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„Neidisch auf das Christentum“

 

Navid Kermani kürzlich in der NZZ über eine Marien-Ikone, die er in Rom sah:

„In Rom wurde ich ohnehin neidisch auf das Christentum, neidisch selbst auf einen Papst, der auch solche Sätze sagt, und wenn ich den Gedanken der Inkarnation in nur einem einzigen Menschen nicht für grundverkehrt hielte und speziell die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme, mich die Ordnung nicht abstiesse, die alle und eben auch die menschlichen Verhältnisse hierarchisiert, die Demonstration von Macht in jeder katholischen Kirche, dazu die Leidensvergötterung, womöglich hätte ich mich spätestens in Rom seinen Praktiken nach und nach angeschlossen, hätte die lateinische Messe besucht und wäre mit Pausen in den Singsang eingefallen, wenngleich anfangs mehr aus ästhetischen Gründen, vielleicht auch aus Faszination für die beispiellose Kontinuität einer Institution, die aus Gottes Angehörigen eine Gemeinschaft bildet.“

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94 Kommentare

  1.   Miriam

    @Tati

    Haben Sie einen Blick in die von mir verlinkten Zusammenfassung der Kommissionsbericht geworfen?
    Oder den von Martin Riexinger unter #6 verlinkten Artikel von Martin Alioth in der NZZ?

    Es waren nicht nur die Freigeister, die gelitten haben. Alle haben gelitten und Schaden genommen, wenngleich das Leid der meisten mitnichten so schlimm war. wie das der Schwächsten in der Gesellschaft – der Kinder, die sich in der Obhut der katholischen Kirche befanden. Niemand in Irland ist überrascht über die Befunde der Kommission, denn alle haben es gewusst; man hat es immer gewusst aber man wollte lange nichts davon wissen. Das ist immer so in einer Diktatur. Und von seiner Gründung Anfang der zwanziger Jahre bis in die siebziger Jahre hinein war Irland de facto eine Theokratur.

  2.   tati

    Und von seiner Gründung Anfang der zwanziger Jahre bis in die siebziger Jahre hinein war Irland de facto eine Theokratur.
    Kommentar von Miriam

    Werte Miriam, ich sehe das ebenso.
    Selbst habe ich Irland erst 1990 betreten, seitdem allerdings ca. zehnmal in allen möglichen „Ecken“, in meinen
    Lieblingsecken mehrfach.
    Noch 1990 war es auf dem Lande teils schwierig, als unverheiratetes Paar ein B&B zu bekommen (-:)

    Meine letzter Aufenthalt war 2003 auf einer kleinen Insel ca.
    1km von Burtonport im Donegal. Diese kleine Insel ist in Privatbesitz und ich war von der Familie eingeladen worden.
    Tolle Sache und pikante Geschichte obendrein – das einzige Haus auf der Insel wurde um das Jahr 1900 errichtet und diente damals zwei lesbischen Londonerinnen als Sommerexil.

    Für einen „Touri“ im Normalfall nicht zugängig die verlassene Geisterinsel Owey. (auch Geister müssen mal)

    http://www.pbase.com/rogercurry/image/51287284

  3.   Miriam

    @Tati

    Ihr Post hat bei mir tolle Erinnerungen geweckt! Sommer 1973 Arranmore island, auch von Burtonport aus zu erreichen. Tolle Jugendherberge am Strand; (damals zumindest) keine Autos; auch keine Polizisten (daher blieb die Kneipe blieb bis in die frühen Morgenstunden auf). Seufz.. is oileán iontach ar fad é! (eine wunderbare Insel)

  4.   tati

    Ihr Post hat bei mir tolle Erinnerungen geweckt
    Kommentar von Miriam

    Gern geschehen

  5.   Gelincek

    @Joachim S. und Miriam

    Lehmann und Steinacker haben nicht den Preis an Kermani vereitelt, sondern lieber auf ihren verzichtet. Sie haben keinerlei Druck auf die Jury ausgeübt.

    Wa soll daran menschlich bedenklich sind und inwiefern ist Roland Koch eingeknickt? Kokolores.

    Was Kermani bisher zum Christentum veröffentlich hat, ist allesamt Rotze und ich kann Steinacker und Lehmann zu ihrer Reaktion nur beipflichten.

  6.   Joachim S.

    @ Gelincek

    Das glauben Sie doch selbst nicht!

  7.   Joachim S.

    Beleidigte Reaktionen wie Ihre ist man bisher eher von den Moslems gewohnt. Wurde der „Kuscheldialog“ nicht für tot erklärt und stattdessen auch von Seiten Herrn Hubers ein „ehrlicher“ Dialog gefordert? Nun haben wir ihn und es ist auch wieder nicht recht.

  8.   Yasmin

    @ Gelincek
    „Lehmann und Steinacker haben nicht den Preis an Kermani vereitelt, sondern lieber auf ihren verzichtet. “

    Oh nein, verzichtet haben sie nicht. Sie haben nur festgestellt, dass sie nicht gemeinsam mit ihm den Preis haben wollen. Und R. Koch zum Handeln aufgefordert: „Ich muss es im Augenblick Ihnen überlassen, eine Lösung zu finden.“ http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1756584_Hessischer-Kulturpreis-Was-Kardinal-Lehmann-an-Koch-schrieb.html
    Ein Verzicht sieht anders aus.

  9.   Yasmin

    @ Gelincek
    „Was Kermani bisher zum Christentum veröffentlich hat, ist allesamt Rotze“

    Zum Beispiel?

  10.   Gelincek

    @Joachim S.

    Warum sollte ich das nicht glauben?

    Kardinal Lehmann hat sich in der FAZ folgendermaßen geäußert:

    „Mit keinem Wort habe ich den Ausschluss von Navid Kermani vom Preis auch nur insinuiert, geschweige denn erwartet oder gar angemahnt. Ich habe auch keinen diffamierenden Brief über ihn geschrieben, aber ich habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ich unter diesen Umständen den Preis nicht in Empfang nehmen kann. Ich bat den Ministerpräsidenten und damit die Jury um eine “Lösung” des Dilemmas. Deutlich habe ich freilich betont, dass ich dabei keine billigen oder faulen Kompromisse annehmen kann. Vielleicht könnte – so dachte ich – Kermani ja auch seine Äußerungen erläutern. Aber ihn darum zu bitten, konnte nicht meine Aufgabe sein. Als ich meinen Brief an Ministerpräsident Koch schrieb, hatte ich noch die Hoffnung auf eine solche Lösung. Es gab also durchaus einen Spielraum dafür. Dieser Versuch ist jedoch gescheitert.

    Das Ausmaß von Fehlinformationen und Indiskretionen, Beleidigungen und Schmähungen hat mich trotz mancher Erfahrungen sehr überrascht.“

    Ich bin nicht wegen Kermani beleidigt und ich bezweifle, dass Lehmann oder Steinacker solche Gefühle empfinden. Sie wollen mit dem flegelhaften und arroganten Kerl einfach nichts zu tun haben.

    http://bistummainz.de/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=16255

 

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