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Ein „Ehrenmord“ in England

 

Ein Vater hat in Grossbritannien seine Frau und seine vier Töchter ausgelöscht, „weil sie einen zu westlichen Lebensstil einschlugen“. Er tötete sich selbst durch Verbrennungen.
Früher hiess so etwas „Familientragödie“. Immer wieder das gleiche Muster: Männer, die ihre Frauen nicht mehr kontrollieren können.

Der Hintergrund der Tragödie war eine arrangierte Ehe.

Komplette Geschichte im Daily Telegraph hier.

wmuslim21b.jpg

Foto: Daily Telegraph 

Caneze Riaz, Sayrah, Alisha, Sophia –

die Mutter und drei der getöteten  Töchter.

20 Kommentare

  1.   Christoph Leusch

    ad Jörg Lau | 1:07

    Lieber Herr Lau,

    Irgendwie kann die Katze das Mausen nicht lassen und muss daher weiter „Eindrücke erwecken“. Wir hatten das Thema doch erst vor Wochen durchgekaut. Jetzt kommen Sie erneut, dieses mal mit einem virtuellen Zeitungsausriss zum „Ehrenmord“ aus GB.
    „Hintergrund der Tragödie war eine arrangierte Ehe.“
    Tatsächlich eine Tragödie, die aber, aufgrund anderer
    Lebens- und (Un-)Glaubensumstände in unserer Gesellschaft ebenfalls bekannt ist, wenn auch mit anderen vorgetragenen Begründungen. Denn, was die Täter, es sind, wie sie sehr richtig anmerken, fast immer Männer, antreibt, das ist die verloren geglaubte Ehre, die Kränkung. Bei uns wird das in den einschlägigen Prozessen meist wie folgt protokolliert oder in den Gutachten festgehalten: „Die Frau, die Töchter, etc., haben mich entehrt, verletzt, gekränkt, ich sah mein ganzes Leben, meine materielle Existenz (!!) ,mein Ansehen in der Gemeinschaft, zerstört. Ich wollte mich rächen, ich bin selbst aber auch nichts wert, weil ich das von mir so erlebte Fehlverhalten meiner Familienangehörigen oder meiner Frau, nicht rechtzeitig verhindern konnte.“ – Die Folge, wenn der
    Täter unter sehr starken Selbstzweifeln, der übergroßen Schuld angesichts der Tat, an schweren Depressionen oder sonstigen Selbstentwertungen oder gar an der Einsicht religiöse und ethische Gebote übertreten zu haben leidet, der erweiterte Suizid (obiger Fall). Dann gibt es natürlich meist kein ausführliches Protokoll der Tätermotivation, wenn nicht Abschlussrituale (Brief, Tagebuch, Gespräch mit eingeweihten Vertrauenspersonen!, letzteres häufiger als gedacht) voraus gingen oder der Täter überlebt. – „Keiner soll glücklich weiter leben. Die Kinder können ohne die getötete Mutter und meine Person keinesfalls glücklich werden. Wir müssen alle untergehen.“ So das Credo in den Akten der Forensik.

    Aus den Glaubensinhalten jedwelcher Religion sind solche katastrophischen Delikte überhaupt nicht begründbar und finden dort auch keine Stütze, selbst wenn die Täter das behaupten.

    In unserer Gesellschaft ist übrigens der Hauptgrund solcher familiärer Beziehungstaten, sehr häufig ein
    soziales oder materielles Motiv. Ansehens und Statusverlust in der engeren Umgebung und die meist fehlgeleitete Wahrnehmung des Täters, die aufgebaute materielle Existenz drohe völlig zu scheitern.

    Ein Paradox: Sowohl die traditionell engeren sozialen Verhältnisse, die klassischen Abhängigkeitsverhältnisse in Ehearrangements, in die übrigens auch bei uns, meist Eltern und/oder Schwiegereltern sowohl emotional als auch materiell (Erbe, Mitgift, Schenkung, Arbeitsplatz) massiv eingebaut sind, so wie wir sie heute noch häufig auf dem Lande finden, als auch völlig sozial isolierte, säkulare Ehe -oder Partnerverhältnisse tragen für solche Tragödien ein erhöhtes Risiko. – Dazu hatte ich schon vor Wochen einmal angemerkt, dass die Risikowahrnehmung Ihres Blogs und z.B. auch des Daily Telegraph, aufgrund des hohen öffentlichen Schauwertes und des naturgemäß hohen spekulativen Anteils, ziemlich verschoben ist.

