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Der tägliche Fleischwahn

 

Die Daten, die die Böll-Stiftung und die Umweltorganisation BUND in ihrem Fleischatlas heute veröffentlichen, erinnern mich an meine Kindheit. Da gab es jeden Tag ein warmes Tellergericht – und Fleisch gehörte selbstverständlich dazu.

Quelle: Fleischatlas/zeo2/Vebu, CC-BY-SA

Offenbar hat sich seit den achtziger Jahren, in denen ich aufwuchs, nicht viel verändert. Der Vegetarierbund rechnet vor, dass jeder Deutsche im Durchschnitt am Ende seines Lebens 1.094 Tiere verzehrt hat, darunter vier komplette Rindviecher und 945 Hühner (siehe Grafik hier links).

Von den zahlreichen Skandalen und negativen Entwicklungen in der Ernährungsindustrie – Dioxin in Tierfutter, Analogkäse, Klebefleisch oder Hygienemängel in Hühnerställen – lässt sich der Verbraucher offenbar immer nur kurz beeindrucken. 85 Prozent der Deutschen essen täglich Fleisch.

Allerdings gibt es große Unterschiede: Männer, vor allem zwischen 19 und 24 Jahren, essen deutlich häufiger Fleisch als Frauen. Diese entdecken ihre Fleischleidenschaft etwas später, ihr Fleischkonsum ist zwischen 25 und 34 Jahren am höchsten.

Auch ist Fleischkonsum in Ostdeutschland verbreiteter als im Westen. Thüringens Männer führen die Tabelle an: Jeden Tag essen sie mehr als 70 118 Gramm Fleisch (beeindruckend, wenn ich überlege, wie oft ich hundert Gramm Aufschnitt kaufe, der dann für die Familie ein paar Tage reichen muss, einmal davon abgesehen, dass ich selbst kein Fleisch esse). Besonders zurückhaltend sind Frauen in Rheinland-Pfalz. Sie essen im Durchschnitt 20 bis 25 47 Gramm am Tag.

Welche Folgen hat der exzessive Fleischkonsum? Einerseits ist er für Unternehmen ein gutes Geschäft. Der deutsche Fleischverwerter Tönnies machte im Jahr 2011 einen Umsatz von beeindruckenden 4,6 Milliarden Euro. Mittlerweile hat sich eine globale Arbeitsteilung etabliert: Schwellenländer wie Argentinien, China und Russland produzieren für den internationalen Markt – und damit auch für Fleischesser in den Industrienationen.

Auf der anderen Seite hat der ausufernde Fleischkonsum Folgen für Umwelt und Klima. Agrarzentren in Europa wie etwa Niedersachsen, aber auch die Beneluxstaaten, haben schon heute ein Düngerproblem. Der exzessive Einsatz von Düngemitteln zerstört sensible Ökosysteme, Nitrate verschmutzen das Grundwasser, Wasser wird knapp. Rund zwei Drittel der Masthühner bilden mittlerweile Resistenzen gegenüber bestimmten Antiobiotika aus, warnen die Autoren.

Ein weiteres Problem: Die Artenvielfalt schwindet, weil nur noch Hochleistungstiere gefragt sind. Bis zu 30 Ferkel könne eine „moderne Sau“, wie die Autoren schreiben, inzwischen zur Welt bringen – und das pro Jahr. Wildschweine schaffen hingegen nur ein Dutzend. Die Folgen für das moderne Tier: Es muss mit Medikamenten gegen Gebärmutterentzündungen geschützt werden. Von den 8.000 Nutztierrassen, die die UN-Organisation FAO dokumentiert hat, ist ein Fünftel vom Aussterben bedroht.

Wer das nicht in Kauf nehmen will, dem bleibt der Verzicht auf Fleisch – komplett oder zum Teil. Oder zumindest der Kauf von Biofleisch. Das allerdings fristet noch immer ein Nischendasein. Biorindfleisch kam im Jahr 2010 gerade einmal auf einen Marktanteil von vier Prozent. Das habe unterschiedliche Gründe, schreiben die Autoren:

Wachstumsbremsen sind der Niedrigpreis und die irreführende Werbung für konventionelles Fleisch – und die manchmal aufwändigere Suche nach Alternativen dazu.

