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Türkei: Juden unerwünscht

 

Aus Haaretz: Eine Untersuchung der türkischen Tageszeitung Milliyet bringt zutage, dass Israel das unbeliebteste Land in der Türkei ist. Zwei Drittel der Türken wollen keine jüdischen Nachbarn. Aber Christen wollen auch schockierende 52 Prozent nicht neben sich wohnen wissen.
Trotzdem möchten 57 Prozent der Türken, dass ihr Land in die EU kommt.
Nach diesen Zahlen würde ich meinen: Way to go, Baby!
Zitat:
A new study published in a Turkish newspaper Sunday said 64 percent of Turks would not want Jewish neighbors.

The study also suggested Turks had a low tolerance for diverse lifestyles in general, as three in four respondents said they would not want to live next to an atheist or anyone drinking alcohol.

The study by Istanbul’s Bahcesehir University was meant to gauge radicalism and extremism in Turkey.

Results published in Sunday’s Milliyet also stated that 52 percent would not want Christian neighbors, 67 would not want to live next to an unmarried couple and 43 percent would not want American neighbors.

Religious extremism and nationalism have remained level in Turkey this decade, although anti-Israeli sentiment was on the rise, said Yilmaz Esmer, a professor of political science at Bahcesehir who led the study.

Israel is the most unpopular foreign country, followed by Armenia and the United States, the study revealed. Israel is also seen as most responsible for the world’s problems, followed by U.S. and EU policies, according to the survey.

A majority of Turks support their government’s bid to join the European Union, the study revealed, but most say the bloc views it with prejudice because Turkey is a Muslim nation.

Three out of four Turks believe the EU is trying to divide Turkey and 81 percent believe the bloc’s goal is to spread Christianity, said the study.

Despite this, 57 percent want full EU membership for Turkey.

60 Kommentare


  1. Verglichen mit denen sind wir ja geradezu ein Wunder an Toleranz (und das will was heißen). Wenn man dann noch bedenkt, dass die Türkei in den letzten hundert Jahren ziemlich monokulturell geworden ist, sind die Zahlen einigermaßen beunruhigend. Andererseits: bis die Türkei die Beitrittsreife hat, gibt es die EU schon nicht mehr.

  2.   Zagreus

    Nun, es ist zumindest ein Positives, das solche (entsprechende) Umfragenb überhaupt angestellt und dazu auch noch veröffentlicht werden – hoffen wir einmal ungeschönt.

    Nein, so negativ die ergebnisse auch sind – und sie sind bitter negativ – so positiv ist es als ausgangsbasis für selbstkritik, wenn die eigenen probleme thematisiert und schonungslos in den raum gestellt werden.
    Alles andere taugt nichts.


  3. Kommentar von lebowski | 01.06.2009 | 7:01

    Sowieso. Wir reden uns bloss ein, dass wir es nicht seien.
    Interessant ist dazu
    http://www.amazon.com/Separation-Its-Discontents-Evolutionary-Anti-Semitism/dp/1410792617/
    Man muss nicht mit allem einverstanden sein.


  4. Wieviele Türken wollen keine Türken als Nachbarn?

  5.   PBUH

    EU-Beitritt ?

    No way, Baby!

    Die Türkei muss ihren inneren Kampf erstmal austragen, auch die Türkeifreunde sollten dies endlich einsehen.

    Das Land muss sich aus eigenem Antrieb modernisieren und liberalisieren.

  6.   Ercin

    @ lebowski
    Gerade weil die Türkei an Kulturenvielfalt verloren hat, konnten solche negativen Vorstellungen über die „Anderen“ entstehen. Das deckt sich mit den Sympathiewerten für Ausländer in „National befreiten Zonen“.

    Andererseits ist die Beitrittsreife nicht ausschlaggebend für einen möglichen EU-Beitritt.

  7.   Miriam

    hier der Today’s Zaman-Bericht dazu:
    http://www.todayszaman.com/tz-web/detaylar.do?load=detay&link=176911

    Interessant der Hinweis, dass die Untersuchung durch das British Foreign and Commonwealth Office finanziert wurde.
    Und dass „daughters who wear shorts and gay people“ auch zu den unerwünschten Nachbarn zählen.
    weiter interessante Ergebnisse:

    – 62 percent of the women surveyed said they covered their hair in some way or another due to their religious beliefs.“
    (…)
    – 71 percent say the head of the house in Turkey should be the man.

    – A total of 35 percent said that because “women are emotional,” their testimony as a witness should be held equal to half of a man’s in court. (…)

    – Thirty-three percent said they agreed with the statement that “some women sometimes deserved being beaten by their husbands,” while 68 percent said this was wrong.

    – Twenty-two percent said they supported the stoning of women to death for adultery as opposed to 78 percent who said they were against it.

    – Fifty-eight percent said that a woman walking on the beach in a swimsuit is a sin.

  8.   Zagreus

    Liebe Miriam,

    leider bin ich von meinem kenntnisstand her nicht in der Lage zu beurteilen, ob eine Umfrage wie diese auch wissenschaftlich sauber durchgeführt wurde, und somit auch relevanz beanspruchen kann – oder ob sie von der fragestellung und/oder aufbau etc…. tentenziös ist.

    könnten sie hierzu bitte etwas sagen?

  9.   Miriam

    @Zagreus
    Mir ist es noch nicht gelungen, eine Online-Version der Umfrage ausfindig zu machen. Um zuverlässige Aussagen machen zu können, müsste man den Methodenteil lesen und den Fragebogen anschauen (und auch genug Ahnung haben, was ich von mir nicht behaupten würde). Aber die Zufallsstichprobe (1715 Befragten) scheint groß genug um repräsentativ zu sein; die Interviews wurden von Angesicht zu Angesicht durchgeführt. Die regionale Representativität scheint gegeben zu sein, da die Interviews in 33 Provinzen durchgeführt wurden. Ich habe in einem Kommentar gelesen, dass der Fehlerspielraum bei einer Umfrage dieser Größe 2,5% beträgt.

    Übrigens, laut Hürriyet war der Geldgeber (British Commonwealth Office) nicht sehr glücklich, weil die Umfrage ergeben hat, dass auch die UK nicht besonders beliebt sei:
    „Among the most-disliked nations, Israel ranked first, followed by Armenia. The United States was third, then Greece and France. The United Kingdom came in sixth in the ranking. The findings of the survey were discussed at a conference Saturday. Giles Portman, the deputy head of the British Mission in Ankara, expressed surprise about the anti-British views shared by the Turkish nation. „Great Britain is one of the stronger supporters of Turkey’s EU accession,“ he said. „But we cannot rely on the survey completely as it shows some contradictory opinions.“

    http://www.hurriyet.com.tr/english/domestic/11765414.asp

  10.   Krähling

    „Das Nebeneinander zweier Völker auf dem gleichen Territorium muß aber, wenn es sich nicht zum Miteinander entfaltet, zum Gegeneinander ausarten. So droht es auch hier (in Palästina) zu geschehen“ sagte Martin Buber in einer Rede 1929 (Zit. nach Wikipedia).

    Irgendwann finden Wissenschaftlern auch noch heraus, dass Menschen am liebsten Menschen mögen, die zu ihnen passen. Die Erfahrung lehrt, dass sich Völker nicht überschätzen sollten.

 

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