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Trinkwasser Sammeln mit dem Windrad

 
Copyright: Eole Water
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Manchmal gibt es ja in diesem Wimmelfeld Grüne Technologien Ideen, bei denen man denkt: Stimmt, warum ist da eigentlich noch keiner drauf gekommen? Heute: das Wasser sammelnde Windrad. Der Franzose Marc Parent hat jetzt ein Windrad entwickelt, das einen Teil der erzeugten Energie dazu nutzt, Feuchtigkeit aus der Luft zu sammeln. Inspiriert dazu hat ihn seine Klimaanlage, die nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert und mit der er eine eine Zeitlang Trinkwasser in der Karibik sammelte. Zwei Millionen Euro hat er mit der Firma Eole Water bislang investiert, sie hält zwei Patente auf die Technologie und arbeitet unter anderem laut Referenzliste mit Firmen wie Siemens zusammen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten steht seit vergangenem Herbst in der Nähe von Mussafah die Pilotanlage, ein Windrad mit einer Kapazität von 30 Kilowatt. Die Anlage zieht an der Spitze der Turbine Wind mit Hilfe von Ventilatoren ein. Die Luft wird entlang des Generators geleitet. Da sie immer auch Feuchtigkeit enthält, kondensiert das Wasser – wie morgens nach dem Duschen, wenn der Badezimmerspiegel beschlägt. Das Kondenswasser wird gereinigt und landet in stählernen Tanks.

Copyright: Eole Water
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Ausgelegt ist die Anlage für bis zu 1.000 Liter am Tag. Das schafft sie allerdings noch nicht, die Pilotmühle  komme auf etwa 500 bis 800 Liter, so  Thibault Janin von Eole Water. Wegen Stress mit dem örtlichen Flughafen dreht sie sich auch nicht nicht in der Luft, sondern bislang am Boden.

Aber immerhin. Solche Ideen sind natürlich interessant für Staaten, die weder über eine funktionierende Strom- noch Wasserversorgung verfügen. Und gerade solche Länder haben ein Interesse, ihre Trinkwasserversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Bislang verschlingen etwa die riesigen Entsalzungsanlagen in der Golfregion ja enorme Mengen an Energie, um Meereswasser aufzubereiten. Eines gibt es aber dort in der Regel in Überfluss: Sonne und Wind. Nun gilt es, sie zu nutzen. Und den Prototyp günstiger zu machen. Der kostet nämlich laut Eole Water zurzeit noch mindestens eine halbe Million Euro. Aber langfristig sei der Preis halbierbar. Mal schauen.

 

2 Kommentare


  1. Interessante Sache. Im Hinblick auf den Gedanken mit der Wassergewinnung in Wüstengebieten würde mich interessieren, ob sich so etwas dort überhaupt lohnt/lohnen kann, ob also die Luft nicht z. B. viel trockener ist. Weiß da jemand Bescheid?

  2.   Paul

    Doch, das rentiert sich. Unabhängig von der gefühlten Temperatur hat die Luft immer einen hohen Wasserdampfanteil. Vor allem in den Emiraten ist die Luft wegen der hohen Wasserverdunstung sehr feucht. Umso wärmer, umso feuchter, weil der Wasserdampfanteil höher wird.

    Da macht es Sinn, den Wasserdampf wieder heraus zu kondensieren. Vor allem funktioniert das rund um die Uhr, auch nachts. Wenn man einen kleinen Eole Water Windpark in den Emiraten installiert, reichen auch 5 bis 10x 1000L Wasser pro Tag aus, um zum Beispiel Gemüse anzuplanzen. Das am besten in geschlossenen Treibhäusern, die wiederum das Wasser zurück halten.

    Die Frage ist natürlich: warum ist bisher niemand viel früher auf die Idee gekommen. In jedem Kühlschrank zu Hause hat man das Problem mit Kondenswasser. Aber bisher hat keiner darauf geachtet.

 

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