Aktualisierung 11.1.2013: Gerade hat sich der BUND gemeldet – leicht zerknirscht. Er korrigiert einige Zahlen zum Pro-Kopf-Verbrauch. Ursprünglich gaben die Daten nur den Wurstverzehr wieder, jetzt beinhalten sie Fleisch(!)- und Wurst. Der BUND gibt außerdem zur Studie den Hinweis, dass sich manche Zahlen unterscheiden, weil es unterschiedliche Datengrundlagen gebe, u.a. die Nationale Verzehrstudie aus dem Jahr 2008. Teilweise wurden Verbraucher befragt, teilweise Verkaufsdaten erhoben.

242 Kommentare

  1.   HJM

    Sie lesen bzw. verstehen ganz offensichtlich nicht.

    „… Was Sie da schreiben ist doch wirklich alles gewaltsam an den Haaren herbeigezerrt und hat mit Logik nichts mehr zu tun! Den Vorwurf der Arroganz kann ich Ihnen ungenutzt zurückgeben! So weit, wie hier aneinander vorbeigerdet wird, wäre das ja im normalen Leben garnicht möglich. Da hätte schon längst einer der beiden die Flucht ergriffen. Ich denke aber, daß es jetzt auch hier wirklich nichts mehr zu schreiben gibt, oder? “

    Es geht nicht um die Infrastruktur der reichen Länder, sondern um Infektionsrisiken, das Hygiene-Niveau.

    Ich habe vorher hinreichend erklärt, daß und warum es in unserer privilegierten Gesellschaft so gut wie keine Helicobacter-(und Hakenwurm-)Infektionen mehr gibt: wegen des allgemein hohen Hygiene-Standards. Helicobacter wird meines Wissens teils von Person zu Person übertragen (etwa von der Mutter auf das Kleinkind), teils von Fliegen auf Nahrungsmittel. Wenn es in einer Gesellschaft kaum noch H.p.-Infizierte gibt (und das dauert ohne Eradikations-Kampagnen JAHRZEHNTE!), dann ist das Infektionsrisiko klein. In armen Ländern ist der allergrößte Teil der Menschen chron. infiziert, und wenn es dann auch noch reichlich Fliegen gibt, entgeht kaum jemand der Infektion – auch der Neuinfektion nach erfolgreicher „Eradikations-Therapie“ (heute meist 1 Woche für grob 50€…) nicht.

    Und nun logisch weiterdenken, Wesensgleich: Die Infektion führt typischerweise zu Blut- und damit Eisenverlusten —> hohes Risiko von Eisenmangel(anämie). Bei uns geht DIESES Risiko inzwischen gegen Null, in armen Ländern / Bevölkerungen (etwa „Eingeborene“ in reichen Ländern wie den USA…) ist es sehr hoch — und es war sehr hoch vor Jahr(zehn- / -hundert-)tausenden in der menschlichen Entwicklung(sgeschichte).

    Wenn die Affen von den Bäumen steigen, um etwa Savannen zu besiedeln, werden sie um das Jagen und Fleischessen kaum herumkommen, denn nahrhaftes Gemüse, Nüsse usw. gibt es zwar heute (für uns bzw. in entsprechenden Landschaften), aber nicht in der Savanne, soweit ich weiß. Die Jagd-Erfolgsaussichten mit Eisenmangel-Anämie dürften ausgesprochen gering sein: Jagd und Fleischverzehr bedingen sich also wohl gegenseitig; die Affen sind nicht von den Bäumen gestiegen, um als SPORT zu jagen und mit den erlegten Tieren etwa irgendwelche Fleischfresser zu füttern (sie haben z.B. auch keine Hunde oder Katzen als „Haustiere“ / Spielgefährten für die Kinder).
    Es könnte / dürfte also so gewesen sein, daß die Affen mit ihren gemächlichen Bewegungen im Urwald wohl weitgehend ohne Fleisch auskommen (weitgehend: Einzelheiten würden Seiten füllen, und das erkennen auch halbwegs logisch denkende Rohkost-Prophetinnen inzwischen…), die Eroberung weiterer Lebensräume aber ohne Jagd und Fleischverzehr vermutlich nicht möglich gewesen wäre.
    So gesehen dürfte die Entwicklung zum Menschen kaum vom Fleischverzehr zu trennen sein, auch wenn das zahlreichen Sektieren nicht passen mag.

