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Solarförderung: Der Deckel ist da

 

Irgendwie hing die Idee ja schon seit Monaten in der Luft. Aber dass sich gestern Abend der Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag darauf geeinigt hat, ist doch eine kleine Sensation: Erstmals führt die Bundesregierung für die Förderung einer Öko-Technologie einen Deckel ein. Wenn Solaranlagen mit einer Kapazität von insgesamt 52 Gigawatt in Deutschland am Netz sind, wird Schluss sein mit der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Mal kurz ein paar Zahlen zur Einordnung: Zurzeit sind in Deutschland Solaranlagen mit rund 28 Gigawatt am Netz. Es fehlen also noch 24 Gigawatt für das Ziel der Bundesregierung. Der zuständige Minister Peter Altmaier (CDU), der den Kompromiss gestern in Berlin als „Paradigmenwechsel“ bezeichnete, plant weiterhin mit einem jährlichen Zubau von etwa 2,5 bis 3,5 GW – falls es nicht zu unvorhersehbaren Booms kommt. Das bedeutet also, dass Solarstrom  noch etwa sechs bis sieben Jahre lang weiterhin gefördert wird (Aber Achtung: Immer unter der Annahme, dass der Zubau nicht wieder bei 7,5 GW wie im vergangenen Jahr liegt, sondern nur halb so stark ausfällt).

Ist das wahrscheinlich? Schwer zu sagen. Die Fördersätze sind ja in den vergangenen Jahren schon stark gefallen. Die Schlussverkaufspanik könnte zudem ein wenig gedämpft worden sein, da die Kürzung rückwirkend schon ab dem 1. April gelten soll.

Quelle: BSW
Quelle: BSW

Dass Solarstrom auch in den kommenden Jahren der Kostentreiber der EEG-Umlage sein wird, dagegen verwehrt sich (wenig überraschend) der Bundesverband der Solarwirtschaft. Zu – salopp gesagt – „Höchstförderzeiten“ im Jahr 2005 hätte jeder Haushalt rund zwei Euro im Monat dafür zahlen müssen, damit sich der Anteil Solarstrom am deutschen Strommix um einen Prozentpunkt erhöht. Bei den aktuellen Fördersätzen, die eben zusammengestrichen wurden, werden es in diesem Jahr nur noch 60 Cent sein.

Spannend wird, finde ich, ob Solar und Offshore-Windenergie gerade die Rollen tauschen. Bislang hatte Solarstrom immer den Ruf des Kostentreibers, wegen der hohen EEG-Förderung. Schaut man sich allerdings den Ausbau der Windenergie auf See und die Folgekosten an (Netzausbau, Haftungsfragen etc), so könnte vielleicht bald Offshore-Wind diesen Titel übernehmen.

 

 

26 Kommentare


  1. Die Solarstromerzeugung wird stark subventioniert dadurch dass das Kostenrisiko auf den Stromverbraucher übertragen wird, indem der erzeugte Strom zum Festpreis für 20 Jahre abgenommen wird. Für die Betreiber von Photovoltaikanlagen ist die ganze Chose eine Gelddruckmaschine. Der Staat, genau genommen der Steuerzahler, ist der Dumme. Subventionierung war das Wirtschaftsprinzip der DDR und wir wissen,wie das endete, im Bankrott!


  2. Was mir bei der Energiewende fehlt ist, der Versuch, den Bürgern bewußt zu machen, was das für ein ambitioniertes Projekt ist. Derzeit ist der Tenor immer noch, dass das ziemlich schmerzlos gehen wird. Das ist nicht wahr.

    Und die volkswirtschaftlichen Aspekte sollte man unbedingt breit und intensiv diskutieren:

    http://youtu.be/2jFnolrSJ7Y

    So eine vorhersehbare Pleite wie beim Euro darf sich Deutschland nicht auch noch bei der Energiewende leisten.

  3.   c2j2

    Ach und Atomstrom ist nicht im höchsten Maße subventioniert??? Exorbitante Zinsen und unkalkulierbare Risiken in die Zukunft verschoben.

    Was bitte ist daran besser?


