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Wochenrückblick

Was Google mit Hamburg zu tun hat

 

Es ist schon eine gewisse Gemeinheit, dass ich als Dortmund-Fan diesen Wochenrückblick schreiben darf. Aber was soll's, mittlerweile habe ich in dieser Hinsicht ja etwas Erfahrung, bringen wir den ersten Absatz also hinter uns. Der HSV hat seinen ersten Saisonsieg eingefahren: Durch einen 1:0 Sieg in Dortmund wurden die ersten drei Punkte gesammelt und Lasogga konnte seine Torflaute beenden. Und das Allerwichtigste: Bremen wurde in der Tabelle überholt. Auch gewonnen hat übrigens der FC St. Pauli – 3:0 gegen Berlin.

Kommen wir aber zunächst nochmal zum HSV. Dessen Ex-Trainer Mirko Slomka (der übrigens mit einem Sieg gegen Dortmund beim HSV einstieg) klagt nun gegen den Verein wegen seiner Entlassung. Sein Co-Trainer Nikola Vidović tut es ihm gleich. Da scheint wohl noch Geld zu holen zu sein. Dem Vernehmen nach hat Ex-Sportdirektor Kreuzer bereits eine Zahlung von 800.000 Euro ausgehandelt. Da fragt man sich schon ein wenig, was die da für Verträge abschließen beim HSV.

Apropos Verträge abschließen: Das Winterhuder Freundlich+Kompetent ist nun das Barmbeker Freundlich+Kompetent. Nachdem die Musikkneipe ihre Location an der Gertigstraße Ende vergangenen Monats aufgeben musste, da ihr Vertrag nicht verlängert wurde, präsentierten die Betreiber nun die neue Adresse am Mundsburg Center. Gleichzeitig unterstützt das Team den Jazzclub Birdland in der Gärtnerstraße in Eimsbüttel. Der ist seit dieser Woche wieder da. Die Söhne des ursprünglichen Betreibers hauchen dem Kultclub neues Leben ein.

Bleiben wir noch einem Moment beim Thema Ausziehen und Umziehen von Clubs in Hamburg. Die Kaschemmen am Hamburger Berg sollen Anfang November abgerissen werden. Bisher finden Partygänger darin das Kiek Ut, die Villa Kunterbunt und das Lucky Star. Wobei: Erstgenanntes finden Sie bereits nicht mehr. Für das Kiek Ut war bereits in der vergangenen Woche Schluss. Während die anderen Mieter eine Sondervereinbarung für eine Mietverlängerung um einige Tage bekamen, gab es die laut Abendblatt  für das Kiek Ut nicht. Das Lucky Star soll im später entstehenden neuen Gebäude Mitte 2016 übrigens wieder auferstehen. Bis dahin sei ein Exil im Zeitlos geplant.

Nicht überall gab es bereits Entscheidungen: Ob die Elbe nun ein weiteres Mal vertieft und zum Teil verbreitert wird oder nicht – weiter unklar. Am Donnerstag sollte es vor dem Bundesverwaltungsgericht eigentlich eine Entscheidung geben. Dort hatten Naturschutzgruppen geklagt. Das Gericht entschied – sich nicht zu entscheiden. Das Urteil wurde vertagt, bis vom Europäischen Gerichtshof offene Fragen zum EU-Recht beantwortet sind. Dort liegt derzeit noch ein Fall zur Vertiefung der Weser, der wohl erst 2015 entschieden wird. Bis dahin wird sich an der Elbe jedenfalls nichts tun. Wahlkampfthema ahoi!

Das gibt aber auch Zeit, sich um andere drängende Fragen zu kümmern. Zum Beispiel um eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge in Hamburg. Am Dienstagabend gab es Proteste an der Flüchtlingsunterkunft in Kirchdorf-Süd. Grund: Es fehle an Platz, richtigen Betten und Duschen. Der NDR berichtet derweil, dass es auch in Hamburg, konkret in der Erstaufnahme Schnackenburgallee, zu Misshandlungen durch Sicherheitskräfte gekommen sei. Auch Polizisten seien unverhältnismäßig hart vorgegangen, das jedenfalls behaupten einige Flüchtlinge übereinstimmend. Laut Polizei gibt es interne Ermittlungen.

Auszüge von Kneipen hatten wir in diesem Wochenrückblick bereits. Kommen wir abschließend noch zu Auszügen aus Texten, genauer: zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Bitte was? Was hat das mit Hamburg zu tun, fragt ihr? Nun ja, Google hat aufgrund dieses Gesetzes, beziehungsweise genauer gesagt aufgrund einer Klage, die darauf Bezug nimmt, beschlossen, Inhalte einiger Verlage nur noch bedingt darzustellen. Ab der neuen Woche wird für die Medien, deren Verlage gerade über die VG Media gegen Google klagen, um Lizenzgebühren für Textausschnitte zu erhalten, nur noch die verlinkte Überschrift bei Google angezeigt, nicht aber ein Vorschaubild und eine Zusammenfassung. Das betrifft unter anderem die Inhalte von Axel Springer, Funke Mediengruppe, M. DuMont Schauberg und Regiocast. Bedeutet konkret für Hamburg wohl vor allem die Inhalte von: Bild Hamburg, Abendblatt, Mopo, Radio Hamburg und Hamburg Zwei. Nicht betroffen sein werden NDR, ZEIT, wir von Elbmelancholie und einige weitere. Schöne neue Medienwelt.

Wir wünschen in jeden Fall eine gute Woche. Und erinnert mich nicht zu sehr an das HSV-Spiel ...

 

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