    Wir können die Mechanismen ja auch heute noch in harschen Klimata studieren, etwa bei den Inuit oder den Mongolen: die ernähren sich praktisch zu 100% von Fleisch, Fett und Milch(produkten), wie übrigens auch Eisbären, Wölfe…
    Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Mongolei soll der in den USA vergleichbar sein (aber die Brustkrebs-Rate bei einem kleinen Bruchteil, angeblich auch bei den Inuit!). Schlußfolgerungen:
    — Fleisch- usw. -konsum kann „an sich“ nicht krass gesundheitsschädlich sein.
    — Für bestimmte Krankheitsrisiken kommt es offenbar sehr auf die Umweltbedingungen an, insbes. gewisse Infektionsrisiken. Aber das Thema ist komplex (immerhin oben ausschnittsweise dargelegt), würde Bände füllen.

    Bestücken Sie Ihren Keller mit nahrhaften pflanzlichen Produkten, halten Sie Insekten, Nager (hungrige Mitmenschen), giftproduzierende Pilze fern und leben Sie dann lange gesund. Aber tun Sie nicht so, als ob das eine Möglichkeit gewesen wäre, die den Affen zur Verfügung stand, als sie „von den Bäumen stiegen“. Das zu beurteilen braucht es die „richtige Logik“, nicht irgendwelche Sekten-Überzeugungen.
    Sie hätten mit Ihrer IDEOLOGIE etwa in der Mongolei oder N-Kanada auf sich alleine gestellt NULL Überlebenschancen! Oder im australischen Busch, oder… Gehen Sie doch zu den Inuit, den Mongolen, den Buschmännern in der Kalahari usw. und predigen denen Ihre „Lehren“: Dann werden Sie sehr schnell merken, daß Sie schlicht verhungern, sobald Ihre mitgebrachten vegetar. Vorräte aufgebraucht sind und Sie die in diesen Weltgegenden üblichen / notwendigen Nahrungsmittel ablehnen.

    Sind die genannten Bevölkerungen etwa „schlechte Menschen“? Denken Sie einmal darüber nach, und dann steigen Sie von Ihrem „hohen Ross“ herab, mäßigen Sie sich in ihren unhaltbaren Glaubensvorstellungen und Urteilen.
    Denken Sie auch darüber nach, warum es etwa in Europa oder N-Amerika in der freien Natur keine Menschenaffen gibt, und warum niemand auf die Idee kommt, sie dort etwa „auszuwildern“, damit sie uns dann vormachen, wie man in den gemäßigten Breiten völlig natürlich vegetarisch bzw. vegan auskommt.

  2.   Wesensgleich

    Man braucht als Veganer also über den Winter noch nicht einmal einkaufen gehen, so viel verschiedene gesunde und schmackhafte ausnahmslos preiswerte Nahrungsmittel, wie man da einlagern kann! Da spart man dann auch noch zusätzlich eine Menge an Energie! Ich habe ja auch längst noch nicht alles genannt! Vegessen habe ich Zwiebel, Koblauch(wächst auch hier) und alles, was getrocknet werden kann und trocken aufbewahrt wie Hülsenfrüchte und Körner! Wozu brauche ich dafür die Inrfastruktur eines Industrielandes? Was Sie da schreiben ist doch wirklich alles gewaltsam an den Haaren herbeigezerrt und hat mit Logik nichts mehr zu tun! Den Vorwurf der Arroganz kann ich Ihnen ungenutzt zurückgeben! So weit, wie hier aneinander vorbeigerdet wird, wäre das ja im normalen Leben garnicht möglich. Da hätte schon längst einer der beiden die Flucht ergriffen. Ich denke aber, daß es jetzt auch hier wirklich nichts mehr zu schreiben gibt, oder?

