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„Neidisch auf das Christentum“

 

Navid Kermani kürzlich in der NZZ über eine Marien-Ikone, die er in Rom sah:

„In Rom wurde ich ohnehin neidisch auf das Christentum, neidisch selbst auf einen Papst, der auch solche Sätze sagt, und wenn ich den Gedanken der Inkarnation in nur einem einzigen Menschen nicht für grundverkehrt hielte und speziell die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme, mich die Ordnung nicht abstiesse, die alle und eben auch die menschlichen Verhältnisse hierarchisiert, die Demonstration von Macht in jeder katholischen Kirche, dazu die Leidensvergötterung, womöglich hätte ich mich spätestens in Rom seinen Praktiken nach und nach angeschlossen, hätte die lateinische Messe besucht und wäre mit Pausen in den Singsang eingefallen, wenngleich anfangs mehr aus ästhetischen Gründen, vielleicht auch aus Faszination für die beispiellose Kontinuität einer Institution, die aus Gottes Angehörigen eine Gemeinschaft bildet.“

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94 Kommentare

  1.   PBUH

    @Joachim_S

    Das übliche Guti-Gesülze halt, die Kommentare zum Artikel sind aber teilweise sehr gut.

    z.B.

    ->

    4. Dass „die Migraten“ zu Deutschlands neuer kulturellen Elite werden, ist völlig abwegig. Leute wie Kermani, Trojanow und Akin werden vom Staat mit Förderung, Preisen, Stipendien überhäuft. Ihr Aufstieg ist gemacht, ihr Talent hätte zu ihrer Bekanntheit nicht ausgereicht, zu viele ebenso Begabte gibt es im Land – wie man weiß, gehört zur Biografie jeder Berühmtheit, dass sie gefördert werden musste.
    Unlängst habe ich mitbekommen, wie das Goethe-Institut eine in Deutschland lebende persische Sängerin auf Tournee in fünf arabische Länder geschickt hat. Noch Fragen?
    Das staatliche Kulturbusiness benachteiligt aus ideologischen Gründen Deutsche, das ist der Grund, weshalb z.Zt. so viele ausländisch klingende Namen durch die Kulturseiten wandern.

  2.   PBUH

    @Joachim_S

    Jetzt trollen sie wieder, was kommen sie jetzt mit „Dummheit“ ?

    Dummheit: Die mangelhafte Fähigkeit, aus Wahrnehmungen richtige Schlüsse zu ziehen.

    Denken sie mal drüber nach, Herr Ex-Islamo.

  3.   Zagreus

    Neidisch – schön, dass er neidisch ist.
    Er ist ausgeladen worden, ein anderer ist vorher freiwillig gegangen, weil ihm wiederum die Haltung bzl. Israelsa eines anderen nicht passte.
    Im grunde ist all dies ziemlich Lächerlich, wenn es nicht typisch wäre für eine überbordende selbetgerechtigkeit aller beteiligten.
    Dieses ganze religiöse Gequatsche – denn mehr ist es im Grunde nicht – das dazu dient das jewils eigene Bild von Gut/Böse, Welt, Gesellschaft & Moral als sakrosankt hinzustellen, indem man es einer metaphyischen Gestalt zuspricht. Gott will, was ich will – und alle anderen haben unrecht.
    Kermanis Standpunkt kann ich verstehen – das schon albern anmutende Nachgelaufe hinter einem der vielen Wanderprediger in Palästina wird nur noch über die Perversität der Verehrung seines Todes und des dazu benützten Folterinstrumentes überboten – Göttlich? Nichts ist daran göttlich außer eben die behauptung und tradition, die sagt, dass es Göttlich sei – und all die Meditationen und Gefühle, finden in den geschichten udn Bildern ihren Halt – udn würden dies genauso in anderen Bildern udn geschichten finden.
    vermissen tue ich aber dabei bei Kermanis Sichtweise auf das Christentum dieselbe Sichtweise auf *seine* religion – sein, weil in diesem diese tradierenden Kulturkreis geboren sein. Ein Massenmördr und pädophilen zu verehren, der ganz offensichtlich immer die ausnahmeweisung vom Himmel erhielt um die eigenen Vorstellungen und gelüste rechtfertigen zu können, ist dabei kein Iota besser als die des palästinensichen Freaks und die Verehrung seiner Mutter, die selbst quasi einen irrwitzigen Status als quasi-göttlich einnimmt.
    All die schönen Kunstwerke sind jeweils im Zusammenhang sicherlich von religiösen gefühlen zum einen oder zum anderen entstanden – udn wären wohl auch bei anderen repräsendationsvermittlungen entsatnden, in denen die Künstler ihre Gefühle kanalisiert hätten können.
    Die Gestalten selbst sind durch die bank lächerlich und diese ihre Lächerlichkeit wird nur noch durch den ernst ihrer Anhänger überboten, die zu Morden bereit sind, wenn nicht ihre Vorstellungen, die sie daran knüpfen, in ihren Sinne verwirklicht werden – ein streit wie bei ‚Life of Brain‘ zwischen den Anhängern des ‚Schuhs‘ mit denen der ‚Wasserflasche‘ – nur das dabei allzuoft tötliche waffen eingesetzt werden.
    Das entsprechende geschwätze als ‚Genial‘ zu bezeichnen, wie im ZEIT-Artikel, trifft sogar, wenn der Genius mehr einer ist aus der Schnapsflasche.
    Ob Kermani den hessischen preis für seine Beiträge zur vermittlung zwischen den religionen erhält oder nicht, ist so oder so gleichgültig, da dieser preis selbst irrsinnig ist – da eine vermittlung zwischen letztendlich irrwitzigen solipsitischen Positionen irrwitzig schon ist. Ein gläubiger Muslim hat genauso viel oder wneig mit dem Brückenbau zwischen den religionen zu tun wie ein gläubiger Jude oder ein gläubiger Christ irgendeines Colours- nämlich im Grunde nichts. Zwischen Religionen gibt es keine vermittlung, denn Vermittlung bedingt eine gemeinsame Basis, die selbständig ist und zugleich von allen anerkannt – und das ist nicht da, denn weder der Glaube selbst ist dies, noch die Behauptungen des gleichen Ursprungs noch sonstiges. Worin soll das auch bestehen? Soll eine Seite intrinsische Bestandteile ihrer Glaubensüberzeugung aufgeben, damit sie welche annimmt, die wiederum eine andere Glaubensgemeinschaft für wesentlich hält? Das wird letztendendes nicht geschehen – denn in der Konsequenz ist dies nichts anderes als eben die Aufgabe der eigenene, für wahr gehaltenen Überzeugungen.
    Letztendlich sind diese Planspiele von Ökumene selbst nichts anderes als wieerum ausdruck der religiösen Überzeungungen der beteiligten, die aus ihren Anschauungen heraus es richtig finden, miteinander zu süprechen – über was ? Über Dinge, die letztendlich unvermittelbar sind. Soll ein Protestant aufgeben, dass die Hostie und der Wein, das ihm bei der Eucharistie dargereicht wird. Symbolische ausdrücke für den laib & das Blut Christi sind – udn es keine translation gibtin der kehle?
    Soll der katholik dies seiner Überzeugungen hingegen wiederrum aufgeben, und es nun als rein symbolische Akte sehen?
    Wozu? Warum ? Was ist wahr hier – und hat darum eine unabhängige Instanz zur Überprüfung, die auch im diesseits zugänglich ist?
    man glaubt, weil man glaubt – und nicht weis, auch wenn man den jeweils eigenen Glauben s als Wissen empfinden mag allzuoft. Doch zwischen Glaubenspositionen gibt es keine und wird es auch keine vermittlung geben.
    Es kann keinen Dialog der religionen geben, sondern nur zwischen den Glaubensvertretern die sich über praktische vorgehensweisen miteinander einigen, damit jeder seine Vorstellungen so umsetzen kann, wie er es mag, ohne sich gegenseitig zu stören.

