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Wochenrückblick

Gemischte Gefühle in Hamburg

 

Hamburg Towers, Filmfest, HSV: In der vergangenen Woche gab es viele Gründe zum Feiern, ein Ereignis aber trübte die Stimmung: der Tod des Sprayers Oz. Ein Rückblick vom Elbmelancholie-Blog.

Vorweg eine Anmerkung in eigener Sache: Der Elbmelancholie-Blog ist zwei Jahre alt geworden! Dieses Jubiläum feierten wir diese Woche und blickten auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Wir haben einiges erreicht und schauen auf noch viel mehr, wie etwa unsere geplante Berichterstattung zu den kommenden Hamburger Bürgerschaftswahlen.

So, nun wie gewohnt zu den Ereignissen, die um uns herum geschehen sind: Die letzte Woche startete mit der Veröffentlichung eines Berichtes zur Hamburger Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Durchschnittlich haben in ganz Hamburg rund 31 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund. Deutlich wird, dass anteilsmäßig die meisten Menschen mit Migrationshintergrund in den Stadtbezirken Hamburg-Mitte und Harburg leben. In den Vier- und Marschlanden leben anteils- und zahlenmäßig die wenigsten. Die häufigsten Ursprungsländer sind die Türkei und Polen.

Zum Sport: Zwar hat der HSV wieder verloren (1:2 gegen Frankfurt) und auch einen neuen Negativrekord für die Zeit bis zum ersten Saisontor aufgestellt — aber nach 507 Minuten war es dann doch soweit: Die Hamburger haben ins gegnerische Tor getroffen. Es gibt also durchaus eine positive Tendenz. Von Anfang an erfolgreich waren die Hamburger Basketballer: "Auftakt nach Maß: Hamburg Towers gewinnen in Gießen" — betitelt die Vereinsseite den Erfolg am ersten Spieltag der zweiten Liga. Hamburgs neue Profi-Basketballmannschaft siegte in einem spannenden Spiel auswärts mit 66:65 gegen die Gießen 46er.

Vergangenen Donnerstag begann das Filmfest Hamburg. Es wird bis zum kommenden Samstag, 4. Oktober, jede Menge neue Filme präsentieren. Es war zudem Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag. Parallel dazu fand in der Schanze ein weitaus weniger kommerzielles Ereignis statt: Das von der linken Szene organisierte Refugee Welcome Schanzenfest. Gedacht wurde hier auch dem Graffitikünstler Oz, der in der vergangenen Woche gestorben ist. Hamburg verdankt ihm etliche Smileys und Kringel.

OZ_Kreisel_Herbst
Foto: Andreas Grieß

Oz starb im Alter von 64 Jahren, als ihn eine S-Bahn beim Sprayen erfasste. Er konnte nicht davon lassen, obwohl er in der Vergangenheit immer wieder Haft- und Geldstrafen für seine Streetart erhalten hatte.

OZ_Smilie1
Foto: Andreas Grieß

Kommen wir zum Diebstahl der Woche: Von einer Baustelle am Heidenkampsweg wurde ein Bagger gestohlen. Und was macht man mit einem Bagger? Richtig, man sucht den nächsten Geldautomaten auf und versucht, diesen zunächst aus den Angeln zu nehmen und anschließend aufzubrechen — wenn man nicht dabei gestört wird und fliehen muss. So geschah es tatsächlich in der vergangenen Woche in Hammerbrook.

Wir wünschen eine schöne, herbstliche Woche. Vielleicht zieht es den einen oder anderen ja zu einer der vielen Oktoberfestveranstaltungen, die parallel zum eigentlichem Fest in München auch hier im hohen Norden Deutschlands stattfinden. Was wir davon halten? Wir halten uns zurück.

2 Kommentare

  1.   David Rüger

    Liebe Redaktion,
    ich lese den Blog ja ganz gern, aber wenn ich bei der Zeit so (Un-)Worte wie „anteilsmäßig“ lesen muß, tut es schon ein bißchen weh. Und dann wurde auch noch „dem Graffitikünstler Oz“ gedacht… Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – so die etwas abgehalfterte, aber leider nach wie vor aktuelle Weisheit…
    Viele Grüße!
    David Rüger

  2.   Ernst Kalbert

    dass er seinen eigenen Grabstein nun nicht mehr mit einem OZ-Kringel versehen kann.

 

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