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Warum Merkel und Sarkozy nicht miteinander können

 

Ein Beitrag von mir aus dem Deutschlandradio  zu den Hintergründen des neueren deutsch-französischen Zerwürfnisses.

Auszug:

Merkel hat vorerst gewonnen, mehrfach. Aber es gibt Siege, die von Niederlagen kaum zu unterscheiden sind. Der Konflikt wird weiter schwelen: Frankreich will mehr Abstimmung und sieht traditionell wenig Probleme mit Verschuldung, Deutschland will keine weitere Integration und möchte ganz Europa seine Stabilitätskultur aufzwingen. Es ist ein alter Konflikt, der in der unterschiedlichen Wirtschaftskultur der beiden Länder wurzelt: zentralistisches Agrarland versus föderalistische Exportnation. Ein alter Streit: Doch anders als ihre Vorgänger werden Merkel und Sarkozy heute von einem dritten Mitspieler beobachtet: dem Finanzmarkt, der jede Schwäche des deutsch-französischen Verhältnisses als Schwäche des Euros liest…

Hier zum Lesen. Hier zum Hören.

19 Kommentare

  1.   PBUH

    Es ist alles wesentlich schlimmer, Frankreich versucht schlicht sich auf Kosten Deutschlands zu sanieren und zwar ungeniert, Versailles lässt grüssen.

    Merkel und Co. haben sich übertölpeln lassen, man hatte auch keine Zeit sich vorzubereiten – musste den Sieg Stalins über Deutschland mitfeiern.

    Merkels „Siege“ werden Deutschland mehrere hundert Milliarden Euro kosten, das ist heute schon klar.

    Herr Köhler ist übrigens genau deswegen zurückgetreten.

    Diese Vorgänge werden die Politik in Deutschland noch nachhaltig verändern, da gehe ich jede Wette.

    Wenn die Rechnung kommt, dann geht die gesamte etablierte Politik unter.

  2.   Hans Joachim Sauer

    „Herr Köhler ist übrigens genau deswegen zurückgetreten.“

    Was Sie alles zu wissen glauben.

  3.   J.S.

    Die EU steckt in einer tiefen Krise und die Nerven liegen blank.

    Die Politik hat eine der reichsten und fortschrittlichsten Regionen der Welt an die Wand gefahren.
    Die Krise ist zwar international aber existenzbedrohend ist sie nur für Kranke und Schwache.

  4.   PBUH

    @HJ

    Wenn sie sich mal eingehend mit den Vorgängen auseinandersetzen, dann kommen sie zu keinem anderen Schluss.

    Köhler hätte dieses 150 Milliarden Euro „Ermächtigungsgesetz“ niemals ohne eingehende Prüfung unterzeichnet wenn man ihn nicht unter Druck gesetzt hätte.

    Er hat einen sehr schweren Fehler gemacht und ist konsequenter Weise zurückgetreten.

    Warum das alles in den Medien so wenig thematisiert wird wundert mich auch etwas, allerdings lassen sich dafür auch Erklärungen finden.

  5.   J.S.

    Köhler ist ein Finanzexperte. Sein Rücktritt hat sicher mit der Krise zu tun.

    Vielleicht hat er auch einfach nur gemerkt das da sowieso nichts mehr zu retten ist?

  6.   J.S.

    Ein weiteres Problem ist z.B. Energie.

    Deutschland ist weitaus stärker von Energieimporten abhängig als Frankreich (Atomenergie).

    Ein schwacher Euro verteuert Deutschlands Energieimporte während die Franzosen nur von den besseren Exporten profitieren.

  7.   Loewe

    Als Exportnation profitieren wir vom Euro: Wir können hohe Exportüberschüsse in Euroland erzielen, ohne dass dadurch (als Folge der Außenhandels-Ungleichgewichte) exportdämpfende Mechanismen in Gang kommen.

    Zugleich haben die meisten in Deutschland nichts vom Exporterfolg unserer Volkswirtschaft: Sie bezahlen ihn sogar noch – durch stagnierende Löhne, durch präkäre Arbeitsverhältnisse.

    Normalverdiener in Deutschland hätten Grund, sich mit Frankreich und den USA in Sachen Wirtschaftspolitik zu verbünden.

    Tut mir leid, liebe deutsche Patrioten:
    VIVE LA FRANCE!

  8.   Mete

    Kann mich jmd. mal aufklaeren, wieso die Franzosen wirtschaftlich stark sind?
    Denn wirkliche Innovation gibts bei denen ja net, sondern eher Kreativitaet…

  9.   Frl. Mensa

    „Als Exportnation profitieren wir vom Euro: Wir können hohe Exportüberschüsse in Euroland erzielen, ohne dass dadurch (als Folge der Außenhandels-Ungleichgewichte) exportdämpfende Mechanismen in Gang kommen.“ (Loewe)

    Sie scheinen die letzten Wochen verschlafen zu haben. Da gab es nämlich ihre exportdämpfenden Mechanismen, die sich vor der Euroeinführung permanent und eher unmerklich ergaben, stattdessen kumuliert und auf einen Schlag für die gesamte letzte Dekade.

  10.   PBUH

    @Loewe

    >Zugleich haben die meisten in Deutschland nichts vom Exporterfolg unserer Volkswirtschaft: Sie bezahlen ihn sogar noch – durch stagnierende Löhne, durch präkäre Arbeitsverhältnisse.

    Richtig, ohne den Euro würde man immerhin von einer Aufwertung der Währung profitieren.

    >Normalverdiener in Deutschland hätten Grund, sich mit Frankreich und den USA in Sachen Wirtschaftspolitik zu verbünden.

    Keineswegs, die Politik der Südländer führt in die Inflation und in den Staatsbankrott.

    Frankreich versucht (teilweise sehr erfolgreich) Deutschland massiv auszunutzen.

    Die Südländer stehen mit dem Rücken an der Wand und können mit den „bewährten“ Methoden ihre Wettbewerbsfähigkeit relativ zu Deutschland nicht mehr verbessern.

    Und die deutsche Wirtschaft hat gerade erst angefangen diesen Trumpf auszuspielen.

    Wir stehen vor dem grössten Exportboom aller Zeiten, die Früchte wollen Frankreich und Co. mit Hilfe unfähiger und korrupter Politik in Deutschland ernten.

    Es geht hier um hunderte von Milliarden Euro.

 

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