  4.   Frl. Mensa

    Kermanis Text ist wie der eines gescheiten Abiturienten — eine Assoziationskette ohne das Thema bisher richtig überblickt zu haben. Statt dessen ein wenig Selbstbespiegelung und Anekdoten aus der beobachteten Umgebung, die mit Relevanz aufgeladen werden; ein Stilmittel des Amateurs und Touristen.

    Die Wortwahl ist teils pubertär-TAZartig-effekthascherisch („Frohe Botschaft!, röhrten die Könige“), teils unbeholfen-orientalisierend („{Maria ist} übrigens sehr schön, nicht wie eine römische Hure wie bei Caravaggio oder eine französische Gräfin wie bei Raffael, sondern eindeutig orientalisch.“, aber überwiegend einfach flach („|wenn mir} die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme“).

    Sein Buch ist mit unbekannt und wird es nach dieser Kostprobe auch bleiben. Mir will scheinen, die einzige Möglichkeit bei der heutigen Preisverleihungsinflation überhaupt noch wahrgenommen zu werden, liegt darin, den Preis abzulehnen oder idealerweise sogar ihn vorenthalten zu bekommen. Einen Preis „ganz normal“ zu bekommen ist ja quasi nur noch ein Beweis für die Mittelmäßigkeit des Empfängers. Insofern hätte er ihn wohl verdient. Lehmann auch.

  5.   Sebastian Ryll

    Das Stichwort Synkretismus in diesem Zusammenhang ist interessant.
    Hätten Sie Herr Riexinger, oder jemand andweres vielleicht einen Link, wo das genauer beleuchtet wird?

    Pure catholic:

    http://www.youtube.com/watch?v=0gv8dGbkBVg
    http://www.youtube.com/watch?v=7ttPHI5pDv0

  6.   Joachim S.

    „Das staatliche Kulturbusiness benachteiligt aus ideologischen Gründen Deutsche“

    *pruuuuust*

  7.   Joachim S.

    @ Zagreus

    „süprechen“

    Sind Sie Türke?

  8.   Joachim S.

    Genauer: norddeutscher Türke. Ein süddeutscher würde sagen: „schüprechen“.

  9.   Serdar

    @Jörg Lau
    Der Text erinnert mich an viele Dinge, die auch Juden empfinden, wenn sie die Kreuzestheologie reflektieren.
    Es fallen mir z. B. viele Ähnlichkeiten auf in Bezug auf Moses Maimonides.

    Sogar die Kritik an der Hellenisierung in der Neuzeit bei einigen protestantischen (und katholischen) Theologen weißt einige Schnittmengen mit Kermanis Ausführungen auf.

 

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