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Sechs tote Italiener in Afghanistan

 

Bei einem Selbstmordattentat in Kabul sind heute sechs italienische Soldaten getötet worden.

Ein Attentäter hatte einen Konvoi mit einem Aut angegriffen, das offenbar voller Sprengstoff war.

Eine unbekannte Zahl von Zivilisten ist ebenfalls zu Tode gekommen. Mindestens 10, und es ist die Rede von 52 Verwundeten. Die Szene mitten in Kabul sieht nach ersten Berichten apokalyptisch aus.

Man wird auch in Berlin gespannt beobachten, ob dieses Grauen Einfluss auf die italienische Debatte hat. Berlusconi war bisher ein unerschütterlicher Verteidiger des Krieges. Sein Koalitionspartner, die rechtspopulistische Lega Nord, plädiert seit langem für einen Abzug.

12 Kommentare

  1.   christian aka tati

    OT, aber ich kann´s nicht lassen

    Die erste „halal“-Suchmaschine für die islamische Wissenserweiterung.

    http://technology.timesonline.co.uk/tol/news/tech_and_web/the_web/article6837965.ece

    Die Times führt das unter Technologie ???

    Ich führe das unter TOTAL BESCHEUERT.

  2.   Antonio

    Ich bin sehr enttäuscht, wie schnell viele in Europa bereit sind, bei Gegenwind sofort aufzugeben. Zumal sich immer wieder gezeigt hat, dass man im Falle eines Abzugs trotzdem weiterhin im Visier der Terroristen bleibt und in dem Land, aus dem man sich zurückzieht, eben nicht der Frieden einkehrt. Spanien musste z. B. nach dem von Terroristen herbeigebombten Abzug aus dem Irak diese leidvolle Erfahrung machen. In Europa fällt man auch viel zu leicht auf die von den Terroristen vorgeschobenen, angeblich rational nachvollziehbaren Gründe für deren Tun ein. Sie klingen in vielen Ohren vernünftig und verhandelbar und man meint, wenn man sich nicht mehr einmischt und die unruhigen Gebiete dieser Welt sich selbst überlässt, würde schon alles gut werden. Ich halte das für schrecklich naiv und ich kann dem grassierden Isolationismus, den vor allem viele Intellektuelle predigen, nichts abgewinnen.

    Ich hoffe sehr, dass endlich ein Umdenken einsetzt und die Menschen einsehen, dass in einer globalisierten Welt kaum ein Konflikt stattfindet, der nicht Auswirkungen auch auf eigentlich unbeteiligte Länder, selbst am anderen Ende des Globus hat. Die „Kopf in den Sand stecken“-Taktik funktioniert heutzutage einfach nicht mehr. Schade, dass die Politiker es bis heute nicht geschafft haben, das dem Volk zu vermitteln. Schade ist auch, dass es die meisten Medien nicht schaffen, die positiven Auswirkungen eines Einsatzes, wie dem in Afghanistan, zu kommunizieren und sich fast ausschließlich auf die Berichterstattung darüber beschränken, was nicht gut läuft. Etwas mehr Ausgewogenheit wäre da sehr hilfreich.

  3.   AM

    „Spanien musste z. B. nach dem von Terroristen herbeigebombten Abzug aus dem Irak diese leidvolle Erfahrung machen. “
    Welche leidvolle Erfahrung denn NACH dem Abzug?
    Der Fehler Spaniens war nicht der Abzug aus dem Irak, sondern der Einmarsch, den man der Bevölkerung mit den dreistesten Lügen aufgepresst hat.