    Dieser zweite, isolierte Beziehungstypus ist besonders dann belastet, wenn die Partner ihre eigene Existenz fast ausschließlich aus der Beziehung definieren und der Wegfall der Beziehung (liebt nicht mehr, droht mit Scheidung, Trennung, geht fremd) massive Auswirkungen auf die eigene Lebensplanung, die materielle Absicherung und den Zugang zu den Kindern hat.

    Ein Sonderfall, aber für die Motivergründung höchst aufschlussreich, sind Beziehungstaten gleichgeschlechtlicher Partner.

    Wie gesagt, das ist kein Hauptlebensrisiko in unseren
    Gesellschaften oder in muslimischen Gesellschaften.
    Ich habe hoffentlich nicht zu „kalt“ über die Zusammenhänge geschrieben. Aber ein wenig Abstand von den Zeitungsfällen, ein Schritt zurück, hilft vielleicht, einmal von überdrehten Betrachtungen
    Abstand zu nehmen. –

    Sonst enden sie noch als notorischer „Islamismusbekämpfer“, als „rebel without a course“.

    Grüße
    C. Leusch

  2.   Joerg Lau

    @ C. Leusch: Ist doch genau mein Punkt. Ich sage doch nicht, „der Islam“ sei der Grund für solche Taten. Ich habe hier ausführlich das Gutachten der >Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen< zitiert, in dem dergleichen widerlegt wird. Allerdings muss gesagt werden, dass traditionalistisch denkende Männer aus muslimischen Ländern den Kern der Risikogruppe bilden. Krise der muslimischen Männlichkeit, das ist das Thema. Nicht Islamismus. Lesen Sie doch bitte mal meinen Text zum Islam in der heutigen Print-Ausgabe, würde mich interessieren, was Sie davon halten.

  3.   Wachtmeister

    Nicht alle islambezogenen Probleme sind ein Folge von Islamismus.
    Probleme wie „Ehrenmorde“ und Frauenbescheidung, aber auch die erschreckend hohe Kriminalitätsrate unter jugendlichen Muslimen sind keine Folge islamischer Theologie oder islamistischer Ideologie, sondern m.E. Folge bestimmter Kulturen.

    Frauenbeschneidung wurde in afrikanischen Kulturen auch nach Verbreitung des Islams fortgesetzt. Sie hat ihren Ursprung aber traditionellen ostafrikanischen Kulturen.

    Von meist türkischen und arabischen Tätern ausgehende Gewalt ist auch eher kulturell als religiös begründet.

    Ich habe einige Erfahrungen hierzu während des Studiums in Ägypten gesammelt. Wer Schwäche zeigt, ist v.a. in arabischen Gesellschaften ein Opfer. Man schützt sich davor, indem man zu einer größeren Familiengemeinschaft gehört und nach Außen hin vermittelt, daß man stark ist. Stärke zeigt man z.B. als Familienvater dadurch, daß man es nicht zuläßt, daß die eigene Tochter schlechten oder als negativ betrachteten Einflüssen ausgesetzt wird.

    Deutsche leben vorwiegend in Kleinfamilien, und Pazifismus und Nachsicht, v.a. gegenüber Migranten, gelten als Tugenden. Wenn nun in Berlin mehr als 80% der Gewalttaten von Türken und Arabern ausgehen, ist dies keine Überraschung. Die Opfer provozieren die Täter durch ihre Schwäche.

    In Frankreich gab es 2005 einen Massenübergriff von Arabern auf vorwiegend ethnisch-französische Schüler. Die Täter sprachen von „kleinen Franzosen mit Opfergesichtern“: http://www.nzz.ch/2005/03/31/fe/articleCP668.html

    Grüne Rezepte helfen hier nicht weiter. Es wird Deutschen in einer Multikulturellen Gesellschaft nichts anderes übrig bleiben, als sich den neuen Bedingungen auf realistische Art und Weise anzupassen oder die Änderung migrantischer Kultur zu bewirken.