  4. Irgendwie nicht schlüssig…

    PV-Strom entlastet eher das Netz, weil er in relativ geringen Mengen und weitflächig produziert wird!
    Naturgemäss fällt die Produktionsspitze auch mit der Lastspitze
    zusammen.
    Nur sind paar Millionen PV-Stromhersteller nicht zu kontrollieren –
    von den EVU und stören.
    Stören auch den Börsenpreis – denn das teuerste Kraftwerk bestimmt den Preis – und da wurde regelmässig nachgeholfen, dass so ein teures SpitzenlastKW angeworfen wurde!

    WKA?
    Gut!
    Aber für sowas müssen schon mal paar Mio.€ in dei Hand genommen werden und für WKA-Parks selbst Milliarden! Und wer kann das? Nicht der Häuschenbesitzer, nicht der Mittelständler, nicht der Zahnarzt,
    nein da müssen dann die ganz Grossen wieder dran (und das sind dann die goldenen Krippen…).
    Wie es die Kohledreckschleudern waren/sind, die latenten Atombomben in Form von AKW etc. pp.

    Gab’s nicht dieser Tage eine ‚heisse‘ Diskussion über 31 Mia. Netzausbau, um den WKA-Strom von Norden nach Süden zu bringen?
    Und es noch ‚Jahre‘ dauern soll, bis die WKA-Parks angebunden werden können?

    Und nun sägt man die PV ab und füttert wieder die 4 EVU-Oligarchen?

    Dem Altmeier trau‘ ich keinen Schritt über den Weg – der spielt dieselbe Musik wie alle anderen auch, nur wechselt er mal die
    ‚Geldzauberflöte‘!

    Wo käme man denn hin, wenn sich Bürger immer mehr selbst mit Stromversorgen statt den EVU die Kassen vollzuspülen – zwangsweise?

    Siehe Baden-Württemberg, EnBW, Mappis, Notheis, Gebr. Proglio –
    Schmierentheater vom besten.

    Und so wird’s weiter gehen!


  5. @Ole Shepherd

    Mit dem Bankrott mögen Sie Recht haben, aber sicher nicht wegen PV!

    PV kostet aber das Geld bleibt grösstênteils in der realen Binnenwirtschaft mit konkreter Werteschaffung, produziert Arbeitsplätze und Umsatz und folglich Steuern und Abgaben!

    Gucken Sie mal, was die Finanzwirtschaft (HRE bsplsw.) für ihre Zockerverluste von 100ten Mia. abkassiert haben!

    Was die EVU an Gewinnen machten (2010 um die 34 Mia.€ – wo die wohl herkamen?) und was da in BadenWürttemberg bei EnBW gelaufen ist?

    Einmal beim Rückkauf von 2 Schrottmeilern von EdF / Mappus, Notheis, Proglio und als 2te Welle den – noch – undurchsichtigen Deal mit einem Russenlobbyist!?
    Da rappelt die Zockerkasse, nicht bei jemanden, der sein Erspartes in Form von PV-Panelen auf’s Dach packt statt bei den Ackermann’s
    Giermoloch!

    Nebenbei:
    Warum muss PV auf 52 GW gedeckelt werden?
    Einfach auf eine JÄHRLICHE Zuwachsrate DECKELN – und parallel ein Förderungsabbau auf Basis KWp-Kosten! Steht doch schon alles im EEg – das übrigens von >61 Staaten dieser Erde als Vorlage für Ähnliches genommen wurde- auch in China – auch in Frankreich, dem AtomStromStaat!

    Heute liegt doch der EVU-Strompreis schon bei bis zu 30Cts./KWh – jährlich wird der Strom um die 8-12% teurer, die Inflationsrate liegt so bei 3-5% real!

    Ein Festpreis für PV-Strom über 20 Jahre?

    Dann rechnen Sie mal, was IHR Festpreis in 20 Jahren noch an Kaufkraft wert ist!

    Oder die Neunerfrage:
    Wer garantiert Ihnen für irgendein Produkt einen Garantiepreis über 20 Jahre?

    Der wäre bekloppt – und daher nutzen auch immer mehr PV-Kleinproduzenten ihren PV-Strom selbst. Kostet pro KWh in den ersten 10-15 Jahren 15 Cts. – und danach praktisch umme!
    Inflatiosnfrei – wenn er vorher EIGENES Geld in die Hand nimmt!


