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AKW-Neubau in den USA: Und wer zahlt?

 

Am Donnerstagabend wurde ja bekannt, dass erstmals seit Jahrzehnten die USA den Neubau eines AKW genehmigt haben. Das war nicht überraschend, schließlich hatte die Regierung Obama 2010  ein milliardenschweres Förderprogramm von mehr als acht Milliarden Dollar zugesagt. Und da genau liegt der Knackpunkt: Wer zahlt am Ende diesen Neubau? Am Ende werden das die amerikanischen Steuerzahler sein. Die Wall Street hält sich da ja offenbar zurück – oder sind irgendwelche Privatinvestoren bekannt, die sich gerne an dem Atomkraftwerk beteiligen?

Mal ganz abgesehen davon, dass es bislang ja erst einmal nur um die Genehmigung geht. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Bauphase  – und kann mir einen Blick nach Finnland nicht verkneifen. Dort baut der französische Areva-Konzern ja seit 2005 Block 3 des AKW Olkiluoto. Also seit mehr als sechs Jahren. Es ist eine Pannen- und Pleite-Geschichte. Die Kosten laufen aus dem Ruder, die Zeitpläne verschieben sich immer wieder. Neuster Fertigstellungstermin: 2014. Eigentlich war einmal 2009 angedacht. Ein Milliardengrab schon jetzt für die Baufirmen.

Na dann, schauen wir einmal, wie es 2017 in Georgia aussieht. Dann will Southern Company sein AKW Vogtle ans Netz bringen. Ich gehe gerne eine Wette ein, dass der Termin nicht zu schaffen sein wird.

36 Kommentare

  1.   PBUH

    >Und da genau liegt der Knackpunkt: Wer zahlt am Ende diesen Neubau? Am Ende werden das die amerikanischen Steuerzahler sein.

    Nicht alles glauben was in der Zeit steht.

    Der Staat garantiert für den Kredit, nicht mehr und nicht weniger.

    >Die Wall Street hält sich da ja offenbar zurück – oder sind irgendwelche Privatinvestoren bekannt, die sich gerne an dem Atomkraftwerk beteiligen?

    Ja, die sind bekannt.

    „The project at Plant Vogtle near Waynesboro, Ga., is being undertaken by Southern Co., which operates four electric utilities in the South, and three minority partners“

    Stock Information Southern Company (NYSE: SO)

    Das Ganze Projekt soll übrigens „schlappe“ $14 Milliarden kosten – eine Riesensumme.

    Man kann also ruhig die Antiatomkraftbrille abnehmen und das Projekt ganz unideologisch in Frage stellen.

    Es ist keinesfalls sicher, dass sich der Bau von modernen und sicheren AKWs heute noch rentiert.


  2. Hallo PHUH
    danke für Ergänzungen. Dass wir zwei einmal zu einer ähnlichen Einschätzung kommen…
    Viele Grüße
    Marlies Uken

  3.   Dubidu

    Die Amis haben schon eine Lösung für den Atommüll? Oder wurde das trotzdem genehmigt?

  4.   joG

    Der Steuerzahler zahlt? Das hört sich an, wie Sonnenenergie in Deutschland.

  5.   cephalotus

    Nein, den Solarstrom zahlt im Wesentlichen der „nicht privilegierte“ deutsche Stromverbraucher über die EEG Umlage, nicht der deutsche Steuerzahler.
    Das ist ein erheblicher Unterschied, übrigens auch ín Hinblick auf die Transparenz, wie hoch diese Kosten eigentlich sind.

    mfg

  6.   mickz

    @ PBUH

    Der Bau von AKWs hat sich noch niemals rentiert, stellt man alle damit verbundenen Kosten in Rechnung. Es bezahlte und bezahlt noch immer der Steuerzahler.


  7. Die amerikanischen Steuerzahler zahlen für ein amerikanisches AKW. Welch dramatische Entwicklung!

  8.   Felefon

    Wer zahlt am Ende diesen Neubau?

    Nunja, ich würde sagen:
    Wie bei allen Kraftwerken – der Stromkunde.

    Und wenn das Kraftwerk 40,50 Jahre hält, dann sind 14 Mia USD ( rund 11 Mia EUR ) für 2,2 GW Leistung sicher kein schlechtes Investment.

    Im Vergleich:
    Windmühle kostet pro MW Nennleistung rund 1 Mio EUR und man benötigt etwa 6 MW Nennleistung um 1 MW durchschnittliche Jahresleistung zu erzielen, womit wir im Vergleich zu 2,2 GW-KKW-Leistung bei rund 13 Mia EUR Investitionssumme rauskämen.

    Leider kann man aber dem Wind nicht sagen wann er blasen soll.

    So steht zurzeit die deutsche Windmüllerei bei 27 GW installierter Leistung bei einer Produktionsleistung von gerade mal 1.6 GW gutaussehend aber völlig nutzlos in der Gegend rum.

  9.   dw

    Sensationell billig im Vergleich zu unseren Kosten für „grünen“ Strom!

  10.   Varech

    „2009 a n g e d a c h t “

    Unser Wort des Tages: andenken (als Verb!)

    Mein Definitions-Versuch: Etwas nur vordergründig mit dem Hauch eines Gedankens streifen. Kann jedem passieren.

    Übrigens, Anti-Atom-Bewegtheit in Ehren, aber um zu wissen, ob die Baufirmen da Milliarden zu Grabe tragen müssen, muss man die Verträge genau gelesen haben.

 

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