  3.   Wesensgleich

    Das einzige, worin ich Ihnen gern jetzt auch mal zustimme, ist Ihre Erklärung zum Hochleistungssport! Da bin ich mir wirklich auch nicht sicher, ob wir sowas unbedingt brauchen. Dennoch haben Sie sich damit gut um ein sachliches Gegenargument herumgedrückt.Außerdem ist Hochleistungssport für die Erde jedenfalls nicht so gefährlich wie die Produkte dieser Unterdrückungswissenschaft! Immer noch besser Hochleistungssport, als das Kriege-führen. Ich finde ihre hier dargestellte Logik steht allerdings auf sehr wackeligen Füßen. Veganer brauchen nicht in dieser Hochzivilisation leben, sondern können sich sogar über den Winter mit der gesündesten Kost, der veganen Rohkost aus dem regionalen Umfeld ernähren! Ich brauche nur einen Platz, z.B. einen Keller, eine Höhle, zum Kühlhalten! Da habe ich dann Äpfel,Birnen, Möhren und diverse Kohlgemüse und Kartoffeln(auch mal für warme Speisen), sowie in trockenen Räumen Wal-und Haselnüsse. Ich gebe zu, daß ich den Luxus, auch noch viele andere leckere vegane Nahrungsmittel und auch exotische Früchte dazukaufen zu können, gern in Anspruch nehme.Aber ich bin nicht auf diese bestehende Infrastruktur angewiesen, wie sie hier anscheinend behaupten wollen! Únd warum soll ich mir Hakenwürmer holen? Woher denn? Ich wasche mir immer ausreichend die Hände und ich wasche auch alles, was ich im Geschäft kaufe gut ab, sogar in EM-Wasser. Und meine Sprossen mache ich mir selber. Ich habe den Namen von dieser Ärztin aus dem Buch: „Volkskrankheit VitaminB12-Mangel“ von Thomas Klein. Quellen zu Vetrano sind wie folgt angegeben: VETRANO, VIRGINIA: Errors in Hygiene? Barksdale 1999; VETRANO, VIRGINIA: Der VitaminB12-Schwindel. Lebenskunde-Studienbrief Nr. 32, Ritterhude 1991,VETRANO, VIRGINIA : Veganer leiden nicht an VitaminB12-Mangel, Lebenskunde-Studienbrief 32. Ritterhude 1991. VETRANO, VIRGINIA:Normale Quellen für VitaminB12.
    Lebenskunde-Studienbrief 32. Ritterhude 1991.
    Das selbe Problem mit der Wissenschaft wie ich, Claudio Hofmann und offensichtlich auch diese Frau Vetrano so wie alle, die noch frei und selbstständig fühlen und denken, hatte auch Goethe seinerzeit! Hier eine kleine Kostprobe: Goethe sprach mit Eckermann über Professoren, die überholte Lehren vortragen, obwohl diese längst durch neuere Forschungsergebnisse widerlegt wurden: „Das ist nicht zu verwundern, solche Leute gehen im Irrtum fort, weil sie ihm ihre Existenz verdanken, sie müßten umlernen und das wäre eine sehr unangenehme Sache.“ Darauf Eckermann: „Aber wie können ihre Erkenntnisse die Wahrheit beweisen, da der Grund ihrer Lehre falsch ist?“ GOETHE: „Sie beweisen die Wahrheit auch nicht und das ist auch keineswegs ihre Absicht, sondern es liegt ihnen bloß daran, ihre Meinung zu beweisen. Deshalb verbergen sie all solche Experimente, wodurch die Wahrheit an den Tag kommen und die Unhaltbarkeit ihrer Lehre sich darlegen könnte.“

  4.   HJM

    „…eine ganz einfache natürliche Logik, die jeder Mensch mit gesundem Denkvermögen nachvollziehen kann.“ Da verschlägt’s einem die Sprache…

    Lesen Sie überhaupt? Nehmen Sie auf, was Sie lesen? Erkennbar nicht.
    Ich schreibe doch, daß vegetar. Ernährung EMPFEHLENSWERT ist, HEUTE, unter UNSEREN privilegierten Lebensbedingungen, die historisch ohne Beispiel sind, und dazu im Weltvergleich irgendwo in den oberen 10%, ökonomisch betrachtet.

    Von wegen natürlich: Infizieren Sie sich doch bitte mit Helicobacter (wie einer der Wiederentdecker, Barry Marshall, das versuchsweise in den 1980ern gemacht hat; Nobelpreis 2005), und vielleicht noch zusätzlich mit Hakenwürmern, und dann schauen Sie nach einigen Jahren, zu welchen sportlichen Höchstleistungen mit vegetarischer Ernährung Sie noch fähig sind. (Wobei ich gleich ergänzen will, daß ich das Anstreben von sportlichen Höchstleistungen für Irrsinn halte, aber das ist ein anderes Thema.)

