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Der florierende Terror-Markt im Irak

 

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Diese Tabelle widerlegt auf eindrucksvolle Weise den Versuch der amerikanischen Regierung (und auch mancher US-Medien), den Terrorismus im Irak im Wesentlichen Al-Kaida zuzuschreiben. Es zeigt sich vielmehr ein diversifizierter Markt der Terroranbieter, die miteinander um die Vorherrschaft im „Widerstand“ konkurrieren.

Die Tabelle beruht auf einer Auswertung der Bekennerschreiben nach Attentaten im März 2007. Die ISI (Islamic State of Iraq=Al-Kaida) wird von ihrer direkten sunnitischen Konkurrentin, der IAI (Islamische Armee des Irak), deutlich geschlagen. Selbst Ansar al-Sunnah – die sich nicht eindeutig zu oder gegen Al-Kaida stellt, reklamiert mehr Anschläge für sich als die internationalistischen Dschihadisten der Kaida.

Mit anderen Worten: Die mehr nationalistischen Terroristen haben im Irak die Oberhand über Al-Kaida, oder machen ihr jedenfalls den Rang streitig. (Die Kaida ist professioneller, furchterregender und spektakulärer als die homegrown terrorists des Irak.)

Warum fixiert die amerikanische Informationsstrategie sich aber so sehr auf die von Al-Kaida begangenen Taten? Erstens, um das Unternehmen Irak im Rahmen des Kirges gegen den internationalen Terrorismus zu rechtfertigen. Zweitens – das ist die lokale Zielrichtung – um dem „Widerstand“ in den Augen der irakischen Öffentlichkeit als Import zu diskreditieren.

Das Problem: Die Iraker sind nicht doof und durchschauen das Spiel. Und schlimmer noch: Man macht auf diese Weise ohne Absicht Propaganda für Al-Kaida, die viel wichtiger und machtvoller erscheint, als sie in Wahrheit ist.

Die gesamte Geschichte bei Abu Aaardvark.

0 Kommentare

  1.   iceman

    Die obige Tabelle zeigt, dass es sich bei allen Widerstandsgruppen um Aktivisten mit islamistischem Hintergrund handelt, was ja – mangels anderer politischer oder geistiger Traditionen und Kräfte – kein Wunder ist.
    Die alles überlagernde islamische „Einheit im Glauben“ kommt auch in einer Umfrage von PIPA zum Ausdruck, wonach die Ägypter es zu 90% für unislamisch halten, amerikanische Zivilisten anzugreifen, aber ebensoviele einen Kampf gegen die amerikanischen Truppen rechtfertigen.
    Ohne einen passenden Treuhänder kann es keinen geregelten Übergang zu einem demokratischen Staatswesen geben, und deshalb ist ein weiterer Verbleib – aus Sicht amerikanischer Interessen – sinnlos.
    Ein starkes Plädoyer für einen schnellen Abzug findet man auch im Editorial der NYT, Titel: „The Road Home“.

    http://www.nytimes.com/2007/07/08/opinion/08sun1.html

    Trotzdem bleibt die Frage, ob ein Abzug verantwortbar ist, denn die Folge wäre wahrscheinlich ein fürchterlicher Bürgerkrieg, mit Beteiligung der unterschiedlichsten Kräfte (gerade auch von aussen).
    Ich meine, im Falle eines Rückzugs sollten die Türken einen Teil des Irak unter Kontrolle bringen (140.000 türkische Soldaten stehen bereits an der Grenze).
    Das Minimalziel sollte sein, dass man eine Art Dreissigjähriger Krieg verhindert.

  2.   Sebastian Dietrich R.

    Interessante Darstellung.

    Eine Verständnisfrage:

    Warum werden denn keine Anschläge gegen Sunniten aufgeführt?
    Gibt es nicht auch explizit schiitische Terrorgruppen?

    Als durchschnittlicher Mediennutzer empfinde ich keine Verengung auf Al-Kaida.
    Was man mitbekommt sind Terroranschläge an sich, die Verursacher in den konkreten Fällen werden ja meist nicht gleich mitgenannt und sind so im weissen Rauschen den Informationen ziemlich unsichtbar.

  3.   lebowski

    Hier noch zwei interessante Links zum Thema! Wobei anstelle der „Terrorbanden“ der Begriff des politischen „Rackets“ benutzt wird.
    Interessant sind die Beiträge auch deswegen, weil es sich um linke Kritik von Terror und Islam handelt.
    Mir werden gerade in Anti-Islam-Blogs zu oft die Linken als Kollaborateure des politischen Islams dargestellt.

    http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=251&print=

    http://lizaswelt.blogspot.com/search?q=racket


  4. […] Die Auswertung der Terroranschläge finden Sie in dieser Tabelle  und wer den vollständigen Beitrag zu der Auswertung lesen möchte hier. […]

  5.   Sebastian Dietrich R.

    Herr Lau, Sie überfordern die Leser! Die Zahl der Kommentare nimmt ab. 😀

  6.   Fastien

    Fühlen Sie sich überfordert Herr R.? :-))

    Die ganzen Diskussionen ermüden doch irgend wie. Seit 11/9 werden die nun in der breiten Bevölkerung des Westens diskutiert und es ändert sich nichts zum Positiven.

    Auch in Deutschland sind wir keinen Schritt weiter, was den radikalen Islam anbelangt. Gucken wir nach England, dann hat man sogar das Gefühl, es wird sich im vorauseilenden Gehorsam zurück bewegt i.S. Meinungsfreiheit und Co.

    Während wie hier sitzen und diskutieren, verkündet Alkanzler Schröder, schärfe Sanktionen gegen den Iran würden zu großem Schaden der Weltwirtschaft führen, lobt die Beziehung zu Syrien, die Linke lädt Hamas Führer nach Deutschland ein – welche mangels Einreisegenehmigung scheiterte- Tritan lobt die Hisbollah und verlangt, diese dürfe nicht weiter als Terrororganisation behandelt werden und der Iran bastelt während dessen weiter an seiner A-Bombe, welche dann gen Israel geschickt werden soll.

    Als ob das nicht schon genug wäre, fragen sich hierzu Lande doch tatsächlich nicht wenige, ob der Westen aufgrund der Erfahrungen mit den Karrikaturen, der Paps Vorlesung und nun Rushdie sensibler mit Muslimen umgehen müssen.

    Dies alles verfolgt Robert Redecker auf seiner Flucht vor der „Fatwa im Lande Votairs“. Übrigens eins sehr lesenswerter Artikel: http://www.wadinet.de/news/iraq/newsarticle.php?id=3319

    Beste Grüße zum Abend

  7.   Fastien

    ich habe zu schnell getippt 🙂

    Bevor sich jetzt hier jemand fragt, wer denn Tritan sei. ich wollte Trittin schreiben und meine mit Tritan also Jürgen Trittin 🙂

    Allen einen guten Abend!

 

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