  6. Netzausbau, Speicher, Kapazitätsmarkt,

    Alles Dringend benötigte Komponenten der Energiewende, die weder in der schönen Grafik des BSW berücksichtigt, noch überhaupt abschätzbar sind. Schließlich wird für die PV nur 1% der installierten Leistung als Beitrag zur Versorgungssicherheit gerechnet.
    Zur Erinnerung: Aktuell kostet jede kWh Solarstrom 30,7 ct/kWh netto (Quelle BDEW Energie-Info).

    Lobbyisten dieser für die Betreiber höchst lukrativen Investition verdrängen dabei gerne die bei der Einspeisung anfallenden Kosten für Transport, Vertrieb und die allseits geschätzten Abgaben.

    Sehr gerne wird da auch das Argument der irrsinnig hohen Kosten der Kernkraft herangezogen, um die aktuell bekannten Kosten der PV zu verharmlosen und zu relativieren.
    Wenn wir der GP-Argumentation folgend so blöd waren, diese Technik einzusetzen, muss man denn dann mit der PV eine weitere unwirtschaftliche Technik weiter subventionieren?

    Der Beschluß zur Förderung ist ein Kniefall der Regierung vor der allmächtigen Ökolobby.


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    15.
    Netzausbau, Speicher, Kapazitätsmarkt,
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    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wegen PV muss nirgens das Netz
    ausgebaut werden! Millionen Kleinproduzenten grossflächig verteilt
    verbrauchen das meiste im NS-Netz, ganz wenig kommt ins MS-Netz, nichts in HöS-Netz!
    Bin nicht vom Fach – also sollten auch Sie das begreifen!

    Speicher für PV?
    Witzig!
    PV liefert den meisten Strom wenn der höchste Bedarf anliegt – mittags. Und die Dreckschleudern wie
    KKW, GKW oder AKW – die kann man zurückfahren!
    PV-Strom bewirkt an der EEX eine Preisdämpfung – noch nichts davon gehört (hören wollen‘?

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    Alles Dringend benötigte Komponenten der Energiewende, die weder in der schönen Grafik des BSW berücksichtigt, noch überhaupt abschätzbar sind. Schließlich wird für die PV nur 1% der installierten Leistung als Beitrag zur Versorgungssicherheit gerechnet.
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    Aha – 1% der Versorgungssicherheit ist nicht steuerbar?
    Als die 2 x 1,2 GW-AKW Krümmel und Brunsbüttel gleichentags – und für immer – im Juli 2009 ausfielen, wieviel % waren denn das vom
    mittleren Bedarf um die 40-60 GW?!

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    Zur Erinnerung: Aktuell kostet jede kWh Solarstrom 30,7 ct/kWh netto (Quelle BDEW Energie-Info).
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    Ja, als Förderungspreis – ein Privat-PV-Betreiber kostet der Stgrom
    15 Cts. über 10-15 Jahre, danach gratis!
    Sowieso blöd, Strom noch einzuspeisen!

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    Lobbyisten dieser für die Betreiber höchst lukrativen Investition verdrängen dabei gerne die bei der Einspeisung anfallenden Kosten für Transport, Vertrieb und die allseits geschätzten Abgaben.
    PV muss kaum transportiert oder vertrieben werden, der bleibt im
    NS-Netz und wird dort fast verlustlos und direkt verbraucht!
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    Lukrativ? Vielleicht mal 7-9% – keine 25%-EVU-Gewinne!

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    Se-r gerne wird da auch das Argument der irrsinnig hohen Kosten der Kernkraft herangezogen, um die aktuell bekannten Kosten der PV zu verharmlosen und zu relativieren.
    Wenn wir der GP-Argumentation folgend so blöd waren, diese Technik einzusetzen, muss man denn dann mit der PV eine weitere unwirtschaftliche Technik weiter subventionieren?
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    Allein die Finanzierungskosten von Atomstrom liegen bei >7 Cts./KWh
    plus Herstellung plus doppelter Rattenschwanz des radioaktiv strahlenden Mülls – vor und nach Gebrauch – und der Endlagerung.
    Noch das nicht zu versichernde Risiko eines SuperGAU dazu – da
    liegt GP eher zhu niedrig als zu hoch – sonst hätten nicht durchweg alle Medien die von Greenpeace in Auftrag g egeben Studie zitiert.
    Sind doch nicht blöd, die Presseleute!

