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Neuer UN-Report: Die Erde am Anschlag

 

Globale Nachhaltigkeit – und schwupps: Wieder haben ein paar Leser weggeklickt. Ich ahne, Nachhaltigkeit wird wohl bald das Unwort des Jahres. Trotzdem enthält der Nachhaltigkeitsreport, den heute eine UN-Kommission zur „Globalen Nachhaltigkeit“ vorlegte, einige ganz interessante Schätzungen:

As the global population grows from 7 billion to almost 9 billion by 2040, and the number of middle-class consumers increases by 3 billion over the next 20 years, the demand for resources will rise exponentially.

By 2030, the world will need at least 50 per cent more food, 45 per cent more energy and 30 per cent more water — all at a time when environmental boundaries are throwing up new limits to supply.

Mehr als ein Jahr hat eine 22-köpfige Kommission, darunter Minister und vor allem Ex-Minister, viele sinnvolle Forderungen zusammengetragen, unter anderem, dass Güterpreise auch soziale und ökologische Folgekosten widerspiegeln sollen. Oder dass wir mehr Geld zur Armutsbekämpfung benötigen (nun gut, das lässt sich auch hinterfragen). Oder dass Frauen das Sagen über Ressourcen und Bildung haben sollten.

Das liest sich alles wunderbar. Aber ich befürchte, große Folgen werden diese großen Worte kaum haben. Viel zu vage, viel zu unkonkret. Und vor allem ohne konkreten Zeitplan.

10 Kommentare

  1.   Egon Dirks

    Liebe M.Uken,…

    …wir haben ja keine Bildung, weil EBEN die Frauen (Schavan und Wintermantel) das Sagen haben! Haben Sie das nicht gewusst?

    Beste Grüße
    ED


  2. @Marlies Uken: „dass Frauen das Sagen über Ressourcen und Bildung haben sollten“
    … finde ich in der Zusammenfassung des Reports nicht. Würden Sie die Stelle nennen, auf die Sie sich beziehen?


  3. Hallo FrankBusse
    geben Sie mir ein bisschen Zeit, ich suche das heraus.
    Viele Grüße
    Marlies Uken


  4. @Marlies Uken, 01.02.2012: „geben Sie mir ein bisschen Zeit“
    Gern. Was denken Sie, wielange Sie brauchen?


  5. @Marlies Uken #3: „geben Sie mir ein bisschen Zeit“
    Falls Sie nichts finden, würde Ihnen auch ein „Sorry, liebe LeserInnen, da habe ich wohl überinterpretiert.“ nicht schlecht stehen. (Alternativ könnten Sie darauf vertrauen, dass ich meine Frage irgendwann vergesse. Das stünde Ihnen aber bei weitem nicht ähnlich gut.)


  6. Lieber FrankBusse
    Sie mögen es kaum glauben, aber ich habe wirklich gestern noch an Sie und Ihre Bitte gedacht. Es kommt. Nun treiben mich gerade die Manipulationsvorwürfe an den Strommärkten um…
    Viele Grüße
    Marlies Uken


  7. @Marlies Uken #6: „Sie mögen es kaum glauben“
    Ich bin eine gutgläubige Natur… ;-)

    „Nun treiben mich gerade die Manipulationsvorwürfe an den Strommärkten um…“
    Wo kein „Markt“ ist, kann man ihn auch nicht „manipulieren“. Was Sie (und die FR) als „Manipulation“ beklagen, ist unter Monopolstrukturen der Normalfall. (Für die gegenteilige Annahme ist selbst meine prinzipiell große Gutgläubigkeit zu gering.)


  8. @Marlies Uken #6: „gestern noch an Sie und Ihre Bitte gedacht“
    Hat Ihr Gedenken inzwischen (nach vier Wochen) zu einem greifbaren Ergebnis geführt?


  9. Hallo FrankBusse
    hier nun einmal eine kleine Auswahl an Textpassagen – solche findet man natürlich nicht in der Zusammenfassung, da muss man sich die Zeit nehmen, die Studie zu lesen ;-)
    Beste Grüße und schönen Abend
    Marlies Uken
    PS: Eine interessante Analyse der Studie findet sich auch bei den Bloggern von „Klima der Gerechtigkeit“.

    Seite 14: „Any serious shift towards sustainable development
    requires gender equality. Half of humankind’s collective
    intelligence and capacity is a resource we must nurture
    and develop, for the sake of multiple generations to
    come. The next increment of global growth could well
    come from the full economic empowerment of women.“

    Seite 19: „Gender parity in secondary school enrolment has improved globally, from 76
    girls for 100 boys in 1991 to 95 for 100 in 2008. According to the 2012 World
    Development Report, women have seen substantial improvements in rights,
    education, health and labour opportunities over the past 20 years. Progress has
    been faster in low- and middle-income countries than in the developed world.
    But there are still persistent differences across all societies and all sectors.
    For example, women account for, on average, 43 per cent of the agriculture
    workforce in developing countries, yet are more likely than men to hold lowwage,
    part-time and seasonal employment. Disparities also persist in access to
    productive resources for women farmers; addressing these could increase yields
    and reduce the amount of undernourished by 100 million to 150 million people.“

    Seite 29: „Yet evidence shows that
    when women are at the table in greater numbers, collective
    needs are given higher priority — including access to
    clean water and education and setting aside protected
    land areas. There is also extensive evidence that ensuring
    women are part of conflict prevention and peace processes
    makes for peace settlements that last.
    Discriminatory laws and practices on inheritance and
    ownership are a particular brake on women’s economic
    autonomy and potential. These are especially important
    in the agriculture sector, where extension services often
    fail to reach women farmers who lack formal title to their
    land. It is estimated that if women had the same access to
    productive resources as men, they could increase yields
    on their farms by 20 to 30 per cent, potentially raising
    total agricultural output in developing countries by 2.5 to
    4 per cent and reducing the number of undernourished
    people in the world by 12 to 17 per cent. Rights to inheritance
    and ownership are also critical in urban areas and
    informal settlements, and can ensure women’s social and
    economic empowerment during land reform and community
    rehabilitation programmes.“


  10. @Marlies Uken #9:
    Vielen Dank für Ihre Zitate aus der Studie – aber gemäß Ihrem Beitrag „hat eine 22-köpfige Kommission […] viele sinnvolle Forderungen zusammengetragen, unter anderem, dass […] Frauen das Sagen über Ressourcen und Bildung haben sollten.“

    Ich finde (in Ihrem Zitat von Seite 29) lediglich den Hinweis, dass mit höherer Beteiligung von Frauen gesellschaftliche Bedürfnisse eher berücksichtigt werden. Ich finde schon überhaupt keine „Forderung der Kommission“ – und erst recht nicht so weitgehend, dass (nur) „Frauen das Sagen über Ressourcen und Bildung haben sollten“.

    Da war wohl der Wunsch die Mutter des niedergeschriebenen Gedanken… ;-)

 

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