    Welche unglaubliche Arroganz, den eigenen Wohlstand zum Normalzustand für alle und für alle Zeiten zu erklären, und von dieser Warte aus für alles und jeden „allgemeingültige Weisheiten“ und Empfehlungen zu verkünden.
    („Die amerikanische Ärztin Viginia Vetrano“: ÄRZTIN? Wahrscheinlich haben Sie da auch Ihre eigene Definition. In Deutschland jedenfalls, wo diese Berufsbezeichung geschützt ist, dürfte sie keine Chance haben, approbiert zu werden. Wo sind ihre „Werke“ zu finden? In DER medizinischen Datenbank PubMed mit mehr als 22 Millionen med.-wiss. Arbeiten kann ich jedenfalls nichts von ihr finden. Merkwürdige „Wissenschaft“ das, vermutlich nach eigener „natürlicher Logik“ mit geschlossenem Sekten-Leserkreis? Jedenfalls kann ich nicht einmal bei amazon.com irgendwelche Leserkommentare finden, was vorsichtige Rückschlüsse auf die Bedeutung dieser Autorin – und ihres Propheten „Wesensgleich“ – zuläßt.)

    Was für eine Zeitverschwendung. Immerhin bin ich mir über einige Zusammenhänge klarer geworden…

  5.   Wesensgleich

    Letztes Beispiel Vitamin B12: Die amerikanische Ärztin Viginia Vetrano hat sich die Mühe gemacht,Licht in die VitaminB12-Kontroverse zu bringen. Sie hat die überall zitierten Forschungsberichte im Original studiert, wonach Vegetarier an VitaminB12-Mangel leiden sollen. Sie war verblüfft: in den Berichten war keine Rede davon, kein Anzeichen von Anämie, die Blutwerte und die Membranen der Blutkörperchen waren bei allen Vegetariern normal und keiner hatte eine Hämoglobinknzentration unterhalb der Normalgrenze. Die männlichen Veganer hatten sogar mehr Hämoglobin als Männer bei der üblichen fleischhaltigen Mischkost. Die Vegetarier waren leistungsfähiger und keiner hatte einen VitaminB12-Mangel. Kein Vegetarier hatte eine VitamiunB12-Konzentration im Serum, die auf einen Mangelzustand hingedeutet hätte. Es gab keinerlei Anzeichen von krankhaften Veränderungen im Blutbild. Es wurde sogar festgestellt, daß die Vegetarier gesünder waren als die fleischessenden Vergleichspersonen. Die Vitamin B12-Mangelhypothese beruht gemäß der Literaturrecherche VIRGINIA VETRANOS nicht auf wissenschaftlichen Forschungen, sondern auf einer falschen, voreingenommenen Interpretation der Forschungsergebnisse.

    Und nun also der „häm-Faktor“, der beweisen soll, daß Mensch von Natur aus schon ein Fleischesser, bzw. Omnivore ist. Ich bin gespannt, wie lange sich diese schreckliche Irrlehre noch aufrecht erhalten lässt im Sinne der Tiernutzindustrie und damit die hohen Herren in der Wissenschaft nicht zugeben müssen, daß sie schon lange in eine Sackgasse eingebogen sind mit ihrem Fleischesser-Wahn!

  6.   Wesensgleich

    Und mal ganz einfach von mir aus: Warum soll ich an eine Wissenschaft noch glauben, die mir Jahrzehntelang das Gegenteil von dem weismachen wollte, was ich selbst in meinem Leben mit Leib und Seele erfahren habe?
    Eine Wissenschaft die vor derjenigen Ernährung Jahrzehntelang gewarnt hat, die mich und so viele Andere vor dem Siechtum bewahrt hat und mit der heute Hochleistungssportler Spitzenleistungen erzielen und sich dabei viel fitter fühlen als früher mit ihrer von der Wissenschaft vorgeschriebenen Ernährung? Ich finde, die Wissenschaft bummelt mit ihren Erkenntnissen immer nur der Wirklichkeit hinterher, anstatt im Vorfeld etwas richtig zu erkennen! Im Gegenteil sie empfiehlt gefährlicherweise den Menschen im Vorfeld seit Jahrhunderten immer das Falsche und rät vom Richtigen ab!