  4.   Wachtmeister

    Neue globale Umfragereihe zur Haltungen von Muslimen gegenüber dem Westen:
    http://www.timesonline.co.uk:80/tol/news/world/us_and_americas/article1415550.ece
    Das Ergebnis ist, daß Muslime „in Folge des Irakkriegs“ den Westen noch mehr hassen würden. Die Frage: Warum hassen Muslime nicht jene Muslime, die im Irak verhindern, daß ein erfolgreicher Staat aufgebaut wird, indem sie massenhaft andere Muslime massakrieren? Warum hassen sie die USA, die das Land von einem der übelsten Diktatoren befreit haben?

  5.   Wachtmeister

    In Großbritannien gab es laut von der Polizei bestätigten Angaben mehrere hundert Fälle von Zwangskonversion von Hindus. Muslime würden entsprechenden Druck auf hinduistische Frauen ausüben. In einem Fall sei eine Frau schwer verletzt worden. Bei Männern, die sich wehren könnten, trauen sich die Täter bislang offenbar nicht.

    http://www.dailymail.co.uk/pages/live/articles/news/news.html?in_article_id=437871&in_page_id=1770

    Britische Islamverbände schweigen. Was sollten sie auch sagen? Nichtangehörige monotheistischer Religionen sind vom „Kein Zwang in der Religion“ ausdrücklich ausgenommen. Islamische Täter können sich in diesem Punkt uneingeschränkt auf den Islam berufen.

  6.   iceman

    Leusch will einfach nicht, dass solche unappetitlichen Dinge auf den Tisch kommen, damit sein innerer Frieden nicht gestört wird.
    Mein Tip:
    Keinen Fernseher, kein Radio, keine Zeitung mehr.
    Kenne eine kleine Gemeinde, die das sogar praktiziert.
    Aber dafür sind Sie denn doch zu neugierig, nicht wahr, Herr Leusch?

  7.   N. Neumann

    „Nicht alle islambezogenen Probleme sind ein Folge von Islamismus.“

    Ja.

    „Probleme wie “Ehrenmorde” und Frauenbescheidung, aber auch die erschreckend hohe Kriminalitätsrate unter jugendlichen Muslimen sind keine Folge islamischer Theologie oder islamistischer Ideologie, sondern m.E. Folge bestimmter Kulturen.“

    Das ist allerdings in Bezug auf die Frauenbeschneidung anscheinend nicht ganz richtig.

    1. In der (sunnitischen) Hadith-Sammlung von Abu Dawud existiert offenbar eine Stelle, die beinhaltet, dass der Prophet eine Beschneiderin dazu auffordert, nicht zu viel wegzuschneiden. Und soweit ich es als Nicht-Islamwissenschaftler beurteilen kann, besitzt die Sammlung von Abu Dawud zwar nicht den theologischen Rang wie jene von al-Buchari oder Muslim ibn al-Haddschadsch, sie ist jedoch theologisch nicht völlig bedeutungslos. Darüber hinaus sollen die vier islamischen Rechtsschulen die Frauenbeschneidungen zumindest nicht einhellig ablehnen.

    Dementsprechend kann der aus vorislamischer Zeit stammende Brauch der Frauenbeschneidung sehr wohl auf dem Boden islamischer Quellen begründet werden. Und wahrscheinlich wird er das zumindest teilweise auch.

    Ein Hinweis unter mehreren:

    http://www.aks-pages.de/websitebaker-2.6.4/wb/pages/ahl-ul-sunna/fiqh/frauenbeschneidung.php

    (Über den Grad der theologischen Bildung des Autors dieses kurzen Artikels kann ich nichts aussagen, bei ihm handelt es sich jedoch offenbar um alles andere als einen Nicht-Muslim.)

    2. Hat derjenige sunnitische Gelehrte mit der größten kommunikativen Reichweite, al Jazeera-Prediger Yusuf al-Qaradawi, die von mehreren sunnitischen gelehrten in Kairo erfreulicherweise verabschiedete Fatwa gegen die Frauenbeschneidung nicht mitunterzeichnet und hält weiterhin eine „moderate“ Beschneidung von manchen Frauen für geboten.(Jörg Lau berichtete.)

