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Nasrallah – jetzt als Kiosk

 

Esra aus Bahrain schreibt auf Mideastyouth über einen neuen Kiosk (Coldstore) in seiner Nachbarschaft, der den Namen des Hisbollahführers Hassan Nasrallah trägt (wahrscheinlich, weil der Besitzer den Mann verehrt):

nasrallah.PNG

„Nasralla coldstore, folks! Free home delivery! Grenades! Israel! Lebanon! Fat people in capes!

They have the cheapest galaxy bars, but everything in there conjures up images of dead people being blown up for no apparent reason. Don’t turn this post into a political debate of Israel vs. Lebanon vs. your mom or whomever. I’m posting this here because I don’t understand why he’s being treated like a prophet – people still have his pictures hanging out of their windows and cars. You can’t make a joke about him without people biting your head off, as if you insulted the Prophet Mohammed or something to that effect. Now I have to suffer a coldstore bearing his name next to my house. Urgh.“

Da tun sich gewaltige Geschäftsmöglichkeiten auf. Ein Hisbollah-Parfüm hat es auch schon gegeben.

23 Kommentare

  1.   Soheil

    Nasrallah oder nasralla ist ein Name wie alle andere Namen. Ich verstehe es nicht, was hat das mit Islamismus und Terror zu tun. Darf man in Bahrein seine Kinder oder sein Laden nicht mehr Nasrallah nennen, weil „Deutschland steht unverbrüchlich hinter Israel.“?!

  2.   Joachim S.

    Eben.

    Ich kannte vor Jahren einen christlichen (!) Libanesen namens Fadlallah Abdallah.

  3.   Wachtmeister

    „Nasr Allah“ (Sieg Allahs) ist nun wirklich kein seltener Name, ebenso wie „Hussein“ oder „Osama“.

    Davon unberuehrt hat die Hizbollah aufgrund ihres Erfolges 2006 aber auch unter sunnitischen Arabern stark an Popularitaet gewonnen. Nasrallah war in Umfragen Ende 2006 einer der beliebtesten Persoenlichkeiten in zahlreichen arabischen Staaten.


  4. @ Alle: Wir sprechen hier über Bahrain, wo es eine schiitische Mehrheit gibt. Das ist nicht irgendein Name, sondern der Hisbollah-Führer ist Popstar und Prophet!


  5. Ja, immer interessant: hier himmelt man Beckham oder irgendwelche Popstars an, dort Terroristen, die Zivilisten als Schutzschilde benutzen. Das machen die gute Erziehung und die hervorragenden Schulbücher.

  6.   Wachtmeister

    @lebowski:
    Bei Meinungsfragen in arabischen Staaten steigt die Unterstuetzung fuer militant-islamistische Positionen mit steigender Bildung des Befragten. Ein Student aus Marokko identifiziert sich mit hoeherer Wahrscheinlichkeit mit dem Kampf der Hizbollah gegen Israel als ein Slumbewohner des gleichen Landes.

  7.   Yasmin

    @ Jörg Lau

    Dieser Kiosk steht in Bahrain? Hm. „Esra“ scheint mir ein jüdischer Name zu sein. Er ist möglicherweise mit der Struktur arabischer Namen und Begriffe nicht vertraut.
    „Nasrallah“ wird nur im Deutschen zusammen geschrieben. Es besteht eigentlich aus zwei Wörtern: Nasr und Allah. Letzteres braucht man wohl nicht näher zu erläutern ;-), das erste Wort heißt „Sieg“ oder „Triumph“ im Sinne von „beistehen, helfen“. Der gute Laden heißt also Kiosk „Sieg Gottes“ (oder „Gottes Sieg“). Davon gibt’s im Nahen Osten haufenweise. Es ist eine beliebte Art, Gottes Beistand zu erbitten. (Nach dem Motto „möge Gott meinen Handel segnen“). Er hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nichts mit dem Führer der Hisbollah zu tun. Esra muss sich deswegen keine Sorgen machen.
    „Nasrallah“ ist auch keine rein islamische Bezeichnung, ebensowenig wie „Abdallah“ (Abd Allah = Diener Gottes), wie Joachim S. schon versuchte, zu erklären. Es gibt durchaus auch Christen mit diesen Namen. Das Christentum steckt sogar schon im Wort „Nasr“ drin. Ich hab ja schon mal einiges über die Struktur arabischer Wörter geschrieben. „Nasr“ ist eine substantivierte Form von „nasara“, das in seinem 2. Stamm („nassara“) die deutsche Bedeutung „christianisieren“ hat. Der 5. Stamm (tanassara) heißt „Christ werden“. Eine weitere substantivierte Ableitung – nasrani – heißt „Christ“ (ähnlich dem „Nazarener“ 🙂 )
    Dass der derzeitige Führer der Hisb Allah den gleichen Namen trägt wie der Kiosk, kann durchaus Zufall sein. Da ich den Inhaber nicht kenne, weiß ich natürlich nichts über seine Beweggründe, sein Geschäft so zu nennen. Möglicherweise hängt es wirklich mit der Person H. Nasrallah zusammen. Möglicherweise trägt das Geschäft aber auch schon länger diesen Namen, als Hasan Nasrallah Führer der Hisbollah ist. Der Besitzer hätte aber z.B. den Laden auch „Kiosk Hasan“ nennen können. Dann würden Sie möglicherweise wieder eine Verbindung zu H. Nasrallah sehen, obwohl eigentlich nur „Guter (oder Schöner) Kiosk“ dastehen würde.

  8.   Yasmin

    Beispiele für „Nasrallah“:

    „Die libanesische Schriftstellerin Emily Nasrallah am Zentrum Moderner Orient, Berlin“ (zur Person: „Emily Nasrallah wurde 1931 in einer christlichen Familie im Südlibanon geboren und ist eine der anerkanntesten Schriftstellerinnen und Intellektuellen des Nahen Ostens.“)

    http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/105192/

    „Seine Seligkeit der maronitische Patriarch von Antiochien und des Ganzen Ostens.“ : Nasrallah Pierre Sfeir

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nasrallah_Pierre_Sfeir

  9.   Soheil

    @ Lau: Ich kann es ganz gut nachvollziehen, warum er z.B. in Bahrain so beliebt ist. Das ist aber unklar warum er in z.B. Deutschland gehasst werden soll und sein Name auf Ihrer Seite immer synonym Islamismus und Terror ist.
    @ Lebowski: wenn Nasrollah einer ist, den Sie beschreiben, warum wird er von denselben Zivilisten so geliebt?

  10.   J.S.

    Die USA setzen großes Vertrauen in die demokratische Entwicklung Bahrains.
    Bahrain wird in Washington unter „Major non-NATO ally“ geführt. Der Iran betrachtet Bahrain als iranisches Gebiet. Die 5. Flotte der US-Navy wiederum hat ihr Hauptquartier in Bahrain.
    Es sind also die USA die zwischen iranischem Expansionismus und der Freiheit Bahrains stehen. Seit geraumer Zeit versucht der Iran nun Bahrain zu unterwandern, daher auch die Werbung für Hisbollah und
    Nasrallah.

 

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