  7.   Wesensgleich

    Nein, @HJM in Ihrem Sinne hat es wohl nichts genützt. Sie argumentieren nicht auf Augenhöhe, indem Sie einfach behaupten, meine Argumente seien unlogisch und nur ihre seien logisch. Es gibt eine ganz einfache natürliche Logik, die jeder Mensch mit gesundem Denkvermögen nachvollziehen kann. Zum Beispiel diejenige Logik der Griechischen Denker! Das ist eine umfassende logik, die alles mit einschließt oder zumindest mit einzuschließen sucht! Sie aber argumentieren auf einer Schmalspur-Logik, derjenigen unserer heutigen Wissenschaftstechnik. Angefangen oder voll gegriffen hat diese eingeschränkte Denkweise, die ich kritisiere, im 17. Jahrhundert in Europa mit Galilei,Francis Bacon und Isaak Newton.
    Ohne Zweifel ist man mit der Beschränkung auf die vermeintlich wesentlichen Eigenschaften materieller Körper, die zuerst Galilei empfahl, nämlich Form, Zahl und Bewegung, also nur das, was quantifiziert werden kann, in der Entwicklung von Techniken sehr weit vorangekommen. Aber hat dieses beschränkte Denken und letztendlich Glück gebracht? Oder hat es uns nicht viel mehr an den Rand eines Abgrundes katapultiert, den niemand mehr auszuloten weiß? Ich meine, daß dabei das Leben selbst auf der Strecke geblieben ist. Claudio Hofmann, selbst einmal viel beschäftigter Wissenschaftler, hat in den 1980er Jahren ein sehr interessantes Büchlein zur allgemeinen Kritik an der Wissenschaft herausgebracht. Es heißt passend „Smog im Hirn“. Ich zitiere mal aus der Einleitung nur einen von ihm unterstrichenen Satz: „Denn die Wissenschaft muß endlich begriffen werden als Institutionalisierung der Denkform einer auf Unterdrückung und Männerherrschaft beruhenden Gesellschaft“.

  8.   blaufisch

    @Wesensgleich
    Ich kann Sie beruhigen, ich gebe jetzt Ruhe.
    Habe wohl doch ins Schwarze Getroffen – habe eben gut gezielt.
    Aber ein noch auf Ihren Weg in den Nebel, Sie denkn , dass Sie Argumentieren?.
    Sind Lügen, Halbwahrheiten und Pseudowissenschaft Argumente? Totschlagargumente!
    Auch Ihre Religion wird als das erkannt, was Sie ist.

  9.   HJM

    Wesensgleich,
    Sie lehnen (einseitiges) materialistisches Denken ab, kommen dann mit der Behauptung, durch Ärger würde man „sauer“, durch Freude „süß“, was wohl biochemisch gemeint ist. Was soll dieser Blödsinn? Das ist (ohne jede Belege) eine „ausgedachte Theorie“, gegen die Sie ja angeblich angehen! Auf diesem Niveau ist Diskussion praktisch unmöglich.

    Sie hatten gefragt / gefordert (210.): „… Erklären Sie mir doch bitte, … wie genau dieses Hirnwachstum durch tierischesProtein und durch gekochte Nahrung chemisch und biologisch vor sich gegangen sein soll! Das möchte ich wirklich gern wissen!
    Ich lasse mich auch gern belehren, und kann logische Prozesse durchaus nachvollziehen!“

    Und in 211. weiter: „… warum sich das Gehirn durch tierisches Protein, das heute dem Menschen garnicht gut tut und durch das Kochen, das die wertvollsten Nahrungsstoffe zerstört, weiterentwickelt, bzw. vergrößert haben soll, das soll mir doch bitte einmal jemand genau erklären! Ich halte das nach wie vor für ausgemachten Blödsinn, …“

    Ich kann Ihnen nicht erklären, wodurch das Menschengehirn im Laufe der Evolution gewachsen ist, das interessiert mich auch nicht. Aber ich gebe folgendes zu bedenken: Wenn Kinder Eisenmangel haben (und das war bzw. ist mit Helicobacter im Magen und Hakenwürmern im Darm und dementsprechend Blut- = Eisenverlusten sehr wahrscheinlich), in der körperlichen Entwicklung zurückbleiben, einschließlich ZNS = Zentralnervensystem.
    Deswegen wird etwa durch Gentechnik versucht, Hauptnahrungsmittel in Ländern mit solchen Eisenmangelbedingungen irgendwie mit Eisen anzureichern. Das ist irrational: Es müßte an den URSACHEN des Eisenmangels angesetzt werden, also an den chronischen Infektionen im Magen-Darm-Kanal. Daß und wie das möglich ist, zeigen Gesellschaften mit guter Hygiene. Mit antimikrobieller Therapie geht es nicht, wenn bald nach der „Sanierung“ Neuinfektionen stattfinden – das ist durch Interventionsstudien in armen Ländern mit unzureichender Hygiene hinreichend geprüft worden.