    Al-Qaradawi ist bekanntlich Islamist, gilt aber – abgesehen von seiner Popularität – nicht als theologisches Leichtgewicht.

  8.   iceman

    @ Wachtmeister
    Überspitzt formuliert:
    Mit militärischen Mitteln und Bootcamps werden wir das Problem nicht lösen können.
    Jeder Mensch ist ein unbeschriebenes Blatt, da muss man ansetzen.
    Es gibt die Islamkonferenz, damit die Probleme gelöst werden.
    Leider kann man nur mit den Leuten verhandeln, die man auf der anderen Seite vorfindet.

    Es sind die Islamverbände, die den Fortschritt blockieren.
    Das wichtigste Mitglied im Islamrat ist Milli Görüs (IGMG), die auch an der Integrationskonferenz teilnimmt.
    Die IGMG wird vom Verfassungsschutz beobachtet, der in 2003 einen Artikel der Milli-Gazete (eine Art Bayernkurier für Islamisten) veröffentlichte.
    Darin heisst es:
    „Wir sind dazu verpflichtet, sie (die Kinder) die Religion Gottes zu lehren. Dutzende von perversen Istitutionen, allen voran Juden- und Christenkomitees, lauern nur auf eine günstige Gelegenheit, um uns unsere Kinder abspenstig zu machen.
    Werfen wir unsere Kinder nicht jenen verwirrten Ungeheuer zum Frass vor!“

    Tja, so was bewegt sich unter uns, nimmt an Konferenzen teil, und indoktriniert die eigenen Anhänger, die so keine Chance haben, sich zu entwickeln.
    Es sind die Verbände, die z.Bsp. den Religionsunterricht blockieren, es ist nicht das Versagen der Politik.
    Typen aus o.a. Orgs haben schlicht kein Interesse daran, dass Koranverse und Hadithen den Schülern so erklärt werden, dass der Islam seinen elitären und expansiven Charakter verliert.

    Muslimverbände sind sehr geschickt darin, den Schutz des deutschen Rechts für sich auszunutzen.
    Am Beispiel des Religionsunterrichts:

    Nach dem deutschen „Staatskirchenrecht“ kann der Staat mit religiösen Vertretern Verträge abschliessen.
    Das gilt auch für die Frage, wie der Religionsunterricht an Schulen geregelt wird (mit was für Personal, mit was für Inhalten).
    Weil es aber im Islam keine einheitliche Organisationsstruktur (Kirchen) gibt, sondern nur eine Vielzahl von Verbänden, ist das ganze schon VON VORNHEREIN kompliziert, ganz abgesehen von den unterschiedlichen Vorstellungen bei den Inhalten zwischen staatlichen Vertretern und Verbänden.

    Das Staatskirchenrecht nun einfach abzuschaffen, und die Inhalte des Religionsunterrichts selber zu bestimmen, das ist dem Staat nicht möglich, weil das dem Grundgesetz (Religionsfreiheit) widersprechen würde.
    Somit besteht auch nicht die Möglichkeit, dass im Rahmen eines Lehrplans definiert wird, wie bspw. die Inhalte von Koranversen (oder die Bedeutung der Hadithen – Scharia!) zu verstehen sind.

    GLEICHZEITIG gibt es in Deutschland aber ein RECHT auf Religionsunterricht!

    Diese schwer zu lösende Situation ist verbunden mit einem Mangel an guten Lehrern.
    Zusammenfassend:
    Es gibt also keinen, einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft würdigen, Lehrplan, es gibt keine entsprechend ausgebildeten Lehrer, und es gibt auf Seiten der Verbände kein Interesse daran, diese Misere zu beenden.
    Hinzu kommt ein traditionelles Appeasement in den Medien, die keine Islamophobie anheizen wollen, und solche Hintergründe nicht angemessen aufzeigen.
    Die Politiker werden alleine gelassen, kriegen aber die meiste Kritik ab, und die Folge ist ein Überdruss am normalen Parteienspektrum, der sich bislang nur in Wahlenthaltung äussert.