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    Der Beschluß zur Förderung ist ein Kniefall der Regierung vor der allmächtigen Ökolobby.
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    Also ich kenne gerade mal einen sehr aktuellen Kniefall:
    der von Mappus vorgeturnte bei Intimfreund Notheis (Morgan Stanley Deutschland), der über seinen Freund Proglio (Morgan Stanley Frankreich) und dessen Bruder Proglio (EdF) den dümmsten Rückkauf (frür die Bürger in BadenWürttemberg…) einfädelte!

    Das wird noch lustig – und gleich hintendran noch das Lobbyistengeschacher mit einem Russendealer!

  8.   Thomas

    @Sieler Es:
    Die Förderung für Offshore-Wind und Solar-Energie sind nicht gleich.
    Die Förderung wird ja nicht pro kW installierter Leistung, sondern pro kWh gebaut.

    Da Offshore-Wind einen Kapazitätsfaktor von 40-50% haben und PV einen von 10-15% heißt das, dass 10 GW Offshore-Wind jetzt die Umlage so stark erhöhen wie 30-50GW zusätzliche PV-Leistung unter den jetzigen Bedingunen.

    Wobei das auch nicht stimmt, da die Solaranlagen höchsten günstigen Netzausbau auf der Niederspannungs & Verteilnetzebene verursachen, für die Offshore-Windkraft aber ganze Trassen neu gebaut werden sollen und der Netzanschluss 30% der Baukosten einer Offshore-Anlage ausmachen.

    Soviel zu Ihrer „Hängt davon ab“-Aussage.

    Das ganze Theater, welches uns der Froschkönig mit dieser unseligen Diskussion, die durch vollkommen überzogene und realitätsferne Forderungen entsand, eingebracht hat sind das jetzt das Thema Energiepolitik erstmal ruht.
    Die wirklich wichtigen Dinge: Die Reform des Energiewirtschaftsgesetzes. Diese ist nötig, damit sich der konventionelle Kraftwerkspark in die Rolle der Lückenfüller einorden kann, um nicht weiterhin so zu tun, als könnten sich Sonne & Wind zur Stütze der Energieversorgung entwickeln, indem sie sich in einen vollkommen kaputten Grenzkosten-Markt eingliedern.
    Zur Errinnerung:
    Der Energiemarkt wurde in den 90er Jahren zur Optimierung fossiler/nuklearer Kraftwerksleistungen im liberalisierten Energiemarkt zwischen Bürokraten & Energieunternehmen ausgeknobelt. Er ist weder natürlich noch bietet er den Energien der Zukunft raum, da Sonne & Wind im Grenzkostenmarkt 0-0,5ct wert sind. Obwohl sie strom für 7-10ct/kWh (Spitzenlast) ersetzen. Ein echter Hit.


  9. @ Thomas

    Also Froschkönig – der ist nicht nur gut, treffender geht’s nicht. Und noch ein radelnder… (wieviel Meter?)

    Klar – hier wird wieder mal durchgezogen, dass sich neue EE-StromTechniken dem alten, ausgeleierten, hochbrisanten, umweltgefährdenden EVU-Schrott anpassen muss.

    Und ‚gefördert‘ wird mal wieder, was die EVU-Oligarchie fördert und
    damit auch deren Akzeptanz, abgehalfterte Politiker fürstlich durchzufüttern wie zuvor in der ‚Politik‘- aus Bürgers Leistung!

    Siehe EnBW und der ganze Mappus-Sumpf!

    Oder den W. Clement, Hildegard Müller oder Laurenz Meyer – was die wohl bei RWE cashen für was?!…

  10.   Bornie

    Lasst uns noch ein wenig Atomlobbybashing betreiben, das macht doch Spaß.
    Schade nur, das es heute regnet, da ist mit EEG Finanzierung von PV Anlagen wohl Essig. Bekomme ich jetzt den billigen Atomstrom? Huch ich muss dringend den Stecker rausziehen…

 

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