    Dann behaupteten Sie diffus, „ausgedachten Hypothesen“ würden Sie nicht „blind glauben“ – unklar, ob ich mit gemeint war. Also erklärte ich Ihnen – bzw. versuchte es -, wie die moderne Wissenschaft vorgeht, um Wissen zu erlangen, und wie das Kindern und Jugendlichen und Studierenden vermittelt wird. Aber vielleicht haben Sie in der Schule nur Behauptungen / Spekulationen vorgetragen bekommen, wissen gar nicht, wie moderne Wissenschaft funktioniert?

    Nun schreiben Sie mir: „… wir haben uns nie um unser Eiweiß, Kalzium, Eisen, VitaminB12 oder was auch immer Sorgen machen brauchen … “
    Zum Eisen: dann haben Sie vermutlich weder eine Helicobacter-Gastritis (Magenschleimhaut-Entzündung mit chronischen Blut- / Eisenverlusten) noch eine Hakenwurm-Infektion, die es in Mitteleuropa sowieso praktisch nicht gibt.
    Aber ist es so schwer zu begreifen, daß Sie von Ihrem heutigen Leben in einer reichen Gesellschaft mit hohem Hygienestandard (geringem Infektionsrisiko) nicht verallgemeinern dürfen? Sowohl die Menschenaffen als auch die Frühmenschen leben bzw. lebten in den Tropen und dürften praktisch „flächendeckend“ mit Helicobacter und / oder Hakenwürmern infiziert gewesen sein – und damit hochgradig eisenmangel-gefährdet.

    Unter SOLCHEN Bedingungen wird (v.a. rotes) Fleisch mit reichlich gut resorbierbarem Eisen einen Vorteil bedeuten, sowohl für die Entwicklung als Kind als auch für die Leistungsfähigkeit als Erwachsener (übrigens auch für Schwangere).
    Was glauben Sie, warum EPO (+ Eisen) eines der erfolgreichsten Dopingmittel ist? Menschen mit Eisenmangel-ANÄMIE sind müde, das Gegenteil von (Leistungs-)Sportlern, und was sind Jäger / Wildbeuter anderes als „Sportler“, wenn sie nicht verhungern wollen?

    Weiter von Ihnen: „Jetzt kommt die Wissenschaft mit dem “häm- Faktor”, der wieder beweisen soll, daß Mensch von Natur aus ein Fleischesser sei oder mindestens Omnivore! Dabei wissen ja sicher auch Sie, daß wir in unserer Genetig am geringsten von den Menschenaffen abweichen und die werden auch von Prof. Leitzmann eindeutig zu den Vegetariern gerechnet, weil ihre Nahrung zu 96-100% aus Pflanzlichem besteht. “
    Ich habe Zweifel, daß die Menschenaffen gute Jäger wären. Soweit ich weiß, bewegen die sich normalerweise gemächlich.

    Wildbeuter dagegen müssen hochleistungsfähig sein, können sich keine Anämie leisten. HEUTE mag es möglich sein, als Vegetarier Leistungssport zu betreiben – aber mit chron. Gastritis und / oder chron. Hakenwurminfektion sieht das schon ganz anders aus.

    Begreifen Sie jetzt Ihren Denkfehler, Ihren „blinden Fleck“? Sie schließen von Ihrem hochprivilegierten Zustand im 20./21. Jahrhundert in einem der reichsten Länder der Welt auf die (Entwicklungs-)Bedingungen vor Jahrtausenden.
    Heute ist es leicht (und sogar empfehlenswert), sich ohne nennenswertes Risiko vegetarisch zu ernähren, zumal etwa ein Eisenmangel (z.B. bei Frauen mit starken Regelblutungen) leicht feststell- und behebbar ist, durchaus ohne Fleisch, dank moderner materialistischer Naturwissenschaft, die die genauen Zusammenhänge klärte.

