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Syrien als Zuflucht?

 

Syrien ist eines der Länder, die von den USA als Schurkenstaaten – Unterstützer des internationalen Terrorismus, Feinde der liberalen Demokratie – betrachtet werden. Was sagt es über das Ausmaß des Desasters im Irak, dass täglich 2000 Iraker aus dem vermeintlich „befreiten“ Land in die totalitäre Herrschaft des Assad-Regimes fliehen?

Dies sagt Erika Feller vom UN-Flüchtlingskomissariat gegenüber Asharq-Alawsat:

„Approximately 2,000 Iraqis cross the border into Syria every day in search of a safe haven. So far, more than two million Iraqis have left Iraq and I think Iraqis will continue to leave because of the hard circumstances, turmoil, violence and religious persecution. I do not think anyone living in such circumstances can stay in Iraq. I was in Syria and saw the enormous numbers of Iraqis who have left Iraq. The number of Iraqis in Jordan and Lebanon may have stabilized, but not in Syria. It is difficult to determine the figures because we do no know where these Iraqis are staying.“

0 Kommentare

  1.   Sebastian Ryll

    Weil Syrien Terror ausserhalb der eigenen Grenzen unterstützt und es auf den Strassen im Vergleich friedlich zugeht.

  2.   Sebastian Ryll

    Sorry, nochmal:
    Mein Schwager kommt aus Damaskus und man kann in Syrien zivilisiert leben. Es ist ein stabiles Land, was man gar nicht mit dem Irak derzeit vergleichen kann. Über den Irak sagt der Befund recht wenig aus.
    Konnten die Menschen eigentlich unter Saddam das Land frei verlassen?
    Wie sind die Gruppen der Flüchtlinge zusammengesetzt? Kann man sagen, WER flüchtet?

  3.   Chamaedorea

    Ein palästinensischer Freund hat mir gestern erzählt, dass in Jordanien die Miet- und Kaufpreise für Häuser exorbitant aufgrund der irakischen Flüchtlinge gestiegen sind. Die Frage bleibt, inwiefern so große Mengen an Flüchtlingen langfristig destabilisierend auf diese Länder wirken. Es gibt ja schon einen riesigen Anteil Palästinenser in Jordanien, erzählt wird, dass es mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist. Bekommen wir irgendwann libanesiche Verhältnisse?

    Bei meinem letzten Besuch in Amman sind die Palästinenserlager übrigens absolute Nogo-Areas gewesen. Sarkastisch: Soviel zu den freundlichen jasminschen Pannenhelfern im Islam.

  4.   Chamaedorea

    An S. Ryll: Es sind wohl mehrheitlich die Iraker, die es sich leisten können. Der palästinensische Flüchtlingsstrom in diese Länder bestand/besteht ja überwiegend aus enteigneten, also ärmeren Familien. Gibt es in Syrien überhaupt nennenswerte Zahlen von Palästinensern?


  5. Syrien! Bin nun länger schon nicht mehr da gewesen. Es liegt mir auch wenig daran, dort hinzugehen, nicht, weil die Hotelpreise der Iraker wegen wahrscheinlich exorbitant hoch sein dürften, sondern wegen des stets und überall anwesenden Geheimdienstes. Als ich vor über 10 Jahren da war, wurden in einem Kino sitzend – ich war nicht aufgestanden, als der Führer auf der Leinwand erschien und saß in letzter Reihe – die paar Personen links und rechts neben mir sitzend, die ich gar nicht kannte, plötzlich rausgezogen und ganz böse verprügelt und abgeschleppt. Das führte damals dazu, ich wohnte im Muhaim Falastin und lernte Arabisch in diesem eher etablierten und wirklich guten Regierungsding, dass ich vorsichtshalber Mal das Land verließ. Es war irgendwie, hatte man den Eindruck andauernd jemand auf deinen Versen, Briefe wurden geöffnet, die Zeitung, die aus Deutschland auslag, war, versteht sich, zensiert. Das heißt, wenn etwas Unschickliches drinstand über Syrien, konnte man sie halt nicht kaufen.
    Die Iraker, die dort leben dürfen, vermute ich, sind vom Regen in die Traufe geraten – es sichert den meisten, wohl nur das blanke Überleben und ich weiß nicht, ob dieser Um- und Zustand wirklich besser sein soll und besser wird in absehbarer Zeit als das, was Saddam seinen Leuten einst zumutete.
    Dieser eben erlassene Bericht der Amerikaner ist ein Witz. Sie sollten den Irak endlich aufteilen, in drei Teile und fertig!

  6.   Joachim S.

    Bekannte von mir lebten über ein Jahr in Jordanien.
    Auch sie berichteten, dass durch den Zuzug von 1 Million meist wohlhabender Irak-Flüchtlinge die Immobilienpreise und die Lebenshaltungskosten allgemein stark gestiegen seien.

    Der Anteil der Palästinenser, viele davon sehr arm, an der jordanischen Bevölkerung beträgt ca. 70%, sie werden jedoch von der Macht systematisch ferngehalten.

    Freundliche Grüße

  7.   emcee

    „Dieser eben erlassene Bericht der Amerikaner ist ein Witz. Sie sollten den Irak endlich aufteilen, in drei Teile und fertig!“

    @ a. iskender

    Ihr Aufteilungsvorhaben ist ein Witz und unrealisierbar. Der IRAQ ist eine geographische Einheit. Hier in kolonialistischer Manier auf der Karte Grenzen ziehen zu wollen, wird nichts bringen.

  8.   J.S.

    Woher wissen wir das die Flüchtlinge nicht Saddam Anhänger sind?
    Und was ist so verwunderlich daran, das Muslime sich in einer Diktatur wohl fühlen? Die meisten islamischen Länder sind Diktaturen.

  9.   Hermes

    Wer den Krieg zu seinen Nachbarn – z.B. in den Libanon, der auf syrischen Landkarten nicht einmal vorkommt – trägt, der mag wohl zu Hause recht friedlich leben.

 

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