-Standard zu sein, s. http://www.bambados.de/bambados/Leitmotive/Oekologie/Das_Oekobad..html

    Da war Lünen wohl schneller.

  6.   cojoh

    Bis „denn jeder Nagel in der Aussenwand führt nach einigen Jahren zu schwersten Bauschäden“ dachte ich ja, dass Sie wissen wovon Sie schreiben. Dann aber outen Sie sich durch diesen Halbsatz als Halbwisser mit vorgefertigter Meinung. Mein Passivhaus hat auch Nägel in den Außenwänden. Das ist völlig folgenlos, da die Außenwand von mit einer 25mm OSB-Platte beginnt und von einer Rigipsplatte verschalt wird. D.h. es sind ca. 4 cm Material vorhanden, in der ein Nagel (oder eine Schraube) Halt findet, ohne die Dämmhülle zu beschädigen. Es würde mich wundern, wenn das Schwimmbad anders gebaut wäre.
    Ihre anderen Pilze, Bakterien etc. Schauergeschichten scheinen auf die Uralt-Mär des Passivhauses als Thermoskanne anzuspielen. Aber auch bei Ihnen sollte sich langsam rumsprechen, dass es aktive Lüftungsanlagen mit integriertem Wärmetauscher gibt, die die Luft zu 100 % austauschen und dabei die Wärme (oder im Sommer Kälte) zu 98 % im Gebäude halten. Auch hier: kann bei mir keine Verpilzungen/Bakterien etc. feststellen, noch dazu, weil die Luft im Passivhaus eher trocken ist.

 

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