    Die Blockade der Verbände hat in Berlin dazu geführt, dass islamischer Religionsunterricht nun komplett in die Hände der Verbände gegeben wurde.
    Andere Bundesländer, die das nicht wollten, haben auf Religionsunterricht im klassischen Sinne verzichtet, und bieten stattdessen eine „religiöse Unterweisung“ an, teilweise auch nur im Rahmen eines muttersprachlichen Unterrichts.
    Das alles ist zeitlich sehr begrenzt und führt dazu, dass Eltern, die Interesse an religiöser Erziehung ihrer Kinder haben, diese dann weiterhin in Koranschulen schicken.
    Anders formuliert:
    Wir haben die Koranschulen entweder intern (Berlin), oder aber extern (alle anderen).

  9.   Docaffi

    @N.Neumann
    Bzüglich Ihres Kommentares zur Frauenbeschneidung möchte ich auf „target human rights“ organisation verweisen:

    http://www.target-human-rights.com/HP-02_target/u1-2_aktionen/u2-2_wuestenkonferenz01Aetiopien/index.php?p=dankschreiben&SID=03cc6ffca65adedafd4e3129ebe3f16c

    Das ist eine deutsch-afrikanische Organisation, die mit Hilfe von islamischen Gelehrten in Nordafrika versucht, die Frauenbeschneidung zu verbieten. Diese Organisation konnte bisher viele grßartige Erfolge erzielen.

  10.   Christoph Leusch

    ad Kommentar von Joerg Lau | 22.02.2007 | 9:04

    Sehr geehrter Herr Lau,

    Natürlich lese ich Ihren Artikel in der Print-ZEIT. Bin selbst gespannt, was Sie schreiben. Die Ankündigung klang vielversprechend.

    Auch mit dem Stichwort „Risikogruppe“ kann ich einverstanden sein, solange es in Anführungszeichen steht. Denn Risiken abschätzen und abwägen ist naturgemäß eine schwierige Angelegenheit, gerade bei Mord und Totschlag. – Auch auf die Gefahr hin , Sie ein wenig zu nerven. Nehmen wir einmal an, wir könnten eine Gesellschaft ohne „traditionalistisch denkende Männer aus muslimischen Ländern“ betrachten. Meine These wäre, wir hätten bei den Kapitalverbrechen, insbesondere bei den Beziehungstaten, statistisch kaum unterscheidbare
    Kriminalitätsraten. Wir würden dann nur wieder zum euphemistischen Begriff der „Familientragödie“ zurückkehren oder aber, wenn es uns tatsächlich ernst wäre, uns die Aufgabe stellen, Frühindikatoren
    für die Gewalt in Familienverhälnissen und Beziehungen, seien sie nun evangelisch, katholisch, oder ohne auch nur eine Spur von Religion, ernster zu nehmen. Konkret, der Austieg aus einer qualvollen, verletzenden und nicht mehr tragbaren Beziehung muss, wenn um Hilfe gefragt wird, unbürokratisch möglich sein, z.B. notfalls bis zum anonymen Wohnortwechsel.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur beisteuern, dass hinterher fast jeder beruflich, therapeutisch, juristisch damit befasste Mensch weiß, warum es so kommen musste, ja sogar Nachbarn, Freunde, Bekannte und Zeugen mit dem Kopf nicken. Im Vorfeld präventiv zu sein, das ist eine komplexe und
    schwierige Aufgabe. Naiv anzunehmen, man erreichte
    etwas mit „Aufklärung“ in der Schule. Erfolgreicher schon, wenn Konfliktlösungsstrategien und Gewaltverzicht von Anfang an in allen Lebenssituationen trainiert werden und die sozialen Bedingungen sich mittelfristig verbessern.

    Grüße
    C. Leusch

    ad Kommentar von iceman | 22.02.2007 | 9:37

    Werter „iceman“,

    Der „Tisch“ oder der Ort an dem serviert wird, spielt schon eine Rolle. Allenfalls könnten wir doch gemeinsam eine Aussage dazu treffen oder uns streiten, was die Risiken für unsere „innere Sicherheit“ oder unsere äußeren Bedrohungen angeht. – Mehr ist doch für Sie und für mich nicht drin. Oder?

    C. Leusch

 

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