  4.   Antonio

    @ AM
    Sie unterliegen leider auch dem Irrtum, dass die Terroranschläge Folge einer bestimmtem Politik des Westens sind. So wurden z. B. 7 spanische Touristen im Jahre 2007 im Jemen Opfer eines Terroranschlags, also lange Zeit nach dem Abzug aus dem Irak. Ich wüsste nicht, dass diese Touristen vorgehabt hätten, mit Photoapparaten bewaffnet das Land zu besetzen. Ein anderes Beispiel ist ein Anschlag auf spanische Soldaten der UN-Schutztruppe, die den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hizbollah überwachen sollen. Hierbei kamen 6 Soldaten ums Leben. Für Sie zum Verständnis: Es handelt sich um eine Schutztruppe im Rahmen eines UN-Mandats. Was sie hier vornehmlich tun, ist der Hizbollah bei der Wiederbewaffnung zuzuschauen. Auch hier handelt es sich in keiner Form um eine Besatzung eines fremden Landes.

  5.   AM

    @ Antonio
    „So wurden z. B. 7 spanische Touristen im Jahre 2007 im Jemen Opfer eines Terroranschlags…
    „Hierbei kamen 6 Soldaten ums Leben…“
    Und? Wollen Sie etwa behaupten, dass das nicht passiert wäre, wenn Spanien seine Truppen nicht aus dem Irak abgezogen hätte?
    Wollen Sie etwa behaupten, dass Bürger einen Krieg unterstützen müssen, den sie von Anfang an abgelehnt hatten, WEIL später ein Terroranschlag stattgefunden hat? Dass Regierungen deshalb ihre langfristig gegebenen Wahlversprechen brechen müssen? Für Afghanistan ergibt Ihr spanisches Beispiel gar nichts.

    Durchhalten macht nur Sinn, wenn ein glaubwürdiges Ziel vorhanden ist. Und daran mangelt es in Afghanistan in erster Linie. Zweitens haben wir schon 8 (!) Jahre lange durchgehalten und die Zeit arbeitet gegen uns:
    Time is not on our side
    Auf Deutsch: Entweder sieht die Lage in einem Jahr erheblich besser aus, oder sehr viele Länder werden aus Afghanistan abziehen. Die Durchhalteparolen wird man dann nur noch von Papageien vortragen lassen. Für den einen oder anderen eine Job-Opportunity…

  6.   J.S.

    Berlusconi hat seine Meinung wohl geändert..

    „Der Tod von sechs italienischen Soldaten in Afghanistan hat Konsequenzen: Die Regierung in Rom streitet über einen Rückzug der eigenen Truppen vom Hindukusch. Ministerpräsident Silvio Berlusconi sprach sich für einen raschen Abzug aus.“

    http://www.zeit.de/newsticker/2009/9/18/iptc-hfk-20090918-57-22430590xml

  7.   Antonio

    @ AM
    Ist es immer noch nicht klar geworden, was ich sagen wollte?

    Wenn Sie tun, was die Terroristen von Ihnen verlangen und diese dennoch weiterhin Anschläge auf Sie durchführen, wieso sollten Sie dann das tun, was die Terroristen von Ihnen verlangen? Sie bekommen dafür ja keine Gegenleistung.

  8.   AM

    @ Antonio
    „Wenn Sie tun, was die Terroristen von Ihnen verlangen“
    Die spanische Regierung hat nicht getan, was die Terroristen verlangten, sondern das, was sie lange vorher als richtig betrachtet und ihren Wählern versprochen hatte.
    „Sie bekommen dafür ja keine Gegenleistung.“
    Zunächst sollten Sie mir mal erklären, welche Gegenleistung Sie von wem bekommen, wenn Sie in Afghanistan bleiben und ob diese den Aufwand wert ist.
    Und überhaupt: Hätten die Russen in Afghanistan bleiben sollen, weil sie von Terroristen keine Gegenleistung für den Abzug bekommen haben? Ihr Kalkül kommt mir ziemlich unvollständig vor. Wer auf Gegenleistung für einen Abzug wartet, kann unter Umständen lange warten.

  9.   J.S.

    Antonio hat recht. Wer nachgibt wird immer öfter das Opfer von Terrorismus. Und zwar auch von anderen Terrorgruppen.
    Es könnte gut sein das die neuen Anschläge der ETA darauf zurück zu führen sind das die ETA gesehen hat welch großen Erfolg Al-Kaida mit dem Terror hatte.

 

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