    Eisen ist ein Element, ein Mineralstoff, keine „biochemische Substanz“, die im Stoffwechsel entstehen oder verschwinden kann. (Das geht nur durch Kernreaktionen, die im Stoffwechsel keine Rolle spielen.) Kochen oder Braten spielt auch keine Rolle, Eisen bleibt Eisen. Da gilt der „Materialismus“ in reiner Form, ohne Wenn und Aber. Mir ist auch nicht bekannt, daß der Eisenstoffwechsel durch irgendwelche psychische Faktoren (nennenswert) beeinflußt werden kann.
    (B12: Ich werde nie vergessen, wie sich Hühner auf eine Maus stürzten, die in ihren Laufstall geraten war. Das kann eigentlich nur angeboren sein. Ich spekuliere, daß auch Hühner jede Gelegenheit nutzen, sich gewisse Nährstoffe einzuverleiben, die sich vor allem in Tieren finden.)

    So, das muß jetzt reichen. Hoffentlich nützt es etwas.

  10.   Wesensgleich

    @HjM: Ist doch alles soweit o.k. Sie haben mich glaub ich falsch verstanden. Wer nachweislich geheilt hat hat es doch richtig gemacht!
    Ich weiß garnicht, was Sie mir eigentlich vorwerfen!
    Ich wollte nur ausdrücken, daß ich nicht zu denen gehöre, die bedingungslos an veröffentlichte Erkenntnisse der Wissenschaft glauben. Ich habe die ganz reale Erfahrung gemacht, daß das heutige wissenschaftliche Denken und Forschen a)immer wieder seine Fehlerhaftigkeit von seinem Prinzip her aufgezeigt hat und b.) immer wieder aufzeigt, daß es durch die Wirtschaft, von der es ja größtenteils bezahlt wird, verunreinigt ist! Man kann das sehr gut an der orthodoxen Ernährungswissenschaft beobachten, die uns seit 100 Jahren den Menschen als Fleischesser oder mindestens Omnivoren verkaufen will mit den Vorgaben, die ich schon weiter oben genannt habe. Mit dem letzten, harnäckigsten Anti-Vegetarier und Anti-Veganer-Argument, dem VitaminB12-Argument hat sie es sogar geschafft, vielen Veganern tatsächlich Angst zu machen, sodaß sich heute tatsächlich einige das Vitamin B12 in sythetischer Form regelmäßig supplementieren.
    Ich und andere, die schon Jahrzehntelang ohne Fleisch oder sonstige Tierprodukte leben, haben nur feststellen können, daß es uns immer noch besser ging, je mehr wir tierische Produkte wegließen und wir haben uns nie um unser Eiweiß, Kalzium, Eisen, VitaminB12 oder was auch immer Sorgen machen brauchen. Ich habe parallel dazu unsere am eigenen Leib gemachten Erfahrungen natürlich auch in der gesamten Literatur immer überprüft. Bei Vitamin B12 bin ich z.b. drauf gestoßen, daß es zwar diese Mangelerkrankung gibt, aber nicht bei Veganern, sondern bei ganz normalen Omnivoren! Die Tatsache, daß dieses Vitamin sich in noch unverdorbener Natur von Mikroorganismen bildet, deutet ja auch eher darauf hin, daß ein Mangel daran z.B. bei Fast-Food-Essern auftreten wird, bei denen, die vornehmlich denaturierte, sterile Nahrung zu sich nehmen! Außerdem ist sich die Wissenschaft auch garnicht klar darüber, ob nicht ein gesunder Organismus das Vitamin B12 sogar auch selbst herstellen kann! Auf jeden Fall kann man als gut informierter frischköstlicher Veganer sich besser mit diesem Vitamin versorgen, als ein uninformierter Fleischesser! Ich frage da, wie diese armen eingesperrten Kreaturen, von denen die meisten nie die Sonne sehen, an das VitaminB12 kommen sollen, das sich nur draußen in intakter Natur bilden kann? Und das ist nur eine von den vielen Fragen, die man bei dieser Theorie stellen muß. Jetzt kommt die Wissenschaft mit dem „häm- Faktor“, der wieder beweisen soll, daß Mensch von Natur aus ein Fleischesser sei oder mindestens Omnivore! Dabei wissen ja sicher auch Sie, daß wir in unserer Genetig am geringsten von den Menschenaffen abweichen und die werden auch von Prof. Leitzmann eindeutig zu den Vegetariern gerechnet, weil ihre Nahrung zu 96-100% aus Pflanzlichem besteht. Genauer müßte man allerdings in 4 Gruppen einteilen: Fleischesser(Raubtiere), Misch-oder Allesesser(z.B. Bären), Pflanzenesser(Weidetiere)und Fruchtesser(z.B. Menschenaffen, Menschen).

 

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